Ötztaler Radmarathon 2026

Wie bereits 2025 war der Ötztaler Radmarathon eines der erklärten Saisonziele von Moritz und Heiko. Nach der positiven Erfahrung aus dem letzten Jahr mit den Startplätzen aus der Söldener Tourismusförderung wurde erneut ein Team aus sechs Fahrern zusammengestellt, um sich gemeinsam beim Radmarathon zu melden. Erneut dabei waren neben Moritz und Heiko ebenfalls Martin und Matthias. Zum ersten Mal dabei waren Stefan und Conny. Nachdem die letztjährige Unterkunft, das Felsenhäusl, für gut befunden wurde, machte sich Heiko gut vorbereitet daran, diese erneut zu buchen. Dies sollte trotz einer sehr chaotischen Anmeldephase erneut gelingen.

Stefan und Heiko entschieden sich für eine frühe Anreise am Dienstag, um sich noch etwas an die Höhe anpassen zu können. Vor Ort wurde dann professionell mit portablen Monitoren ein Homeoffice eingerichtet. Da vor dem Ötztaler Radmarathon Erholung angesagt war, stellte dies sowohl zeitlich als auch vom Stresslevel kein Problem dar. Die anderen reisten später an und hatten weitestgehend Urlaub. Hierdurch ergaben sich leicht unterschiedliche Vorbereitungen. Die Fahrt ins Venter Tal ist dabei aus Sölden die beliebteste Strecke zur Höhenanpassung und zum Tapering der Beine und wurde von den meisten Fahrern gegenüber anderen Strecken bevorzugt.

Stefan, Conny, Martin und Heiko hatten sich für den Prolog angemeldet, um wieder über die Tombola eine Chance auf einen Start in Startblock A zu ergattern. Moritz durfte ohnehin aus A starten und Matthias war mit einem Start hinten im Feld glücklich. Leider hatten die Fahrer wie im Vorjahr kein Losglück. Eine Qualifikation über die Zeit im Prolog wurde nach dem letzten Jahr ohnehin als unmöglich befunden. Heiko sparte sich den Prolog sogar komplett, da es regnete und man für die Tombola den Prolog nicht mal fahren muss.

Eine weitere Neuerung im Vergleich zu 2025 waren die selbst angemischten Sportgetränke. Dabei setzten Stefan, Heiko und Moritz auf verschiedene Konzentrationen der gleichen Mischung mit einem Fructose-Glucose-Verhältnis von 1:0,8. Insbesondere für die ambitionierten Fahrer war es das Ziel, möglichst viele Kohlenhydrate pro Stunde aufzunehmen. Heiko peilte 150 Gramm pro Stunde an. Dies sollte verhindern, dass er wie im letzten Jahr am Timmelsjoch krachen geht. Ebenfalls konnten die Fahrer des DGD-Racing-Teams mit Daniel Körnlein auf einen Helfer setzen, der ihnen ca. nach der Hälfte der Strecke in Thuins Verpflegung anreichen würde. Dies sollte als weiterer Faktor für eine bessere Verpflegung sorgen.

Für den Renntag war perfektes Wetter angekündigt. Am Start angenehme 8 Grad und leichte Bewölkung und im Laufe des Tages aufkommender Sonnenschein bei bis zu 25 Grad in St. Leonhard. Kein Vergleich zur klirrenden Kälte vom Start 2025 oder der Gluthitze von der Sommeredition 2023.

Rennen von Heiko:

Mit ca. 3 Kilo mehr Gewicht als im Vorjahr ging es Heiko bei der diesjährigen Austragung vor allem darum, die Kohlenhydrataufnahme zu optimieren und auch am Timmelsjoch noch halbwegs frische Beine zu haben. Ebenfalls wurde sich vorm Ötztaler nochmal dediziert mit langen Trainingseinheiten im Schwellenbereich vorbereitet. Leider fiel Heiko bei der letzten Testfahrt unglücklich auf die Hüfte. Zum Glück war diese nur geprellt. Das war zwar ärgerlich und tat auch während des Rennens noch weh, sollte aber eigentlich keinen Einfluss auf die Leistung haben.

