Trainingslager Mallorca 2024 – Küstenklassiker

Nach der harten Etappe am Vortag wurde die Mannschaftsstärke etwas eingekürzt. Neben den Optionen Anreise mit/ohne Radtransfer gab’s auch die Option „wenig bis gar nichts“. Das Selbstmordkommando bestehend aus Moritz, Sebastian, Daniel und Heiko trat die vom Gegenwind geprägte Anreise zum Küstenklassiker Startpunkt um ca. 8:20 Uhr an. Die minimale Verspätung (Plan 8:15) ist auf kognitive Dissonanzen zum Philipps-Bike-Team (Bereitstellung Rad-Infrastruktur am Hotel) zurückzuführen. Die Abwesenheit von Getränken im Radkeller hätte man durch proaktive Kommunikation der frühen Abfahrtszeit abwenden müssen. Christians spontane Optionsänderung auf „gar nichts“ ermöglichte den Stars des DGD-Racing-Teams die Plünderung seiner ISO-Getränke Vorräte im Radkeller.

Der weniger wahnsinnige Teil des Teams bestehend aus Sven, Conny, Florian, Konstantin, Maurice und dem Autor des Artikels begab sich um 8:45 in den Radtransfer-Bus zum Startpunkt. Fehlende Getränke wurden z.T. noch von Heidrun vor Abfahrt kompensiert, ein Plan Stopp an einem Supermarkt ließ sich jedoch nicht abwenden. Die Fahrt im Bus war mindestens so abenteuerlich wie die Wind-Rad-Anreise der Superstars. Klappern, Dröhnen, Quietschen und Vibrieren unter Begleitung eines kompletten „Weihnachtsbaum“ an Warnleuchten im Tacho waren die Ursache. Der Busfahrer zeigte sich jedoch unbeeindruckt – das muss wohl so….

Angekommen in Andratx wurden im Supermarkt noch ISO-Getränke der Marke („AdBlue“) erworben. Mit vollen 6 (vollen) Flaschen ging es den ersten Anstieg hoch. Die Laune der meisten Teilnehmer war mindestens so gut wie die Sicht, die Landschaft und das Wetter. Ersteres wurde immer wieder auf der Akustikspur kommuniziert. Bereits am 2. Anstieg kristallisierte sich raus, dass Konstantin und Maurice (als Begleitung) nur noch im Not-Reserve-Modus unterwegs waren. Das 6er Gespann wurde fortan in ein 2er- und ein 4er Team gesplittet. Erstmalig durften Sven, Conny und der Artikel-Verfasser den Port von Valldemossa besichtigen. Einer der schönsten Rad-Aufstiege auf der Insel. Das 2er Team aus Weinheim erlitt auf dem Weg zum Hafen einen Platten, sodass zusätzlich Zeit verloren ging – der Kampf im Hellen noch anzukommen war endgültig gestartet. Mittagessen gab es auf dem Marktplatz in Sóller. Das 4er Gespann bestehend aus Sven, Conny, Klink und Stefan war zwar zuerst beim Essen, doch durch die spanische Gelassenheit der Mittagsabläufe im ausgesuchten Restaurant trafen die Stars des Teams noch dazu, bevor wir aufgegessen hatten. Zu guter Letzt traf Team Weinheim auch dazu.

Direkt nach dem Mittag gab es den längsten Anstieg des Trainingslagers (850 hm am Stück). Sven und Stefan fuhren mit leicht an frisiertem Tempo hoch, was für Stefan mit einem PR belohnt wurde. Zudem hatten es beide geschafft sich von keinem der Stars überholen zu lassen. Die Pläne gemütlich mit Sebastian den Puig zu fahren, warf Moritz über Bord als Daniel am Anfang des Segmentes 3 Gänge hochschaltete. Man einigte sich, trotz des Rückenwindes, zügig aber nicht voll zu fahren und konnten Florian und Conny noch einholen. Heiko fuhr ca. 100m vor Sebastian ein, der auch seine Pacing Strategie nach oben korrigierte. Nach der sehr schnellen Abfahrt zum Kiosk wurde die Gruppe dann vergrößert und es ging im Verband, von Daniel und Moritz angeführt zurück ins Hotel. Team Weinheim erreichte auch unversehrt das Quartier, allerdings war das Abendlicht schon für die Radsonnenbrillen zu dunkel. Insgesamt eine super Etappe bei gutem Wetter und nur für das Führungstrio aus Darmstadt 2 sehr harte erste Stunden im morgendlichen Gegenwind von Mallorca. Strava Link Co-Autor, Autor

