Trainingslager Mallorca 2019 – Formentor

Aus Gründen der verkehrstechnischen Optimierung wurde das Frühstück heute um 15 Minuten nach vorne gelegt, denn es sollte die Küstenstraße Richtung Far de Formentor unter die Reifen (bzw. den Schwalbe, Reifen wäre hier das falsche Wort) genommen werden.

Die Speerspitze startete wieder in gewohnter Besetzung, in der Gruppe Sport 1 gab es zwei personelle Änderungen: Jürgen, dem Asyl bei den DGD-Ausfahrten gewährt wurde, erledigte die heutige Tour bereits am Samstag und hatte deshalb für heute eine andere Tour geplant, und der Teamchef wollte seine Tour etwas passiver gestalten, um positiv auf seine Erkältung einzuwirken.

Theoretisch starteten beide Gruppen pünktlich, jedoch musste Sport 1 nach 800m nochmal den Rückweg zum Hotel antreten, da Moritz seine Flaschen vergessen hatte (Zitat Katie zu Florian und Sebastian: „Er hatte doch zwei Flaschen dabei“). So konnte auch der Trottel-des-Tages Award schon sehr früh vergeben werden.

Den ersten Anstieg des Tages gestaltete das Trio sehr verhalten gemeinsam, dafür wurden dabei laut Songs von Peter Wackel angestimmt. Nach einer durch den Verkehr doch leicht verstopften Abfahrt wurde der Rhythmus dann leicht erhöht, wobei sich die Gruppengröße um eins erhöhte: Ein junger Fahrer aus Nordirland, der mit seinem Vater auf der Insel unterwegs war, freute sich, endlich mal etwas Action zu erleben und forcierte dies später auch noch mit ein paar Tempoverschärfungen. Dies unterstützte das DGD-Trio natürlich gerne.

Am Leuchtturm fand man sich dann an einem geeigneten Fotospot ein, der allerdings noch belegt war. Eine der Damen meinte dann, mit einem jungen Mann würde das Foto sicherlich nochmal deutlich besser werden, woraufhin sich Moritz natürlich direkt aufdrängte und sogar ein Bussi anbot. Dieses Motiv wude auch teamintern nochmals aufgegriffen.

Ein normales Foto in natürlicher Körperhaltung wurde dann auch noch erledigt.

Der Rückweg wurde dann wieder im Bummelmodus durchgeführt. In der finalen Abfahrt hatte man dann noch richtig Glück, Null Verkehr und somit Abfahrtsbestzeit des Tages auf Strava.

Danach traffen sich alle Fahrer (inklusive dem Teamchef) im Port de Pollenca zum Paelaessen (Highlight: Die schwarze Variante mit Tintenfisch). Moritz wollte noch seine Flasche auffüllen, aber dazu bedurfte es eines starken Mannes (dem Teamchef), der mit seinem heroischen Bizeps in der Lage war, den Verschluss zu öffnen. Danach ging es für die Speerspitze zurück Richtung Hotel und für das (jetzt wieder) Quartet in die Berge.

Erster Programmpunkt nach dem Mittagessen war der Anstieg zum Col de Femenia. Erster am Passschild war Moritz nach 21:54, Sebastian folgte mit 2min Rückstand, nach ihm auf P3 Florian mit weiteren zwei Minuten Rückstand. Daniel fuhr kontrolliert im niederen Pulsbereich und erreichte das Passschild in Sichtdistanz hinter Florian.

An der Tankstelle am Kloster Lluc gab es dann das obligatorische Wassereis, die Abfahrt war dann durch zwei Busse etwas verstopft, allerdies konnten zwei der Teamfahrer dieses Problem durch aggressive Kampflinie beheben.

Auf dem Weg zum letzten Anstieg, dem Puig Magdalena (ein Geheimtipp vom Rennradronny!) ereilte Florian noch ein Hüngerchen, sodass diese Tour in Sachen Pausenhäufigkeit historisch war.

122km / 2000hm / 28,5er Schnitt / 82km / 1000hm / 28er Schnitt / 75km / 1040hm / 22er Schnitt.


