Trainingslager Südtirol 2017 – Mendelpass

Dieses Jahr ist vieles anders. Zum ersten Mal ist Sebastian Bechtel mit im Trainingslager Südtirol, für ihn ist es der erste Auffenthalt mit Rennrad im Hochgebirge. Die Abfahrt vom DGD Racing Team Headquarter wurde 40 Minuten nach hinten terminiert, die Zusammenfassung der Tour de France Etappe lief zu spät im TV. Das führte dann zu einer etwas langwierigen Anreise, es hat gute 8 Stunden gedauert bis das Quartier in Lana erreicht wurde. Dieses Mal ist es der Neuhof, ebenfalls mit Pool. Nachdem erstmalig statt Kaffee und Kuchen eine Pizza vor der ersten Runde verzehrt wurde, ging es in Richtung Mendelpass. Beim steilen Abzweig vom Radweg auf die Straße, beschloss Moritz die Rampe zu schieben anstatt viel zu spät alle Gänge runterzuschalten, ein seltener Anblick.

Das Wetter war trocken und angenehm, keine Hitzschlacht wie in den Jahren zuvor. Der Mendelpass wurde in moderatem Tempo solide bewältigt, die lange Anreise führt bekanntlich nicht zu guter Form am ersten Tag. Zum obligatorischen Strudel mit Schorle wurde dann noch von 2/3 der Fahrer ein Espresso hinzugeordert, dann ging es den Gampenpass hoch. Dieser wurde Sebastian mit 2% Durchschnittssteigung angekündigt, die Wahrheit liegt natürlich leicht darüber.

Die Abfahrt war relativ frei und mit neuem F1 Belag gespickt, nur der Wind frischte merklich auf. Daten der Tour 82km, 1700 Hm 25er Schnitt.

Mit dem Rennrad über die Alpen – Tour vom Bergfloh

Die Alpenüberquerung von Ettal aus zu starten war sehr gut gewählt. Zum Einrollen gab es einen schönen, leicht welligen Abschnitt nach Reutte, ein Stück entlang am Plansee. Obwohl alle Planungstools und auch der Teamchef ein Teilstück auf dem Fernpass vorgesehen hatten, wurde der spontane Versuch, schlauer zu sein, schnell abgebrochen und sich in den Tross der LKWs und Wohnmobile eingemischt. Gleich vor dem ersten Tunnel war Schluss für Fahrräder, aber später durfte man als Linksabbieger wieder mitmischen. Kurz nach einer dem DGD Racing Team bekannten Tankstelle ging es dann in die ruhige und landschaftlich reizvolle Passage über Namlos nach Stanzach (der Material-Wagen hat das leider nicht erlebt, da er sicherheitshalber Planungsvariante "leicht" abgefahren ist). Nach kurzer Mittagspause (Staunen bei manchen Lesern) ging es dann hinauf zum Hahntenn-Joch, nach bereits 1000 gefahrenen Hm ein ambitioniertes Vorhaben. Mit einem Minizwischenhalt wurde auch dies gemeistert. Die Abfahrt war nicht ganz so schön, auch wegen des schlechteren Straßenbelags. Von Imst ins Ötztal wurde dann im zweiten Anlauf der geplante Fahrradweg unter die Pneus genommen, übrigens eine super Wahl.
Daten von Tag 1: 133,2 km, 2286 Hm

Nach der Königsetappe ging es auf das Dach der Tour – das Timmelsjoch, und zwar von der dem Team noch unbekannten Seite. Knapp 60 km bei 1992 Hm waren dabei zu bewältigen. Die ständigen Wechsel zwischen Anstieg und Flachstücken ergaben keinen anständigen Rhythmus. Besonders lecker war der Schlussanstieg mit einer 2 km Geraden mit Nordsee-Wind, also direkt von vorne. Nach langer Qual war das Joch erklommen und nach einer kleinen Stärkung ging es in die Abfahrt nach St. Leonard, wo dann wegen drohender Niederschläge und ausreichend Restzeit das Lager für die Tour aufgeschlagen wurde.
Daten Tag 2: 88,6 km, 1992 Hm

