Evolve Cima: Italia meets China

Als unverbesserlicher Campagnolo Fan – die 12-fach Gruppe ist seit 2019 am Stevens Comet – war Daniel beim Erscheinen 2023 der 12-fach Wireless Gruppe traurig. Denn die Optik und der fehlende Daumenhebel überzeugten nicht, der Preis war extrem hoch angesiedelt. Ein Jahr später folgte eine „günstige“ Version, die natürlich schwerer war. Da der Absatz beider Varianten wohl selbst für Campa Verhältnisse schwach war, wurde schon 2025 eine neue 13-fach Gruppe vorgestellt. schicker, „günstiger“ und mit Daumenhebel. Nach dem Umbau von Stefans Xenon Disc von mechanischer auf elektronische Schaltung (jeweils Japanware) war Daniel klar, wenn es eine neue Gruppe gibt, muss dafür ein neuer Rahmen her.

Die Eckdaten für den Rahmen nach Priorität absteigend: bessere Aerodynamik, keine Kabel sichtbar, leichter als vorher (< 895 g), gerade Sattelstütze, geschraubtes Tretlager, UDH kompatibel (zukunftssicher und Ersatzteilsicher)

Stevens hat leider nur den schnellen aber zu schweren Arcalis Rahmen im Programm, war also raus. Nach dem Besuch der Eurobike 2025 kam als erster China-Rahmen das sehr gut lackierte Seka Spear infrage, sogar mit einem Händler in Kassel. Inklusive Stütze und Lenker, dafür ohne UDH Kompatibilität war der Kaufpreis 3500 Dollar. Weitere Recherchen ergaben den Incolor Speedster SR Rahmen, etwas schwerer und mit 3200 Euro (Händler in Belgien) etwas günstiger.
Damals, ohne wirklichen Europa-Distributoren, war noch der Avenger Shuttle SL Rahmen interessant, es gibt dazu aber überhaupt keine verlässlichen Tests oder Quellen. Lambda-Racing hatte die Rahmen mal im Programm, aber setzen jetzt auf eine andere Rahmenmarke – und verkaufen keine Rahmensets einzeln.

Eine der Hauptquellen für derlei Recherchen ist das Weightweenies Forum. Dort bekam das Evolve Cima ab September 2025 einen eigenen Thread, in dem aber fast jeder über den sinnfreien Spruch auf dem Unterrohr diskutierte. Die Marke ist zwar neu, aber von den Gründern von Elite Wheels und dem bereits von diversen Leuten gekauften Aero-Lenker Kreuza nicht unbekannt. Bis auf den Spruch waren alle Kriterien erfüllt, der Hersteller sicherte per Mail zu, bald eine Variante ohne ebendiesen zu veröffentlichen. Bis dahin wurden noch diverse weitere Lackierungen vorgestellt und es gab ein Hambini Video zum Rahmen. Der Preis war günstiger als die vorher genannten Alternativen mit 2500 USD inkl. Versand und Zoll. Die Farbe wurde letztlich passend zu den vorhandenen Laufrädern gewählt; geschadet hat nicht, dass das damals die leichteste Lackierung war.

Nächster Schritt: Rahmengröße bestimmen – ist nicht so einfach wie man denkt, denn die reinen Geometriecharts beschreiben nicht das eigentliche Bikefitting sondern immer nur die unveränderlichen Rahmenmaße. Es gibt ein sehr empfehlenswertes Tool, mit dem man 2 (leider nur 2) Räder wirklich vergleichen kann. Die Sattelstütze gibt es sogar als -5 mm Offset und der Lenker wurde mit 36 cm oben / 39 cm unten möglichst schmal konfiguriert – es gibt 21 verschiedene Lenkerkonfigurationen, die man unabhängig zur Rahmengröße wählen kann. Dann hieß es ca. 6 Wochen warten, in der Zeit konnte die Gruppe bestellt werden, dank eines 10% Corporate Rabattes bei r2-bike war das preislich noch ok. Bei Übersetzungen gibt es im Vergleich zu Shimano extrem viel Auswahl, letzlich blieb die Kurbel bei 50/34 aber die Kassette bekam ein Upgrade in beide Richtungen (11/32 zu 10/33). Die Kurbellänge wurde nur minimal verkürzt auf 170 mm, den Sprung auf 165 mm traute sich Daniel nicht. Bremsscheibensymmetrie wurde über Bord geworfen und hinten auf 140 mm verkleinert.

