Trainingslager Südtirol 2020 – Ultental

Sebastian machte sich in der Nacht auf Richtung Naturnser Hochwart um den Sonnenaufgang auf 2608m üNN zu genießen und holte den verpassten Schlaf am Vormittag nach.

Der aufmerksame Blogleser wird vermutlich schon bemerkt haben, dass das Ultental in dieser Trainingswoche noch nicht befahren wurde und – da schau her – Daniel und Moritz hatten pünktlich zum Durchbruch der Sonne durch die dichten Wolkenfelder just diesen Track auf ihr Wahoo geladen. Katie stieg in den Fabia und machte eine Höhenwanderung am Ende des Ultentals rund um den Weißbrunnsee und traf zum Mittagessen auf die Radfahrer.

Die Knödlmoidl war wegen eines Trauerfalls geschlossen aber aus einem alten Blogartikel war dem Team bereits bekannt, dass sich nur 100m weiter gen Talschluss die Weißbrunnhütte befindet. Dort gab es zwar keinen Apfelstrudel aber ein flauschiger Kaiserschmarrn ist ja auch nix schlechtes.

Was zuvor auf dem Rennrad passiert war wird den Leser überraschen.

(Clickbait Pause).

Im unteren Teil setzte Daniel den Plan, gesittet bergan zu pedalieren, mustergültig mit Moritz am Hinterrad um, im oberen Teil kehrte sich lediglich die Reihenfolge der Fahrer um. Da auch an der Endlos-Gerade nicht überpaced wurde, machte der Rest der Schlussrampe sogar Spaß und auch die Zeit war nur 1min langsamer als beim Bergzeitfahren 2014. (Die Strava Analyse ergab gar, dass man damals stark angefangen und dann stark nachgelassen hatte).

Auf der Abfahrt konnte man es gut laufen lassen (82km/h Topspeed auf dem engen oberen Teil), der untere Abschnitt war sogar komplett frei und diesmal trocken, lediglich die (vermutlich) noch frische Farbe auf der neu eingezeichneten Mittellinie ermahnte zu nicht all zu experimentellen Linienwahlen. 

Trainingslager Südtirol 2020 – Gampenpass und Hofmahd

Nach dem Entspannen in der Therme Meran hieß es wieder aufschwingen. Sebastian fuhr 7 Minuten vor Daniel und Moritz los um ungestört seine eigene Pace fahren zu können, wie im Vorjahr im Bergzeitfahrmodus. Moritz gab heute den Ton an, Daniel konnte trotz Muskelkater vom Vortag der 9/10 Speed folgen, und war  le lediglich fast enttäuscht, dass Moritz die 302W bis oben hielt (Gruß an den Wattmeister Heiko) und keine Finalattacke bot. Sebastian wurde erst 2 Kilometer vor dem Ziel eingeholt und war zu diesem Zeitpunkt etwas enttäuscht weil das Live Segment einen Rückstand auf seine Bestzeit von über 1 Minute anzeigte – dennoch kam eine gute Zeit raus. Der angekündigte Apfelstrudel auf dem Gampenpasse wurde aufgrund der Bewölkung gestrichen.

Die Abfahrt in Richtung Brezer Joch über Fondo kannten die drei noch gut, dieses Pässekleinod wurde aber rechts liegen gelassen und die Route führte an zwei Seen vorbei in Richtung Tonale. Im Tal gings dann in drei Stufen in Richtung Hofmahd Tunnel. Im Örtchen Mione ging es dann links ab in Richtung Nirgendwo auf einer Straße, die mit diversen Rampen Sebastians Laune verbesserten. Sie führte vorbei an sehr wenigen Häusen durch den Wald nach Proveis, und Sebastian blieb hinten bei Daniel um zu schauen dass keiner abfällt. Das verlassene Idyll wurde nur durch den einsetzenden leichten Regen getrübt, aber man kam recht trocken zur Mittagsrast (dem einzigen Gasthaus in Proveis) an.

Als die Straße wieder trocken war, verlor man noch flugs 100 Höhenmeter und war wieder auf der großen Straße in Richtung Hofmahd. Diese hatte nochmal einige Abschnitte von über 10% zu bieten, bis dann oben der erste von 2 langen Tunneln in Richtung Ultental kam. Die Straße war zum Teil in Rennstreckenbelag ausgebaut, obwohl sie nur zwei dünn besiedelte Täler verbindet, daher waren auch die Tunnel leer. Ins Ultental ging es dann sehr zügig, man konnte dank trockener Straße locker die 80km/h Marke knacken. Am Kofl Tunnel gab es dann wieder mal Baustelle und als die drei zur sehr schön zu fahrenden Abfahrt von St. Pankraz nach Lana kamen, kam noch ein wenig Wasser vom Himmel, aber nichts weltbewegendes.
Eckdaten der Tour: 98km 2700Hm

Trainingslager Südtirol – Gampenpass über Nals

Da Mittwoch traditionell Ruhetag ist, musste das Wetter am heutigen Dienstag entgegen der abendlichen Prognosen gut werden. Über Nacht hatte es geregnet und morgens hingen die Wolken noch tief, sodass das Ultental recht schnell aus der Diskussion war. Als Ersatzetappe hatte der Tourenplaner die allseits geschätzte Variante auf den Passo Gampo via Nals hervorgezaubert. Nach kurzem Beine (und Arsch im Falle des Teamchefs) frei fahren auf dem Highspeed Radweg  fanden sich Daniel, Sebastian und Moritz schneller als ihnen lieb war am Fuße der Rampe, die wunderbar in der Sonne lag. 

Moritz loggte 340 Watt auf seinem Velocomputer ein und fuhr in bester Chris Froome Manier extrem gleichmäßig zu einer neuen Bestzeit (43 Sekunden schneller als 2015). Die anderen beiden konnten der Strecke weniger abgewinnen und trafen weniger euphorisch am Fotopunkt ein.

Nach der flachen Ortsdurchfahrt übernahm alsbald Sebastian die Tempogestaltung und führte das Trio locker Richtung Passhöhe, bis eine Rennradlerin, die zuvor noch beim Pause machen beobachtet wurde, im Flachstück mit viel Einsatz vorbei zog. Die spannende Frage war also: wie würde die DGD Lokomotive darauf reagieren. Zunächst passierte überraschenderweise nichts, dann aber doch das zu Erwartende…

Die Passhöhe lag wie üblich in einer Wolke, sodass nicht lange rumgeeiert wurde und die flache Abfahrt Richtung Fondo direkt unter die Räder genommen wurde. Im Gegenanstieg auf den Mendelpass wählten dann nur zwei von drei Fahrern die landschaftlich reizvolle (aber mit mehr Höhenmetern gespickte Variante über Ruffre), der dritte konnte aufgrund der enormen Zentripetalkräfte nicht auf den entscheidenden Abzweig aus einer Linkskurve heraus einsteuern.

Die Abfahrt war sehr windig aber dafür komplett frei, sodass es alle drei (wiederum mit Abstand) gut laufen lassen konnten. Der Wind half dann in den Apfelplantagen den Schnitt aufzubessern, nass wurde man natürlich, wie es sich für eine Mendelpassrunde gehört auch, aber nur weil der Wind das Wasser aus den Rasensprengern auf die Straße wehte.

Eckdaten der Tour: 92km, 1800Hm, 27er Schnitt.

Katie fuhr auch Richtung Nals, machte dort aber im Gegensatz zu den anderen das einzige vernünftige, nämlich schöne Fotos 😉