Giro delle Dolimiti 2022 – Team Crono

Aufgrund des erneuten Starts in Trento war die Gruppe sehr überschaubar. Auf der EM Strecke von 2021 wurde ein (zu) kurzes Teamzeitfahren von 8km ausgetragen – laut Polizei gingen wohl nicht 2 Runden des Kurses. Die Strecke war recht flach, erst mit Gegenwind dann entsprechend mit Rückenwind bei mittelgutem Straßenbelag, einer Abbiegung und einem sehr großen Kreisel als Wendepunkt. Thomas sollte den Startfahrer machen, kam aber nicht so gut ins Rollen, sodass Micha direkt übernahm. Daniel fuhr nur ca. 30 Sekunden (Wahoo leer, ging wohl nicht aus nach dem Laden, neues ist bestellt) vorne damit die Schmerzen beim Einscheren überschaubar blieben. Bis zur Wende im Kreisel lief alles nach Plan, nach der Abbiegung gab es vor Thomas eine Lücke, die Heiko vergeblich versuchte zuzufahren. Kommandos wurden nicht gehört und als Lorenz das Malheur bemerkte war es schon „zu spät“. Daniel fuhr weiter vorne weiter und übernahm direkt  von Heiko. Michael konnte zum Ende nochmals beschleunigen sodass dennoch ein 46er Schnitt rauskam. Das Siegerteam war laut Strava 30 Sekunden schneller (die „offizielle“ Zeitnahme sagte was von >1Minute), und selbst ohne dieses Problem wäre man wohl knapp zweiter geworden – jetzt eben knapp nach hinten. Wie im Vorjahr wurde zwar das beste (und einzige) Firmenteam geehrt, und auch das beste (und einzige) Mixedteam aber nicht Platz 2. Stravalink

Ein Dank geht an Thomas, Lorenz und Michael raus für das gute Teamwork und die gute Stimmung trotz des etwas verpatzten TTs. In der online Lokalpresse wird der 2. Platz immerhin erwähnt, die konstruktiven Kommentare werden aber nicht „live“ geschaltet.

Giro delle Dolomiti 2022 – Bondone

Wieder früh aufstehen, dieses Mal ging es mit dem Auto nach Trento. Dort startete die letzte und schwerste Etappe des Giro. Am Start gewann Daniel schon einen Platz, denn Fabian hatte beim Transports seines Velos die Steckachse verbummelt und konnte daher leider nicht starten. Die Fahrt ging los durch Aldeno, wo man den ersten steilen Teil des Südanstiegs zum Bondone absolvierte – jeder in seinem Tempo der Tesla gab Gas. Dann ging es links aus ins Valle des Cei, wunderschön ruhige Straße und nach dem Frühnebel herrlicher Panoramablick auf die umliegenden Berge. Nach dem Girosprint auf den Passo Bordala gab es denn recht spät eine Pause, man hatte ja schon gut Höhenmeter in den Beinen. Direkt weiter auf den Passo Santa Barbara wurde dann weiter geradelt, mit 50rpm um die Beine zu schonen. Die Abfahrt in Richtung Arco am Gardasee war dann sehr steil und schmal, aber mit der Stopp-and-go Taktik gut zu fahren. 10 Kilometer vor dem Zeitfahren gab es nochmals einen kurzen Stopp, dort konnten die Flaschen für die drohende Hitzeschlacht aufgefüllt werden. Diese fand glücklicherweise nicht statt, es zogen Wolken auf und es nieselte sogar. Daniel fuhr auf P4 hinter Michael, Janine und Julia in den Anstieg rein, der am Anfang sehr flach war – Körner sparen. Als dann die Spitzengruppe von hinten kam, bildete sich eine neue größere Gruppe, in die Michael, Janine, Eugenio und auch Lorenz gingen. Daniel fuhr sein eigenes Tempo, wurde von einem Italiener am Vortag von seinem Windschatten profitierte mitgezogen. Julia konnte die Gruppe nicht halten, und bald musste auch Michael reißen lassen und landete in Daniels Gruppe. Das gleiche Schicksal ereilte Lorenz, der abermals überpacete und nur im Tunnelblick auf Daniels Hinterrad starren konnte, bevor er auch dieses nicht mehr halten konnte. Die Dreiergruppe um Janine war die ganze Zeit in Sichtweite, kurz bevor es flach wurde konnte sie gestellt werden – Janine musste dort vorne fahren und nahm daher auch etwas Tempo raus. Dazu gesellte sich noch ein niederländischer Tagesstarter, sodass man zu fünft oben rein fuhr. Heiko machte kurz vor der Zeitnahme einen Pitstopp und fuhr das Feld von hinten auf, ohne dass er Mitfahrer fand die sein Tempo mitgehen konnten. Leider knallte es 2km vor dem Ziel, und der Vorderreifen war platt. Bis der Materialwagen da war, und der Platten repariert war, vergingen sage und schreibe 50 Minuten – Werkzeug oder Schlauch wurde natürlich nicht mitgenommen ist ja alles Zusatzgewicht. Die restlichen 2 Kilometer taten mit kalten Beinen weh und die Platzierung (P27 virtuell) war auch vollends weg – more luck next time. Daniel wollte im Flachen nochmal die Gruppe reduzieren und gab zweimal Vollgas – es konnten aber alle dranbleiben. Michael wollte sich schon als Autor für den Blog anbieten, damit sich Daniel nicht selbst loben müsse, Grüße nach Köln gehen an dieser Stelle raus. Nach gut 30 Fahrern wurde bereits der Tesla nach unten geschickt, sodass keiner frieren musste (Bondone Style leider ohne Foto) sodass die erste Gruppe über 1h vor Plan beim Lunch war. Daniel konnte sich den 2. Platz der Altersklasse klar sichern und der Gesamtplatz 10 war auch ungefährdet, da Eugenio nur 2 Sekunden aufholen konnte (einmal in 1h im Wind gewesen). Stravadaten: 112km 3000HmHeiko als Mainfeature im Video


