Ötztaler Radmarathon 2026

Wie bereits 2025 war der Ötztaler Radmarathon eines der erklärten Saisonziele von Moritz und Heiko. Nach der positiven Erfahrung aus dem letzten Jahr mit den Startplätzen aus der Söldener Tourismusförderung wurde erneut ein Team aus sechs Fahrern zusammengestellt, um sich gemeinsam beim Radmarathon zu melden. Erneut dabei waren neben Moritz und Heiko ebenfalls Martin und Matthias. Zum ersten Mal dabei waren Stefan und Conny. Nachdem die letztjährige Unterkunft, das Felsenhäusl, für gut befunden wurde, machte sich Heiko gut vorbereitet daran, diese erneut zu buchen. Dies sollte trotz einer sehr chaotischen Anmeldephase erneut gelingen.

Stefan und Heiko entschieden sich für eine frühe Anreise am Dienstag, um sich noch etwas an die Höhe anpassen zu können. Vor Ort wurde dann professionell mit portablen Monitoren ein Homeoffice eingerichtet. Da vor dem Ötztaler Radmarathon Erholung angesagt war, stellte dies sowohl zeitlich als auch vom Stresslevel kein Problem dar. Die anderen reisten später an und hatten weitestgehend Urlaub. Hierdurch ergaben sich leicht unterschiedliche Vorbereitungen. Die Fahrt ins Venter Tal ist dabei aus Sölden die beliebteste Strecke zur Höhenanpassung und zum Tapering der Beine und wurde von den meisten Fahrern gegenüber anderen Strecken bevorzugt.

Stefan, Conny, Martin und Heiko hatten sich für den Prolog angemeldet, um wieder über die Tombola eine Chance auf einen Start in Startblock A zu ergattern. Moritz durfte ohnehin aus A starten und Matthias war mit einem Start hinten im Feld glücklich. Leider hatten die Fahrer wie im Vorjahr kein Losglück. Eine Qualifikation über die Zeit im Prolog wurde nach dem letzten Jahr ohnehin als unmöglich befunden. Heiko sparte sich den Prolog sogar komplett, da es regnete und man für die Tombola den Prolog nicht mal fahren muss.

Eine weitere Neuerung im Vergleich zu 2025 waren die selbst angemischten Sportgetränke. Dabei setzten Stefan, Heiko und Moritz auf verschiedene Konzentrationen der gleichen Mischung mit einem Fructose-Glucose-Verhältnis von 1:0,8. Insbesondere für die ambitionierten Fahrer war es das Ziel, möglichst viele Kohlenhydrate pro Stunde aufzunehmen. Heiko peilte 150 Gramm pro Stunde an. Dies sollte verhindern, dass er wie im letzten Jahr am Timmelsjoch krachen geht. Ebenfalls konnten die Fahrer des DGD-Racing-Teams mit Daniel Körnlein auf einen Helfer setzen, der ihnen ca. nach der Hälfte der Strecke in Thuins Verpflegung anreichen würde. Dies sollte als weiterer Faktor für eine bessere Verpflegung sorgen.

Für den Renntag war perfektes Wetter angekündigt. Am Start angenehme 8 Grad und leichte Bewölkung und im Laufe des Tages aufkommender Sonnenschein bei bis zu 25 Grad in St. Leonhard. Kein Vergleich zur klirrenden Kälte vom Start 2025 oder der Gluthitze von der Sommeredition 2023.

Rennen von Heiko:

Mit ca. 3 Kilo mehr Gewicht als im Vorjahr ging es Heiko bei der diesjährigen Austragung vor allem darum, die Kohlenhydrataufnahme zu optimieren und auch am Timmelsjoch noch halbwegs frische Beine zu haben. Ebenfalls wurde sich vorm Ötztaler nochmal dediziert mit langen Trainingseinheiten im Schwellenbereich vorbereitet. Leider fiel Heiko bei der letzten Testfahrt unglücklich auf die Hüfte. Zum Glück war diese nur geprellt. Das war zwar ärgerlich und tat auch während des Rennens noch weh, sollte aber eigentlich keinen Einfluss auf die Leistung haben.

Ohne Druck stellte sich Heiko zusammen mit Conny und Stefan gegen 5:50 an den Start in Block B. Aufgrund des guten Wetters waren bereits ca. 2000 Fahrer vor den Fahrern in Block B. Dadurch fuhr Heiko erst um 6:36 Uhr über die Startlinie. Da im Startblock B die Nettozeit gilt, muss dies nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Heiko pflügte sich diesmal alleine elegant mitten durch das Feld und erreichte nach gewohnt rasanter Fahrt nach knapp 35 Minuten den Anstieg zum Kühtai. Einen Tempomacher wie im Vorjahr gab es leider nicht. Nichtsdestotrotz konnte sich Heiko bis nach Ötz bis auf Platz 350 vorarbeiten.

Das Kühtai ging es dann streng nach Plan mit 280 Watt hoch (ca. 85 % Schwellenleistung). Auf dem Weg nach oben traf Heiko auf Ellen von MSM Coaching, die er dann in seinem Schlepptau bis nach oben zur ersten Verpflegung begleitete. Wie üblich bekamen die Fahrer um Heiko herum ihre Verpflegung angereicht, während Heiko an der Labestation anhalten musste. Hier wurde er aber auf F1-Niveau von den Helfern in deutlich unter einer Minute mit Gels und neuen Getränken versorgt. Auf der schnellen Abfahrt nach Innsbruck konnte Heiko die Fahrer, die ihn während der Pause überholt hatten, problemlos wieder einsammeln.