Trainingslager Mallorca 2024 – Sa Calobra

Für Martin stand heute ein Kasten Bier als Belohnung fest, wenn er den zweithöchsten und härtesten Anstieg der Insel in unter einer Stunde bezwingen konnte. Kurz nach halb zehn fuhren die 12 Fahrer los – Sebastian holte die Formentor Etappe nach, Heidrun und Detlef fuhren Touren mit sehr unterschiedlicher Pausenquote durchs Hinterland und Florian holte wiederum den Ruhetag nach. Der Wetterbericht versprach viele Sonnenstunden, diese fanden allerdings nur in Alcudia wirklich statt. Am ersten Anstieg des Tages blies den Fahrern ein kalter Wind entgegen, es waren heimelige 8 Grad am Passschild. Martin testete mit einer zweimaligen Attacke seine Beine, konnte jedoch trotz Schützenhilfe von Daniel nicht zu Moritz aufschließen. Da alle ob der noch kommenden Anstiege Bescheid wussten, gab es außer einer defekten Kupplung eines Mietwagens keine Ausfälle. Im Verband wurde der Kiosk am Fuße des Col des Reis erreicht, dort gab es neben handelüblicher Cola auch heiße Schokolade zum Aufwärmen. Die Abfahrt Richtung Mittagessen lief trotz deutlich zunehmendem Wind gut, es waren nur wenig Autos und keine Busse unterwegs. Zum Teil wurden die Fahrer sogar explizit vorbeigewunken. Die Pasta musste im kaminbeheizten Innenraum verzehrt werden, einige Fahrer wärmten sogar ihre Beine am selbigen. Im Gegensatz zum Vorjahr fuhren alle (inkl. der Inselnovizen) nach dem Abzweig zu Cala Tuent noch einmal ans Meer, um das gesamte Segment zu befahren. Der versprochene Rückenwind wehte allerdings nur in sehr wenigen Teilabschnitten auch von hinten, sonst eher böig aus allen Richtungen – auf der Zielgeraden sogar komplett von vorne. Stefan fuhr zusammen mit Sven recht schnell und beim zweiten Führungswechsel konnte Stefan eine 10s Lücke reißen – an seine Bestzeit kam er aber aufgrund der Bedingungen nicht heran. Heiko konnte seine Zeit leicht verbessern und fuhr als schnellster im Ziel ein. Daniel und Moritz sparten sich ein paar mehr Körner für den Folgetag und konnten Christian auf dem Zielstrich noch einholen. Konstantin und Maurice gaben die letzten Kilometer Gas, überholten Arne und noch einen unbenamten Fahrer der sich wohl nicht überholen lassen wollte. Arne hatte mit seinem Knie zu kämpfen und blieb wenige Minuten hinter dem Star des Tages, der seine Zielvorgabe über 6 Minuten unterbot – Respekt und ein Kasten Bier reicher. Die Kaffeepause fand wegen der Kühle erst nach der Kloster Lluc Abfahrt (Tagesbestzeit von Moritz und Stefan) statt, in einem dem Team bis dato unbekannten Hipster Café.
Auf der Rückfahrt musste Daniel für Martin noch eine Lücke zum davoneilenden Feld schließen, bis ab Inca der Rückenwind wirklich Vollgas alle heim blies. Das Hauptfeld erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 60km/h, sodass alle ordentlich pedalieren mussten, um im Feld zu bleiben. Daniel fuhr mit Martin (der noch einen Kettenabwurf hatte) gemütlicher zum Hotel. Stravalink.

Trainingslager Mallorca 2024 – Cap Formentor

Aufgrund etwas unsicherer Wetterprognosen wurde der Ruhetag um einen Tag vorverlegt. Sebastian nahm diesen wörtlich und blieb weg vom Rad. Der Bergfloh fuhr schon kurz nach 9 los, um dieses Mal erfolgreich beim Mittagessen auf den Rest zu treffen. Das erste Segment des Cap Formentors wurde im Vorfeld als „Team Ineos Leistungstest“ beworben und es galt die Teambestzeit von 8:56 zu schlagen. Nicht alle Teilnehmer ließen es auf einen Versuch ankommen, manch einer fuhr mit 1:1 Übersetzung im Plauschtempo hoch. Das Wetter war recht warm und der Wind war Vormittags fast komplett eingeschlafen. Moritz fuhr den Anstieg flott an, was wegen der noch sehr niedrigen Steigungsprozente eine Geschwindigkeit nördlich der 40km/h Marke bedeutete. Heiko und Daniel konnten davon profitieren, Stefan reihte sich hinter Sven ein. Bei knapp der Hälfte übernahm Daniel die Führungsarbeit, Heiko musste abreißen lassen und Stefan konnte eine Lücke zwischen Sven und sich bringen. Moritz wurde kurz vorm Ziel noch durch ein Auto welches unnötig mittig fuhr aufgehalten. Dennoch konnten alle genannten Fahrer ihre persönlichen Bestleistungen verbessern. Martins Form konnte ebenfalls überzeugen, denn er unterbot beide abgegebenen Zeitschätzungen. Nach 2 Jahren Vollsperrung und zwei Jahren Mallorcaabstinenz konnte endlich wieder bis zum Leuchtturm pedaliert werden. Im Abschlussbericht werden dann noch die professionellen Streckenfotos der Mallorca Cycling Photos präsentiert. Das Mittagessen (die bis dato beste Paella) wurde direkt am Yachthafen verspeist. Die Rückfahrt erfolgte im Verband, bis Konstantins Vorderreifen platt war – Schlagloch auf der Abkürzung in Alcudia. Ein Quartett verblieb, um den Reifenwechsel zu betreuen, auf dem Weg zum Hotel kamen dann schon ein paar Läufer entgegen. Danach testen diverse Triathleten noch ihre mitgebrachten Ganzkörperverhüllungen im Meer, während die anderen Fahrer der Sauna (nach 3 Fails des Autors) mit Aufguss zelebrierten.