Abends ging es noch mit Thomas, der ebenfalls in Trento übernachtete, zur Pizzeria da Albert, als Vorspeise ist die Magherita übrigens sehr zu empfehlen 🙂

Giro delle Dolomiti 2022 – Durnholz

Nach dem Ruhetag gab es zum Eingewöhnen eine kurze Etappe. Durch zahlreiche lange Tunnel führte die Etappe direkt ins Sarntal. Außerhalb des Giros sollte man die Tunnel nur bergab bewältigen und über das Rittner Horn fahren (so wie das DGD Racing Team im Jahr 2014). Aufgrund dieser Konstellation ist das Segment nur wenigen Teilnehmern bekannt. Nach dem Giro Sprint und der Rast mit sehr gutem frisch gepressten Pfirsichsaft in Aperolgläsern ging es direkt nach dem Abzweig Penser Joch / Durnholz los. Wie von Daniel prognostiziert wurden die ersten 2 Kilometer wie ein Radrennen gefahren, der zweite Kilometer war der steilste des Abschnitts. Die erste Gruppe mit Michael, Janine und natürlich Fabian sowie Eugenio und Lorenz (rechts im Bild) war leider etwas zu flott, mit 400W auf dem Tacho musste Daniel rausnehmen und eine eigene Gruppe anführen. Heiko konnte in einer weiteren Gruppe mitgehen wo unter anderem Martin, Sven gefahren sind. Dort wurde jedoch nach zwei Drittel eine Attacke gefahren die er nicht mitgehen konnte. Dann kamen Max und Bastian von hinten an, aber in der Gruppe wurde zu Heikos Leidwesen auch attackiert – abermals abreißen lassen war die Folge. Es kam jedoch eine Top Zeit und Platz 33 heraus, dieses Mal jedoch ohne etwaige Leistungsreserven. Daniel holte Julia dann einen Kilometer später ein, die ebenfalls aus der Gruppe fiel. Die beiden anderen Italiener in Daniels Gruppe hielten sich vornehm zurück mit Führen, d.h. Daniel musste auch im Flachen über 300W treten um keinen mehr ranfahren zu lassen. Kurz vor dem Ziel attackierte Julia dann nochmal und die beiden anderen Mitfahrer begaben sich auch kurz mal in den Wind. Keiner hatte jedoch die Beine um die Lücke zur zweitbesten Frau zu schließen, Daniel kam dann auf Platz 17 am Durnholzer See an, am Ende mit einer Minute Rückstand zur Gruppe. 

