Trainingslager Südtirol 2026: Passo Del Manghen

Erstmals seit Daniels Laufrad-Defekt anno 2018 hatte die Reiseleitung wieder den Passo Del Manghen ins Programm aufgenommen. Schon viele Tage im Voraus prognostizierte laut Moritz der Südtirol Wetterbericht herrlisches Wedder. Dass der Geltungsbereich ebendieses Berichts den Passo Del Manghen bei weitem nicht umfasst, soll hier genau sowenig eine Rolle spielen, wie der Fakt, dass mehr als die Hälfte des diesjährigen Trainingslagers nicht in Südtirol, sondern in der Region Trentino stattfindet.

Back to topic, wobei da ‚Fakt‘ schon das richtige Stichwort war. Nach problemlosen Einrollen, inklusive Leg-Opener auf dem Valsugana Radweg wurde in Borgo ein neues Café angesteuert: Bar Zita. Heiko orderte schnell 4 Espresso und 2 Crostata an der Bar, doch dann stellte sich der Herrscher über Raum und Zeit (vermutlich der Besitzer) vor. Auf den Hinweis, man habe bereits bestellt, wusste er nach kurzer Rücksprache mit der Dame an der Bar, mit folgender Aussage zu überraschen: No, you didn’t order. Now you order. What do you want? Tatsächlich kamen dann auch nur einmal die ursprüngliche Bestellung, die zugegebenermaßen aber sehr gut war.

Der Anstieg zum Passo Del Manghen wurde dann von allen 4 Fahrern im Wohlfühltempo absolviert, wobei nur Daniel, Moritz und Heiko während der Auffahrt sogenannte Steilstücke identifizieren konnten, Stefans neues Dura Ace Ritzel hingegen auch die Steilstücke im oberen Teil flach zu bügeln schien.

Gestärkt von gutem Strudel mit hohem Nussgehalt wurde dann bei Gegenwind im Tal ordentlich Tempo gemacht (fanden fast alle Fahrer gut) und der legendäre Strada delle Quadrate Climb für einen finalen 3-Minuten-Effort genutzt, bevor das Quartier nach kurzer Abfahrt früher als die angekündigten 15:00 Uhr erreicht wurde (Grüße gehen raus an Doris ;-)). Eckdaten: 110 km, 2033Hm.

Trainingslager Südtirol 2026: Borcola + Coe

Heute ging es bereits kurz nach halb acht zusammen mit ein wenig Berufsverkehr den klassischen Hausberg hoch, wie es sich gehört ohne Aufwärmen. Katie bekam ein wenig Vorsprung und Stefan testete die Matratze noch ein wenig auf Endurance. Unten auf dem Etschtalradweg wurde von Moritz Express gefahren, alle vier konnten im Windschatten gut mitfahren. Im schönen Ortskern von Rovereto wurde dann Cappucini und gefüllte Brioche serviert. Für Katie ging es dann weiter zum Passo Sommo. Daniel, Moritz und Heiko hatten viel Neuland auf dem Programm, beginnend mit dem Passo del Borcola. Die Strecke war fast komplett ohne Verkehr und die Steigungsprozente wurden erst am Ende etwas giftiger. Dafür war die Landschaft einfach nur spektakulär. Heiko konnte am Anfang eine konstante und gemütliche Pace vorgeben, die Moritz im Steileren wegen Kadenzproblemen jedoch überschreiten musste. Die Abfahrt hatte dann 20 Serpentinen auf vier Kilometern mit ordentlich Gefälle und zum Teil mauem Belag. Dann gab es direkt Mittagessen in Posina, im echten Italien. Nudeln, Gnocci mit 6 Toppings sorgten für volle Mägen mit kulinarischem Mehrwert. Weitere Kilometer flache Abfahrt mit Gegenwind später begann das die Tagesschwierigkeit, der 20 km lange Anstieg über den Passo delle Vena hoch zum Forcella Valbona (beides ohne Passschilder). Heiko wählte wieder eine gute Zone 2 Geschwindigkeit, Moritz konnte dieses Mal rechtzeitig an das Vorhaben erinnert werden nicht zu ballern, sodass mit ein paar Fotopausen (ja!) und 6 leeren Trinkflaschen an der letzten Rast am Passo Coe ankamen. Es gab einen Blick bis ins Mittelmeer (zu diesig) und wieder wenig Verkehr – fast nur dicke Baustellen-LKWs rollten vorbei. Deren Ziel war ebenfalls der Pass, dort wurde frisch asphaltiert. Das Trio stärkte sich mit mäßigem Strudel und viel Flüssigem und dann ging es die letzte Schippe Sand auf den Sommo hoch, nach einer kurzen Abfahrt. Bis zum Kreisel ab Carbonare gab es erstmalig keinen nervigen Autoverkehr, alle drei kamen (nur) gut 30 Minuten vorm Regen an. Eine wirklich sehr schöne und sehr zu empfehlende Tour. Stravalink