Der Zusammenbau lief dank vollständiger Lieferung und sehr guter Anleitung fast ohne Probleme. Lediglich die Italiener beschrieben falsch, wie man das Schaltwerk auf UDH umrüstet (links-Gewinde), das Forum + Youtube hatten die Infos aber. Das Kürzen der im sehr flachen Lenker verlegten Hydraulikleitungen bedurfte einiges an Geschick, schließlich gibt es bei der Vollintegration nicht die Möglichkeit mal +5 cm Leitung irgendwohin zu schieben. Die Carbonqualität des Rahmens war insgesamt perfekt, die Sattelstütze rutschte bis dato nie und es gab weder ein Knacken noch eine schwergängige Lenkung (Grüße nach Koblenz). Das Bikefitting beim Jens ergab, dass es kein Fehlkauf war (des Cockpits), die Hebel wurden zwar ein wenig nach oben rotiert, aber die grundsätzlichen Proportionen passten super. Mit den bekannten Laufrädern und Favero RL Pedalen lag das fahrfertige Gewicht mit 6,5 kg unter dem Bestwert des Cometen (6,8 kg).

Fahreindruck: Der vor allem oben schmalere Lenker mit den deutlich angenehmeren Griffen ist direkt auffällig – man gewöhnt sich daran sehr schnell. Beim Fahren fällt die Agilität auf, der Lenkwiderstand ist sehr gering (SLT Ceramic Lager und fachmännischer Zusammenbau) ohne instabil zu sein. Der Fahrkomfort ist wirklich extrem gut, es gibt keine Schwammigkeit, sondern einfach sanftes Fahren – mit dem richtigen Luftdruck mit 3,7/3,8 bar. Zum ersten Mal elektrisch geschaltet, auch dort muss natürlich alles sauber eingestellt werden. Danach ist besonders beim Schaltwerk extrem zackiges Wechseln der Gänge möglich – dank 3 Knöpfen je Seite auch sehr individuell konfigurierbar. Die Akkuanzeige übers Wahoo lässt auch noch >100 km Fahrt zu bei „niedrig“, dank 2 Euro USB-C-Kabel aber zur Not unterwegs ladbar vom Handy. Wie bei allem neuen, wenn man sich mal dran gewöhnt hat, geht es nicht mehr ohne. Subjektiv ist das Evolve auch einfach schnell, ein fachmännischer Aerotest lieferte konkrete Zahlen dazu. Insgesamt ein brutal gutes Preis-Leistungsverhältnis des Gesamtprojektes – wenn man jetzt noch die neu erschiene Record Gruppe verbaut hätte, sogar noch besser.