Bis Innsbruck sammelte sich ein großes Feld von ca. 60 Fahrern. Eigentlich perfekt, um bei dem leichten Gegenwind am Brenner ohne viel Aufwand bis nach Sterzing zu rollen. Leider war sich die Gruppe uneinig und der eine oder andere übermotivierte Fahrer versuchte, zu attackieren. Da dies bei Gegenwind absolut sinnlos ist und Heiko sich darüber ärgerte, fuhr er eine der Lücken höchstpersönlich wieder zu. Leider resultierte dies bis zum Brennerpass in einer deutlich langsameren Zeit als im Vorjahr. Am Brenner konnte das erste Mal auf Verpflegung verzichtet werden und so ging es direkt in die kurze Abfahrt nach Sterzing. Hier war Heiko in einer schnellen Gruppe, die bis zur scharfen Rechtskurve in die Ortsrampe von Sterzing gut Tempo machte. Dort fuhr Heiko diesmal mit gedrosseltem Tempo hoch, da er auf dem Feld zwischen Sterzing und Thuins die Verpflegung von Körni erwartete. Dieser stand ca. 100 Meter hinter der vereinbarten Position und reichte Heiko zwei neue Flaschen sowie Gels an. Nach einer kurzen Pinkelpause fuhr Heiko dann weiter in den Jaufenpass.

Am Jaufenpass waren die Beine noch deutlich besser als in den Jahren davor und Heiko konnte noch ziemlich genau im Plan mit 270 Watt den Jaufenpass hochfahren. Einzig die Oberschenkelrückseite machte Heiko muskulär langsam zu schaffen. Leider war dies abzusehen, da Heiko bei langen Fahrten auf dem Rad immer wieder einer vorzeitige Ermüdung feststellen konnte. Hier kann hoffentlich im Winter eine Nachjustierung der Position auf dem Rad Aushilfe schaffen. An der Labestation kurz unter dem Pass traf er dabei überraschenderweise auf Moritz. Dieser berichtete darüber, dass er sich krank fühle und sich nicht sicher sei, ob er weiterfahren solle. Heiko überlegte kurz und rechnete dann vor, dass man selbst bei langsamer Fahrt von hier mit dem Rad schneller im Ziel ist, als man auf den Besenwagen warten müsse. Dies überzeugte Moritz, gemeinsam weiterzufahren.

Die nicht endend wollende Abfahrt am Jaufenpass wurde gekonnt am Hinterrad von Moritz bis nach St. Leonhard navigiert. Dann ging es das Timmelsjoch hoch. Heiko und Moritz entschieden sich dazu, weiterhin gemeinsam zu fahren. Dabei wurde stets aufeinander gewartet. Heikos Beine waren zwar zunehmend müde, 240 Watt im Schnitt konnte er aber immer noch aufbringen. Ohne die muskulären Probleme wäre bestimmt noch mehr drin gewesen. Verpflegungstechnisch lief diesmal alles nach Plan.

Auf der Abfahrt vom Timmelsjoch wurde nochmal gut Tempo gemacht und bis nach Sölden konnten sogar nochmal einige Fahrer überholt werden. Belohnung der Mühen war eine gemeinsame Zieleinfahrt nach Sölden nach einer Nettozeit von 8:11:19,7. Damit konnte sich Heiko bei besten Bedingungen im Vergleich zum Vorjahr nochmal um 12 Minuten steigern.

Verpflegungsstrategie:

AbschnittDauerMechanische Energie (lt. Strava)*VerpflegungZucker (in Gramm / kcal)**
Ferienwohnung → Sölden → Ötz → Kühtai2:30 h1570 kJ2 Flaschen mit 375 Gramm Zucker + 2 Gels mit je 25 Gramm Zucker425 Gramm / 1615 kcal
Kühtai → Thuins2:15 h1483 kJ2 Flaschen mit je 90 Gramm Zucker + 2 Gels mit je 25 Gramm Zucker230 Gramm / 874 kcal
Thuins → Jaufenpass1:00 h1011 kJ1 Flasche mit 125 Gramm Zucker +
2 Gels mit je 25 Gramm Zucker
175 Gramm / 665 kcal
Jaufenpass → Schönau1:40 h1177 kJ1 Flasche mit 125 Gramm + 4 Gels mit je 25 Gramm Zucker225 Gramm / 855 kcal
Schönau → Ziel1:25 h988 kJ1 Flasche mit 90 Gramm Zucker + 2 Gels mit je 25 Gramm Zucker140 Gramm / 532 kcal
Gesamt8:50 h6229 kJ1195 / 4541 kcal

*Annahme: 1 kJ mechanische Energie am Pedal entsprechen ca. 1 kcal metabolische Energie unter einer Annahme von 24 % Effizienz: 1 kJ ≈ 1 kcal

**Annahme: Zucker wird im Körper zu ca. 3,8 kcal/g metabolisiert.**

Rennen von Moritz:

