Trainingslager Mallorca 2019 – Cala Tuent

Zur letzten Vorruhetagstrainiererei machten sich diesmal alle Teilnehmer des Trainingslagers bei bestem Sonnenschein auf in Richtung Cala Tuent. Der Cheftourenplaner hatte, um keine Langweile aufkommen zu lassen, einen neuen Schleichweg nach Ullaró aufgetan: Spektakulär zwängte sich dieser durch einen privaten Hinterhof hindurch, dafür gab es aber auch 13% Steigung zu vermelden, was die meisten Teilnehmer eher mittel fanden. Allerdings waren dann die Beine warm und die zweite, dank Baustelle unfreiwillige „Calle Especial“, kam keinem der Fahrer mehr spanisch vor.

Die Kräfte hinauf zur Tankstelle LLuc wurden klug eingeteilt, denn für die Straße hinab nach Sa Calobra müssen in beide Richtungen Kraft und Konzentration vorhanden sein. Um eins vorweg zu nehmen: Reisebusse spielten jeweils eine entscheidende Rolle, mal zu Gunsten und mal zu Ungunsten des DGD Racing Teams.

Auf der Abfahrt hatten vor allem Sebastian und Moritz einiges vor. Entspechend aggressiv ging man beim Überholen einer ersten Autokolonne samt Reisebusses zu Werke. Der zweite Busfahrer wurde unten als „bester Mann“ gefeiert, weil er die beiden zum erstmöglichen Zeitpunkt vorbeiwinkte und danach eine vollkommen vom motorisierten Verkehr befreite Abfahrt ermöglichte, doch Zeit kostete das trotz alledem. Schade, denn netto (Strava merkt alles) wurden nochmals 20 Sekunden auf die starke Vorjahreszeit rausgefahren. Ob das am überragenden Grip des Schwalbe-Pneus lag?

Am Geheimtipp „Es Vergeres“ in Cala Tuent wartete schon die Speerspitze und nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es „die ganze Scheiße“ (Zitat Bergfloh) wieder hoch. Katie hatte nach dem Mittagessen über Magenbeschwerden geklagt und — in logischer Konsequenz — im steilsten Teil des Anstiegs eine Attacke platziert, die der am Fotopunkt noch in Angriffslaune gewesene Bergfloh (Bilder folgen) nicht beantworten konnte. Als besonderes Schmankerl konnten die beiden den Anstieg komplett autofrei genießen, da sich im unteren Teil ein veritabler Reisebusstau gebildet hatte. Dort kam von den später Gestarteten nur Moritz mit geschultertem Rad vorbei (dem kleinen Vorsprung aus dem Vorberg sei dank) und auf der dann freien Straße unterbot er seine Nettozeit aus dem Vorjahr um 2:40min. Von den im Stau kurzfristig Gefangenen gingen Jürgen und Florian mit starken Zeiten nochmal in die Offensive, während Daniel und Sebastian gemütlich hochpimmelten.

Die Rückfahrt über Pollensa wurden dann von beiden Gruppen recht schnörkellos gestaltet, was gut für den Schnitt war. In der Abfahrt machten einige beteiligte Jagd auf Autos, während es für andere andersrum war. Für Statistikfreunde: 117km/2300Hm/27er Schnitt bzw. 20er Schnitt für die Speerspitze auf der gleichen harten Tour.

Trainingslager Mallorca 2019 – Ruhetag

Wie gewohnt durfte am Ruhetag länger geschlafen werden, es ging gegen 11:11 Uhr auf eine kleine Runde im gemütlichen Tempo. Erstmal bildeten sich aus Kommunikationsproblemen zwei Gruppen (26 und 23er Schnitt), ein musikalisches Trio in Front und die anderen vier (Jürgen war auch wieder am Start) weiter hinten. Es ging durch die Gärten und die Sonne wurde genossen. Auf dem Rückweg gab es bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Gegenwind vom morgigen Küstenklassiker. Der Eisstopp in Alcudia wurde zugunsten von Kuchenessen am Meer geopfert – die Vorjahresrunde wurde daher umgekehrt absolviert. Ganz traditionell ging es dann an den Strand, das Wasser war wärmer als sonst, dafür pfiff der Wind ganz ordentlich. Aber nach zwei obligatorischen Saunagängen war es wieder warm.