Trainingslager Mallorca 2019 – Fiesta Porreres

Erste spektakuläre Neuerung im diesjährigen Trainingslager: Nach 6 Jahren in Folge wurde die klassische Betlemrunde am ersten Tag gegen einen 140km langen Parcours durch das südliche mallorquinische Hinterland mit topographischer Höchstschwierigkeit „Puig de Randa“ ausgetauscht. Katie und Detlef sollten eben diese auslassen, um zeitgleich mit den anderen zum kulinarisch hervorragenden (und heuer extrem reichhaltigen) Mittagsmenü in der Escrivania von Porreres einzutreffen. Dies erforderte eine weitere Neuerung: Erstmals ging die Gruppe „Sport 1“ vor der „Speerspitze“ auf die Strecke; geplante Startzeit 10 Uhr. Wie nicht anders zu erwarten wurde daraus nichts — der Klinkmaster hatte eine ebenso zeitige wie eindrucksvolle Bewerbung auf den Trottel-des-Tages Award abgegeben und seine Radschuhe im verschneiten Deutschland vergessen. Nachdem Leihschuhe (BMC, 2 Euro Leihgebühr pro Tag) organisiert waren, ging es endlich los. Jürgen vom VC Darmstadt verstärkte heute den DGD Express.

Auf dem Weg nach Sa Pobla gab es erste Unstimmigkeiten zwischen den für die Tempoarbeit im Wind verantwortlichen Sebastian und Moritz. Letzterer vermutete, dass ersterer immer schneller werden wollte und versuchte – vorsichtig, extrem clevere Idee – dem vorzubeugen, indem er selbst immer schneller wurde. Nachdem der Fauxpas ausdiskutiert wurde, verlief die Führungsarbeit dann harmonisch bis zum Fuße der Ultraserpentinensüdauffahrt des Puigs de Randa. Dort brachte Sebastian sofort konstanten Druck aufs Pedal, um diesmal nicht als letzter, und wenn möglich vor dem noch erkältungsgeschwächten Teamchef an die Bergwertung zu kommen. Dies gelang auch eindrucksvoll – 1:30 schneller als im Vorjahr und Platz 2 in der teaminternen Wertung.

Auf der Abfahrt und mit Rückenwind Richtung Mittagessen wurde nochmal richtig geballert und folgerichtig der Mittagstisch im überfüllten Zentrum von Porreres mit überraschenderweise nur einer Viertelstunde Verspätung erreicht.

Nach dem Kaffee ging die Speerspitze mit Vorsprung auf die Strecke und verwaltete diesen äußerst stark bis ins Orangental hinein. Moritz beschimpfte in Pseudo-Spanisch eine trödelnde Autofahrerin. Dass dies mit dem Stinkefinger in den Rückspiegel beantwortetet wurde, wird hier mal großzügig als Bestätigung der Sprachkenntnisse interpretiert. Ab Felanitx gab es dann nur noch einen Gegner: Wind in die Fresse. Dafür kam die Rennaction richtig zum Kochen, als Florian, der gestern beim Einfahren nicht dabei war und die ersten 110km der heutigen Runde brauchte, um warm zu werden, direkt am Fuße des letzten Berges im Orangental in die Offensive ging. Seiner richtig trockenen Attacke im noch flachen Teil konnten Sebastian und Moritz nur mit Mühe folgen. Danach war Florian richtig „on fire“ und hielt bis zurück ins Hotel das Tempo höher, als der Rest der Gruppe das wohl getan hätte 😉 Für die Statistik war das natürlich gut: 140km, 1360Hm, 31,4er Schnitt

Wie so oft war dann die Überraschung groß, dass auf die Speerspitze gar nicht lang gewartet werden musste. Der Bergfloh war (teilweise zu Katies Leidwesen) auf der Küstenstraße ganz in seinem Element und drückte den Schnitt auf 26,3 für 112km/828Hm.

Trainingslager Mallorca 2019 – Einrollen

An dieser Stelle stand mehr Text, aufgrund von Müdigkeit des Autors (Wecker 2.10 Uhr), wurde sich aber verklickt. Kurzfassung: Frühe Anreise, Einrollen Top, Katie upgraded auf Disc-Renner, Treffen von 3 Citybikern auf der Küstenstraße, Anreise Florian Klink dank Ryan Air (Flug von 8 auf 18 Uhr verschoben) und dank ultra lahmem Bus Transfer (3 Std, laufen die letzten 4km) sehr lang.