Mit seiner Vorjahreszeit hatte Moritz sich für den ersten Startblock qualifiziert und sein Ziel war klar: Unter 8h fahren. Mit einer reibungslose Vorbereitung von 10.000 gut strukturierten Trainingskilometern bis zum Tag des Ötztalers standen die Zeichen so gut wie noch nie und Vergleiche mit den Leistungs- und Körperwerten des Vorjahres ließen eine Zeit um 7:50 realistisch erscheinen. Die Ernährungsstrategie war ebenfalls denkbar einfach: 1000g Race Carb in der hinteren Falsche (diesmal mit zusätzlichen Mineralien angereichert) stehen für 3150 Kcal und der Restbedarf sollte mit jeweils 2 Gels (25g Zucker) und einer gut trinkbaren Flasche Hausmischung bzw. Powerbargesöff des Veranstalters (60g Zucker) an den vier geplanten Verpflegungsstationen erarbeitet werden.

Da 7:50 immer noch einen Platz im hinteren Drittel des ersten Startblocks bedeuten, versuchte Moritz sich erst gar nicht, irgendwo in der Ausstellung zu platzieren sondern rollte zum quasi spätest möglichen Zeitpunkt um 6h13 in den Startblock. Das Rennen bis Ötz verlief so weit vorne natürlich sehr entspannt und auch, dass sich das Feld teilte und Moritz sich im hinteren Abschnitt befand, war kein Grund zur Aufregung. Am Kühtai fuhr Moritz dann streng nach Vorgabe (295W) und damit 3 Minuten schneller als im Vorjahr. Mit einer Gruppe, die später allesamt um die 7:40 finishen sollten, wurde die Passhöhe erreicht und Moritz nutzte, dem Anschein nach als einer der ersten Fahrer überhaupt, die offizielle Verpflegung. Für die Abfahrt war das dank guter Aerodynamik kein Problem und bis Mitte des Brenneranstiegs fühlten sich die Beine sensationell frisch an, im Kopf wich das ‚ob‘ die 8h unterboten werden würden dem ‚um wie viel‘ und wenn man überlegt, dass bis zu diesem Zeitpunkt 5min auf die Vorjahreszeit herausgefahren wurden und im Vorjahr hinten raus die Kraft fehlte, war das vielleicht sogar der Situation angemessen. Wie dem auch sei, es kam alles ganz anders.

Los ging es im letzten Steilstück zur Brennerhöhe, als Moritz plötzlich mit einer verstopften Nase und Husten zu kämpfen hatte. Um nach dem rechten zu sehen, wurde ungeplant die Verpflegung angefahren. Dabei machte sich auch eine zumindest ungewöhnlich warme Stirn bemerkbar. Nach kurzer Bedenkpause ging es weiter, an der Verpflegung bei Daniel Körnlein muss Moritz schon einen ziemlich erschöpften Eindruck gemacht haben und spätestens zur Mitte des Jaufenpass war klar, was eigentlich ja schon am Brenner klar war: Moritz war mit einer unentdeckt gebliebenen Erkältung an den Start gegangen, die nun zur Rennmitte durchgebrochen war. An der Verpflegungsstelle diskutierte Moritz verschiedene Optionen durch, inklusive Anruf zu Hause und dem Gedanken auszusteigen. Wozu er sich entschieden hat, steht schon in Heikos Bericht.

Was optimistisch stimmt: Mit 7:56 war die Nettozeit trotz allem sogar schneller als letztes Jahr. Den Abfahrtsskills sei Dank 😀

Rennen von Stefan und Conny:

Mit Arm- und Beinlingen ausgestattet stand Stefan mit Conny um 5:45 Uhr im Startblock B. Stefans Wattmesser entschied sich trotz Startschuss, nicht am Rennen teilzunehmen. Die vorher festgelegte Pacing-Strategie war demnach komplett nutzlos. Der Joker hieß Constantin Weihrauch, der auf der Abfahrt nach Ötz bei Stefan geblieben ist. Wobei ein Blick auf die Prolog-Ergebnisse Conny vs. Stefan (Zeit vs. Watt) auch nicht unbedingt auf eine hochpräzise Messung bei Conny schließen lässt. (Anm. d. Red.: Beide Fahrer sind gleich schwer.)

Am Kühtai gab es erstmal einen kleinen Stau – gefolgt von einer schnellen Pinkelpause. Die Stimmung war gut, lockere Gespräche und tolle Morgensonne ergänzten den gelungenen Start.
Wie geplant füllen oben beide ihre Flaschen auf. Die Abfahrt Richtung Brenner verlief unauffällig. Im Vorfeld wurde vor Weiderosten auf der Abfahrt gewarnt, diese konnten jedoch einfach mit > 70 km/h überfahren werden.

Im Bilderbuch-Leitfaden über Ötztaler-Pacing wird immer von guten Brennergruppen-Auffahrten geredet. Zielleistung wird für diesen Abschnitt in der genannten Literatur nicht definiert. Woran man eine gute Gruppe erkennt? Diese Frage ist abschließend nicht geklärt. Conny fuhr z. T. 280 Watt, um eine Lücke zu schließen. Nachdem die Gruppe wieder auseinandergefallen ist, fährt Stefan dieses Mal eine Lücke zu. Oben angekommen wird die Verpflegung geskippt – der Grund: Daniel K. steht als Edelhelfer nach der Brennerabfahrt in Sterzing und reicht neue Flaschen sowie ISO an. Stefan nutzte die Pause zusätzlich, um den naiven Versuch zu starten, den Wattmesser neu zu pairen … Natürlich ohne Erfolg.