RahmenEvolve Cima 2025 ML – 758 g
GabelEvolve Cima 1 1/8“ – 1 1/4“ – 367 g ungekürzt
SteuersatzCeramicSpeed SLT Bearing – 40.5 mm ID x 49.5 mm OD x 6.5 mm – 42g
ExpanderEvolve Expander + Aheadkappe – 28g
SchaltwerkCampagnolo Super Record 13 Schaltwerk 2×13-fach inkl. Akku 300 g
UmwerferCampagnolo Super Record 13 Umwerfer 2×13-fach inkl. Akku 154 g
GriffeCampagnolo Super Record 13 Ergopower je 214 g
BremsenCampagnolo Super Record 13 Disc Brake Flat Mount inkl. Leitungen, Beläge 137, 145 g
ScheibenCampagnolo 03 AFS 160 / 140 mm 100 / 121g, DT-Swiss Verschluss (19g Paar)
KassetteCampagnolo Super Record 13 Kassette 10-33 – 246 g
LaufräderNextie Wave Carbon Felgen (40mm, 25mm Innen), CarbonTI Naben, Carbon Spokes – 1100 g
SteckachsenEvolve Steckachsen – 49 g
VentileChris King Tubeless Ventile 60mm (Paar 11g)
ReifenContinental GP 5000 STR 30mm hinten 300 g / Aero 111 29mm vorne 274 g
KurbelCampagnolo Super Record 13 Ultra Torque TI Carbon 50/34 – 599 g
KetteCampagnolo Super Record 13 Kette – 221 g ungekürzt
InnenlagerCampagnolo QCK-Tech | BSA – 54 g
CockpitEvolve Kreuza 36 / 10 cm – 317 g
LenkerbandEvolve Kreuza Air – 36 g
SattelBerk List 7x9mm Streben – 104g
SattelstützeEvolve Seatpost 31 cm, 0 Offset – 142 g
PedaleFavero Pro RL-2 Look beidseitig – 259 g
WahoomountEvolve mit goPro – 19 g
FlaschenhalterCarbone Bike (8g) selbstgewickelt

Laufrad-Tech

Auf der Eurobike 2024 wurden am Newmen Stand (die übrigens keine Marke von Cube sind, sondern eigenständig) neue Carbonlaufräder mit Carbonspeichen vorgestellt. Gerade die mittlere Felgenhöhe (49/54mm v/h) war mit 24 mm Innenbreite technisch voll auf der Höhe und mit 1305g mehr als 100g leichter als der aktuelle Beast RR40. Um sinnvoll breite Reifen zu fahren, sollten die Felgen ebenfalls breit sein, sonst leiden Aerodynamik und bei niedrigem Druck die Fahrpräzision, wer mehr technische Details dazu lesen will, gibt es hier einen guten Beitrag. Preislich ist Newmen ebenfalls attraktiv, sodass der Messebesuch den Upgradewunsch initiierte.
Coach Michael empfahl LightBicycle als Laufradmarke, dessen vorherige Empfehlung Nextie (Laufradbauer lebt leider nicht mehr) verrichtet an Stefans runderneuertem Xenon Disc zuverlässig seinen Dienst. Aufgrund von Seitenwindanfälligkeit, Gewicht und Optik sollte für Daniels Comet die Felgenhöhe zwischen 40 und 50 mm liegen.
Da die Nabe nicht unwichtig beim Thema Zuverlässigkeit ist, durften dort keine unbekannten NoName Produkte oder anfällige Tuningmodelle (Tune, Extralite etc) verwendet werden.
Aufgrund diverser Problemberichte (bei Daniels Beast lief alles perfekt) sollte keine Hooklessfelge mehr erworben werden – es setzen auch nur noch wenige Hersteller auf die kostensparende Felgenvariante.
Schon bei der Vorstellung der Campagnolo BORA ULTRA WTO 45 Laufräder reifte der Wunsch eine komplett geschlossene Felge ohne Speichenlöcher zu besitzen – kein lästiges Felgenband mehr nötig.
Da ein Laufrad nach Crash (1. Mai…) mal nachzentriert werden muss, waren die China Direktversender wieder raus, aber es gibt ja noch Laufradbauer, die deren Produkte anbieten.