Trainingslager Mallorca 2024 – Rekordeinrollen

Bis auf Jürgen waren heuer alle Vorjahresteilnehmer wieder am Start. Das Weinheimer Trio reiste am Vortag an, Sven feierte seine Mallorca Premiere und mit Constantin und Martin waren weitere Inselneulinge dabei, aus dem zweiten Winterpokalteam (New Kidz) kam Matthias noch hinzu. Heidrun (dieses Jahr mit Rennradpremiere) und der Rollenkönig Bergfloh komplettieren die 16er Gruppe. Da nicht alle in der offiziellen Messengergruppe vertreten waren, gab es ein paar Kommunikationsengpässe bezüglich der um 13:30 anvisierten Abfahrtszeit für die Einrollrunde. Bis auf Sven konnten alle noch das Hotelfrühstück einnehmen, dennoch wurden vor der Abfahrt schon ein Teilnehmer mit offener Gelpackung gesichtet. Martin (der nach seinem Unfall vor 2 Wochen wieder recovern muss) fuhr mit Constantin der 13er Gruppe hinterher. Heidrun wählte zum Gewöhnen ans neue Material den direkten Weg an der Küstenstraße zum Kuchenstopp. Das Wetter war für März auf der warmen Seite, aber der stramme Wind aus Richtung Meer blies recht frisch. Beim obligatorischen Fotostopp auf der Mauer in Muro wählte Maurice für die Selbstauslöserfunktion den Fensterverschlag eines Anwohners. Die freundliche Dame übernahm die Fotografenrolle mit dem Kommentar „every day the same“. Um sich die Beine kurz frei zu fahren, splitterte der Verband ein wenig auf, bis alle pünktlich 15:30 am Café zum Erdbeerkuchen ankamen. Die Rückfahrt auf der Küstenstraße wurde dann ein wenig schneller und durch einen Kettenabwurf von Maurice initiierte Gruppenteilung durchgeführt. Ein paar ausgewählte Athleten liefen sich dann am Meer noch die Beine frei, der Rest regenierte lieber in der Sauna.

Giro delle Dolomiti 2023 – 5 (Jenesien)

Mit viel Verspätung kommt, wer hätte das gedacht, doch noch der Artikel zum Abschluss des Giro 2023. Der designierte Artikelschreiber hatte seine Pflichten zwischendurch schlichtweg vergessen und während der diesjährigen Giro-Woche war aufgrund der sehr späten Abfahrtszeiten keine Zeit zum Tippen.

Die Abschlussetappe war nahezu identisch mit einer (teilweise) beliebten Trainingsrund des DGD Racing Teams aus Lana aus, gefahren zuletzt 2020. Der gezeitete Abschnitt war mit 10,7km und 908Hm nochmal richtig hart. Sebastian beschloss trotz zuletzt positiven Vibes am J-Berg, Daniel am Pool Gesellschaft zu leisten. Die anderen drei Fahrer machten sich mit dem Peloton leicht verspätet auf den Weg. Ob der viertägigen Vorbelastung und des recht steilen Zeitfahrsegments lautete die einhellige Renntaktik: eigenes Tempo fahren und nicht auf Gruppen achten! Das sollte ich auszahlen und sowohl Heiko als auch Moritz fuhren die jeweils beste 45 (bzw. 40) min Leistung ihrer Radsportkarriere: 317 (bzw. 332) Watt sorgten für ungläubige Gesichter und wurden erst für Messfehler gehalten.

Moritz kam wieder mit den üblichen verdächtigen für die Plätze 9-14 ins Ziel, Heiko landete auf P40 und Sven auf P75. Im diesmal sehr stark besetzten Classement général bedeutete das zum Ende einer Woche die Plätze 12, 29 und 59 für das DGD Racing Team.

In der Pause konnten noch die Wogen nach einem etwas sehr direkten Facebook Posts über die DGD Racing Team Seite zum Thema „Tesla Speed in den Abfahrten und Gesamtdauer der Etappen“ geglättet werden. (Insebesondere musste der Post selbst kurzentschlossen geglättet werden.) Die Organisatoren waren sehr interessiert an unserem Feedback und wir hoffen, das einiges davon für 2024 berücksichtigt werden wird, wenn zumindest 3 Teamfahrer (Preisfrage:wer?) wieder am Start stehen werden 😉 Auf dem Messegelände entdeckte dann noch einer der Fahrer seine Leidenschaft für Lasagne alla Birra, aber das führt an dieser Stelle zu weit…