Der vorletzte Pass der Rundfahrt ist der Jaufenpass. Auch dieser wird vom Duo (Stefan/Conny) gemeinsam erklommen. Ca. 220 Watt als Durchschnittsleistung. Stefans Beine sind weiter gut, Conny beginnt, die 3.500 hm langsam zu spüren. Als der Berg erklommen ist, will Conny eine Windweste überziehen – es folgt die Aufforderung an Stefan: „Fahr alleine, ich kann nichts mehr für dich tun.“

Der letzte Anstieg ist das Timmelsjoch. Der aus YouTube bekannte Science-Coach (Lukas Löhr) reicht Stefan am Fuße des 1.800-hm-Passes ein Gel. Die Sonne brennt runter, der Puls geht auf 165 bpm. Ob das nun viel oder wenig ist, kann Stefan nicht einschätzen – es bleibt die Angst, krachenzugehen. Um sich etwas besser einzuschätzen, werden fremde Radfahrer auf Gewicht und aktuelle Watt-Angabe angesprochen. Als die Kehren beginnen, wird das Tempo verschärft – „Jetzt kann ja nichts mehr passieren“ –. Aufgrund der eher konservativen Pace zu Beginn sollte Stefan Recht behalten. Dutzende Radfahrer konnten überholt werden. Im fast unbeleuchteten Tunnel kommt es dank Sonnenbrille und Unfähigkeit eines SRAM-Schaltungs-Nutzers fast zur Kollision – als selbiger mitten auf der Straße auftaucht. Der Kommentar von Stefan, er stehe da sehr schlecht, wurde mit „Ich weiß, aber Kette ist unten“ gekontert. Eventuell nicht die beste Idee, im dunklen Tunnel unbedingt das Kettenblatt zu wechseln … Die Stimmung auf der Strecke ist ansonsten extrem gut. Sehr viele Zuschauer feuern einfach an. Und zwar jeden, der vorbeikommt. Der Radsport bleibt stabil!
Apropos stabil … Conny kämpfte ab 60 % des Timmelsjochs – kurz vor Ende war es so schlimm, dass er wegen eines Krampfes absteigen musste und nur durch Hilfe von einer Zuschauerin wieder aufs Rad gekommen ist. Die Auswertung ergibt später: Conny hat ca. 45 min auf Stefan verloren. Stark von ihm, sich so für Stefan aufzuopfern.

Ingelheimer Halbe 2026

Inspiriert durch ein Video auf dem bekannten Radfahrer-YouTube-Kanal „RTF“ hatten sich mehrere Athleten des DGD-Racing-Teams dazu entschlossen, beim Halbmarathon in Ingelheim anzutreten. Neben Stefan, Moritz und Heiko war überraschenderweise auch Christian am Start. Diesen traf man durch Zufall in der Schlange zum Klo. Weiterhin konnte auch Ellen zu einem Start überredet werden. Daniel fuhr mit dem Rad nach Ingelheim, um die Athleten anzufeuern.

Heiko nutzte im Vorfeld einen längeren Urlaub ohne Rad als mentale Ausrede, um für den Halbmarathon zu trainieren. Zuhause wäre die Motivation dafür im Mai sonst eher gegen Null tendiert. Stefan musste nach einer Verletzung ohnehin mit dem Radfahren langsam machen. Kurioser- und wie sich zeigen sollte korrekterweise wurde ihm aber von seinem Arzt grünes Licht für Lauftraining gegeben. Gepaart mit dem Naturtalent von Moritz waren die Voraussetzungen für den Halbmarathon also gar nicht so schlecht.

Exakte Zeitvorgaben wurden im Vorfeld nicht gemacht, wohl jedoch Überlegungen angestellt, welche Pace man sinnvoll laufen kann. Stefan und Heiko hatten eine Pace von 5 angepeilt, Moritz eine von 4. Christian stapelte tief und hatte sich als Ziel eine Pace unter 6 vorgenommen.

Bei sehr wechselhaft warmem Wetter (20 Grad und 2 Platzregen) gingen Stefan, Ellen und Heiko gemeinsam direkt hinter den Tempomachern für 1 h 45 ins Rennen. Heiko wurde deren Tempo aber nach ca. 5 Kilometern etwas zu langsam, weshalb er diese dann in der ersten langen Bergabpassage überholte und von da an sein eigenes Tempo lief. Da der letzte Laufwettbewerb schon 22 Jahre in der Vergangenheit lag, wurde einfach nach Gefühl ein Tempo angeschlagen, welches sich gut anfühlte, ohne zu sehr auf die Zeit zu schauen. Diese konnte Heiko dann auch bis zum Schluss problemlos durchhalten und kam sehr zufrieden ohne Blessuren nach 01:40:40,8 ins Ziel (Strava-Aktivität). Stefan musste in der zweiten Rennhälfte etwas rausnehmen und überquerte nach 01:46:43,6 die Ziellinie (Strava-Aktivität). Ellen lief zuerst noch länger mit Stefan mit, konnte und wollte dann aber gegen Ende nochmal den Turbo zünden und kam und kam dann fast nochmal an Heiko ran. Mit einer hervorragenden Zeit von 01:41:25,6 konnte sie bei den Frauen den 15. Platz belegen.

