Rad Race 120 – Sonthofen

Zur Enttäuschung des Trios landeten die drei Fahrer im Block C (letzter Block). Aufgrund einiger sehr großer (Mixed) Teams, von denen aber auch nur 3 Fahrer gewertet wurden im Prolog waren die ersten beiden Blöcke schnell voll. Zum Startschuss 6:45 fanden sich Daniel, Heiko und Matthias (sein 1. Radrennen) recht weit vorne in C zusammen. Auf den ersten flachen 10 km (6 davon neutralisiert) musste ordentlich Gas gegeben werden um auf eine sinnvolle Gruppe aufzuschließen. Das Frühstück wurde aufgrund der Uhrzeit erst im Startblock eingenommen, sollte aber ausreichen. Aus unerklärlichen Gründen gab es sehr knapp vor den drei Fahrer auf gerader Strecke einen Sturz der aber umfahren werden konnte. Bis zur ersten Abfahrt bei km 40 passierte nicht viel, außer dass die Gruppe sich vergrößerte. Alsbald passierte man die Grenze nach Österreich wo der schönste Streckenabschnitt begann, eine nur für Anwohner zu befahrende schmale Straße an diversen Kühen und deren Behausungen vorbei – sehr schön gelegen. Den Abschnitt mit 2 Anstiegen befuhr man zweimal, die Vorfreude war also schon groß. Die Gruppen waren jeweils von kurzer Dauer, mal setzen sich Fahrer auf der Abfahrt ab – Matthias musste sich erst an das schnelle/enge Fahren im Rennen rantasten – mal gab es an den zahlreichen Bergen Verschiebungen. Daniel und Heiko waren bemüht, die jeweilige Gruppe zu führen um Matthias möglichst nicht im Wind fahren zu lassen. Das Highlight der Etappe war Deutschlands einziger Alpenpass, der Riedbergpass. Daniel und Heiko fuhren dort mal jeweils alleine, um oben mit vollen Flaschen auf Matthias zu warten. Daniel war ob der Steilheit des Anstieges überrascht und wünschte sich Heikos Übersetzung. Auf den „Flachstücken“ mit 7% des ansonsten klar zweistelligen Anstieges musste man sich zwangsläufig erholen. Die Analyse zeigt, selbst Gruppen mit 20 Minuten Vorsprung im Ziel waren dort deutlich langsamer unterwegs. Die Abfahrt war sehr schnell, flachte aber in der zweiten Hälfte deutlich ab, sodass Daniel und Heiko wieder die Gruppe anführten. Dann kam der sehr schöne Dejavu-Abschnitt, wo beim letzten Hügel die Beine von allen schon schwerer wurden. Der Zielabschnitt war dann etwas winklig und endete mit einem Mini-Bergparkplatz. Dort war außer ein paar Drinks nicht viel zu holen, sodass nach kurzem Abklatschen und Verschnaufen (Platz 91 bei den Männer-Teams) der Rückweg zur noch leeren Expo auf sich genommen wurde. Es gab dort noch Pasta und Kaiserschmarrn dann ging es umgezogen aber ungeduscht zurück nach Darmstadt (5,5h Fahrzeit :/). Stravalink: 126km – 2300 Hm

Rad Race 120 – Prolog

Bereits am Vortag reisten Heiko und Daniel zum Rad Race nach Sonthofen an. Das Event ist ein Hipster Team-only Event, beim Prolog (Bergzeitfahren 4km) werden die 3 besten Zeiten je Team addiert, beim sonntäglichen Rennen zählt dann die Zielzeit des 3. Fahrers. Initiiert und angemeldet (daher Teamname „Großes Blatt“) von Lukas Thomas, einem Bekannten von Matthias Sattig. Um Streckenkenntnis zu erlangen, wurde der steile Anstieg (Abschnitte von 14-15%) auf einem zum Teil sehr frisch asphaltierten Feldweg ins Nirgendwo gemütlich befahren. Die Strecke wurde von den ansässigen Bauern und der Stadtreinigung noch auf Vordermann gebracht.

Das Wetter beim Start war sonnig und der Wind kam von hinten – Startzeit 12:46 war angenehm früh. Lukas erwischte leider einen rabenschwarzen Tag. Nach einigen beherzten Tritten erlitt sein Canyon Rahmen einen fatalen Bruch an der Kettenstrebe – die Stelle wurde vor 2 Jahren allerdings schon einmal repariert. In seiner Rahmengröße 62 bei 2,07m Gardemaß ist kurzfristig Ersatz schwierig und es heißt verfrühte Heimreise. Daniel hatte beim Start mal wieder bei einem Zeitfahren Einklickprobleme, konnte die 10m Lücke zu Heiko aber direkt mit etwas Schwung in die Startsteigung (direkt 14%) zufahren. Matthias konnte Heikos Hinterrad bis zum Flachstück (ca. Halbzeit) halten, aber nicht von dessen Tempoverschärfung (und damit Windschatten) profitieren. Heikos zentrales Tool war natürlich der Wattmesser und sein Vorhaben möglichst gleichmäßig den Anstieg zu fahren – was auch gut gelang. Daniel musste aufgrund seiner etwas schwereren Übersetzung an den Steilstücken etwas „over“ fahren und nutze die flachen Passagen zur Erholung. Matthias hatte keine Streckenkenntnis und ging daher etwas zu zügig an, ohne jedoch einzubrechen. Die drei Fahrer kamen fast genau im Minutenabstand ins Ziel: 16:38, 17:31, 18:48. Die Zeiten sind in der Addition für den morgigen Startblock (A-C) verantwortlich, noch ist nicht sicher ob es für A reicht. Strava Flyby von Daniel und Heiko.

