Trainingslager Südtirol 2026 – Pannarotta

Dieses Jahr lautet das Credo lang/kurz im Wechsel – es folgte also eine kurze knackige Runde auf den Hausberg von Pergine. Nach einigem hin und her gab es den Entschluss nicht nur bis zur Passhöhe Compet zu fahren, sondern noch die vier extra Kilometer (mit gut 8 %) bis zum Skiparkplatz zu absolvieren. Damit ist der Anstieg mit 8% und 1200 Hm in die HC Kategorie zu bewerten, aber viel im Schatten und fast ohne Verkehr. Moritz, Daniel und Heiko fuhren in zwei Gruppen schnelles Trainingstempo, konstant bis ganz oben – es reichte zu diversen Stravapokalen. Stefan und Katie hatten den Vortag noch etwas mehr in den Beinen und sparten sich die letzten 400 Hm und warteten schon im laut Google Maps geschlossenen Café. Der Espresso war heiß und es ging die zügige Abfahrt nach Löweneck bis nach Caldonazzo. Dort wurde geplant und spontan fürs Mittagessen eingekauft, die Dehnerqualitäten des diesjährigen DGD Trikots konnten sich jedenfalls sehen lassen. Nachmittags lockte der See und am Abend wird wieder der Albert in Trento besucht. Stravalink

Trainingslager Südtirol 2026: Giro Della Marmolada

Schon seit einiger Zeit, präziser seit der 3. Etappe des Giro Delle Dolomiti 2019 mit Zeitfahren zum Passo di Fedeia, auf der seiner Zeit der express français seiner Zeit einen Ex-Profi kaputt fuhr, Sebastian Bechtel hier noch mit Begeisterung Rennberichte schrieb und auf der Felge gebremst wurde. Ok wie auch immer, dieser Satz ist nicht mehr zu retten. Jedenfalls, hatte Moritz seit 7 Jahren die Idee, die Marmolada in den Dolomiten zu umrunden.

Am gestrigen Donnerstag war es so weit: Als Langsstreckentraining machten sich die diesjährigen Ötzi-Starter Stefan, Heiko und Moritz bei allerbestem Sommerwetter um 8:15 auf den Weg zu 175km mit 4850 Höhenmetern. Startpunkt war ein kleiner Wanderparkplatz an der Nigerpass Straße unweit von Schloss Prösels den Stefan und Heiko von Lana gut mit den Auto erreichen konnten und Moritz in voller Abfahrt von seinem Quartier in Tiers bei 70km/h fast verpasste. Kurz wurde diskutiert, dass die Autofahrer ganz am Ende aufpassen müssen, hier nicht vorbei zu rauschen. Der offensichtliche Hinweis wurde vor allem von Stefan belächelt. Sollte sich rächen. Auf dem Passmenü standen die Pässe Pinei, Sella, Fedeia, San Pellegrino und Costalunga.

Bei bereits sommerlichen Temperaturen gab Stefan ein beachtliches Langstreckentempo am Passo Pinei vor. Nach kurzer Stärkung in Castelrotto wurde die Passhöhe erreicht und schnell fanden sich alle drei im Anstieg zum Sellajoch. Das von Jahr zu Jahr schlimmer werdende Autoproblem auf der Sellarunde konnte mit dem Wechsel auf die Sellajochstraße bestaunt werden: Stau. Zum Glück können Radfahrer auf den frisch ausgebauten Radweg wechseln und den schlimmsten Abschnitt bis Wolkenstein ungestört umfahren. Hoch zum Sellajoch ließ der Verkehr dann nach (wahrscheinlich steht in den englischsprachigen Touristenführen ‚enjoy Sellaronda in clockwise direction right from the driver’s seat‘) und alle drei fuhren ihr eigenes Tempo.

Oben auf 2218m wartete der zweite Strudel des Tages, bevor die schöne Abfahrt nach Canazei führte und sich am Passo die Fedeia das gleiche Spiel wiederholte: jeder im persönlichen Wohlfühltempo, oben Strudel, wobei Stefan auf den Geheimtipp Tiramisu wechselte. Wird nach übereinstimmender Einschätzung am Ende der Tour auch ein Geheimtipp bleiben.