Christian ging von etwas weiter hinten ins Rennen und verfehlte seine eigene Pacevorgabe von Beginn an komplett. In der ersten Rennhälfte lief er eine 5er-Pace und konnte dann in der zweiten Rennhälfte sogar nochmal ordentlich zulegen und eine 4:45er-Pace laufen. Am Ende reichte dies für ein super Resultat von 01:43:45,5 (Strava-Aktivität).

Moritz ging von weiter vorne in das Rennen und startete mit einer furiosen Pace von 3:45. Nach 4 Kilometern entschied er sich aber, es etwas langsamer angehen zu lassen und eine Pace um 4 anzuschlagen. Diese konnte Moritz dann bis zum Ende durchhalten und kam mit einer überragenden Zeit von 01:25:37,3 als 14. in der Gesamtwertung ins Ziel.

Bei allen Zeiten ist zu berücksichtigen, dass der Kurs für einen Halbmarathon ungewöhnlich viele Höhenmeter hat. Wenn man der Metrik „Grade Adjusted Pace“ Glauben schenkt, reden wir hier von ca. 3 Minuten Unterschied zu einer topfebenen Strecke wie zum Beipsiel in Weinheim.

Gran Canaria 2026 – Pico de las Nieves

Da für den Pico gutes Wetter angesagt war, wurde am Plan festgehalten, den Pico von seiner schwersten Seite hochzufahren (Ostauffahrt von Carrizal, mit einer QDH von 1742 eine der schwersten Rennradanstiege in Europa). Heiko hatte zwar noch in Erinnerung, dass insbesondere das Mittelstück sehr hart ist, die Leiden vom Vorjahr waren aber offensichtlich schon wieder so weit verdrängt, dass die Vorfreude für die Gelegenheit überwog, 1,5h Vollgas fahren zu können. Die Faulheit, nicht das 34er Ritzel zu montieren, sollte sich aber noch Rächen. Daniel war diese Variante noch nicht gefahren und daher (für ihn zum Glück) noch nicht über das Steilstück gefahren. Michael und Janine hatten sich jeweils zum Ziel gesetzt, ihre Bestzeiten zu unterbieten. Dem QOM hat Janine selbstredend bereits.

In der gleichen Besetzung wie am Vortag ging es „flach“ bis nach Ingenio. Von da fuhr jeder in seinem Tempo den Pico hoch. Michael und Janine mit einem Affenzahn vorneweg. Daniel, Kamila und Heiko hinterher. Aus der Dreiergruppe verabschiedete sich erst Kamila und dann kurz vorm Steilstück auch Daniel, der etwas underfueled war. Zum Steilstück. Auch wenn sich die Daten relativ harmlos lesen: 5,24km @ 11,1% trügt der Schein. Denn was kein offizielles Profil hergibt, es handelt sich dabei weniger um einen konstanten Anstieg, als um eine lose Aneinanderreihung von 20% Rampen, die kurz kurze Flachstücke miteinander verbunden sind. Heiko hatte teilweise bei über 300 Watt eine Kadenz von unter 50.

Sobald man wieder auf der großen Straße angekommen ist, werden auch die Prozente weniger und man kann halbwegs entspannt zum Pico hochfahren, sofern man dies denn vorhat.

Michael und Janine fuhren gemeinsam in einer super starken Zeit von 1h23min hoch und konnten ihre persönlichen Bestzeiten jeweils deutlich unterbieten. Heiko brauchte trotz minimal besserer Beine als im Vorjahr 2 Minuten länger, was dem etwas schlechteren Wind und der winterlichen Körperfülle zuzuschreiben sind. Mit einer Zeit von 1h36min bei 290 Watt im Schnitt war er trotzdem mehr als zufrieden. Daniel ließ es etwas gemütlicher angehen und kam etwas später oben an, gefolgt von Kamila.

Von da ging es dann wieder gemeinsam über Telde zurück, wo man sich im Café noch mit Philip Peitzmeier traf. Dieser hatte Ruhetag und den Strava-Kommentar des Tages, indem er anmerkte, dass der Pico über Pasadilla nicht zum Hochfahren geeignet sei. Diesen Ratschlag nahmen einige der überholten Radfahrer beim Wort und schoben in den steilen Passagen des Pico ihr Rad.

