Trainingslager Südtirol 2013: Stilfser Joch

Nach dem gestrigen Ruhetag stand heute bei Jan-Ullrich-Wetter der legendäre Anstieg zum Stilfser Joch an – 24km, 1800Hm und in der zweiten Hälfte die durchnummerierten 48 Kehren. Die Audio CD auf der Anfahrt konnte kurz vor Prad mit einem Track von Wolle’s berüchtigter Weihnachts CD überraschen. Ob das der ausschlaggebende Punkt für das sehr forsche Anfahren des Passes war? Mit Moritz als Lokomotive konnten bis zum Ortsausgang von Trafoi (Kilometer 10) bereits anderthalb Minuten auf die teaminterne Bestzeit von Daniel aus dem Vorjahr herausgefahren werden.

In den folgenden Kehren konnte Moritz eine kleine Lücke zwischen sich und den Teamchef legen, ein großer Abstand entstand allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Daniel mobilisierte recht früh mehr Kräfte und konnte die Lücke zwischendurch fast wieder schließen (Anmerkung, sollte sich rächen). Ab der Franzenshöhe auf 2188m wechselte Moritz dann in den Alles-Oder-Nichts Modus, einen Gang hochgeschaltet und bis zum Ziel mit maximalem (Kraft-)Einsatz gefahren. Der Lohn war eine Zeit von 1:35:49 und ein beinahe Crash beim Versuch vom Rad abzusteigen. Daniel konnte ebenfalls die magische 1:40er Grenze unterbieten und seine Vorjahresbestzeit um eine gute Minute verbessern. Die Uhr hielt bei 1:39:45 an.

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Auch auf der Passhöhe war es noch verhältnismäßig warm und im Café wurde die übliche Bestellung nicht nur entgegen genommen sondern sogar geliefert! Die Abfahrt konnte dann bei fast nicht vorhandenem Autoverkehr genossen werden. Lediglich ein manövrierender Bus und ein Hund sorgten für Überraschungsmomente.

Trainingslager Südtirol 2013: Mendelpass

Nach der bis dato härtesten Südtirol Etappe der Geschichte des DGD Racing Teams am Vortag, wurde der Start der heutigen Etappe vorsorglich auf 11 Uhr verlegt, um ein wenig mehr Regeneration zu ermöglichen. Während des Warmrollens in Richtung Eppan fragten sich Moritz und Daniel, wie gut denn die Beine sein werden. Nach den etwas ernüchternden Ergebnissen an den Vortagen, nahm sich Daniel vor, das Moritz’sche Hinterrad möglichst lange zu halten. Zur Überraschung beider gelang das erstaunlich lange, genauer gesagt bis Kilometer 12,5 (von 15). Dann konnte Moritz einen Tacken zulegen, Daniel hatte jedoch schon seit geraumer Zeit Pulswerte von 190-192 auf dem Display und war dementsprechend am Limit. Moritz konnte endlich eine anständige Mendelpasszeit von 48:25 (18er Schnitt) setzen. Aber auch Daniel konnte seine Vorjahresbestmarke um 30 Sekunden unterbieten, aber mit deutlich mehr Einsatz (Durchnittspuls von immerhin 187) als 2012.

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Nach dem obligatorischen Apfelstrudel mit Apfelschorle ging es hektisch zurück zum Passschild, denn eine Rennradlerrin aus Deutschland war dabei das Schild zu fotografieren – das wurde natürlich genutzt um jeweils Passfotos zu machen. Danach ging es gemütlich runter nach Fondo und der Gampenpass wurde aus seiner humanen Seite locker hochgerollt. Beim örtlichen Fahrradladen wurde festgestellt, dass Lenkerstopfen nur mit Lenkerband verkauft werden, und auch Cat-Eye Halterungen waren unbestellbar.

Trainingslager Südtirol 2013: Rittener Rampe und Bergwertung am Durnholzer See

„Wenn man an einem Tag mehrere längere Anstiege fahren möchte, dann sollte man sich überlegen ob man DEN hier als ersten fährt“, war das berechtigte Fazit nachdem das DGD Racing Team die heutige 130km Etappe mit der Rampe von Bozen über Signat nach Ritten begonnen hatte.

Die idyllische schmale Straße war zwar vom motorisierten Verkehr vollkommen befreit und, wie zu erwarten bei den nicht enden wollenden Steilstücken mit weit über 16%, auch von sämtlichen Radfahrern. Moritz hatte in der kleinsten Übersetzung noch genug Körnern um einen flüssigen Rhythmus zu fahren und konnte so die 10km in genau 50 Minuten bewältigen. Klingt langsam, sind aber immerhin 1100 Hm pro Stunde. Daniel fehlten genau diese letzten Körner, aber letztlich waren die Zeiten auch egal, schließlich standen zu diesem Zeitpunkt noch weit mehr als 80km auf dem Programm.