Danach stand Neuland auf dem Programm, denn bei allen früheren Besuchen am Fedeia-See war man stets umgedreht und wieder zurück nach Canazei gefahren. Diesmal gönnten sich alle drei aber die rasante Abfahrt nach Caprile. Dort wurde im oberen Teil F1 Belag aufgetragen und mit zwei Baustellenampeln Einbahnstraßenverkehr eingerichtet. Natürlich war die Ampel auf Rot und um den Rest der Abfahrt nicht von hinten bedrängelt zu werden, schlug Heiko vor, den ebenfalls wartenden Motorradclub vorzulassen. Womit niemand gerechnet hatte war aber, dass es auf der 14% steilen Endlosgerade im mittleren Teil der Abfahrt den Clubmitgliedern ein wenig an Mut fehlte, genauer gesagt blockierten sie mit ihrer 95km/h-Trödelei die heranrauschenden Moritz und Heiko und nur der letztgenannte konnte im Windschatten die 100km/h Marke übertreffen. Im Val Cordevole (man befand sich nun in den südlichen Dolomiten; Provinz Belluno) setzte Moritz als Lokomotive dem Gegenwind zum Teil mehr Watt entgegen, als in den Anstiegen, aber dafür konnte, mit einem langen Tunnel als Ouverture (selbstredend waren alle Lichter leer, weil sie nach den Eingangstunneln vor Castelrotto nicht ausgeschaltet wurde), die Hitzeschlacht am Passo San Pellegrino schneller als gedacht begonnen werden.

Bevor die Frage hier aufkommt, hier schon mal die Antwort: Hat nix mit einer Submarke von Nestlé zu tun – San Pellegrino Terme liegt in Nähe von Bergamo. Von Cencenighe Agordino aus überwindet der Pass immerhin 1065Hm, ist dabei im unteren Teil nicht übermäßig steil, was sich aber spätestens am Schild ‚15% – 3km‘ am Abzweig zum Passo Valles ändert. Dort war bei der DGD Erstbefahrung des Pellegrinos anno 2020 der Startpunkt. Heiko und Moritz testeten, ob zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Tour die Beine noch klar über 300W hergeben können, was dank guter Verpflegung bejaht werden konnte. Stefan setzte sein Langstreckentempo fort und machte an der Passhöhe die 4000Hm voll – PB noch vor der Befahrung des Passo Costalunga.

Der letzte Pass bei einer so langen Tour ist natürlich immer etwas ganz besonderes und wird in diesem Artikel mit ähnlich vielen Worten bedacht wie während der Auffahrt gewechselt wurden. Der Übergang zum Nigerpass war dann wieder wohlbekanntes Terrain und während Moritz in Tiers schon Feierabend hatte (die 130Hm hoch zum Thalerhof mal ausgenommen) rollten Heiko und Stefan weiter bergab, verpassten natürlich in voller Abfahrt den Parkplatz und gönnten sich deshalb auch noch kanpp 150 Bonushöhenmeter.

Trainingslager Südtirol 2026 – Monte Bondone

Die von allen damals beteiligten Fahrern beliebte Steigung (Einrollen 2021) kam Moritz heuer wieder mal ins Gedächtnis. Mit ausreichend warmen Beinen und gänzlich ohne Verkehr ging es eine steile Seitenstraße hoch um im Vergleich zum Hausberg gut 100 Zusatzhöhenmeter zu erklimmen. Als Ausgleich gab es den ersten Espresso schon nach 15 km, zum Teil wurden noch Brioche dazu gegessen. Im Etschtal war wieder der Schnellradweg bis Rovereto im Programm bis es dann eine alternative Anfahrt zum Monte Bondone ging – lediglich deren Abfahrt war Teilen der Teilnehmer bekannt. Daniel und Moritz versuchten sich erfolgreich an zwei je 8 Minuten Intervallen; Heiko und Stefan fuhren ein gleichmäßiges Tempo die 700 Hm zum Lago di Cei hoch. Dort wurden die internen und externen Getränkespeicher aufgefüllt, trotz der frühen Abfahrtszeit (kurz nach 7) war es ordentlich warm. Es ging wieder 400 Hm abwärts in Richtung Aldeno sodass man ab Passkilometer 4 auf dem südlichen Anstieg des Monte Bondone stieß. Stefan ließ sich erst zurückfallen, fiel dann mit einem zackigen Überholmanöver auf und fuhr schließlich sein Tempo – Heiko und er waren zeitgleich am Gipfel. Katie bekam jeweils den direkteren Weg aber den gleichen Hauptanstieg als Plan und war vor den vier Herren am Treffpunkt am Bondone. Daniel und Moritz hatten wieder zwei 8 Minuten Intervalle auf dem Plan – mitten im Steilstück wollte Moritz herausfinden, ob die Wattvorgabe nicht vielleicht zu niedrig war, was dann in einem 6 Minuten Intervall für beide endete. Coach Michas Vorgabe war eben doch sehr akkurat.
Nach diversen Süß- und Salzspeisen ging es die verkehrsarme und kurvenreiche Abfahrt ins heiße Trento, dort war dann Eis angesagt. Zur Erheiterung der jetzt fünf Fahrer hatte Moritz einen neuen Weg aus der Stadt gefunden, ohne Autos dafür mit mehr Prozenten. Den Sprint am letzten Hügel entschied Stefan vor Moritz, während Daniel zusammen mit Katie fuhr. Als letztes Highlight der Tour folgte kurz vor Pergine eine Passage des neu gebauten Radweges neben einem sehr schönen Fluss bis es dann die klassische Seerunde zurück zum Lago und kurz danach auch in den Lago ging.
Für Technikfreunde ein Schmankerl: Stefans Ritzel bekam eine Diät, Dura-Ace wurde montiert, und bei der Gelegenheit ein falsch verbauter Spacer entfernt – damit lief das Rad mehrere Tausend Kilometer 😉 Strava

