Les Bosses de Provence 2019

Am letzten Septemberwochenende, knapp 11 Monate nach Trainingsauftakt und mit 9800 Jahreskilometern in den Beinen, sollte sich auch für Moritz die Rennradsaison 2019 ihrem letzten Event nähern. Wie bereits im Vorjahr waren das die Bosses de Provence, zu deutsch Hügel der beliebten Kräutermischung (0,89 Euro bei Aldi) oder so ähnlich. In jedem Fall: 164km mit diesmal bei leicht veränderter Streckenführung 3000 Höhenmetern.

Pünktlich um 8h30 setzte sich der erste Startblock mit Moritz in Bewegung und vorne wurde von Beginn an Tempo gemacht, um das Feld am ersten Anstieg (0,0km Einrollen) in die Länge zu ziehen. Eine kurze Zwischenattacke kurz vor dem Gipfel war nötig, um der ca. 50 Mann starken Spitzengruppe zu folgen, als Belohnung gab es den Strava-KOM für die ersten 23km. Denn so schnell wie dieses Jahr war das Rennen zumindest in den letzten 10 Jahren nie gestartet. Und in der Tat gab es überhaupt keine Verschnaufpause, selbst im Flachen wurde komplett durchgezogen, und Moritz war froh, bis zum Beginn des längsten Anstiegs noch vorne mit dabei zu sein. Wie erwartet ließen die ersten Attacken nicht auf sich warten und der einzige DGD Racing Team Fahrer im Feld legte sein Hauptaugenmerk darauf, nicht den Moment zu verpassen, an dem sich eine größere Verfolgergruppe bilden würde.

Dieser Plan ging auch auf und auf dem Plateau nach der Bergwertung roch es erneut nach dem perfekten Rennen, gut geschützt an ca. 25. Position liegend. Nur, aber nur solange allerdings, bis mit knapp 70km zum Ziel ein erster Krampf durch Moritz Oberschenkel schoss und er notgedrungen die Gruppe ziehen lassen musste. Bis die nächste Gruppe kam, vergingen fast 35 Rennkilometer, wobei der Plan, erneutem Krampfen durch genügend Isogetränk-Aufnahme vorzubeugen, nur mittelgut verfolgt werden konnte, weil just beim Flaschenwechsel ein Schlagloch übersehen wurde und die noch volle Flasche aus der Hand in den Straßengraben katapultiert wurde. So war das nächste Zwicken nur eine Frage der Zeit und 30km vorm Ziel war erneut Solofahren angesagt, nur noch eine Gruppe und ein paar versprengte Einzelkämpfer weiter hinten im Renngeschehen.

Nach einer schnellen Abfahrt an den Fuß des letzten Anstiegs tauchten dann aber vor Moritz völlig überraschend noch deutlich mehr im Arsch befindliche Konkurrenten auf. Das alte Motto hatte sich wieder bewahrheitet: Der letzte Berg geht immer! Bis ins Ziel machte Moritz noch ein paar Plätze gut.

Resultat: P35, zeitgleich mit P31, viel besser als zwischenzeitlich befürchtet und angesichts der suboptimalen Umstände ein sehr starker Saisonausklang! 🙂

 

 

 

