Mallorca 2013: Ausrollen und Abreise

Und wieder ging eine Woche Trainingslager Mallorca wie im Sturm vorbei. Dieser ist beim Ausrollen durchaus wörtlich zu nehmen, denn der sonst immer präsente Westwind wollte es wirklich wissen. Bei Gegenwind konnten im Geraden gerade mal die 20km/h gehalten werden, wobei man auf den sehr spärlich frequentierten Rückenwindstrecken durchaus 50 fahren konnte ohne Anstrengung versteht sich. Die letzte Runde war fast komplett flach und führt durch das schöne Hinterland Mallorcas (Sta. Magalida, Petra, Sant Joan, Sineu, Llubi, Muro) ohne jemals hohe Pulsbereiche anzutasten. Mittagessen wurde im Restaurant der ehemals krummen Preise verspeist, dieses Mal wurde auf ,50ct aufgerundet in der Karte. Die für 1€ bestellte Vorspeise „Pa i Oliva“ war zwar günstig, aber mit Oliven und Brot eine staubige Sache, die nachgeorderte Alioli machte das aber mehr als wett. Nach dem Nachmittaglichen Fotoshooting und der Nachbräunung der Waden ging es zurück über die sehr gut geplante (weil letztes Jahr exakt so gefahrene) Route.

Nur hier war die Straße irgendwie unterbrochen, aber dank Leichtbau konnten die beiden Radprofis ihre Räder geradeso über die Leitplanken buchsieren. Zurück in Picafort ging es Frühstück für Sonntag (Wecker klingelt Sommerzeit-bereinigt 3:15) einkaufen, Räder putzen, den geliehenen Vorbau zurückgeben und dann natürlich nochmal in die Sauna.

Daten der Etappe: 70km, 27er Schnitt, 350Hm, weitere Abschiedsbilder.

Mallorca 2013: Sa Calobra

Am letzten richtigen Trainingstag ging es mal wieder nach Pollenca, ganz gemütlich bei Windstille an diversen Gärten vorbei. Der erste Anstieg hoch zum Coll de Femenia wurde fast im Schongang gefahren, dennoch eine Minute schneller als im Vorjahr wie sich beim „Debriefing“ heraustellte. Vorbei am Kloster Lluc und am Kiosk ging es dann über den Coll de Reis die Stichstraße (Sackgasse) hinunter ans Meer. Das etwas überteuerte Mittagessen mit Selbstbedienung wurde mit Meerblick verzehrt, man ruhte sich aus, denn gleich nach dem Essen ging es die gut 700 Höhenmeter wieder hinauf.

Wie beim DGD Racing Team üblich wird so etwas natürlich nicht einfach so bewältigt, nein – Zeitfahren muss es schon sein. Moritz übernahm unten die Führungsarbeit und fuhr den Berg, sehr zur Freude von Daniel, gemäßigt an. Bald steigerte sich das Tempo und bei 192 Pulsschlägen lies Daniel bei Streckenkilometer 3,7 abreißen. Da das die allererste voll gefahrene Zeitfahrsession des Jahres war, zudem die Erkältung zwar nicht störend aber immer noch präsent war, keine Überraschung. Die gab es für Moritz hingegen oben an der Passhöhe. Trotz Gegenwind und dem gemächlichen Beginn konnte die Vorjahresbestzeit von 33:53 um anderthalb Minuten unterboten werden. Daniel konnte ebenfalls ein relativ hohes Tempo gehen, die Uhr blieb bei 34:30 stehen. Der Rest der Tour bestand aus Heimrollen, über ein paar nette Dörfchen begleitet von Rückenwind. Ziel: Eiscafé am Strand von C’an Picafort.

Eckdaten: 2100Hm, 26er Schnitt, 122km, Bilder gibs hier.

Mallorca 2013: San Salvador und Puig de Randa

Auf die Königsetappe am gestrigen Tag sollte eigentlich eine gemütliche Etappe folgen. Die klassische Hügelrunde mit dem Bergzeitfahren auf den Puig de San Salvador ist dafür wie geschaffen wenn, ja wenn die beiden Profitourenplaner nicht noch einen weiteren Anstieg eingebaut hätten.

Die Anfahrt zum ersten Berg verlief dann auch recht unspektakulär. Lediglich eine Gruppe Italiener sorgte für Kopfschütteln: Erst bummeln sie ohne sich abzuwechseln und als das Racing Team dann vorbeigeht ziehen sie das Tempo voll mit, ohne aber auch nur daran zu denken, auch mal im Wind zu fahren. Mamma mia, nichte zu glaubene 😀

Daniel hatte schon vor der Etappe angekündigt nicht auf Zeitenjagd am Puig de San Salvador zu gehen, die fast verschwundene Erkältung hätte sich darüber sich auch nicht gefreut. Ganz ungewohnt stellte auch Moritz in Felanitx fest, heute nicht besonders „zeitfahrgeil“ zu sein, sicher auch weil der 18,1er Schnitt (5km, 340Hm) aus dem Vorjahr eine brutale Vorgabe war. All das änderte sich aber (wer hätte das gedacht) schlagartig als nach eher verhaltenem Beginn ein Konkurrent mit beachtlicher Pace aus der ersten Kehre startete. Bis zum Gipfel wurde der Kollege natürlich distanziert und die 15:29er Zeit (19,1er Schnitt) die dabei herauskam spricht für sich. Daniel knackte trotz Erkältung und über 15 Schlägen weniger Puls als üblich noch die 2011er Zeit deutlich. Immer wieder erstaunlich, wie man sich in den letzten Jahren steigern konnte.