Trainingslager Mallorca 2019 – Formentor

Aus Gründen der verkehrstechnischen Optimierung wurde das Frühstück heute um 15 Minuten nach vorne gelegt, denn es sollte die Küstenstraße Richtung Far de Formentor unter die Reifen (bzw. den Schwalbe, Reifen wäre hier das falsche Wort) genommen werden.

Die Speerspitze startete wieder in gewohnter Besetzung, in der Gruppe Sport 1 gab es zwei personelle Änderungen: Jürgen, dem Asyl bei den DGD-Ausfahrten gewährt wurde, erledigte die heutige Tour bereits am Samstag und hatte deshalb für heute eine andere Tour geplant, und der Teamchef wollte seine Tour etwas passiver gestalten, um positiv auf seine Erkältung einzuwirken.

Theoretisch starteten beide Gruppen pünktlich, jedoch musste Sport 1 nach 800m nochmal den Rückweg zum Hotel antreten, da Moritz seine Flaschen vergessen hatte (Zitat Katie zu Florian und Sebastian: „Er hatte doch zwei Flaschen dabei“). So konnte auch der Trottel-des-Tages Award schon sehr früh vergeben werden.

Den ersten Anstieg des Tages gestaltete das Trio sehr verhalten gemeinsam, dafür wurden dabei laut Songs von Peter Wackel angestimmt. Nach einer durch den Verkehr doch leicht verstopften Abfahrt wurde der Rhythmus dann leicht erhöht, wobei sich die Gruppengröße um eins erhöhte: Ein junger Fahrer aus Nordirland, der mit seinem Vater auf der Insel unterwegs war, freute sich, endlich mal etwas Action zu erleben und forcierte dies später auch noch mit ein paar Tempoverschärfungen. Dies unterstützte das DGD-Trio natürlich gerne.

Am Leuchtturm fand man sich dann an einem geeigneten Fotospot ein, der allerdings noch belegt war. Eine der Damen meinte dann, mit einem jungen Mann würde das Foto sicherlich nochmal deutlich besser werden, woraufhin sich Moritz natürlich direkt aufdrängte und sogar ein Bussi anbot. Dieses Motiv wude auch teamintern nochmals aufgegriffen.

Ein normales Foto in natürlicher Körperhaltung wurde dann auch noch erledigt.

Der Rückweg wurde dann wieder im Bummelmodus durchgeführt. In der finalen Abfahrt hatte man dann noch richtig Glück, Null Verkehr und somit Abfahrtsbestzeit des Tages auf Strava.

Danach traffen sich alle Fahrer (inklusive dem Teamchef) im Port de Pollenca zum Paelaessen (Highlight: Die schwarze Variante mit Tintenfisch). Moritz wollte noch seine Flasche auffüllen, aber dazu bedurfte es eines starken Mannes (dem Teamchef), der mit seinem heroischen Bizeps in der Lage war, den Verschluss zu öffnen. Danach ging es für die Speerspitze zurück Richtung Hotel und für das (jetzt wieder) Quartet in die Berge.

Erster Programmpunkt nach dem Mittagessen war der Anstieg zum Col de Femenia. Erster am Passschild war Moritz nach 21:54, Sebastian folgte mit 2min Rückstand, nach ihm auf P3 Florian mit weiteren zwei Minuten Rückstand. Daniel fuhr kontrolliert im niederen Pulsbereich und erreichte das Passschild in Sichtdistanz hinter Florian.

An der Tankstelle am Kloster Lluc gab es dann das obligatorische Wassereis, die Abfahrt war dann durch zwei Busse etwas verstopft, allerdies konnten zwei der Teamfahrer dieses Problem durch aggressive Kampflinie beheben.

Auf dem Weg zum letzten Anstieg, dem Puig Magdalena (ein Geheimtipp vom Rennradronny!) ereilte Florian noch ein Hüngerchen, sodass diese Tour in Sachen Pausenhäufigkeit historisch war.

122km / 2000hm / 28,5er Schnitt / 82km / 1000hm / 28er Schnitt / 75km / 1040hm / 22er Schnitt.