Beim Suchen nach Laufradbauer + Nextie Felgen wurde schnell Bocksteinbike aus Berlin gefunden. Mit dem Inhaber Xaver gab es dann ein paar Mails + Telefonate, denn die Wünsche und Ansprüche mussten sich noch gemeinsam präzisieren. Die Felgenwahl war dabei schnell erledigt, es sollte die nagelneue Nextie Wave 40mm Felge werden, mit 25mm Innenbreite. Aufgrund der beschriebenen Nabenrestriktionen kamen DT Swiss und Carbon-TI in Frage. Letztere fertigen in Nord-Italien, bieten viele schöne Eloxalfarben und sind bezüglich Gewicht/Endkundenpreis den DT-Swiss 240 (schwerer) und 180 (teurer) überlegen. Das resultierende Gewicht von 1100g in Kombination mit einem sehr guten Preis und Service aus Deutschland schlug dann auch sämtliche Vergleichswerte aus Daniels Recherche-Tabelle.

Natürlich wurde der Upgradewunsch auch Moritz präsentiert, der beschloss für Katie und sich auch nachzulegen, sodass sogar 3 Radsätze bestellt wurden. Katie wählte ebenfalls die 40mm Felge, Moritz nahm die 50 mm Version mit diversen goldenen Accessoires, um sein Cannondale Supersix Evo zu modernisieren.

Bereits zu Weihnachten konnten die Laufräder den Weihnachtsbaum dekorieren – optisch auf jeden Fall ein Highlight. Bis zu ersten Ausfahrt im März waren dann die neuen Reifen montiert, vorne 29mm und hinten 30mm Tubeless Continental mit unter 4 Bar zu fahren. Kurvenlage und Fahrkomfort, gepaart mit wirklich guter Seitenwindstabilität, waren bereits bei den ersten Fahrten zu beobachten. Welchen Einfluss Continentals Aero 111 dabei hatte, bleibt hierbei natürlich offen.

Eurobike 2022

Zusammen mit Matthias war ich am Besucher-Samstag (15€ inkl. RMV Ticket) auf der Eurobike, die erstmalig in Frankfurt stattfindet. Es gab viel zu sehen, obwohl nicht so viele große Hersteller vor Ort waren. Meistens sind es sowieso die kleinen Ständen, bei denen man das meiste mitnimmt (WD40 schmiss mit Kettenreinigern um sich). Bei xPedo konnte ich die aktuellen Leichtbaupedale für potentielle Nachfolger der RForce-Ti anschauen und bei Lizard Skins die aus unserer Sicht nachgelassene Qualität des DSP v2 Lenkerbands bemängeln. Der Hersteller war aber von der Produktqualität dermaßen überzeugt, dass ich ein kostenloses Band mitnehmen durfte – vorbildlich. Probefahrten gab es nach 2-maliger Registrierung (einmal für den Parcours und dann je Probefahrt), diese führten zum Großteil in einer Radstraße im Freigelände durch stark belaufene Zonen, gerade Nachmittags war das kein echtes Fahren mehr. Man konnte aber in ein leeres Parkhaus fahren, wo das Tarmac SL7 dann mit Barfussschuhen „getestet“ wurde. Lenkersteifigkeit war etwas weich, Komfort war nicht so super (kann am Luftdruck liegen) und der Vorbau/Lenker ist für den Preis auch nicht mehr state-of-the-art. Schnell hat es sich aber angefühlt, Aerodynamik ist also sicher gut. Der als Pfand ausgehändigte Personalausweis war bei der Radrückgabe erst nicht auffindbar, nach ca. 10 Minuten und einem Espresso wurde der Ausweis jedoch gefunden (wurde fälschlicherweise jemand anderem gegeben – Profis am Werk…). Beim Basso Stand wurde ein Weilchen mit einem Italiener aus der Region Venezien geplaudert, und die Vorzüge des neuen Diamante erklärt (leicht aber top Handling auch bei Abfahrten). Komfort war dem Mitarbeiter egal, er fährt immer 8 bar auf seinen Conti-Reifen und zur Verwunderung mochte er kein Campagnolo sondern nur Shimano.