Riderman 2025 – Glimpfliches Finale

Nach dem sehr erholsamen Besuch der Therme (es war dank des guten Wetters schön leer), wurden beim Italiener die Startblöcke für Sonntag sondiert, 2 Mal B und einmal F – trotz eines Zieleinlaufs in den Top 40 % bei Stefan, erneut nicht sonderlich nachvollziehbar. Die Tagesstarter durften dieses Jahr einen erwarteten Schnitt angeben und waren daher in allen Blöcken vertreten. In A und B wurde innerhalb des Blockes kontrolliert, leider mit partiellen Listen. Daniel und Heikos Nummern waren nicht auf der Liste, Heiko musste daher selbst zum Eingang von A laufen, um zu bestätigen, dass die beiden Fahrer in A starten durften. Dort standen die beiden relativ gesehen etwas weiter hinten, was jedoch dazu geführt haben könnte, nicht in dem Massencrash unter der Brücke involviert gewesen zu sein. Daniel und Heiko waren zum Zeitpunkt des Crashs glücklicherweise in der ersten abgehängten Gruppe ca. 50–100 Meter hinter dem zu dem Zeitpunkt in etwa 200 Mann starkem Hauptfeld und konnten über die Wiese am Massensturz vorbei. Selbst die „Bild“-„Zeitung“ berichtete über den Unfall, der Rennabbruch kam jedoch keineswegs direkt, sondern erst 10 km vor dem Ziel – weil die Straße nicht frei war. Bei allen Fahrern des DGD Racing Teams sorgte das für Unverständnis, es gab sicherlich nicht mehr genügend Krankenwägen im Bereich der Strecke. Was man hätte besser machen können: Abstände zwischen den Blöcken und die Tagesstarter generell in ein „eigenes“ Rennen schieben.

Das Rennen verlief dann unüblich, es bildete sich ein sehr großes Hauptfeld mit Daniel und Heiko. Heiko fuhr das ganze Rennen recht weit vorne in diesem Feld und erreichte damit eine sehr gute Position. Neutralisiert wurde erst bei km 78, nach der letzten Bergwertung. Daniel ließ sich erst ganz ans Ende des Feldes spülen, hatte an den Anstiegen aber doch Lust Gas zu geben. Derweil gab es jedoch schon einen Split zwischen den Gruppen, den Daniel nicht ganz schließen konnte. Die nächsten Bergab- und Bergaufabschnitte fuhr Daniel dann von ganz vorne, die Gruppe war einfach nicht so stark. Nach einer zügigen Abfahrt mit scharfer Kurve direkt in einen Anstieg, sprang dann die Kette so unglücklich ab, dass diese verbogen war – DNF. Die Frage war nur: wie kommt man zurück. Der einzige Helfer an der Stelle hatte keine Informationen zu etwaigen Materialwägen und die Motorräder fuhren einfach weiter. Die Rettung war Desiré aus Bochum, die mit einem Kastenwagen und großem Hund vor Ort war, um ihren Bruder zu supporten. Sie nahm Daniel mit Rad dankenswerterweise mit, erst nach Pfronten um nochmal an die Strecke zu kommen und dann ans Ziel. Daniel versuchte an der Strecke den Teamkollegen zu kommunizieren, dass ein Defekt vorlag, dies schlug aufgrund der Rennsituation (in einer Gruppe jeweils) fehl.

Heiko konnte sich in der ersten großen, durch den Massencrash am Start aufgehaltenen Gruppe, bis zur verfrühten Zeitnahme nach 78 Kilometern ohne Probleme behaupten. Mehrfache Versuche, die Gruppe zum kreiseln zu animieren, blieben weitestgehend erfolglos. Am Ende wurde die Mühen immerhin mit dem 79. Platz in der Tageswertung sowie dem 68. Platz in der Gesamtwertung belohnt.

Ötztaler Radmarathon 2025

Nach der positiv verlaufenen Erstteilnahme von Moritz und Heiko beim Ötztaler Radmarathon 2023 und dem Lospech im Vorjahr wollten dieses Jahr wieder Fahrer vom DGD Racing Team am Event in Sölden teilnehmen. Dieses Mal wurde dabei auf die Anmeldung via der Tourismusförderung gesetzt, bei der man einen sicheren Startplatz bekommt, wenn man sich während des Marathons in einer lokalen Ferienwohnung einmietet. Dies klappte überraschend einfach und war auch preislich völlig im Rahmen.

Gemeldet und vor Ort waren dieses Mal Matthias, Martin, Daniel, Moritz und Heiko. Die Ziele von Moritz und Heiko waren die Bestätigung der Leistung von vor 2 Jahren, aber mit deutlich weniger Standzeit. Einerseits durch schnellere, andererseits durch bessere Verpflegung. An dieser Stelle auch nochmal besten Dank an Michael Meyer für die Verpflegung am Kühtai. Die anderen Fahrer wollten vor allem Erfahrung sammeln und sinnvoll ins Ziel kommen. Weiterhin wollte sich insbesondere Moritz für 2026 einen Start im ersten Startblock sichern. Wie schnell man hierzu genau sein muss, ist a priori nicht komplett klar, aber eine Nettozeit von 8:25 bei Editionen mit gutem Wetter ist mittlerweile der Standard.

Trotz des durchweg sehr durchwachsenen Wetters verdichteten sich 3-4 Tage vor Rennstart die Zeichen für perfektes Wetter am Renntag. Dies sollte sich auch nicht mehr ändern. Die finale Wettervorhersage sagte zunächst kaltes (5 Grad am Start, maximal 23 Grad in St. Leonhard) und sonniges Spätsommerwetter vorher.

Am Renntag gingen Moritz, Daniel und Heiko trotz der klirrenden Kälte 1h vor Rennstart in den Startblock. Zu dem Zeitpunkt war es noch relativ leer und die Position war im Vergleich zu 2023 ca. 20 Meter weiter vorne. Matthias und Martin folgten dem Ratschlag, sich erst kurz vor Rennstart zum Start zu begeben.

