Gurnigel Panorama Classic 2021

Wie jedes Jahr gab es wieder eine Rennradetappe in der Schweiz, wo Daniel und Steffen schöne Ecken und Strecken erkunden. Dieses Jahr wurde das Event auf einen Tag geschrumpft – zum Glück denn Samstag Nachmittag regnete es ohne Pause. Beide Fahrer starteten beim „Rennen“ Gurnigel Panorama Classic, mit Start und Ziel in Thun nur 30 Autominuten entfernt von Bern. Das Format ist ähnlich wie beim Giro Dolomiti, nur deutlich schlanker. Es gibt (leider) keine abgesperrten Straßen und außer den 1-3 Bergzeitfahrten ist auch gemütliches Tempo angesagt. Die Anzahl der gewerteten Auffahrten zum Gurnigelpass konnte man noch am Tag selbst frei wählen. Steffen entschied sich für die mittlere Variante, er konnte damit dennoch seine Jahreshöhenmeter verdoppeln während Daniel sich für die größte Ausbaustufe entschied. Auf der Fahrt nach Thun gab es nochmal einen sehr motivierenden Regenschauer, die Prognose war aber trocken. Am Start (7:30h) waren es frische 12 Grad Celcius und da die Anfahrt im Plauschtempo erfolgen sollte, zogen sich beide Fahrer noch Beinlinge über (keine Angst, die wurden nicht beim Zeitfahren verwendet). Die Straßen waren vereinzelt auch noch feucht und oben bei der zentralen Verpflegungsstelle war es etwas frisch. Zum schnellen Berghochfahren war das Wetter aber super, sodass beide hoch motiviert die ersten der drei komplett unterschiedlichen Auffahrten zum Gurnigelpass in Angriff nahmen. Diese war schon aus einer vorherigen Befahrung bekannt, besonders wichtig ist die Todesgerade mit >12 % Steigung auf der Hälfte, ansonsten gibt es keine Flachstücke und alles ist schon eher steil (750Hm auf 8,5km). Das Segment im Wald war für Daniel länger als im Gedächtnis abgespeichert, was aber dank gutem Pacing kein Problem war. Nach kurzer Stärkung ging es hinunter, und Daniel konnte sich auf der Abfahrt versuchen die Strecke des dritten Anstiegs einzuprägen. Nach einer sehr schönen Überführung über Feldwege war die zweite Befahrung zu bewältigen – deutlich flacher (620Hm auf 12km) aber mit vielen Rampen und echten Flachstücken nicht gleichmäßig. Daher war die Taktik Gas geben und im Flachen flüssig pedalieren um Speed mit Erholung zu kombinieren, was sehr gut funktionierte, beide Fahrer kamen oben recht frisch an. Da Daniel eine weitere Auffahrt vor sich hatte, gab es nur einen kurzen Teamzusammenschluss, man verabredete sich auf einen später per Handy zu kommunizierenden Treffpunkt. Daniel kündigte an, dass es jetzt sicher weh tun wird – sehr weise. Bereits auf dem nicht gezeiteten langsam gefahrenen Segment wurden für 2km mit 10% Körner benötigt. Ohne Pause ging es direkt los ins Vergnügen, Steffen wartete ja schließlich. Im wesentlichen ist alles nach 4,5km vorbei, wie man im Steigungsprofil erkennen kann. Das sehnlich erwartete Hotel am Ende der sehr harten Passage wurde etwas verfrüht mit einem anderen Haus verwechselt, der vermeidliche Schlussspurt war also ein zu schnell fahren mit kurzem Einbruch danach, die Beine brannten und Gang 1 wurde gewählt. Im Flachen konnte ein weiterer Fahrer gesichtet werden, nicht viele Teilnehmer wollten bei dem überschaubaren Wetter die 3 Auffahrten Variante wählen. Erst bei den letzten 100 Hm konnte der Überholvorgang stattfinden, die Abfahrt hatte eine kurze Schotterpassage und es wurde nichts riskiert. Zur Überraschung von Daniel wartete Steffen noch oben beim Pass, er konnte sich mit Kaffee, Essen, Bouillon und langer Kleidung warm halten. DGD Racing Team typisch wurde auch die Fahrtzeit und damit Steffens Wartezeit sehr optimistisch mit 1:00h geschätzt – es dauerte gut anderthalb Stunden, was dank der zusätzlichen 31 km mit Umkleidepause und dem langsam gefahrenen Vorberg im Nachhinein plausibel war.

Zu zweit ging es dann auf die abtrocknende Abfahrt zurück nach Thun, wo Steffen die Führungsarbeit übernahm, Daniels Beine waren leer und die Nahrungsaufnahme wurde aus Temperaturgründen auf die Pastaparty am Ziel verlegt. Dort gab es weitere gute Nachrichten, Daniel konnte Platz 3 in der Wertung erreichen, (1:50h für 1860Hm) wobei Platz 1 mit gut 12 Minuten Vorsprung jenseits von Streckenkenntnis und Tagesform außer Reichweite war – aber das ursprüngliche Ziel Top 10 wurde klar übertroffen 🙂 Steffen wurde trotz defensiver Fahrweise in der 2er Wertung 15. – und es blieb trocken und die Sonne kam zumindest bei der Rückfahrt. Eckdaten: 144km / 3500Hm

 