Ohne Druck stellte sich Heiko zusammen mit Conny und Stefan gegen 5:50 an den Start in Block B. Aufgrund des guten Wetters waren bereits ca. 2000 Fahrer vor den Fahrern in Block B. Dadurch fuhr Heiko erst um 6:36 Uhr über die Startlinie. Da im Startblock B die Nettozeit gilt, muss dies nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Heiko pflügte sich diesmal alleine elegant mitten durch das Feld und erreichte nach gewohnt rasanter Fahrt nach knapp 35 Minuten den Anstieg zum Kühtai. Einen Tempomacher wie im Vorjahr gab es leider nicht. Nichtsdestotrotz konnte sich Heiko bis nach Ötz bis auf Platz 350 vorarbeiten.

Das Kühtai ging es dann streng nach Plan mit 280 Watt hoch (ca. 85 % Schwellenleistung). Auf dem Weg nach oben traf Heiko auf Ellen von MSM Coaching, die er dann in seinem Schlepptau bis nach oben zur ersten Verpflegung begleitete. Wie üblich bekamen die Fahrer um Heiko herum ihre Verpflegung angereicht, während Heiko an der Labestation anhalten musste. Hier wurde er aber auf F1-Niveau von den Helfern in deutlich unter einer Minute mit Gels und neuen Getränken versorgt. Auf der schnellen Abfahrt nach Innsbruck konnte Heiko die Fahrer, die ihn während der Pause überholt hatten, problemlos wieder einsammeln.

Bis Innsbruck sammelte sich ein großes Feld von ca. 60 Fahrern. Eigentlich perfekt, um bei dem leichten Gegenwind am Brenner ohne viel Aufwand bis nach Sterzing zu rollen. Leider war sich die Gruppe uneinig und der eine oder andere übermotivierte Fahrer versuchte, zu attackieren. Da dies bei Gegenwind absolut sinnlos ist und Heiko sich darüber ärgerte, fuhr er eine der Lücken höchstpersönlich wieder zu. Leider resultierte dies bis zum Brennerpass in einer deutlich langsameren Zeit als im Vorjahr. Am Brenner konnte das erste Mal auf Verpflegung verzichtet werden und so ging es direkt in die kurze Abfahrt nach Sterzing. Hier war Heiko in einer schnellen Gruppe, die bis zur scharfen Rechtskurve in die Ortsrampe von Sterzing gut Tempo machte. Dort fuhr Heiko diesmal mit gedrosseltem Tempo hoch, da er auf dem Feld zwischen Sterzing und Thuins die Verpflegung von Körni erwartete. Dieser stand ca. 100 Meter hinter der vereinbarten Position und reichte Heiko zwei neue Flaschen sowie Gels an. Nach einer kurzen Pinkelpause fuhr Heiko dann weiter in den Jaufenpass.

Am Jaufenpass waren die Beine noch deutlich besser als in den Jahren davor und Heiko konnte noch ziemlich genau im Plan mit 270 Watt den Jaufenpass hochfahren. Einzig die Oberschenkelrückseite machte Heiko muskulär langsam zu schaffen. Leider war dies abzusehen, da Heiko bei langen Fahrten auf dem Rad immer wieder einer vorzeitige Ermüdung feststellen konnte. Hier kann hoffentlich im Winter eine Nachjustierung der Position auf dem Rad Aushilfe schaffen. An der Labestation kurz unter dem Pass traf er dabei überraschenderweise auf Moritz. Dieser berichtete darüber, dass er sich krank fühle und sich nicht sicher sei, ob er weiterfahren solle. Heiko überlegte kurz und rechnete dann vor, dass man selbst bei langsamer Fahrt von hier mit dem Rad schneller im Ziel ist, als man auf den Besenwagen warten müsse. Dies überzeugte Moritz, gemeinsam weiterzufahren.