Trainingslager Südtirol 2026: Sommo und Mattarello

Um nicht in das potenziell schlechte Wetter (es regnete zwar erst nach 16:00) zu kommen, gab es eine Etappenrochade. Ein kurzes Warmup nach Caldonazzo und dann hatte Moritz eine Alternative zum dicht befahrenen und steilen Hausberg, nämlich eine kleine Straße nach Campregheri – welche zwar ebenfalls nicht flach war, dafür mit weniger Verkehr. Heute waren für Daniel wieder viermal 8 Minuten geplant, diese konnten in ebendieser Passage angefangen werden. Weiter ging es, als weiteres Novum hoch zum Passo del Sommo, die Strecke war bisher nur als Abfahrt im Programm des DGD Racing Teams. Bis auf eine 12% Rampe alles eher flach, im zweiten Intervall Block mussten die Schaltfinger allerdings einiges an Arbeit verrichten. Die dritte Stufe des Anstieges war dann altbekanntes Terrain – die Hütte an der Passhöhe hatte leider (noch) nicht auf. Heiko und Stefan fuhren größtenteils zusammen, bis Heiko nochmals beschleunigte. Im nächsten Ort Costa die Folgaria, Fuße eines Skigebietes war dann ein Café geöffnet – aber auch nur mit reduzierter Karte. Zügig ging es dann hinterunter ins Etschtal, kurz auf den Highspeed Radweg und dann folgte die Schlussanstrengung mit der Mauer von Mattarello. Moritz hielt am Steilstück seine vorgebene Leistung vorbildlich während es Daniel nochmal nach einer Laktatdusche war. Heiko fuhr den gesamten Anstieg in zwei längeren Intervallen, während Stefan von allendiesen Plänen nichts wusste und immer schneller fuhr. Moritz und Daniel hatten nach der Mauer gewartet, konnten dann nicht schnell genug losfahren und wunderten sich über die eher größer als kleiner werdende Lücke. Kurz vor dem letzten Hubbel wurde diese dann anaerob geschlossen und alle vier kamen zum Kreisel vor der klassischen Ortsrampe. Stefan gewann den Sprint gegen Moritz dann knapp, trotz der Fahrt von vorne – stark! Stravalink

Trainingslager Südtirol 2026 – Pannarotta

Dieses Jahr lautet das Credo lang/kurz im Wechsel – es folgte also eine kurze knackige Runde auf den Hausberg von Pergine. Nach einigem hin und her gab es den Entschluss nicht nur bis zur Passhöhe Compet zu fahren, sondern noch die vier extra Kilometer (mit gut 8 %) bis zum Skiparkplatz zu absolvieren. Damit ist der Anstieg mit 8% und 1200 Hm in die HC Kategorie zu bewerten, aber viel im Schatten und fast ohne Verkehr. Moritz, Daniel und Heiko fuhren in zwei Gruppen schnelles Trainingstempo, konstant bis ganz oben – es reichte zu diversen Stravapokalen. Stefan und Katie hatten den Vortag noch etwas mehr in den Beinen und sparten sich die letzten 400 Hm und warteten schon im laut Google Maps geschlossenen Café. Der Espresso war heiß und es ging die zügige Abfahrt nach Löweneck bis nach Caldonazzo. Dort wurde geplant und spontan fürs Mittagessen eingekauft, die Dehnerqualitäten des diesjährigen DGD Trikots konnten sich jedenfalls sehen lassen. Nachmittags lockte der See und am Abend wird wieder der Albert in Trento besucht. Stravalink

Trainingslager Südtirol 2026: Giro Della Marmolada

Schon seit einiger Zeit, präziser seit der 3. Etappe des Giro Delle Dolomiti 2019 mit Zeitfahren zum Passo di Fedeia, auf der seiner Zeit der express français seiner Zeit einen Ex-Profi kaputt fuhr, Sebastian Bechtel hier noch mit Begeisterung Rennberichte schrieb und auf der Felge gebremst wurde. Ok wie auch immer, dieser Satz ist nicht mehr zu retten. Jedenfalls, hatte Moritz seit 7 Jahren die Idee, die Marmolada in den Dolomiten zu umrunden.