Mini-Etappe nach Lana Tag 3 Daten: 27,4 km, 151 Hm

Aus dem Wohnzimmer des DGD-Racing-Team ging es in die vorletzte Etappe. Der Gampenpass war die Overtüre (fast vollständig mit F1-Belag!). Klingt für den geneigten Leser nicht dramatisch, aber die Tagesform des Bergflohs war eher mäßig. PRs im Odenwald ist eben doch etwas anderes. Nach der kurzen Abfahrt begann dann bald der heutige Schlussanstieg zum Mendelpass. Konnte der Materialwagen noch rechtzeitig am Gampenpass sein, um den Gimpfelsprint zu dokumentieren, war er aber dann dem rasanten Tempo 😉 nicht mehr gewachsen, so dass es ohne Halt in die Abfahrt ging. Bis dahin war kein Garmin-Track nötig, man kennt sich ja aus. Übrigens war es am Mendelpass trocken. Am Ende der Abfahrt nach Kaltern sollte die Navigation wieder genutzt werden, aber der Track liess sich nicht auf der Karte sichtbar machen (Trackspeicher voll); Material-Wagen nicht da, Orientierung weg und ein weiteres Novum: alle Flaschen leer. Nach kurzen internen Absprachen konnte der Zusammenschluss wieder erfolgen und in Tramin eine Rast im Hotel Traminerhof eingelegt werden. Dort gab's Stärkung und Briefing zur Weiterfahrt. Die letzten 50 km führten am sehr gut ausgebauten Etsch-Radweg bei Hitze und Gegenwind ins Hotel Sporting in Trient. Hier gibt es jetzt wirklich einen Ruhetag.

Daten Tag 4: 111,2 km 1730 Hm  

Nach dem Ruhetag mit fürstlichen Mittagessen im Castel Pergine ging es auf die Schlussetappe. Der Monte Bondone wurde schon kurz nach 8:00 Uhr attackiert. Die Beine waren heute deutlich besser, so dass man den Anstieg regelrecht geniessen konnte. Tolle Aussichten waren der Lohn, mit Sicherheit das Highlight der Tour.
Die Abfahrt war unspektakulär. Im Tal ging es dann auf den Radweg nach Torbole: sehr gute Beschilderung, nur zum Schnitt hochtreiben nicht geeignet; wellig und sehr kurvig, aber trotzdem sehr schön.
Das Ziel ist erreicht. Es gilt Dank zu sagen an alle Unterstützer des Projekts, insbesondere an Heidrun (Materialwagen u.v.a.m) sowie an den Teamchef Daniel.

Daten Tag 5: 73,7 km, 1662 Hm  

Triathlon Staffel Reinheim (Olympische Distanz Rad)

Nach dem bis dato einmaligen Gastspiel bei einem Triathlon gab es für Daniel auf die Anfrage von Christian Schmitz, ob er denn bei einer Staffel den Fahrradteil übernehmen wolle, kein Nachdenken – nur Radfahren ist ja schließlich kein Problem. Das Staffelteam bestand aus Lisa (Lauf) und Paula (Schwimmen), Christian startete in der kompletten Distanz (400/21/3), verlängerte jedoch seinen Laufpart auf 6km.

Der Triathlon in Reinheim ist nämlich diesbezüglich sehr entspannt, es gibt auch keine offizielle Zeitnahme und auf fast keine Startgebühren. Damit sich das frühe Aufstehen am Feiertag (7:10 Uhr) auch lohnte, entschied sich Daniel die olympische Raddistanz zu fahren. Der Kurs war dafür auch bestens ausgelegt, es gab eine 7,6km lange Rundstrecke mit insgesamt 12km An- und Abfahrt. Bei der Kurzdistanz hätte man diese Runde nur einmal gefahren, Daniel durfte die Runde viermal fahren. Die nicht zu unterschätzende vierte Disziplin beim Triathlon, das Wechseln wurde einfach per Handschlag erledigt. Die Strecke war hügelig, es gab keine Abfahrten mit Erholungspassagen und auch keinen Windschatten für Daniel. Einige Fahrer (gerade die der Mitteldistanz) konnten überholt werden, insgesamt kam ein Schnitt von 34,4 heraus, jede der vier Runden wurde gleich schnell absolviert (35er Schnitt) – die Form passte.

Bei wirklich warmen Bedingungen konnte Christian seine individuelle Distanz in sehr starken 1:15h absolvieren, und Lisa die als Läuferin der Teamstaffel gefragt war, unterbot ihre anviesierte Zielzeit ebenfalls deutlich.