Die nicht endend wollende Abfahrt am Jaufenpass wurde gekonnt am Hinterrad von Moritz bis nach St. Leonhard navigiert. Dann ging es das Timmelsjoch hoch. Heiko und Moritz entschieden sich dazu, weiterhin gemeinsam zu fahren. Dabei wurde stets aufeinander gewartet. Heikos Beine waren zwar zunehmend müde, 240 Watt im Schnitt konnte er aber immer noch aufbringen. Ohne die muskulären Probleme wäre bestimmt noch mehr drin gewesen. Verpflegungstechnisch lief diesmal alles nach Plan.

Auf der Abfahrt vom Timmelsjoch wurde nochmal gut Tempo gemacht und bis nach Sölden konnten sogar nochmal einige Fahrer überholt werden. Belohnung der Mühen war eine gemeinsame Zieleinfahrt nach Sölden nach einer Nettozeit von 8:11:19,7. Damit konnte sich Heiko bei besten Bedingungen im Vergleich zum Vorjahr nochmal um 12 Minuten steigern.

Verpflegungsstrategie:

AbschnittDauerMechanische Energie (lt. Strava)*VerpflegungZucker (in Gramm / kcal)**
Ferienwohnung → Sölden → Ötz → Kühtai2:30 h1570 kJ2 Flaschen mit 375 Gramm Zucker + 2 Gels mit je 25 Gramm Zucker425 Gramm / 1615 kcal
Kühtai → Thuins2:15 h1483 kJ2 Flaschen mit je 90 Gramm Zucker + 2 Gels mit je 25 Gramm Zucker230 Gramm / 874 kcal
Thuins → Jaufenpass1:00 h1011 kJ1 Flasche mit 125 Gramm Zucker +
2 Gels mit je 25 Gramm Zucker
175 Gramm / 665 kcal
Jaufenpass → Schönau1:40 h1177 kJ1 Flasche mit 125 Gramm + 4 Gels mit je 25 Gramm Zucker225 Gramm / 855 kcal
Schönau → Ziel1:25 h988 kJ1 Flasche mit 90 Gramm Zucker + 2 Gels mit je 25 Gramm Zucker140 Gramm / 532 kcal
Gesamt8:50 h6229 kJ1195 / 4541 kcal

*Annahme: 1 kJ mechanische Energie am Pedal entsprechen ca. 1 kcal metabolische Energie unter einer Annahme von 24 % Effizienz: 1 kJ ≈ 1 kcal

**Annahme: Zucker wird im Körper zu ca. 3,8 kcal/g metabolisiert.**

Rennen von Moritz:

Mit seiner Vorjahreszeit hatte Moritz sich für den ersten Startblock qualifiziert und sein Ziel war klar: Unter 8h fahren. Mit einer reibungslose Vorbereitung von 10.000 gut strukturierten Trainingskilometern bis zum Tag des Ötztalers standen die Zeichen so gut wie noch nie und Vergleiche mit den Leistungs- und Körperwerten des Vorjahres ließen eine Zeit um 7:50 realistisch erscheinen. Die Ernährungsstrategie war ebenfalls denkbar einfach: 1000g Race Carb in der hinteren Falsche (diesmal mit zusätzlichen Mineralien angereichert) stehen für 3150 Kcal und der Restbedarf sollte mit jeweils 2 Gels (25g Zucker) und einer gut trinkbaren Flasche Hausmischung bzw. Powerbargesöff des Veranstalters (60g Zucker) an den vier geplanten Verpflegungsstationen erarbeitet werden.

