Trainingslager Südtirol: Königsetappe – Stilfser Joch

Die Königsetappe sollte etwas Besonderes sein, deswegen begann der Tag unkonventionell (früh). Für Detlef hieß das – Abfahrt um 7:36 MESZ. Die Gruppe um den Teamchef zog 3600 Sekunden später los – musste jedoch beim örtlichen Fahrradladen Zwischenstopp machen, da sich Stefans Ritzel aus unerklärlichen Gründen gelockert hatte. Das dafür nötige Spezialwerkzeug liegt in Reichelsheim. So kann Heidrun anfallende Reparaturen an Fahrrädern in der Goethestraße durchführen – schlau gedacht…

Die Fahrt zum Stilfser Joch verlief dann jedoch rund. Zumal in Italien auch historisch belastete Straßennamen ala „SS 38“ erlaubt sind – die die Frau aus dem Navi lustig aussprach.

Daniel machte auf den ersten Kilometern das Tempo, Moritz übernahm dann bei 8km (von 24km). Die anfänglich flachen Stücke wurde genauso wie Pulswerte unter 180 bei Stefan Mangelware. So löste sich Moritz interessanter Weise auch von Daniel. Dieser versuchte einer „Profi-Frau“ zu folgen, die Herr Egert schon überholt hatte.

Stefan fuhr sein eigenes Tempo – hatte jedoch im Mittelteil ein paar Körner zu wenig, die er vermutlich in der recht zügigen Anfahrt hinter Moritz hatte liegen lassen.

Daniel musste sich der Profidame geschlagen geben. Dafür war das Wetter oben erstaunlich gut – sodass nur noch einige Wolkenfetzen zu durchqueren waren.

Als alter Optimist bekannt schaffte Detlef die von uns prognostizierte Zeit von „unter 3 Stunden“ nicht, war komischer Weise aber trotzdem vor Daniel oben. Was vermutlich an der extrem Starken Zeit von 3:00:01 lag. Moritz 1:43:30, Daniel 1:48:30. Stefan 2:00:53 – Auch hier wurde das Ziel (unter 2 Stunden) verfehlt. Auf Grund der wenigen Trainingskilometer aber nicht verwunderlich.

Im Vergleich zum letzten Jahr:

Stefan: – 01:30 Minuten

Daniel: – 06:30 Minuten

Detlef – 12:00 Minuten

Die Abfahrt wurde vom Teamchef via iPhone gefilmt. Der Verkehr war extrem gut, wir mussten diesmal nur wenige Autos bzw. Wohnmobile überholen. Aus der Technikabteilung gab es einige Verbremser zu vermelden, da die Vorderbremse das Faden begann. Eine Scheibenbremse – oder zumindest temperaturfestere Beläge sind hier anzuraten. Stefan konnte sich so nur unwesentlich von Daniel absetzen.

Nach 33 Minuten war die Gruppe um Stefan wieder am Teamfahrzeug, was einen 44er Schnitt bedeutet. Kein Auto und kein Motorrad war schneller – nur ein 120kg „Rennradbrocken“ war besonders im flachen Teil extrem stark – was ein „Kenner“ auf das fehlende Gehirn (Anm. d. Red.: zu erkennen am nicht vorhandenen Helm) schieben würde. (Eckdaten: 24km, 1800Hm)

Trainingslager Südtirol: Ruhetag

Für morgen ist die Königsetappe auf das Stilfser Joch geplant, dementsprechend wurde heute ein Ruhetag eingelegt. Für Daniel und Moritz bedeutete dies, die Quäldichbestzeit am langen Anstieg durchs Ultental bis zum Weißbrunnsee zurück zu erobern: Es galt die 1616 Höhenmeter, verteilt auf 39km mit einigen Flachstücken und Abfahrten in weniger als 2:15:20 zu bewältigen.Bei wirklich lockerem Tempo (abgesehen vom Steilhang am Schluss), ordentlich Hitze im unteren Stück und gutem Wind im oberen Streckenteil gelang dies mit einer Zeit von 2:10:58 klar. Leider scheint das Schild, das Daniel letztes Jahr für das obligatorische Passbild nutzen konnte, verschwunden zu sein. Wir müssen diesmal also ohne auskommen.
Detlef und Stefan nahmen sich den Rat „am Ruhetag sollte man nicht nur ruhen“ ebenfalls zu Herzen und fuhren einen Rundkurs mit einem 3km langen steilen Anstieg, der gut 400 Höhenmeter aufweisen konnte.
Für die nächsten Tage sind sich die Wettervorhersager noch uneins; der DGD Wetterservice rechnet bis
zum späten Nachmittag überraschenderweise mit gutem Wetter.

Trainingslager Südtirol: Timmelsjoch

Nach der gestrigen Rundtour stand heute einer der längsten Alpenpässe auf dem Programm: Die Timmelsjochstraße führt von St. Leonhard bis auf 2509m Höhe. Dabei sind 1821 Hm auf 29km Streckenlänge zu bewältigen, die Spitzen des ungleichmäßigen Stiegungsprofils liegen bei 13-14%. Nachdem auf den ersten flachen Kilometern und den dazwischen immer wieder eingestreuten Rampen Uneinigkeit herrschte, wie schnell wer den Berg anfahren sollte, machte Stefan ab Kilometer 8 ein gleichmäßiges Tempo, so dass das Flachstück nach 15km mit einem starken 14,4er Schnitt erreicht wurde. Im Gegensatz zu sonstigen von Racingteamfahrern schon als Flachstück bezeichneten Streckenabschnitten bieten die Kilometer 15-19 am Timmelsjoch bei maximal 2% Steigung wirklich die Möglichkeit noch einmal genügend zu trinken und kurz zu regenerieren – was auch nötig ist, angesichts der steilen Serpentinen (immer im Bereich 9-12%), die sich direkt danach vor einem aufbauen. Sofort verschärfte Moritz das Tempo deutlich, was auch dazu führte, dass Detlef bei Kilometer 20 überholte wurde. Dieser sah zu diesem Zeitpunkt noch beeindruckend locker aus – die 3h-Marke schien möglich zu sein. In Sachen Tagesform war diesmal Moritz an der Reihe. Nach dem letzten langen Tunnel konnte Daniel die Attacke nicht kontern, am Ende stand die winzige Zeitdifferenz von 15 Sekunden zwischen den Bergspezialisten.

Die Gesamtzeit von 1:53h für Daniel und Moritz (15,3er Schnitt) entschädigen für die Fahrt am Limit. Stefan fuhr trotz Problemen mit der Luftzufuhr in knapp 2500m Höhe den Pass in sehr starken 2:06 zu Ende und Detlel gelang eine Punktlandung – 3:00h.