Mount Evans – höchste asphaltierte Straße der USA

Nach dem Windfiasko am Pikes Peak ging es drei Tage später 5ft höher auf den Mount Evans (4310m), die höchst gelegene alsphaltierte Straße der USA. Der Startpunkt der Tour war dieses Mal direkt der Fahrradverleih in Evergreen. Daniel erwischte anscheinend das beste Rad, ein 54er Specialized Tarmac mit 105er Gruppe. Übersetzung 52-32 und 11-28, was bei maximal 6% Steigung ausreichend zu sein schien.

Sven hatte eine recht neue BMC Alu Maschine, allerdings mit Sora Gruppe, war mit dem Rad ganz zufrieden. Heiko hatte ein Alu / Blei Specialized mit mechanischer Disc und Tektro-"Gruppe". Das Rad wog gefühlt 2t, immerhin hatten die beiden Möllers Kompakt und 11-32. Die Anfahrt zum Mount Evans führte über eine sehr wenig befahrene Straße 30km mit sehr gleichmäßiger Steigung (5%) und fast keinem Wind. Daniel machte mit 150 Puls gleichmäßig die Pace, es lief gut. Es kristallisierte sich allerdings heraus, dass Heikos Bleibock mehr Körner forderte und Daniels niedrigster Gang nicht fahrbar war (Schaltwerk schliff an den Speichen). Früher als gedacht war der Juniper-Pass (HC), erreicht und es ging 150 Hm nach unten zur Bezahlstation des Mount Evans. Dort wurden Riegel gegessen, Windstopper angezogen und Wasser aufgefüllt – wieder war Bernadette Fahrerin des Begleitfahrzeuges – danke an dieser Stelle für den Support. Frisch gestärkt ging es dann weiter, Fahrräder waren kostenlos. Daniels Minimalübersetzung von 36-25 führte dazu, dass Heiko recht schnell beschloss, sein eigenes Tempo zu wählen. Die Höhenluft war an sich kein Problem, aber es gibt nunmal deutlich weniger Sauerstoff, sodass der Puls nie unter 170 fiel. Der Wind kam wie erwartet ins Spiel, aber nicht als Sturm und zumeist sogar als Rückenwind. Die Straße wurde jedoch schlechter, es waren viele Querrillen im Asphalt zu sehen. Die abschließenden 14 Meilen bis zum Gipfel war dann fast Bergzeitfahren, auf den 2 kleinen Abfahrten wurde stets ordentlich beschleunigt. Sven konnte dadurch aber nicht abgeschüttelt werden, aber der obligatorische Zielsprint wurde dieses Mal vom Teamchef gewonnen (sogar Platz 8 auf dem Sprintsegment). Der Schlussanstieg (23km 1050Hm) wurde in 1:37h überwunden. Heiko fuhr gemütlich knapp 15 Minuten später zum Zielfoto.

Daniel beschloss, nachdem das etwas verhaltene Luftablassen am Parkplatz, den Fahrkomfort noch weiter zu erhöhen und noch etwas Reifendruck abzulassen, die Fahrbahn war selbst berghoch sehr ruppig. Die Aktion endete naturgemäß mit dem Aufpumpen beider Reifen, denn ca. 2 bar war zu wenig. Mit Jacken und langen Handschuhen ging es wieder hinab – oben gab es keinerlei Gastronomie. Daniel konnte die Abfahrt gar nicht genießen, denn obwohl die Reifen so weich waren, dass teilweise die Felgen durchschlugen, war der Fahrkomfort unterirdisch schlecht. Der Rahmen (Specialized Tarmac 2015 – Carbon, zur Erinnerung), ist für seine Steifigkeit bekannt. Einen so schlechten Fahrkomfort in dieser Radliga hatte Daniel nicht erwartet, sehnlichst hätte er sich das Feltrad vom vorherigen Verleih gewünscht. Am Parkplatz wurde kurz Coffein nachgetankt, dann ging es wieder im Trio den kurzen Gegenhang hinauf. Die Abfahrt nach Evergreen war autoleer, Daniel hatte wieder Spaß am Rad (Straße war gut) und gab ordentlich Gas. Heiko und Sven führten auch, konnten aber wegen der Kompaktkurbel und dem wieder sehr günstigen Wind vorne nicht so viel ausrichten. Heiko und Daniel zogen am Ende nochmal alle Register, und so wurde bei beiden der Maximalpuls am Ziel erreicht. Daten der Tour: 104km, 2400Hm

DGD Racing Team at Pikes Peak

Nach drei Nächten auf 3100m Höhe in Leadville (highest incorporated town in US) und einigen Wanderungen auf >4000m ging es für Daniel, Sven, Heiko und Bernadette nach Colorado Springs. Dort wurden drei Rennräder geliehen (zwei Felt, ein Specialized Roubaix) mit Disc-Brakes, Kompaktkurbel und 11-32er Ritzel.