Trainingslager Mallorca 2019 – Fiesta Porreres

Erste spektakuläre Neuerung im diesjährigen Trainingslager: Nach 6 Jahren in Folge wurde die klassische Betlemrunde am ersten Tag gegen einen 140km langen Parcours durch das südliche mallorquinische Hinterland mit topographischer Höchstschwierigkeit „Puig de Randa“ ausgetauscht. Katie und Detlef sollten eben diese auslassen, um zeitgleich mit den anderen zum kulinarisch hervorragenden (und heuer extrem reichhaltigen) Mittagsmenü in der Escrivania von Porreres einzutreffen. Dies erforderte eine weitere Neuerung: Erstmals ging die Gruppe „Sport 1“ vor der „Speerspitze“ auf die Strecke; geplante Startzeit 10 Uhr. Wie nicht anders zu erwarten wurde daraus nichts — der Klinkmaster hatte eine ebenso zeitige wie eindrucksvolle Bewerbung auf den Trottel-des-Tages Award abgegeben und seine Radschuhe im verschneiten Deutschland vergessen. Nachdem Leihschuhe (BMC, 2 Euro Leihgebühr pro Tag) organisiert waren, ging es endlich los. Jürgen vom VC Darmstadt verstärkte heute den DGD Express.

Auf dem Weg nach Sa Pobla gab es erste Unstimmigkeiten zwischen den für die Tempoarbeit im Wind verantwortlichen Sebastian und Moritz. Letzterer vermutete, dass ersterer immer schneller werden wollte und versuchte – vorsichtig, extrem clevere Idee – dem vorzubeugen, indem er selbst immer schneller wurde. Nachdem der Fauxpas ausdiskutiert wurde, verlief die Führungsarbeit dann harmonisch bis zum Fuße der Ultraserpentinensüdauffahrt des Puigs de Randa. Dort brachte Sebastian sofort konstanten Druck aufs Pedal, um diesmal nicht als letzter, und wenn möglich vor dem noch erkältungsgeschwächten Teamchef an die Bergwertung zu kommen. Dies gelang auch eindrucksvoll – 1:30 schneller als im Vorjahr und Platz 2 in der teaminternen Wertung.

Auf der Abfahrt und mit Rückenwind Richtung Mittagessen wurde nochmal richtig geballert und folgerichtig der Mittagstisch im überfüllten Zentrum von Porreres mit überraschenderweise nur einer Viertelstunde Verspätung erreicht.

Nach dem Kaffee ging die Speerspitze mit Vorsprung auf die Strecke und verwaltete diesen äußerst stark bis ins Orangental hinein. Moritz beschimpfte in Pseudo-Spanisch eine trödelnde Autofahrerin. Dass dies mit dem Stinkefinger in den Rückspiegel beantwortetet wurde, wird hier mal großzügig als Bestätigung der Sprachkenntnisse interpretiert. Ab Felanitx gab es dann nur noch einen Gegner: Wind in die Fresse. Dafür kam die Rennaction richtig zum Kochen, als Florian, der gestern beim Einfahren nicht dabei war und die ersten 110km der heutigen Runde brauchte, um warm zu werden, direkt am Fuße des letzten Berges im Orangental in die Offensive ging. Seiner richtig trockenen Attacke im noch flachen Teil konnten Sebastian und Moritz nur mit Mühe folgen. Danach war Florian richtig „on fire“ und hielt bis zurück ins Hotel das Tempo höher, als der Rest der Gruppe das wohl getan hätte 😉 Für die Statistik war das natürlich gut: 140km, 1360Hm, 31,4er Schnitt

Wie so oft war dann die Überraschung groß, dass auf die Speerspitze gar nicht lang gewartet werden musste. Der Bergfloh war (teilweise zu Katies Leidwesen) auf der Küstenstraße ganz in seinem Element und drückte den Schnitt auf 26,3 für 112km/828Hm.

Trainingslager Mallorca 2019 – Einrollen

An dieser Stelle stand mehr Text, aufgrund von Müdigkeit des Autors (Wecker 2.10 Uhr), wurde sich aber verklickt. Kurzfassung: Frühe Anreise, Einrollen Top, Katie upgraded auf Disc-Renner, Treffen von 3 Citybikern auf der Küstenstraße, Anreise Florian Klink dank Ryan Air (Flug von 8 auf 18 Uhr verschoben) und dank ultra lahmem Bus Transfer (3 Std, laufen die letzten 4km) sehr lang.