Da 7:50 immer noch einen Platz im hinteren Drittel des ersten Startblocks bedeuten, versuchte Moritz sich erst gar nicht, irgendwo in der Ausstellung zu platzieren sondern rollte zum quasi spätest möglichen Zeitpunkt um 6h13 in den Startblock. Das Rennen bis Ötz verlief so weit vorne natürlich sehr entspannt und auch, dass sich das Feld teilte und Moritz sich im hinteren Abschnitt befand, war kein Grund zur Aufregung. Am Kühtai fuhr Moritz dann streng nach Vorgabe (295W) und damit 3 Minuten schneller als im Vorjahr. Mit einer Gruppe, die später allesamt um die 7:40 finishen sollten, wurde die Passhöhe erreicht und Moritz nutzte, dem Anschein nach als einer der ersten Fahrer überhaupt, die offizielle Verpflegung. Für die Abfahrt war das dank guter Aerodynamik kein Problem und bis Mitte des Brenneranstiegs fühlten sich die Beine sensationell frisch an, im Kopf wich das ‚ob‘ die 8h unterboten werden würden dem ‚um wie viel‘ und wenn man überlegt, dass bis zu diesem Zeitpunkt 5min auf die Vorjahreszeit herausgefahren wurden und im Vorjahr hinten raus die Kraft fehlte, war das vielleicht sogar der Situation angemessen. Wie dem auch sei, es kam alles ganz anders.

Los ging es im letzten Steilstück zur Brennerhöhe, als Moritz plötzlich mit einer verstopften Nase und Husten zu kämpfen hatte. Um nach dem rechten zu sehen, wurde ungeplant die Verpflegung angefahren. Dabei machte sich auch eine zumindest ungewöhnlich warme Stirn bemerkbar. Nach kurzer Bedenkpause ging es weiter, an der Verpflegung bei Daniel Körnlein muss Moritz schon einen ziemlich erschöpften Eindruck gemacht haben und spätestens zur Mitte des Jaufenpass war klar, was eigentlich ja schon am Brenner klar war: Moritz war mit einer unentdeckt gebliebenen Erkältung an den Start gegangen, die nun zur Rennmitte durchgebrochen war. An der Verpflegungsstelle diskutierte Moritz verschiedene Optionen durch, inklusive Anruf zu Hause und dem Gedanken auszusteigen. Wozu er sich entschieden hat, steht schon in Heikos Bericht.

Was optimistisch stimmt: Mit 7:56 war die Nettozeit trotz allem sogar schneller als letztes Jahr. Den Abfahrtsskills sei Dank 😀

Rennen von Stefan und Conny:

Mit Arm- und Beinlingen ausgestattet stand Stefan mit Conny um 5:45 Uhr im Startblock B. Stefans Wattmesser entschied sich trotz Startschuss, nicht am Rennen teilzunehmen. Die vorher festgelegte Pacing-Strategie war demnach komplett nutzlos. Der Joker hieß Constantin Weihrauch, der auf der Abfahrt nach Ötz bei Stefan geblieben ist. Wobei ein Blick auf die Prolog-Ergebnisse Conny vs. Stefan (Zeit vs. Watt) auch nicht unbedingt auf eine hochpräzise Messung bei Conny schließen lässt. (Anm. d. Red.: Beide Fahrer sind gleich schwer.)

Am Kühtai gab es erstmal einen kleinen Stau – gefolgt von einer schnellen Pinkelpause. Die Stimmung war gut, lockere Gespräche und tolle Morgensonne ergänzten den gelungenen Start.
Wie geplant füllen oben beide ihre Flaschen auf. Die Abfahrt Richtung Brenner verlief unauffällig. Im Vorfeld wurde vor Weiderosten auf der Abfahrt gewarnt, diese konnten jedoch einfach mit > 70 km/h überfahren werden.