Auf dem Außengelände gab es BMX/MTB Stunts und diverse Kriterien Rennen für Amateuere und Lizenzfahrer. Beim MucOff Stand gab es Fahrradreiniger als Konzentrat-Pulver komplett Plastikfrei, deutlich nachhaltiger als Literweise Wasser zu verschicken. Jagwire, Hersteller für Schaltzüge für u.a. Campagnolo, zeigte ein aufgesägtes Rennrad mit innenverlegten Zügen. Der sehr kompetente Mitarbeiter empfahl den Schaltzug inklusive Außenhülle zu verlegen, und zwar komplett auch im Rahmen. Die Öffnungen (Plastik) könne man mit einem 4-5mm Bohrer entsprechend schaffen und somit auch den Zug/Hüllenwechsel (immer beides wechseln) erleichtern. Dieser Tipp wird definitiv beim nächsten Zugwechsel weiterverfolgt. Am Wera Stand wurde ich ob der günstigen Messepreise (20% unter Bike24) fast schwach, aber ohne Rucksack und Kaufvorhaben blieb ich standhaft. Brooks zeigte eine Radreise-Satteltasche die man sehr leicht entnehmen kann, meine Ortlieb Variante ist da deutlich friemeliger.

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Beim chinesischen Laufrad und Rennradrahmen Hersteller Winspace gab es die Ankündigung deren Produkte bald auch im deutschen Handel zu vertreiben, bei den immer teuerer werdenen Preise ist das auf jeden Fall eine Bereicherung. Das GCN Video mit dem Versuch die Laufräder zu zerstören lief prominent in Dauerschleife, das Rad vom Video gab es am Stand auch zu sehen. Der chinesische Mitarbeiter wirkte aber etwas humorbefreit und würde auch als Triade-Mitglied eine gute Figur abgeben.
Aus der Slowenien gab es ein dort entwickelten und produzierten Akkufahrradreiniger (Form=Akkuschrauber) mit einstellbarem Druck und Gardena-Anschluss. Transportabel in einem Koffer und mit der Möglichkeit aus einem Wascheimer Wasser (mit Reiniger) anzusaugen sind sehr attrativ, aber aktuell ist der UVP mit 600€ eher was für Profiteams.

Cube Campa Custom Build

Vorwort:

Eigentlich war geplant, ein kostengünstiges Alu-Rad mit einer Shimano 105 Gruppe und Felgenbremse zu finden, um den liebgewonnenen ELITE Turno Smart Rollentrainer ganzjährig betreiben zu können, ohne jedes Mal das Hinterrad aus dem Rose Pro RS herausnehmen zu müssen (Iteration 1: Preisvorstellung 500 Euro). Leider stellte sich dies als schwieriges Unterfangen heraus, da die Preise für Rennräder auf dem Gebrauchtmarkt aktuell utopisch sind (Stand Winter 2020/2021). So verlangen Inserenten in der Bucht z.B. für 10 Jahre alte Fahrräder mit oben genannten Spezifikationen Preise von 800 Euro. Nur zum Vergleich: Ein vergleichbar ausgestattetes Neurad ist schon ab ca. 1300 Euro zu bekommen (Rose Pro SL 105 ).

Daher wurde die Strategie kurzerhand geändert und ein Rahmenset gesucht, welches dann zusammen mit einer günstigen Einfach-Gruppe ohne Bremse (z.B. SRAM Apex 1 11-fach) zum Rollenrad aufgebaut werden kann (Iteration 2: Preisvorstellung 800 Euro). Auch hier stellte sich schnell heraus, dass der Gebrauchtmarkt zu teuer ist. Auf der Suche nach einem bezahlbaren Rahmenset bin ich dann durch Zufall auf Schliersee Bikeparts gestoßen, welche sich augenscheinlich auf den Abverkauf von übrig gebliebenen CUBE-Rahmen spezialisiert haben. Auch wenn durch die schiere Menge an verfügbaren Rahmen selbst die netten Mitarbeiter und die Webpräsenz manchmal durcheinandergekommen sind, konnte schnell ein passendes Rahmenset gefunden werden. Abwicklung und Lieferung waren erstklassig. Bei dem Objekt der Begierde handelt es sich um ein CUBE Attain GTC Pro Carbon-Rahmen (Felgenbremsen-Version) von 2019 in der Größe 56. Der Preis von 550€ für Rahmen, Gabel und Vorbau geht hierbei mehr als in Ordnung.