Nachdem in Klobenstein ein ausgezeichneter Apfelstudel verspeist wurde, ging es bergab in Richtung Sarnstal. Wobei „bergab“ hier durchaus „11% bergauf“ bedeuten konnte. Klassischer Vorzeichenfehler, wir wollen nicht wissen wie Stefan da geflucht hätte. Nach einer spektakuäleren und steilen Abfahrt folgten einige Kilometer auf der langen Anfahrt zum Penser Joch, ehe die Strecke in Asfeld dann zum auf 1559m Höhe gelegenen Durnholzer See abzweigte. Dort machte das Racing Team recht schnell Bekanntschaft mit einem sehr hartnäckigen Konkurrenten – einer riesigen Regenwolke. Wer nun denkt, das Wetterglück habe das Team verlassen, dem sei gesagt dass genau in dem Moment, als es zu regnen begann eine Bushaltestelle als Unterstellplatz bereitstand

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und danach die Fahrt bei Sonnenschein fortgesetzt wurde. Auf anschließenden Abfahrt hatte man es dann zwar nochmal kurz mit der gleichen Wolke zu tun, irgendwo zwischen den 20(!) Tunneln Richtung Bozen wurde sie dann aber deutlich distanziert (bis sie sich beim Regenerieren im Pool zurückmeldete, aber dort ist es ja eh nass).

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Eckdaten der Tour: 130km, 2500 Hm, 25er Schnitt

Trainingslager Südtirol 2013: Anreise

Anreiseprotokoll (alles unter strikter Einhaltung der StVO):

4:00 Uhr, Ecke Kasinostraße-Rheinstraße
6:45 Uhr Österreich ist erreicht (Füssen)
9:25 Uhr Ankunft in Lana (beim Günzelgut)
11:30 Gampenpasshöhe mit dem Rad
14:00 Formel-1 Start frisch geduscht
17:00 Pool
18:30 Abendessen
Danach Tourplanung

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Die Anreise verlief glatt, Sonntags anzureisen hat sich mal wieder bewährt. Dank zahlreicher Baustellen in Deutschland lange Fahrtdauer nach Südtirol von über 5 Std. Am Fernpass gab es aber doch einen „Renngott“. Der ganze Stau vorm DGD Racing Team-Fahrzeug, angeführt von 2 Wohnmobilen, gefolgt von über 10 Stauteilnehmern fuhr geschlossen (ob alle wirklich wussten was sie taten oder einfach blind hinterherfuhren…) an einen Rastplatz :). Nach dem Ausladen in Lana ging es kurz zum Konditor und dann ab auf den Gampenpass. Zeitfahren war nicht angesagt, Daniel musste aber dennoch ziemlich ans Limit gehen um einigermaßen zügig hoch zu kommen, wenig Schlaf und Trainingrückstand lassen grüßen. Um ein anständiges Training zu haben, ging es gleich noch auf den Mendelpass über dessen Kuppe aufgrund des nahenden F1-Starts ohne anzuhalten drübergefahren wurde um die 80km Runde am Ankunftstag mit knapp 1700 Höhenmeter mit einem 25er Schnitt abzurunden.

Rennsaison 2013

Nach dem sehr erfolgreichen Trainingslager folgen die ersten beiden Rennen der Saison Schlag auf Schlag. Los geht es am 28.4. beim GCC Rennen in Göttingen Tour d’Energie (natürlich die 100km) bei dem alle drei Starter der Vorsaison wieder dabei sein werden. Übernachtet wird wieder im Hotel Rennschuh, deren Angebot für ein Dreibettzimmer mal wieder locker das günstigste war. Dieses Jahr starten alle drei Fahrer aus Startblock B, um weiter vor zu kommen braucht man entweder Connections oder muss sehr viele GCC Rennen in den Top 100 beenden. Das Ziel für Moritz und Daniel ist es ganz klar, das erste Hauptfeld nicht zu früh wegfahren zu lassen. Stefan betrachtet das Rennen eher als Einrollen, für ihn ist die Radsaison 2013 keine „Rennsaison“, trotzdem will er mit dem neuen Material im Feld bestehen. Ergebnisse findet man nach Rennende hoffentlich bald unter diesem Link.

Schon am 1. Mai geht es weiter mit den Rennen, dieses Mal locker der Feldberg beim Rennen Rund um den Finanzplatz Frankfurt, das – na wo auch sonst – in Eschborn gestartet wird. Hier ist der Startplatz für Daniel und Moritz B1, was bereits eine gute Ausgangsposition darstellt. Das Rennziel ist ähnlich wie in Göttingen: die Zeit am Feldberg möglichst unter den Top 100 halten um dann in dieser Position bis ins Ziel zu kommen.

Die Rennvorbereitung lief dank des guten Wetters recht gut, es wurden mit Start und Ziel Darmstadt ein paar gemeinsame Touren unternommen um die Form zu checken, hier ein Beispiel (Schnitt: 28km/h).