Nachdem das Feld ins Rollen gekommen war, fingen Moritz, Daniel und Heiko an, sich durch das Feld nach vorne zu arbeiten. Moritz und Heiko sprangen spontan auf einen 2-Mann-Zug auf, der sich – O-Ton „kriminell“ – durchs Feld nach vorne pflügte. Dabei war man so schnell unterwegs, dass man bereits deutlich vor Ötz auf die Spitzengruppe auffahren konnte und sich keine anderen Fahrer trauten, sich dem Zug anzuschließen. Die Nettozeit auf dem ersten Segment von Sölden nach Ötz war dabei 2 Minuten(!) schneller als die der Spitzengruppe. Heiko hatte sogar die 4. beste Segmentzeit von allen 4000 Startern. Daniel fuhr kurz danach ins Kühtai ein. Von hier an trennten sich die Wege von Moritz und Heiko.

Rennen von Moritz:

Moritz entschied sich dazu, am Kühtai etwas langsamer als bei seiner ersten Teilnahme 2023 zu fahren und stets unter 300W zu bleiben. Das klappte hervorragend und er fand sich an der Passhöhe in einer größeren Gruppe wieder, die er, obwohl er gefühlt als einziger zur Mini-Verpflegung und zum Windwesten-Ablegen anhalten musste, mit einer rasanten Abfahrt wieder einholte. Sicher mit entscheidend dafür: Die neuen Laufräder und eine neue persönliche Topspeed von 114,6 km/h!

Bis zum Brenner versteckte er sich dann vorbildlich in einem riesigen Peloton mit dem einzigen Ziel, Kraft für die beiden finalen Pässe zu sparen. Dort war die immer weiter fortschreitende Professionalisierung im Hobbybereich spürbar: Moritz, der planmäßig die offizielle Verpflegung in Anspruch nahm, kurz sein Rad abstellte, selbst eine Flasche mit Wasser füllte, 2 Becher Cola trank und 3 Gels mitnahm, konnte all das auch deswegen in aller Ruhe tun, weil von gut 200 Mitfahrenden nur eine weitere Person nicht persönlich und fliegend vom Straßenrand verpflegt wurde. Natürlich war damit das Peloton weg und aus einem Rennen wurde fortan ein echter Radmarathon – alleine gegen die Uhr. (Ähnliche Situationen boten sich natürlich auch am Jaufenpass und in Schönau, werden aber aus dramaturgischen Gründen nicht nochmal beschrieben.)

Die alles entscheidende Frage lauerte dann in Sterzing: Power oder keine Power mehr (wie 2023) am Jaufenpass? Moritz‘ Beine fühlten sich von Beginn an hervorragend an, aber um sein Glück nicht zu sehr zu strapazieren, hielt er sich trotzdem streng an seine Wattvorgabe von 80% FTP, was sich am Timmelsjoch auszahlen sollte. Zwar verließen ihn auch dort Stück für Stück die Kräfte (abgesehen von einer kurzen Show für Ralph, der vom Straßenrand in St. Leonard vehement „300 Watt“ forderte), aber die knapp 240W im Notmodus sorgten für eine flüssige, problemlose und um 21 Minuten schnellere Fahrt als bei Moritz‘ Ötztaler-Premiere.

Bleibt, nach schneller Abfahrt trotz einiger Ziegen auf der Straße, die Frage nach der Endzeit und wie man rechnet. Zwischen Start und Ziel sind 8:06 verstrichen, aber Moritz‘ Fahrtzeit betrug 7:57. Die Differenz ist die Summe von vier planmäßigen und sehr zügig abgewickelten Verpflegungsstopps, wobei die Betonung auf der letzten Silbe liegt, wie das bei Selbstverpflegern bei einem Radmarathon nun mal üblich ist. Der Fahrer selbst hat sich deswegen dazu entschieden, das ansonsten perfekte Rennen für sich als „Ziel sub 8 erfüllt“ zu werten und traut sich zu, 2026 noch 15 Minuten schneller zu fahren.

Rennen von Heiko:

Unspektakulär und streng nach Watt-Vorgabe ging es zum Kühtai hoch. Oben angekommen wurde der Windstopper ausgezogen und eine Flasche ausgetauscht. In der rasanten Abfahrt sammelte sich glücklicherweise direkt eine größere Gruppe, die mit solidem Tempo bis nach Innsbruck fuhr. Anfangs wurde auch am Brenner ordentlich gefahren. Gegen Ende ließ das Tempo allerdings nach und so kam es, dass auch Heiko eine Führung fuhr, um die Gruppe in Fahrt zu halten. Am Brenner musste Heiko dann fast als einziger Fahrer seiner Gruppe die offizielle Verpflegung in Anspruch nehmen und verlor dadurch die Gruppe. Also ging es alleine bis nach Sterzing zum Jaufenpass.