Da es „leider“ nur einen passenden Carbon-Rahmen zu erwerben gab, manifestierte sich nun ein weiteres Problem. Der neue Rahmen wäre etwas zu Schade, um ihn nur auf die Rolle zu stellen. Daher fiel dann der Entschluss, den Carbon-Rahmen für eine Straßenmaschine zu verwenden und den etwas in die Jahre gekommene Alurahmen des Rose Pro RS auf die Rolle zu stellen.

Leider erschien es dann auch unpassend, die alte Ultegra 10-fach Gruppe vom Rose Pro RS am neuen Rahmen zu verbauen. Daher wurde schlussendlich, unter konstantem Zureden von Daniel, der Entschluss gefasst, das Projekt ein weiteres Mal aufzuwerten und ein komplett neues Rennrad selbst aufzubauen. (Iteration 3: Preisvorstellung; so günstig wie möglich unter Berücksichtigung diverser Mindestansprüche).

Cube Attain GTC Pro:

Nachdem der Rahmen schon erworben war und feststand, musste als Nächstes die richtige Gruppe gefunden werden. Für mich stand fest: 12-fach, Felgenbremse, mechanische Schaltung. Hierdurch ergeben sich dann folgende Rennrad-Gruppen zur Auswahl:

    • Shimano: nüscht
  • SRAM: nüscht
  • Campagnolo:
    • Chorus 12: 1000 Euro*
    • Record 12: 1550 Euro*
    • Super Record 12 2300 Euro*

*Preise von Bike24

Um dem Budget-Anspruch weiterhin halbwegs gerecht zu werden, fiel die Wahl daher ohne Zögern auf die Campagnolo Chorus 12-fach Gruppe, welche Mitte 2019 vorgestellt wurde. Über den Sinn oder Unsinn von 12 Gängen kann man sicherlich streiten aber spätestens nach meinem Meniskus-Knorpelschaden habe ich kleine Übersetzungen sehr zu schätzen gelernt. Mit einer Kompaktkurbel sowie dem 11-32 Ritzel ergibt sich jedenfalls ein absolut hervorragendes Schaltbild mit feinen Abstufungen über 32 km/h fürs Flache sowie kleinen Gängen für die Berge. Die Entfaltung beträgt ebenfalls für ein Rennrad hervorragende 427% .

Da die Gruppe in Deutschland nirgendwo vor Sommer lieferbar war, wurde die selbige kurzerhand direkt in Italien bei Gambacicli bestellt. Dies war zwar etwas teurer als in Deutschland, funktionierte aber ansonsten, inklusive Versand, tadellos.

Laufräder waren bereits vorhanden. Hier wurde auf die Leeze AC 35 Road zurückgegriffen. Dazu musste lediglich ein neuer Freilaufkörper bei Leeze bestellt werden. Der Wechsel war problemlos möglich.

Die weiteren Anbauteile wurden mehr oder weniger streng nach möglichst gutem Preis/Gewichts-Verhältnis ausgewählt. In den meisten Fällen fiel die Wahl daher auf Produkte der Marke Procraft.