Giro Dolomiti 2021 – Teamcrono

Am letzten Girotag stand das Mannschaftszeitfahren auf dem Programm. Wegen der vermeidlich starken Besetzung und des Platz 3 bei der letzten Teilnahme war das Podium wieder das Ziel. Die Räder wurden noch optimiert, einige Flaschenhalter wurden abmontiert und Daniel konnte mit Aeroüberschuhen glänzen. Was auch glänzte, war die nasse Straße bei der Fahrt zum Start – Ölspur auf über einem Kilometer war die Ursache, aber dank sehr behutsamer Fahrweise war das kein Problem. Martijn fuhr noch den Girosprint, der direkt am Hotel Sigmundskron vorbeiführte, aber das sollte seiner starken Form keinen Abbruch tun. Direkt hinter dem Quintett des DGD Racing Teams mit Abel und Martijn als Gastfahrer war das favorisierte Team der Sponsoren aufgestellt (20 Sekunden Abstand), es hieß also nicht überholt zu werden. Der Start lief gut, Martijn fuhr lediglich die erste Kurve etwas zu zügig, sodass eine kleine Lücke entstand. Bereits auf der ersten langen Geraden mit Rückenwind wurde das erste Team kassiert, aus deren Fahrerfeld man den Ausspruch „das ist schon bitter“ hörte. Nach dem Richtungswechsel in den Gegenwind gab es am Kreisel eine weitere Lücke, die für Abel trotz 800W Sprint nicht zu schließen war und das Team war nur noch zu viert – die Mindestanzahl für die Wertung. Wie erwartet, konnten Moritz und Martijn die längsten Führungen fahren, aber auch Sebastian und Daniel wechselten sich ein. Richtig knapp war es bei einer Rechtskurve, denn vorausfuhren zwei unbeteiligte Radfahrer gerade, sodass alle Fahrer ab Position 2 sehr überrascht von der plötzlichen Richtungsänderungen waren. Es gab keinen Crash, aber wieder ein Lücke, die Daniel dieses Mal zufahren musste. Aufgrund von der besseren Form gab es auf den letzten 2 Wechseln nur Moritz-Martijns Wechsel, erst auf der Ziellinie beschleunigten Daniel und Sebastian damit der letzte Fahrer des Quartetts möglichst weit vorne durchfuhr. Das Resultat war dann trotz stärkeren Windes und einem Fahrer ab der Hälfte weniger, eine 3 Sekunden schnellere Zeit und Platz 3, obwohl die Mannschaften stärker waren. (15,6km 46,5km/h Schnitt).

Der Veranstalter hielt es leider im Gegensatz zum letzten Mal nicht für nötig P2/3 zu ehren, stattdessen wurden die zwei besten „Firmenteams“ (beide dahinter) geehrt, und die größte Mannschaft. Für Moritz gab es dennoch eine Siegerehrung, seinen stark erkämpften 2. Platz in der Altersklasse wurde von allen Teilnehmern beklatscht.

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Giro Dolomiti 2021 – Rosengarten

Bei wieder top Wetter ging es zu einer humanen Uhrzeit (9.00 Uhr) in Richtung Nigerpass. Den Anstieg bis zur ersten Verpflegung wurde wie üblich gemütlich pedaliert im hinteren Teil des Feldes um Körner zu sparen. An der letzten Zeitwertung der Wochensternfahrt hatte jeder der drei Fahrer einen Schlachtplan. Moritz hatte gut 20 Sekunden Vorsprung vor Luca dem dritten der Altersklasse. Daniel wollte unbedingt seine 7 Sekunden Puffer vor Jonas verteidigten und Sebastian wollte seine steigende Formkurve in einer Platzierungsverbesserung umsetzen. Das gezeitete Segment war etwas seltsam gewählt: die erste steile Rampe nach dem Ort war noch nicht in der Wertung, dafür aber ca. 1km Abfahrt nach dem schon sehr langen Flachstück von gut 5km. Aufgrund der Topografie war das Rennen auch deutlich anders, die Topfavoriten fuhren allesamt 1:30h nach dem Führungsfahrzeug in den Anstieg. Ganz vorne machten Daniel und Jonas das Tempo, es konnte nur ein Fahrer folgen, bei dem sich Daniel im Nachhinein ärgerte, denn dieser war einem Platz vor ihm im Klassement, übernahm aber keine Führungsarbeit. Kurz vor dem Flachstück wurde er aber dennoch abgehangen. Als sich das Duo dem Ziel näherte, kam ein Express von hinten, wo Moritz versuchte die Attacken seiner Gegner abzuwehren. Daniel konnte einen Stint vorne helfen, danach ging es in die schlecht einsehbare und vom Belag her überschaubare (leichte) Abfahrt zum Zielbogen, bei dem er kein unnötiges Risiko eingehen wollte, Jonas war ja hinten dran (+ 10 Sek). Moritz konnte seinen 10. Gesamtplatz auch verteidigen, Sebastian hatte im Flachstück noch einen dicken finnischen Drücker der die Pace hoch hielt, aber die Form war besser als das Pacing und es wäre vermutlich bei aggressiverer Fahrweise etwas Zeit im Tank gewesen.

Nach der Pause oberhalb vom Karersee gab es einen Schreckmoment, Sebastians Vorderrad entschied sich seine Luft abzugeben und ein Sturz war unvermeidbar. Zum Glück waren die Schürfwunden überschaubar und mit neuem Laufrad vom Mechanikerwagen konnte die Tour fortgesetzt werden. Moritz spielte beim Giro Sprint zum Obergummer noch den Anfahrer für Jonas, aber das Unterfangen hatte keine Erfolg. Ein Niederländisches Anfahrer-Bergfahrer Duo sorgte für den Tagessieg – gut für das Team denn der besagte Anfahrer startet beim morgigen Mannschaftszeitfahren zusammen mit dem DGD Racing Team. Die steile Abfahrt in Richtung Bozen war dann im wesentlichen freie Fahrt – eine sehr gute Neuerung des Austragungsjahres 2021. Eckdaten der Tour (90km 2200 Hm).