Rund um Köln 2017: Rennbilder

Damit es nicht nur etwas zu lesen gibt, wurden von Daniel Bilder vom Sportografen geordert. Sebastian war aufgrund des dichten Feldes nicht oft genug im Fokus, daher die etwas einseitige Motivwahl.

  • sportograf-99417997
  • sportograf-99435216
  • sportograf-99451147
  • sportograf-99418009
  • sportograf-99451302
  • sportograf-99451301
  • sportograf-99458182
  • sportograf-99469113
  • sportograf-99469115
  • sportograf-99430631
  • sportograf-99430630
  • sportograf-99408811
  • sportograf-99408810
  • sportograf-99408809
  • sportograf-99408812
  • sportograf-99464558

Rund um Köln 2017

Wie bereits im Vorjahr war das DGD Racing Team wieder bei Rund um Köln durch Daniel und Sebastian vertreten.

Angereist wurde wieder am Samstag, allerdings wurde die Hotelauswahl optimiert und ein Standort im 3km-Umkreis um den Start gewählt. Zur optimalen energetischen Vorbereitung aufs Rennen entschied man sich zum Abendessen für überdimensionierte Pizzen (auf dem zur Verfügung stehenden Tisch musste eine Überlagerungsstrategie gewählt werden) und angesichts von drei Toren von Sandro Wagner (Gütesiegel: made in Darmstadt) durfte auch eine Chipsauswahl nicht fehlen.

Trotz latenter Ruhestörung in der Nacht (zumindest ist jetzt bekannt, dass der Holzmichel noch lebt) waren die Fahrer am morgen fit und konnten um 9:30 bei bereits sehr warmen Temperaturverhältnissen ins Rennen starten.

Die ersten gut 20km ging es flach durch Köln und Vororte. Hier war wie immer die Devise, in keinen Crash verwickelt zu werden und trotzdem nicht allzuviele Positionen zu verlieren. Am ersten Berg waren die Beine von beiden Fahrern noch nicht so gut, sodass der Sprung in die zweite Gruppe, trotz eines 190er Durchschnittspuls bei Daniel, nicht direkt geschafft wurde. Von hinten kamen dann einige Fahrer, die scheinbar gewillt waren, die Lücke wieder zu schließen. Obwohl die DGD-Fahrer nicht davon überzeugt waren, dass dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein würde, entschied Daniel, man solle sich hinten ran hängen und da Sebastian mit dem Ziel ins Rennen gestartet war, nicht von Daniel abgezogen zu werden, ging er auch mit. Es folgten einige harte Kilometer in der Verfolgergruppe, aber es konnte tatsächlich der Anschluss realisiert werden, sodass man sich also im zweiten Feld befand und damit das Ziel definiert war, mit diesem mitzufahren.

Das Tempo im Flachen und in den Bergen war ok, allerdings musste man oft, da durch die große Gruppe eine Positionierung ganz vorne meist schwierig war, nach den Kuppen wieder Lücken schließen, was gerade Sebastian ziemlich den Zahn gezogen hat, zumal die Temperaturen jenseits der 30 Grad es nicht gerade einfacher machten.

Während Daniel sehr souverän mitgerollt ist, wurde der Tag für Sebastian ab Kilometer 70 sehr hart, diverse Male war Sebastian quasi abgehängt, doch er schaffte es – man weiß auch nicht so genau, wie – immer wieder zurück ins Feld.

Bei der letzten Überquerung des Schlossbergs auf Kopfsteinpflaster wollte Daniel nochmal eine Attacke lancieren, aber leider war er zu sehr eingebaut, sodass dieses Manöver nicht richtig in die Tat umgesetzt werden konnte, aber die Beine dazu waren da.

Schließlich kamen beide DGD Fahrer zeitgleich auf Rang 135 bzw. 138 im Ziel an. Für Daniel stellt dies eine kleine Verschlechterung zur Vorjahresleistung dar, die aber der Rennkonstellation zu schulden ist, da er in beiden Jahren jeweils in Gruppe zwei war. Sebastian konnte sich auf dem Papier im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern, wobei damals auch die Defekthexe am Werk war.

Auf der Rückfahrt war dann zwischen Regenschauern aus dem herrlich blauen Himmel bis zur Involvierung in ein Autorennen alles an Absurditäten dabei.

Daniel Strava / Sebastian Strava