Im Bilderbuch-Leitfaden über Ötztaler-Pacing wird immer von guten Brennergruppen-Auffahrten geredet. Zielleistung wird für diesen Abschnitt in der genannten Literatur nicht definiert. Woran man eine gute Gruppe erkennt? Diese Frage ist abschließend nicht geklärt. Conny fuhr z. T. 280 Watt, um eine Lücke zu schließen. Nachdem die Gruppe wieder auseinandergefallen ist, fährt Stefan dieses Mal eine Lücke zu. Oben angekommen wird die Verpflegung geskippt – der Grund: Daniel K. steht als Edelhelfer nach der Brennerabfahrt in Sterzing und reicht neue Flaschen sowie ISO an. Stefan nutzte die Pause zusätzlich, um den naiven Versuch zu starten, den Wattmesser neu zu pairen … Natürlich ohne Erfolg.

Der vorletzte Pass der Rundfahrt ist der Jaufenpass. Auch dieser wird vom Duo (Stefan/Conny) gemeinsam erklommen. Ca. 220 Watt als Durchschnittsleistung. Stefans Beine sind weiter gut, Conny beginnt, die 3.500 hm langsam zu spüren. Als der Berg erklommen ist, will Conny eine Windweste überziehen – es folgt die Aufforderung an Stefan: „Fahr alleine, ich kann nichts mehr für dich tun.“

Der letzte Anstieg ist das Timmelsjoch. Der aus YouTube bekannte Science-Coach (Lukas Löhr) reicht Stefan am Fuße des 1.800-hm-Passes ein Gel. Die Sonne brennt runter, der Puls geht auf 165 bpm. Ob das nun viel oder wenig ist, kann Stefan nicht einschätzen – es bleibt die Angst, krachenzugehen. Um sich etwas besser einzuschätzen, werden fremde Radfahrer auf Gewicht und aktuelle Watt-Angabe angesprochen. Als die Kehren beginnen, wird das Tempo verschärft – „Jetzt kann ja nichts mehr passieren“ –. Aufgrund der eher konservativen Pace zu Beginn sollte Stefan Recht behalten. Dutzende Radfahrer konnten überholt werden. Im fast unbeleuchteten Tunnel kommt es dank Sonnenbrille und Unfähigkeit eines SRAM-Schaltungs-Nutzers fast zur Kollision – als selbiger mitten auf der Straße auftaucht. Der Kommentar von Stefan, er stehe da sehr schlecht, wurde mit „Ich weiß, aber Kette ist unten“ gekontert. Eventuell nicht die beste Idee, im dunklen Tunnel unbedingt das Kettenblatt zu wechseln … Die Stimmung auf der Strecke ist ansonsten extrem gut. Sehr viele Zuschauer feuern einfach an. Und zwar jeden, der vorbeikommt. Der Radsport bleibt stabil!
Apropos stabil … Conny kämpfte ab 60 % des Timmelsjochs – kurz vor Ende war es so schlimm, dass er wegen eines Krampfes absteigen musste und nur durch Hilfe von einer Zuschauerin wieder aufs Rad gekommen ist. Die Auswertung ergibt später: Conny hat ca. 45 min auf Stefan verloren. Stark von ihm, sich so für Stefan aufzuopfern.

Riderman Sportograf

Während in der DGD Redaktion der Bericht zum Ötztaler noch feingeschliffen wird, gibs schonmal Bilder vom letzten Event der Saison 2026.