Vollständige Teileliste mit selbst gewogenen Gewichten:

Komponente

Name

Details

Gewicht (g)

Rahmen

Cube Attain GTC Pro

56cm, 2019 Modell

1114

Gabel

Cube Attain GTC Pro

gekürzt ( -29g)

367

Vorbau

Cube Newmen

90mm 6deg

147

Sattelklemme

Cube Attain GTC Pro

 

14

Schnellspanner vorne + hinten

Tune Skyline

Altbestand

34

Vorderrad + Reifen

Leeze AC35 (inklusive Dichtmilch)

 

1041

Hinterrad + Reifen (ohne Ritzel)

Leeze AC35 (inklusive Dichtmilch)

 

1226

Reifen vorne

Conti GP 5000 TL

300g

 

Reifen hinten

Conti GP 5000 TL

300g

 

Ahead-Schraube + Expander

Procraft Expander

 

41

Steuersatz

FSA Orbit I-t 1 1/8″-1 1/4″

Cube

73

Umwerferschelle

Campagnolo Original mit Schraube

 

31

Lenker

Procraft PRC

420mm, 31.8mm

234

Sattelstütze

Procraft PRC

27.2mm, 350mm

163

Sattel

Selle Italia SLR Superflow

Breite L

187

Innenlagerschalen

Campagnolo Press-Fit Ultra Torque

BB86 86,5×41

40

Lenkerband + Lenkerendkappen

Lizard Skins DSP 2.5mm black

 

83

Pedale

Shimano PD-ES600

 

282

Umwerfer

Campagnolo Chorus 12

 

87

Schaltwerk

Campagnolo Chorus 12

-11g durch abgeschraubten Adapter

232

Kette

Campagnolo Chorus 12

-10g durch Kürzen

239

Ritzel

Campagnolo Chorus 12

11-32

328

Bremse vorne

Campagnolo Chorus 12

Felgenbremse

163

Bremse hinten

Campagnolo Chorus 12

Felgenbremse

168

Bremsgriffe rechts und links

Campagnolo Chorus 12

mit Schaltzügen

390

Außenhüllen, Bremszüge

Campagnolo Chorus 12

ca -70g durch kürzen

151

Kurbel links

Campagnolo Chorus 12

 

498

Kurbel rechts

Campagnolo Chorus 12

 

237

Flaschenhalter 1

Blackburn Slick

mit Schrauben

31

Flaschenhalter 2

Blackburn Slick

mit Schrauben

31

Spacer

Procraft

2.5cm

10

 

Zusammenbau:

Nachdem Daniel bereits 2019 ein eigenes Rad gebaut hatte, lag es nah, die vorhandene (insbesondere die Campagnolo-spezifische) Werkstatt-Ausstattung zu verwenden und das Rad im Eberstädter Fahrradkeller zusammenzubauen. Insgesamt gestaltete sich der Aufbau wenig schwierig und das Rad war nach zwei Nachmittagen betriebsbereit.

Zuerst wurden die Campagnolo-Innenlagerschalen in den Rahmen gepresst. Diese wollten zuerst nicht so recht passen. Nachdem das Tretlager aber ein wenig per Hand ausgeschliffen wurde, ließen sich die Innenlagerschalen problemlos mit dem Campagnolo Spezialwerkzeug (UT-BB240) einpressen.

Im Anschluss wurden die weiteren Teile der Gruppe in kanonischer Reihenfolge verbaut. Die Innenverlegung der Schaltzüge war zwar, wie zu erwarten, eine Geduldsarbeit, gelang aber ohne übermäßigen Frust.

Etwas ärgerlicher war allerdings, dass die Außenhülle des Schaltwerk-Zugs, trotz Endhülse immer in den Rahmen gezogen wurde, sobald man den Zug unter Spannung setzte. Zum Glück lag in der Werkstatt ein haushaltsüblicher Dübel, welcher perfekt in die Rahmenöffnung passte, ohne in den Rahmen gezogen zu werden. Damit war auch dieses Problem behoben.

Beim ersten Versuch die 12-fach Kette zu Vernieten, kam der Park-Tool Kettennieter leider an seine Grenzen. Daher wurde kurzerhand der mit der Ekar-Gruppe eingeführte 12/13-fach Kettennieter von Campagnolo bestellt (UT-CN400). Damit funktionierte die Montage der Kette schlussendlich problemlos.