Um die Anfahrt nach Cascade über einen stark befahreren Highway zu vermeiden, wurden die Räder ins Mietauto (Mitsubish Outlander) gezwängt. Der Platz auf der drittel Rückbank wurde von 2 Personen sehr gut ausgefüllt. Am Start des Anstieges wurde das Trio von einem bereits abfahrenden Rennradler darauf hingewiesen, dass ab 13 von 19 Meilen die Stichstraße aufgrund von zuviel Wind gesperrt sei. Die Stimmung war erstmal etwas gedämpft, dennoch wurde beschlossen, so langsam wie möglich zu fahren, falls es doch bis oben gehen sollte.

Daniel machte am Berg das Tempo (niedrigster Gang, meist hatte es 10%), Heiko führte in den Flachstücken um Windschatten zu spenden. Am zweidrittel Punkt, wo es einen Parkplatz, ein Restaurant und eine Messstelle für Bremstemperatur gab, traf man sich mit dem Versorgungsfahrzeug, welches Bernadette pilotierte. Dort wurde eine kurze Esspause eingelegt, Daniel legte noch einen Windstopper nach und die Durchfahrt war erlaubt. Obwohl schon viele Höhenmeter absolviert waren, fühlten sich alle drei noch sehr gut. Direkt danach machte sich der Wind bemerkbar. Die Baumgrenze war erreicht, es wurde an den Händen frisch, Heiko wurde auch insgesamt kalt. Bei Gegenwind waren die 10% Steigung gefühlt 20%, bei Seitenwind musste man das Rennrad aktiv mit viel Kraft navigieren um nicht umzufallen. Als knapp 2km vor dem Gipfel ein Flachstück mit Rückenwind kam, überkam es Daniel mit Übermotivation. Es wurde mal kurz verschärft. Der Gegenwind macht der Motivation den Garaus und das Ziel wurde wieder auf "Ankommen" verlegt. Die nicht enden wollende Todesgerade wurde mit den letzten Körnern gegen den Orkan gekämpft. Die anwesenden Autofahrer, feuerten die drei an, oben im Restaurant gab es dann noch mehr Glückwünsche. Sven zog am Gipfel noch einen Sprint an, Daniel konnte nicht mehr schalten – Finger zu kalt. Aber alles egal, alle kamen gesund oben an: 31km, 2070Hm, 3 Std auf 4302m.

Nach einer kurzen Rast ging es die legendäre Straße bergab. Heiko hatte sich zu stark unterkühlt und fuhr im Auto nach unten. Sven und Daniel zogen alles an, was im Wagen war und fuhren hinab. Aufgrund der Windsituation (einige Harleyfahrer sind nicht mal bis hoch gekommen), konnten die ersten Meilen nicht voll genossen werden. Dennoch überholte Daniel einige extrem langsam fahrende Autos. Erst beim Bremsencheck wurde der Wind wieder besser, die ganzen langen Handschuhe, Trikots, Jacken konnten ins Begleitfahrzeug geladen werden und die restliche Abfahrt (inkl. kleinem Gegenhang) war dann windtechnisch entspannter. Der Fahrkomfort auf den 28mm Reifen war überragend, leider konnte man die Griffweite der Bremsgriffe nicht einstellen, sodass die Bremse (am Anfang) ungewolkt schliff – dank sinnvollem und sparsamen Einsatz war das aber auch kein Hindernis. Sven hing leider hinter mehreren Autos (Kollonne) fest, Daniel konnte durch ein paar weitere Überholmanöver die sehr schöne Abfahrt genießen. Stravalink

Für alle Motorsport und Radsportfans war das eine einmalige Gelegenheit, auf den Spuren von Walter Röhrl den legendären Pikes Peak zu bezwingen.