Riderman 2026 – Sonntag

Heiko beschloss aufgrund einer sich anbahnen Erkältung nicht zu starten, um nicht komplett krank zu werden. Das Wetter war lupenrein sonnig. Weil der diesjährige Start eine Stunde später war als sonst, die Checkout Zeit der Unterkunft aber nicht, befanden sich Daniel und erstmals auch Stefan sehr früh im Block A. Daniel schaffte es trotz nicht so frischen Beinen in die zweite Gruppe des Rennens zu fahren, eine Gruppe weiter vorne als am Vortag. Stefan bildete an der ersten Rampe das Gruppetto vom A-Block, es musste einfach zu hart gefahren werden bis dahin. Daniels Vortagsstrategie die Anstiege von vorne zu kontrollieren, ging ebenfalls nicht auf. Die Leute waren zu stark, es ging Berghoch nur im Mittelfeld voran, trotz besserer Pace als im Vorjahr. Mit neuem Material liefen immerhin die Abfahrten gut, und die Streckenkenntnis half natürlich dabei. Ein tiefer Gullideckel hätte bei montiertem Schlauch recht sicher zum Platten geführt, aber so gab es nur einen lauten „Schlag“ und es ging weiter. Die Strecke war identisch zu 2025, wo Daniel bei Kilometer 60 eine verbogene Kette zur Aufgabe zwang. Heuer musste schon bei km 53 die Gruppe fahren gelassen werden, die Körner waren am vorherigen steilen Anstieg weg und es wehte auf den flachen Radweg ein recht strammer Gegenwind. Das letzte Gel wurde gezündet und dann wurde das Einzelzeitfahren gestartet, alle Kurven zügig genommen und an den wenigen Anstiegen nicht zu hart gefahren. Nach etwa drei Kilometern kam Rückenwind, das bestärkte Daniels Vorhaben möglichst weit zu kommen, ohne eingeholt zu werden.
Stefans kleine Gruppe lief ganz gut, es kamen von hinten ein paar Sololisten vom Block B, sodass es ca. 20 Fahrer waren. Stefan war aktiv in der Führungsarbeit involviert, aber insgesamt lief die Gruppe nicht optimal. Auf Daniels Einzelfahrt konnte nicht wirklich Zeit gut gemacht werden. Kurz vorm Ziel, oben an der Hirschhalde rollte dann die erste sehr große Gruppe aus dem Startblock B heran. Aufgrund der 3 Minuten späteren Startzeit des Blocks, waren daher alle diese Fahrer vor Stefan positioniert.
Nach 23 Kilometer Soloride kamen zwei Fahrer von hinten, mit denen sich nach kurzer Erholung abgewechselt wurde. Ein älterer Eidgenosse wurde dann jedoch bei der letzten Ortsrampe stehen gelassen, sein Führungsanteil war überschaubar. Zu zweit ging es dann in Richtung Ziel, Daniel fuhr den letzten Feldweg Anstieg und die ganze Hirschhalde von vorne, um die Hoffnung am Leben zu halten, nicht geschluckt zu werden. Im Ziel waren es gerade einmal 10 Sekunden, bis die nächste Gruppe kam – mit Platz 75 eine wirklich gute Leistung. Hier die Gesamt-Ergebnisse (Daniel Platz 80 und Stefan 138ster von 400) und Strava Flyby.

Riderman 2026 – Samstag

Am Morgen zogen noch ein paar Schauer durch, aber am Start um 12:00 Uhr war alles wieder trocken. Erstmalig wurden die Startblöcke nicht nach seltsamen Altersklassenformeln ermittelt, sondern einfach nach Position im Prolog. Daniel und Heiko durften daher aus A starten, für Stefan reichte es ganz knapp nur zu B. Die zweite Verbesserung war die neue Streckenführung über eine schmale und steile Straße direkt am Anfang. Das war für die Beine zwar sehr hart, vor Daniel tat sich sogar im Flachen eine Lücke, auf die erst beim Rückstau zur Rampe geschlossen werden konnte. Zwischen den Blöcken wurde außerdem noch 3 Minuten gewartet – alles also getan für ein sicheres Radrennen. An der Öfinger Wand, dem längsten (150 Hm) und steilsten Anstieg des an sich nicht so bergigen Kurses konnte Daniel die 30s Lücke zu Heikos Gruppe schließen, das kostete aber Körner. Die sich bildende Gruppe lief nicht gut, meistens wollten nur sehr wenige Fahrer in den Wind. Daniel und Heiko konnten an den Anstiegen die Gruppe kontrollieren und immerhin auf zwei Streckenabschnitten gab es Kreisel von ca. 10 Leuten. Stefan beschwerte sich über zu schlechte Fahrer in seiner Gruppe und versuchte diese an den Anstiegen von vorne zu verkleinern. Als es zum zweiten Mal in die Öfinger Wand ging, deutete sich ein Oberschenkelkrampf bei Daniel an – selbst Aufstehen brachte keine Linderung. Zum Glück wurde oben Wasser gereicht, welches intern und extern zur Anwendung kam. Ab da wurde die Gruppe nur noch gehalten, auf Heikos Frage nach einer Attacke musste verneint werden. Auf den zum Teil technischen Abfahrten konnte die gute Streckenkenntnis aus den Vorjahren (Strecken sind fast 1:1 identisch zu 2025) genutzt werden, um sich etwas Erholung zu gönnen. 14 Minuten vor dem Ziel lancierte Heiko dann seine Attacke. Es ging aus der Gruppe keiner mit, und Daniel fuhr dem ersten Fahrer der beschleunigte hinterher – ohne vorbeizugehen natürlich (alte Holger Koopmann Schule). Die Aussage, der Teamkollege sei ja vorne wurde vom Feld mit Sprüchen „ist ja keine Tour de France“ kommentiert 😉 Stefan war jederzeit in seiner Gruppe in der Lage Attacken mitzugehen, sodass er nur 8 Minuten hinter den andern beiden ins Ziel kam. Heiko konnte tatsächlich 30 Sekunden Vorsprung ins Ziel bringen, er fuhr härter als beim Zeitfahren und erreichte Platz 78. Wie üblich mischte sich Daniel nicht in Zielsprintversuche ein und es ging dann nach einer Stärkung in die benachbarte Therme. Stravalink.

