3 Ballons Chef de File

Erstmalig wurde im Elsass ein weiteres Rennen (Cyclosportive) ausprobiert, direkt mit 5 Teilnehmern des DGD Racing Teams. Katie und Moritz ließen ihren Töchtern ein freies Wochenende und somit konnten beide beim gleichen Event starten. Stefan wurde als zukünftiger Ötztalteilnehmer mitgenommen und Daniel sollte endlich nach zig Absagen aus diversen Gründen sein erstes Vogesen Rennen fahren. Heiko hatte nach dreiwöchigem radlosen Urlaub nicht die allerbeste Vorbereitung, aber allemal gutes Training. Halb sieben waren Sport-1 im ersten Startblock, Stefan stand einen Block weiter hinten und Katie fuhr den Mediofondo aus Block 4 – konnte somit auch etwas später abfahren. Die ersten 13 km wurden recht zivilisiert neutralisiert gefahren. Heiko kam dabei recht weit vor, Daniel ließ sich ein wenig zurück spülen. Am ersten „Feldweg“ Anstieg konnten Daniel und Moritz wieder zusammen pedalieren, wie geplant etwas zügiger, weil es der erste Anstieg war. Die Abfahrt wurde vom Veranstalter spontan neutralisiert, was bei der schmalen Hubbelpiste eine gute Idee war. An der ersten Verpflegung klatsche Moritz alle Helfer kurz ab, denn er war der erste Besucher – alle besser positionierten Fahrer hatten anscheinend Materialwagen auf der (nicht-gesperrten) Strecke. Heiko konnte im Flachen nochmals aufschließen und ein paar Führungen fahren. Hinauf zum Dach der Tour auf den Markstein und Grand Ballon konnte Moritz eine große Gruppe komplett von vorne hochziehen, sehr gleichmäßig. Erst 100 m vorm Gipfel attackierten dann einige Leute, aber ohne nennenswert wegzukommen. Nach der Verpflegung wurde im Wesentlichen auf das DGD Duo gewartet, um wieder die Pace zu machen. Auf der langen Abfahrt gab es am Ende eine weitere lange Neutralisation, wegen einer Baustellenampel und einer Ampelkreuzung unten im Ort. Dort bildete sich eine sehr große Gruppe, wo aber natürlich wieder keiner die Pace machen wollte. Der nächste Zwischenanstieg war top asphaltiert und dem Team bekannt, auch da wurde von vorne gefahren. Die nächste Verpflegung bei 135 km wurde hinten in der Gruppe angesteuert, mal Kraft sparen zur Abwechslung. Hinauf zum Col d’Alsace gab es zur Temperatur unterschiedliche Auffassungen, Daniel war es eher zu warm und Moritz zu kalt. Daniel fuhr sein avisiertes 250 W Tempo bis oben durch, Moritz musste sich sammeln und konnte nicht mitgehen. Die Abfahrt war dann recht einsam, aber ließ sich hervorragend fahren – bis unten der Gegenwind kam. Es sammelte sich zum Glück eine Vierergruppe, die sich dann mit drei Leuten an die 8er Gruppe herangearbeitet hat. Auf dem Weg zur Schlussrampe, der Planche des Belles Filles konnte sich Daniel im Windschatten erholen und wie geplant die letzte Verpflegung überspringen. Dann war der Ofen aber aus, die letzten 50 m vor dem Ziel waren dann wirklich der Tod für die Beine. Moritz konnte sich auf der Abfahrt erholen und kam mit den 5 Minuten Rückstand vom vorletzten Anstieg ins Ziel, traf sogar noch Heiko, der im Flachen noch Gas gab, aber dann bei der finalen Verpflegung nochmal kurz pausierte.
Stefan fuhr insgesamt ein recht einsames Rennen, er hatte am Anfang sinnvollerweise einen konservativen Pacingansatz. Um Energie zu sparen waren auch die Abfahrten gemütlich, und an den Verpflegungsstationen war ein Stückchen Kuchen drin. Sein allererstes Rennen dieser Dimension lief dennoch gut, natürlich war am Ende der Ofen aus – die Schlussrampe ist einfach bitter.
Katie konnte zwei der Anstiege im Mediofondo fahren, den ersten, vorletzten und logischerweise auch den Schlussanstieg, und erwartete im Ziel oben die anderen DGD Fahrer. Als Belohnung und wegen langer Wartezeit gönnte sie sich oben noch eine kostenlose Massage. Das Teilnehmerfeld war ähnlich stark besetzt wie beim Ötztaler, daher gab es keine Top 100 Platzierungen.