 

Testfahrt:

Bei herrlich wechselhaftem Aprilwetter wurde die erste Testfahrt mit Moritz in Angriff genommen. Der erste Fahreindruck war sehr positiv. Der Rahmen ist schön steif und selbst im Wiegetritt merkt man wenig Flex. Die Campagnolo-Gruppe fährt sich hervorragend, muss aber nochmal feinjustiert werden. Die Sitzposition war aber trotz Kopie der Maße vom alten Rad noch suboptimal und muss daher nochmal professionell überprüft werden.

Obwohl bei der Auswahl der Komponenten nicht näher berücksichtigt, weiß die Optik definitiv zu gefallen. Insbesondere das Carbon der Chorus-Gruppe passt sehr gut zur Rahmenfarbe.

Fazit:

Ein passabel ausgestattetes Rennrad mit Campagnolo-Gruppe und gescheiten Alu-Laufräder für deutlich unter 3000 Euro sucht man auf dem Markt vergebens. Der Einkaufspreis aller Teile belief sich auf ca. 2800 Euro, wobei man hier nochmal allein 200 Euro bei der Gruppe hätte sparen können. Das Gewicht, so wie von Händlern angegeben, ohne Pedale, Flaschenhalter, Sensoren etc. liegt bei sehr konkurrenzfähigen 7.2kg. Mit Pedalen und Flaschenhalter liegt das Gewicht bei 7.5kg. Komplett fahrfertig (inklusive Wahoo, Wahoo-Halterung sowie Sensoren liegt das Gewicht bei 7.65kg.

Budget Disc Wheel Build

Wer den GCN Link im Artikel zum Cube Aerium Zeitfahrrad geklickt hat und bis zur Folge 2 geschaut hat, wird sich erinnern – es gab nämlich auch eine weitere Vorlage zum Nachahmen: Umrüsten eines normalen Laufrades zum aerodynamischen Nonplus-Ultra – einem Scheibenrad. Allerdings wurden die Bauvorschläge der Engländer nicht 1:1 übernommen und es gab weitere Recherchen zu den benötigten Materialien. Die Umsetzung erfolge schon in November, aber vor einem erfolgten Test gab es einen journalistischen Maulkorb. Das Basismaterial war eine 3mm starke Depron Platte, (14€) welche, von der beteiligten Technikabteilung erst belächelt wurde – aber daraus werden Modellflugzeuge gebaut. Die Platte wurde mit Zirkel und Schere 2cm innerhalb der Bremsflanke auf das originale Alulaufrad angepasst, dann ein Schnitt um eine leichte Kegelform zu ermöglichen. Für das Finish der Oberfläche wurde dann das styroporähnliche Material mit schwarzer selbstklebender Möbelfolie (15€) beklebt, das klappte erstaunlich gut. Die Schnittkante wurde dann mit 2K Kleber geklebt und anschließend mit Kreppband platziert. Dann konnte man noch mit Ducktape von der anderen Seite nachhelfen und auf der Nabe mit selbstklebendem Klebeband. Die Außenkante wurde noch mit schwarzem Silikon verklebt bevor das obligatorische Elektrotape fürs Finish sorgte. Danach folgte die Antriebsseite, und die ist deutlich kritischer, weil der Abstand zwischen Speichen und Ritzel nicht sehr groß ist. Daniel entschied sich fürs Einschneiden der Depronplatte ab auf 10cm um nicht auf der Speiche, sondern neben den Speichen zu sein mit dem Material. Den niedrigsten Gang sollte man sowieso nicht fahren, sonst hat man das falsche Rad genommen – es schleift tatsächlich nicht mal die Kette, nur ganz leicht das Schaltwerk an der Klebenaht im besagten Gang. Das Loch fürs Ventil sollte man nicht vergessen, dass muss man ad hoc abkleben. Beim Fahren war die Windanfälligkeit gar nicht so dramatisch, ein höheres Profil am Vorderrad hat da mehr Einfluss – ein voller Erfolg und ein Dank geht an Stefan für dessen Hilfe 🙂

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