Am gestrigen Donnerstag war es so weit: Als Langsstreckentraining machten sich die diesjährigen Ötzi-Starter Stefan, Heiko und Moritz bei allerbestem Sommerwetter um 8:15 auf den Weg zu 175km mit 4850 Höhenmetern. Startpunkt war ein kleiner Wanderparkplatz an der Nigerpass Straße unweit von Schloss Prösels den Stefan und Heiko von Lana gut mit den Auto erreichen konnten und Moritz in voller Abfahrt von seinem Quartier in Tiers bei 70km/h fast verpasste. Kurz wurde diskutiert, dass die Autofahrer ganz am Ende aufpassen müssen, hier nicht vorbei zu rauschen. Der offensichtliche Hinweis wurde vor allem von Stefan belächelt. Sollte sich rächen. Auf dem Passmenü standen die Pässe Pinei, Sella, Fedeia, San Pellegrino und Costalunga.

Bei bereits sommerlichen Temperaturen gab Stefan ein beachtliches Langstreckentempo am Passo Pinei vor. Nach kurzer Stärkung in Castelrotto wurde die Passhöhe erreicht und schnell fanden sich alle drei im Anstieg zum Sellajoch. Das von Jahr zu Jahr schlimmer werdende Autoproblem auf der Sellarunde konnte mit dem Wechsel auf die Sellajochstraße bestaunt werden: Stau. Zum Glück können Radfahrer auf den frisch ausgebauten Radweg wechseln und den schlimmsten Abschnitt bis Wolkenstein ungestört umfahren. Hoch zum Sellajoch ließ der Verkehr dann nach (wahrscheinlich steht in den englischsprachigen Touristenführen ‚enjoy Sellaronda in clockwise direction right from the driver’s seat‘) und alle drei fuhren ihr eigenes Tempo.

Oben auf 2218m wartete der zweite Strudel des Tages, bevor die schöne Abfahrt nach Canazei führte und sich am Passo die Fedeia das gleiche Spiel wiederholte: jeder im persönlichen Wohlfühltempo, oben Strudel, wobei Stefan auf den Geheimtipp Tiramisu wechselte. Wird nach übereinstimmender Einschätzung am Ende der Tour auch ein Geheimtipp bleiben.

Danach stand Neuland auf dem Programm, denn bei allen früheren Besuchen am Fedeia-See war man stets umgedreht und wieder zurück nach Canazei gefahren. Diesmal gönnten sich alle drei aber die rasante Abfahrt nach Caprile. Dort wurde im oberen Teil F1 Belag aufgetragen und mit zwei Baustellenampeln Einbahnstraßenverkehr eingerichtet. Natürlich war die Ampel auf Rot und um den Rest der Abfahrt nicht von hinten bedrängelt zu werden, schlug Heiko vor, den ebenfalls wartenden Motorradclub vorzulassen. Womit niemand gerechnet hatte war aber, dass es auf der 14% steilen Endlosgerade im mittleren Teil der Abfahrt den Clubmitgliedern ein wenig an Mut fehlte, genauer gesagt blockierten sie mit ihrer 95km/h-Trödelei die heranrauschenden Moritz und Heiko und nur der letztgenannte konnte im Windschatten die 100km/h Marke übertreffen. Im Val Cordevole (man befand sich nun in den südlichen Dolomiten; Provinz Belluno) setzte Moritz als Lokomotive dem Gegenwind zum Teil mehr Watt entgegen, als in den Anstiegen, aber dafür konnte, mit einem langen Tunnel als Ouverture (selbstredend waren alle Lichter leer, weil sie nach den Eingangstunneln vor Castelrotto nicht ausgeschaltet wurde), die Hitzeschlacht am Passo San Pellegrino schneller als gedacht begonnen werden.

Bevor die Frage hier aufkommt, hier schon mal die Antwort: Hat nix mit einer Submarke von Nestlé zu tun – San Pellegrino Terme liegt in Nähe von Bergamo. Von Cencenighe Agordino aus überwindet der Pass immerhin 1065Hm, ist dabei im unteren Teil nicht übermäßig steil, was sich aber spätestens am Schild ‚15% – 3km‘ am Abzweig zum Passo Valles ändert. Dort war bei der DGD Erstbefahrung des Pellegrinos anno 2020 der Startpunkt. Heiko und Moritz testeten, ob zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Tour die Beine noch klar über 300W hergeben können, was dank guter Verpflegung bejaht werden konnte. Stefan setzte sein Langstreckentempo fort und machte an der Passhöhe die 4000Hm voll – PB noch vor der Befahrung des Passo Costalunga.

Der letzte Pass bei einer so langen Tour ist natürlich immer etwas ganz besonderes und wird in diesem Artikel mit ähnlich vielen Worten bedacht wie während der Auffahrt gewechselt wurden. Der Übergang zum Nigerpass war dann wieder wohlbekanntes Terrain und während Moritz in Tiers schon Feierabend hatte (die 130Hm hoch zum Thalerhof mal ausgenommen) rollten Heiko und Stefan weiter bergab, verpassten natürlich in voller Abfahrt den Parkplatz und gönnten sich deshalb auch noch kanpp 150 Bonushöhenmeter.