Riderman 2019 – Raceday

Der nächste Teil der Dezimierung betraf den Rennsonntag, denn dieser konnte nicht bestritten werden, denn Stefan feierte am Samstagabend seinen 30. Geburtstag, also Vollgas am Samstag war angesagt. Das Wetter war perfekt, Sonne pur, die Strecke mit 120km und knapp 2000Hm nochmals schwerer als im Vorjahr. Daniel startete aus seiner eigenen Sicht leistungsgerecht in Block B, Heiko und Christian reihten sich vorne in C ein – aufgrund der konstant nicht erklärbaren Logik der Startblockeinteilung wäre für alle D (letzter Block) von der Rennleitung vorgesehen gewesen. Daniel konnte am ersten Feldweganstieg einige Plätze gutmachen, aber es ging eine kleine Lücke auf, die von nachfolgenden Fahrern aber rasch geschlossen wurde. Heiko lies es am Rennanfang etwas ruhiger angehen, die Renneinteilung also etwas konservativer. Daniel befand sich in einer riesigen Gruppe (>50 Fahrer), sodass es auf den Feldweg-Rampen (2 mehr als im Vorjahr) fast zu Staus kam, die Motorräder die immer genau an diesen Stellen überholen wollten, trugen nicht zur Entspannung der Situation bei. Aufgrund der vortags nicht perfekten Form, versuchte Daniel alles um taktisch zu fahren. Es gab nur einen kurzen, unerfolgreichen Sprint nach dem Hauptanstieg um eine Lücke zu schließen, welche letztlich mithilfe der Verpflegestelle von alleine zuging. Die Pace in dieser Gruppe war jedoch so hoch, dass auch am Berg alles gegeben werden musste. Trotzdem musste bei 2/3 des Rennens, am Berg, ein kleiner Teil des Feldes weggelassen werden.
Christian packte das Rennfieber, er gab am Anfang des Rennens Vollgas, wohl wissend dass er dafür wohl laut eigener Prognose später „eins, zwei Gruppen ziehen lassen werden müsste“. Bei Kilometer 45 war jedoch der Hinterreifen platt. Bis das Motorrad mit Mavic-Ersatzlaufrädern eintraf, waren deutlich mehr Gruppen weg, und er musste fast dem gesamten Feld nachjagen. Später konnte er einen weiteren Fahrer der auch Defekt hatte motivieren zusammen zu fahren. Diejenigen, die danach eingeholt wurden, stammten aus seiner ursprünglichen Gruppe und waren daher komplett „fertig“. Christians Zeit war daher natürlich nicht sonderlich gut, aber es gab keine Verletzungen und immerhin eine erste gute Rennstunde.
Heiko war in seiner Gruppe einer der stärksten Fahrer, es gab aber auch einige Experten die mehr diskutierten und moserten als fuhren, diese wurden jedoch bald zurückgelassen. An der letzten Verpflegung traf er auf einen kräftigeren Fahrer, der komplett unterzuckert nach Gels frage – dem konnte Heiko großzügig aushelfen. An der letzten Rampe des Rennens (10km vor dem Ziel) sprang seine Kette ab. Ohne Hektik zu verbreiten hielt er an, zog diese wieder auf und fuhr erstmal uneingeklickt die Rampe hoch. Das kostete zwar nur 20 Sekunden, aber die Gruppe war weg, dank guten Beine konnte der Rückstand im Ziel auf gut 1 Minute beschränkt werden.
Daniel nutze seine gesamten Getränke, Gels und Riegel um nach dem kleinen Einbruch von der jetzt nur 10 Fahrern großen Gruppe nicht abgehangen zu werden. Das Kreiseln auf der Abfahrt mit >60km forderte zusätzliche Qualen, sodass bei einer weiteren Rampe fast eine Lücke zum Rest aufging. Da die meisten anderen auch nicht mehr so frisch waren, konnten der Gruppe 2 Fahrer (jeweils einzeln) entfliehen – Respekt dafür. Im Ziel ging nicht der allerkleinste Entspurt und die Erkenntnis dass mit 3:32h eine sehr gute Zeit (und auch Platzierung – 152) erreicht werden konnte, mehr ging nicht.
Link zu den Ergebnissen, Strava: Heiko, Daniel, Christian

Riderman 2019 – Prolog

Der Riderman 2019 war für das DGD Racing Team in mehrfacher Hinsicht dezimiert. Aufgrund gewisser Kommunikationsprobleme konnte Christian erst Freitag anreisen, das passt aber Heiko und Daniel auch ganz gut in den Plan. Sebastian musste leider aufgrund einer akkuten Erkältung absagen, sodass auch nur drei Fahrer die Flaggen des Teams hochhalten mussten. Es wurde auch nur eine Rolle und drei Rennmaschinen mitgenommen, das heißt Daniel bestritt sein drittes Ridermanzeitfahren mit dem dritten Rad. Das Wetter war immerhin wunderbar, beim Aufwärmen auf dem Balkon wurde aufgrund der Windstille und der Sonne gut geschwitzt.


Als erster ging Christian auf die Strecke, kurz vorher wurden noch die Canyon-Ventilverlängerungen gegen Schläuche mit langen Ventilen ersetzt. Der Wind auf der Strecke war zur Überraschung recht stark, seinen Aufsatz konnte er daher nur in 50% der Rennphasen nutzen. Trotz längerer Trainingspause konnte er mit 27:20 eine sehr gute Zeit setzen. Gut 40 Minuten ging Daniel auf die Strecke, er hatte dieses Jahr ein passendes Rad dafür sprachen drei Rennradfreie Wochen gegen eine gute Performance. Dennoch konnte mit 26:27 eine nur um 8 Sekunden schlechte Zeit als im Vorjahr gefahren werden (dort mit TT Maschine). Auf der abschließenden Abfahrt waren alle Körner weg, sodass auf der leicht ansteigenden Zielgeraden die Beine nur aus Pudding bestanden. Kurz nach 17 Uhr ging Heiko auf den Kurs, er konnte eine deutliche Steigerung seiner Vorjahresperformance (mit 1:1 dem gleichen Rad) mit der Teambestzeit (26:04, 1:34 schneller als 2018) des Tages darbieten. Sein Highlight war ein Fahrer, der ihm im Kreisel fast ins Rad fuhr, weil er sich sicher war, dass sich dort ja jedes Jahr die Wende befand. Link zu Strava, und zu den Ergebnissen.

Ganz zum Schluss fuhr der Namensgeber des Prologs, der amtierende Zeitfahr Olympiasieger Fabian Cancellara auf die Strecke (16km, 190Hm). Er konnte jedoch nur auf Platz 10 mit 1:08 Rückstand fahren, was das extrem hohe Niveau dieses Zeitfahrens untermalte.