Trainingslager Südtirol 2026 – Ultental

Zu Heikos Geburtstag gab es für ihn neue Streckenkilometer. Stefan beschloss einen radfreien Ruhetag nach der langen Etappe am Vortag einzulegen. Katie und Moritz wollten sich ursprünglich die Beine mittels viel zu steilem Anstieg versauern, dieser war jedoch glücklicherweise gesperrt, sodass der normale untere Teil des Nigerpass gefahren wurde. Gegen 10 Uhr ging es bei noch erträglichen Temperaturen hoch nach St. Pankraz. Die letzten Tage über war die Straße jeweils nachts gesperrt und dort wurde großzügig neuer Belag asphaltiert – ein Konzept was sich noch nicht in allen deutschsprachigen Ländern durchgesetzt hat. Der neue Tunnel war unproblematisch, breit, hell und nicht wirklich steil. Der Rückenwind half auf dem Flachstück von St. Walburg bis St. Nikolaus mit – es war FatMax Tempo angesagt. Ab St. Gertraut wollte Daniel seine Beine etwas mehr in Wallung bringen und fuhr die letzten 4 steilen Kilometer dann schnell. Dank gutem Pacing (Wattmesser hilft da 😉 ) war der Ofen nach der berüchtigten Todesgeraden noch nicht aus – eine Bewässerung half ebenfalls. Die vom Bus gesteuerte Ampel mit bis zu 12 Minuten Wartezeit wurde evtl. nicht beachtet und am Weißbrunnsee sprang dann auch eine persönliche Bestzeit heraus und das ohne Gegner da Heiko sich nach der Vorbelastung weiter geschont hat. Oben hatte die eigentliche Hütte Ruhetag, das war dem Streckenplaner jedoch bekannt, sodass eine 100m entfernte kleinere Berghütte angesteuert werden konnte – es gab dann herzhaftes. Trotz mittlerweile wirklich bedenklicher Asphaltsituation gab es wieder zwei freundliche Autolenker die den beiden Rennradfahrern frei Bahn machten. Der Wind war auf der weiteren Abfahrt natürlich nicht hilfreich, aber es ging um nichts und verkehrsarm war sie zudem. Stravalink

Trainingslager Südtirol 2026 – Martelltal

Schon lange war klar, dass sich heute 2 Gruppen auf die Rennräder schwingen würden. Daniel ist, im Gegensatz zu Heiko, Stefan und Moritz nicht beim Ötzi gemeldet, und entschied sich daher für eine deutlich kürzere Runde. Mit Airpods bewaffnet ging es ganz entspannt über den Radweg ins Vinschgau. Die Stadtdurchfahrt Meran hat sich nicht wirklich verbessert, aber die ehemalige Ampelüberquerung der Hauptstraße nach den Miniserpentinen ist jetzt passé – eine nette Unterführung macht es möglich. Kurz bevor es ernst wurde, gab es noch eine warme Cola für 4,50 und einen Flaschenrefill. Das Martelltal hoch blies ein leichter Rückenwind, der tagsüber weiter auffrischen sollte. Oben am Zufallssee war es sehr angenehm kühl, Wolken waren nämlich Mangelware. Auf der Abfahrt gab es vier sehr freundliche Autofahrer, die netterweise Platz machten – ggf. hat das Mini-Vorderlicht dabei geholfen. Der Verkehr ist dort weiterhin sehr moderat, die Fahrbahnqualität wurde nur sehr punktuell durch F1 Belag aufgewertet. Mit modernem Reifensetup ist die Straße aber problemlos zu befahren. Die Rückfahrt auf dem Radweg ging mit Gegenwind bergab und die Hitze kam mehr und mehr zur Geltung. Ein netter Plausch mit einem lokalen Rennradler, der sehr höflich erst gar nicht im Windschatten war, verkürzte die Zeit dabei. In Lana wurde die schöne Runde mit Mineralwasser und Eiscafé abgerundet und das Finale der Tour Etappe (diesmal hier kein Spoiler) konnte noch live erwischt werden. Stravalink