Pressearbeit – Rennrad Magazin

Im Gegensatz zu der üblichen Berichterstattung auf diesem Kanal ist dieser Artikel nicht mehr brandaktuell. Die erste Verzögerung liegt jedoch an der Quelle – dem Rennrad Magazin. Jonas´Teilnahme beim 2024er Giro delle Dollomiti wurde ihm ja aufgrund seiner Pressetätigkeit vom Veranstalter gesponsort. Kurz vor der 2025er Ausgabe des Events erschien der Bericht dann in der Printausgabe. Der Zeitpunkt ist immer so gewählt, dass sich möglichst viele kurzentschlossene Leser noch anmelden können.
Leider gibt es davon keine online Version, daher muss der Autor des Artikels kontaktiert werden oder natürlich die Ausgabe erworben werden. Bilder sind leider „Stockfotos“ des Veranstalters und zeigen nicht die Hauptprotagonisten des dreiseitigen Artikels.

Sehr lesenswert und in ausführlicher Breite wurde das sich zuspitzende Duell zwischen Daniel und dem freiberuflichen Rennradredakteur Jonas erzählt, hier knapp zusammengefasst im Team eigenen Bericht.
Für die sehr gute und korrekte Berichterstattung geht nochmal ein Dank an Jonas raus – die 2024er Ausgabe des Giros wird lange in guter Erinnerung bleiben. Dieses Jahr steht der Giro nicht auf dem Programm.

Riderman 2025 – Glimpfliches Finale

Nach dem sehr erholsamen Besuch der Therme (es war dank des guten Wetters schön leer), wurden beim Italiener die Startblöcke für Sonntag sondiert, 2 Mal B und einmal F – trotz eines Zieleinlaufs in den Top 40 % bei Stefan, erneut nicht sonderlich nachvollziehbar. Die Tagesstarter durften dieses Jahr einen erwarteten Schnitt angeben und waren daher in allen Blöcken vertreten. In A und B wurde innerhalb des Blockes kontrolliert, leider mit partiellen Listen. Daniel und Heikos Nummern waren nicht auf der Liste, Heiko musste daher selbst zum Eingang von A laufen, um zu bestätigen, dass die beiden Fahrer in A starten durften. Dort standen die beiden relativ gesehen etwas weiter hinten, was jedoch dazu geführt haben könnte, nicht in dem Massencrash unter der Brücke involviert gewesen zu sein. Daniel und Heiko waren zum Zeitpunkt des Crashs glücklicherweise in der ersten abgehängten Gruppe ca. 50–100 Meter hinter dem zu dem Zeitpunkt in etwa 200 Mann starkem Hauptfeld und konnten über die Wiese am Massensturz vorbei. Selbst die „Bild“-„Zeitung“ berichtete über den Unfall, der Rennabbruch kam jedoch keineswegs direkt, sondern erst 10 km vor dem Ziel – weil die Straße nicht frei war. Bei allen Fahrern des DGD Racing Teams sorgte das für Unverständnis, es gab sicherlich nicht mehr genügend Krankenwägen im Bereich der Strecke. Was man hätte besser machen können: Abstände zwischen den Blöcken und die Tagesstarter generell in ein „eigenes“ Rennen schieben.

Das Rennen verlief dann unüblich, es bildete sich ein sehr großes Hauptfeld mit Daniel und Heiko. Heiko fuhr das ganze Rennen recht weit vorne in diesem Feld und erreichte damit eine sehr gute Position. Neutralisiert wurde erst bei km 78, nach der letzten Bergwertung. Daniel ließ sich erst ganz ans Ende des Feldes spülen, hatte an den Anstiegen aber doch Lust Gas zu geben. Derweil gab es jedoch schon einen Split zwischen den Gruppen, den Daniel nicht ganz schließen konnte. Die nächsten Bergab- und Bergaufabschnitte fuhr Daniel dann von ganz vorne, die Gruppe war einfach nicht so stark. Nach einer zügigen Abfahrt mit scharfer Kurve direkt in einen Anstieg, sprang dann die Kette so unglücklich ab, dass diese verbogen war – DNF. Die Frage war nur: wie kommt man zurück. Der einzige Helfer an der Stelle hatte keine Informationen zu etwaigen Materialwägen und die Motorräder fuhren einfach weiter. Die Rettung war Desiré aus Bochum, die mit einem Kastenwagen und großem Hund vor Ort war, um ihren Bruder zu supporten. Sie nahm Daniel mit Rad dankenswerterweise mit, erst nach Pfronten um nochmal an die Strecke zu kommen und dann ans Ziel. Daniel versuchte an der Strecke den Teamkollegen zu kommunizieren, dass ein Defekt vorlag, dies schlug aufgrund der Rennsituation (in einer Gruppe jeweils) fehl.

Heiko konnte sich in der ersten großen, durch den Massencrash am Start aufgehaltenen Gruppe, bis zur verfrühten Zeitnahme nach 78 Kilometern ohne Probleme behaupten. Mehrfache Versuche, die Gruppe zum kreiseln zu animieren, blieben weitestgehend erfolglos. Am Ende wurde die Mühen immerhin mit dem 79. Platz in der Tageswertung sowie dem 68. Platz in der Gesamtwertung belohnt.