Am Jaufenpass war eigentlich ein Schnitt von 265 Watt geplant. Diesen konnte Heiko allerdings nicht ganz halten und fuhr mit 255 Watt bis zur Passhöhe. Von da ging es dann runter nach St. Leonhard und ohne Pause zum Timmelsjoch. Hier merkte Heiko schnell, dass trotz der im Vergleich zu 2023 deutlich verbesserten Nahrungsaufnahme, nicht mehr viel im Tank war. Dementsprechend stellte sich Heiko auf 2 sehr, sehr zähe Stunden am Timmelsjoch ein. Dies sollte sich auch bewahrheiten. Im Nachhinein konnte sich Heiko an keine vergleichbar zähen Stunden auf dem Rad erinnern. Zur Ablenkung wurde über den Handylautsprecher Musik gehört und ein Plausch mit Hannah gehalten, die durch Zufall an der Strecke getroffen wurde. Mit letzter Kraft konnte sich Heiko bis zum Timmelsjoch retten, und von da ging es ins Ziel bis nach Sölden.

Mit einer Nettozeit von 8:23:04 und auf einem 360. Gesamtrang konnte Heiko sein gutes Ergebnis von vor 2 Jahren deutlich übertreffen. Ob die Zeit für einen Startplatz im ersten Startblock reicht, muss sich noch zeigen.

Rennen von Daniel:

Nach einem kurzen „Stau“ (nur 220 W möglich) ging es wie geplant mit 250 W hoch ins Kühtai, bei Micha Meyer wurden dann beide Flaschen (ambitioniert, soviel in der Kälte zu trinken) getauscht und die Armlinge abgelegt – Danke nochmals für diesen Bottledroppoint. Die extrem schnelle Abfahrt wurde zaghaft gefahren (95 km/h nur), bis im Inntal ein Loch zu einer großen Gruppe geschlossen werden musste – was aber einigermaßen zügig verlief. Die besagte Gruppe war flott, und zum Teil wurde den Brenner nur in Einerreihe hochgefahren. Jochen Stein konnte zum zweiten Mal im Rennen als Gesprächspartner dienen. Kurz vor der Mautstation wurde noch Wasser ab- und dann nachgefasst. In Richtung Sterzing war die Gruppe gespalten, aber es gab gute Windschätten. Als das Rennen am Jaufenpass in den Marathonmodus wechselte, war Jochen ein finales Mal zu sehen, er gab dann aber Gas und war von dannen. Daniel musste dort schon in den Ankommensmodus wechseln, d.h. fast immer niedrigster Gang und nur 210 W, mehr gaben die Beine nicht her. Oben wurde dann sogar außerplanmäßig Kuchen und Cola konsumiert. Die schöne und technische Abfahrt wurde bewusst ausgedehnt, um ggf. noch ein paar Körner zu finden. Das Timmelsjoch (letzte Befahrung >10 Jahre her) war dann doch steiler, und es ging noch zäher zur Sache – in Schönau gab es nochmal weitere Gels und Cola, bevor dann die nicht enden wollenden 7 km zum Gipfel „gefahren“ wurden, mit sagenhaften 185 W. Jegliche Motivation, den Gegenhang an der Mautstation nochmal zu „ballern“ war vergangen, es ging nur darum, durchzufahren. Selbst die Aeroposition konnte dank Nackenkrampf nicht mehr eingenommen werden. Nettozeit war knapp unter 9h, klar über den selbst gesetzten Ansprüchen. Stravalink

Rennen von Martin:

Martin hatte sich bei seiner Ötztalerpremiere vorgenommen, vor dem Besenwagen ins Ziel zu kommen. Insbesondere durch die besondere Startnummer 1000 und die Aussicht auf einen Eintrag in die Teamwertung (ab 5 gewerteten Fahrern) war die Motivation groß, dies auch zu schaffen. Hierzu wurde sich im Vorfeld eine Pacingstrategie zurechtgelegt. An den Anstiegen sollte 240 – 250 Watt gefahren werden, und ansonsten war das Hauptziel, möglichst viel Essen, egal in welcher Form, zu sich zu nehmen. Beides klappte trotz der wenigen Jahreskilometer hervorragend. So fuhr Martin nach einer hervorragenden Zeit von 11:50:55 ins Ziel wo er von Heiko und Moritz in Empfang genommen wurde.

Rennen von Matthias:

Matthias startete nach bei seiner Ötztal-Premiere mit kontrolliertem Tempo ins Rennen, fand aber schon am Kühtai nicht so gut in den Tritt und musste darüber hinaus noch mehrmals auf die Toilette. Mit vergleichbarem Tempo fuhr er dann weiter über den Brenner zum Jaufenpass. Die Passhöhe erreichte er um 14:25 Uhr. Dies war zwar nur 5 Minuten vor dem Besenwagen, erfahrungsgemäß ist das Zeitlimit am Jaufenpass aber am härtesten und wenn man dieses geschafft hat, ohne komplett fertig zu sein, schafft man das Timmelsjoch dann ebenfalls. Immerhin hat man danach für die kurze Abfahrt nach St. Leonhard und die anschließende Auffahrt aufs Timmelsjoch 5 Stunden Zeit. Nichtsdestotrotz entschied sich Matthias kurz nach der Abfahrt vom Jaufenpass dazu, vom Rad zu steigen und auf den Besenwagen zu warten. Bis zu dem Zeitpunkt war er ca. 10 Stunden auf dem Rad unterwegs. Trotz der ungewollten Taxifahrt hat sich Matthias bereits vorgenommen, mit verbesserter Strategie 2026 erneut am Start zu stehen.
Ergebnisse