Das Gefluche über den unmenschlichen Gegenwind ersparen wir den Lesern an dieser Stelle und erwähnen lieber, dass das Mittagessen in Porreres hervorragend war. Mit dem Puig de Randa stand nach dem Mittagessen für das Team ein neuer Berg auf dem Programm. Natürlich wurde die „Geheimauffahrt“ von Lluc Major gewählt, die große Straße kann man ja auch noch runter fahren. Die gefühlt 48 Kehren auf den ersten Kilometer belohnten auch sofort für die Anstrengungen bei teilweise über 15% Steigung. Die Heldenübersetzung (oder im üblichen Stefan Vokabular auch „Spasten“ genannt) suchte man daher auch vergeblich.

Auf der Rückfahrt ins Hotel war dann der Wind mal so richtig auf der Seite des DGD Racing Teams. Der 42,7er Schnitt auf den letzten 20km kostete zwar unterm Strich einen Winterpokal-Punkt, brachte aber nie gekannten Spaß auf breiten flachen Straßen.

Zu guter letzt verschenkte Daniel dann noch die restlichen 3 Eis aus unserer 5er-Packung vorm Supermarkt in C’an Picafort – über diese Art von Öffentlichkeitsarbeit dürften sich die Sponsoren freuen 😉
Auch heute gibt es wieder eine Bildershow.

Mallorca 2013: Königsetappe (Orient und Puig Major)

Im Nieselregen ging das in Spanien befindliche DGD Racing Team vom Radkeller zum Flaschenauffüllen (und damit ist ausdrücklich nicht das Frühstück gemeint). Das sollte jedoch der letzte Regen des Tages gewesen sein. Die Etappe des Vorjahres (damals am 1. Tag gefahren) führte über den höchsten Anstieg Mallorcas, über den Puig Major (knapp 1000 üNN). Da jedoch noch der Coll d’Orient,

einer der allerschönsten Anstiege der spanischen Insel mitgenommen werden sollte, wurde die bis dato längste, und härteste Etappe mal ganz locker am Laptop verlängert um den besagten Anstieg. Der Wind meinte es zu Anfangs gut, kam jedoch nach der ersten halben Stunde schön von vorne. Die Wolken waren stets bedrohlich dunkel, und das auch ohne Sonnenbrille. Der Anstieg zum Orient wurde verhalten gefahren, beim Coll de Soller gab es für Moritz kein Halten mehr, als einige Vereinsfahrer ein gutes Tempo vorgaben. Daniels spärliches Frühstück rächte sich da, so oder so wäre aber nicht viel gegangen, die Erkältung ist eben nicht von hier auf gleich überwunden – machte aber eigentlich keine Probleme. Mittagessen war dann für Moritz ein kulinarisches Highlight, mangels Alternativen gab es einen Teller Spaghetti mit Ketchup. Nach dem wirklich kurzen Boxenstopp ging es auf den Puig Major, dessen höchster Punkt (ein 400m langer Tunnel) dank Tunnellicht sicher überwunden wurde. Dort war die Konkurrenz dann nicht mehr so gut aufgestellt und es ging zügig bergauf (immerhin 1:20m schneller als im Vorjahr). Die Abfahrt war wieder überraschend sonnig und in Pollenca gab es dann noch eine kleine Stärkung, das Mittagessen war wirklich nicht sonderlich groß ausgefallen. Der Rückweg nach C“an Picafort war recht gutmütig, es gab Rückenwind. Eckdaten der Rekordtour: 145km, 26er Schnitt, 2300Hm. Bildergalerie mit Klick.

Mallorca 2013: Cap Formentor

Um der Teamchef’schen Erkältung noch einen weiteren Tag Heilungszeit zu spendieren stand heute die einzige verbleibende Etappe ohne Bergzeitfahren an. Beim brutalem Gegenwind ging es zunächst nach Caimari von wo aus der gleichmäßige Anstieg zum Kloster Lluc in Angriff genommen wurde. Konkurrenz aus der Schweiz war diesmal nicht am Start – dafür aber jede Menge Aufbaugegner 😉 Der endlosen Abfahrt nach Pollenca wurde im letzten Jahr ein wunderbarer neuer Belag verpasst, sodass es das Racing Team bei ordentlichem Rückenwind so richtig laufen lassen konnte.

In Port de Pollenca war dann Paella angesagt. Wie es sich für die Kulinarik Experten gehört wurde das Schälen der Meeresfrüchte großzügig der Bedienung überlassen. Für einen „Aufpreis“ von -3.70€ ein durchaus gutes Geschäft. Nach längerer Verdauungszeit (die bei dieser Portionsgröße auch angebracht war) stand dann noch der Abstecher zum Cap Formentor auf dem Programm. Neben Unmengen an Rennradfahrern hatten diesen Plan auch hunderte (deutsche) Autotouristen. Der Leuchtturm am Cap versankt regelrecht im Verkehrschaos.

Dieses Jahr konnte man auch endlich wieder das 2.60€ Wassereis genießen 🙂 Der Rückweg auf der holprigen Straße verlief dann unspektakulär, dafür meinte es der Wind auf der Küstenstraße nochmal gut. Als Belohnung kam trotz Schnittkiller Formentor noch ein 28er Schnitt heraus. Hier gibs noch Bilder.