Hinunter ging es dann überraschend zügig, sodass man fast eine Stunde vor Plan in der Messe Bozen war. Dort gab es vegetarisches Menü mit schwarzem Reis und das Zeitfahrteam wurde offiziell gemeldet. Stravalink: 74km 1300Hm
Video des Tages

Giro delle Dolomiti 2022 – Ruhetag

Damit die Beine sich nicht voller Wasser saugen, wird am Ruhetag des Giro etwas pedaliert. Es ging runter auf den Etschtalradweg und dann am Kalterer See vorbei durch die Ortsrampen von St. Nikolaus in Richtung Mendelpass. Direkt an der Abzweigung gab es dann Schlutzkrapfen, Pasta und natürlich Espresso – die Reserven müssen aufgefüllt sein. Zurück ins Hotel Sigmundskron mussten die Räder noch kurz gereinigt werden (leider ohne Moritz‘ fachmännische Hilfe), denn der leichte Regen am Vortag war deutlich zu sehen. Für die Etappe wurden die Classic Trikots aus dem Startbeutel (gibt auch noch richtige) probegefahren. Größe S bei Daniel war eindeutig zu groß. Für 16.00 Uhr ist die Sauna bestellt, damit die Beine für die zweite Tourhälfte weiter so gut in Form sind.

Stravalink: 40km 600Hm

Giro delle Dolomiti 2022 – Würzjoch

Leser des Blogs werden eine Replique der Etappe von 2019 erwarten, aber die damalige Abfahrt nach Lüsen über einen asphaltierten Feldweg wurde aus Auffahrt genutzt. Der Tesla fuhr direkt morgens in guter Pace nach Brixen, wo mitten im Stadtkern die Frühstückspause war. Leider mit etwas begrenzten WC Möglichkeiten, aber das konnte man beim anschließenden Bergaufradeln auch so erledigen. Den 2. Platz des Giro Sprints belegte Lorenz, der den Platten am Vortag hatte und seine GC Ambitionen (verfrüht) begraben hatte. Die Temperaturen waren deutlich angenehmer und kurz vor dem gezeiteten Segment gab es noch eine Rampe bei dem das Feld schon einmal vorsortiert wurde. Daniels permanenter Begleiter hatte keinen Kettenabwurf kurz vor dem Start und musste gut eine Minute später auf die Zeitenjagd gehen. Heikos geplante Mitfahrer (Max und Bastian) waren noch weiter hinten im Feld, ein nicht verschiebbarer Boxenstopp war Schuld. Dieses Mal blieb Daniel an Michaels und Janines Hinterrad, dazu gesellte sich noch Eugene. Nicht nur Michaels gutes Tempo sondern auch seine Ballermann Musik erhellten Daniels Gemüt – die Beine waren auch top in Form und bei jedem Steilstück >12-14% wurde Tempoarbeit verrichtet. Nach wenigen Minuten wurden einige Fahrer ein- und überholt, unter anderem Lorenz und die beiden Niederländer Martin und Sven, alle drei hatten wohl etwas überpaced. Heiko hatte keine vernünftige Gruppe, holte dann Julia ein (2. beste Frau heuer), die jedoch nicht den Windschatten halten konnte und daher viele Plätze im Klassement einbüßte. Auch er hatte sehr gute Beine und noch ein paar wenige Watt in Reserve (aufgrund unterschiedlicher Gruppen die letztlich alle abhangen wurden) und konnte Platz 27 erreichen. Daniel musste am Ende eine Eheinterne Attacke zwischen Michael und Janine mit anschauen, konnte aber im Gegensatz zum Rest der Gruppe die Lücke schließen und fuhr auf Platz 10 (mit neuem Wattrekord 289W/41 Minuten) durchs Ziel. Fabian war zwar in Sichtweite nach hinten, aber fuhr ganz alleine 7 Sekunden schneller als Daniel und Michael, ärgerlich aber auch sehr stark. 

Oben am Pass gab es einen Imbiss und dann ging es wieder im Stopp- and Roll Modus die Abfahrt hinunter. Kurz nach Brixen war die Straße kurz feucht, aber das zählt noch als Trocken geblieben. 174km, 2500Hm  Video des Tages