Riderman 2026 – Prolog

Mal wieder mit einer neuen Streckenvariante präsentierte sich der Riderman wettermäßig von der sommerlichen Seite. Stefan und Daniel waren vor 9 vor Ort und konnten die Runde schon mal abfahren, dann ging es noch frühstücken und Startunterlagen abholen. Der Start wurde zum Klinikum gelegt, direkt am Fuße des ersten Anstieges, der Hirschhalde. Daniel war der 100. Starter und ging 12:41 auf den Kurs. Am ersten Anstieg fuhr neben ihm ein Roller Fahrer vom Veranstalter mit Kamera in der Hand, das führte zu einer Ablenkung und zu schneller Angangszeit. Davon musste sich auf dem Hinweg nach Oberbaldingen etwas erholt werden, am Schlussanstieg zur Hirschhalde gab es immerhin Rückenwind und die Beine hatten noch Power. Im Ziel waren es dann glatte 25 Minuten und am Ende die Top 100 sehr knapp verfehlt, aber die Leistung war ok. Kurz danach startete Stefan mit Zeitfahrhelm und Aerobars. Leider gab es direkt nach dem Start ein Missgeschick, ein Fahrer mit Startnummer fuhr links auf den Radweg anstatt auf die Straße. Die Streckenposten hatten anscheinend wichtige Dinge auf ihren Handys zu erledigen und nahmen keine Anstalten etwas zu unternehmen. Trotz der Streckenkenntnis bog Stefan auch falsch ab, das Manöver kostete 27 Sekunden. Danach lief sein Rennen dennoch gut und kam trotzdem unter 26 Minuten ins Ziel. Heiko hatte, nach seiner überaus erfolgreichen Teilnahme am Ötztaler, die ganze Woche sein Rad nicht benutzt, nicht mal geputzt wurde es. Er startete als fast einer der letzten Fahrer 15:41 auf den Parcours. Der Wind hatte bis dahin gedreht, sodass auf den engen/holprigen Feldwegen gute Steuerkünste gefragt waren. Auf dem Rückweg musste dann gegen den Gegenwind gekämpft werden in guter Aeroposition dafür. Rad-am-Ring-mäßig wurden die Watt gut eingeteilt, auf der Abfahrt komplett rollen gelassen, ohne langsam zu sein. Erwartungsgemäß konnte trotz schweren Beinen Daniels Zeit um 16 Sekunden unterboten und damit klar die Top 100 gehalten werden. Stravalink