Gravel: 3Rides Festival Aachen

Um sein 1a Material (Ridley Kanzo Fast) mal ein einem Rennen einzusetzen, meldete Heiko sich und Daniel bei einem Gravel Rennen an – davon gibt es in Deutschland auch fast keine. Das Rennen in Aachen ist UCI reglementiert und offen für Profis, davon waren auch einige am Start (u.a der Gravelprofi und spätere Gewinner Paul Voß). Die besten 25% je Altersklasse (beide starten in M35-39) sind zudem bei der Gravel WM in Italien qualifiziert – was das hochklassische und internationale Teilnehmerfeld erklärte. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, bereits um 9 Uhr schien die Sonne und die kurz/kurze Kleidung war alternativlos. Im Gegensatz zu vielen Startern konnten die beiden Fahrer des DGD Racing Teams die Strecke nicht Probe fahren, Ankunft war am Vorabend 19:30 Uhr. Beim Rollen in den Startblock wurde jedoch schnell klar, dass es nicht nur auf gute Beine ankommen würde. Das künstliche Infield auf dem Reitsportgelände wurde mit Gittern abgesperrt und mit losem Kies angereichert. Durch diesen muss man fast wie durch Sand „durchsurfen“, im Stile eines Crossrennens. Besonders Daniel war davon etwas beeindruckt, Heiko hatte auf dem gleich folgenden Stück „nasse Wiese -> Matsch“ mehr zu kämpfen um auf dem Rad zu bleiben. Durch die Startblockeinteilung strickt nach Altersklassen (Profis ganz vorne immerhin) gab es in der ersten Runde einige Überholmanöver, sicherlich auch gepaart mit einigen Fahrern denen die Rennlänge nicht bekannt zu sein schien. Daniel wollte erst einmal heil durch die erste Runde kommen, Heiko konnte sich deutlich weiter vorne einsortieren und musste bei der ersten kurzen steilen Abfahrt mit Linkskurve auch nicht wegen Stau ausklicken. Am Ende des zweiten matschigen Anstieges musste Daniel aufgrund der noch schlechteren Fahrkünste (oder falscher Bereifung) der anderen Fahrer sogar Crossrennen-Style 5m schieben – alle Runden danach wurde durch den Matsch aber durchgefahren. Das Rechteck auf den Feldwegen war eine Mischung aus grobem Kopfsteinpflaster, Pfützen, gebrochenen Asphaltplatten und im Rennverlauf zunehmendem Wind. Gerade für Daniel (Alurahmen und evtl. 0,2 Bar zu viel Luftdruck) war das sehr anstrengend zu fahren, insgesamt wurde fast nur im Unterlenker gefahren. Heiko hatte in diesem Bereich auch einen kurzen Kettenabwurf. Daniel musste ausgerechnet bei einer schnellen Waldabfahrt wo der Schwung hilfreich gewesen wäre anhalten und auch die Kette wieder aufziehen.
Insgesamt war die Streckenführung recht sicher gestaltet, natürlich gab es dennoch Stürze, gewisse Überhol/Überrundungsmanöver waren auch grenzwertig. Auf den schnellen Asphaltabfahrten wurde Heiko durch sein gutes Material aber auch Fahrkönnen (einfach nicht bremsen) des öfteren aufgehalten – es war meist zu schmal zum Überholen (denn es wurde auf dem Radweg gefahren). Beide Fahrer hatten sich eine 3. Trinkflasche ins Trikot gesteckt, welche bei diesem Wetter auch nötig war – Heiko musste am Ende sogar Gels ohne Wasser „genießen“, Daniel hatte sich etwas mehr fürs Ende aufgespart. Nach und nach wurde die Fahrtechnik besser und man kam in einen Rhythmus. Heiko gab in der vorletzten Runde mehr Gas – musste aber fast alles von vorne fahren – richtige Gruppen bildeten sich immer nur kurz, denn fast immer gab es nur eine Fahrlinie und zu unterschiedliche Geschwindigkeiten. Daniel hob sich die Power bis zur Schlussrunde auf, wo dann die Gegenhänge im Vollsprint absolviert werden konnten und ein paar Fahrer vom Hinterrad gefahren wurden. Heiko musste sich – wie der Gesamtsieger – noch einen Zielsprint liefern. Aufgrund der (unnötigen) Kiesbetten am Ziel gab es aber nur eine schnelle Linie sodass er leider den kürzeren zog. Beide Fahrer waren am Ziel sehr zufrieden, keine Crashes, gute Beine und das Material hat auch funktioniert. Für das erste Offroadevent der Teamgeschichte eine gute Bilanz. In der sehr stark besetzen AK belegte Heiko Platz 39 und Daniel Platz 47. Bis die Bilder da sind, kann man hier schonmal einen Eindruck vom Rennen sammeln. Nach ewigem Anstehen an nur 2 Radputzstationen und einer ausführlichen Dusche konnte noch die schöne Expo mit einem belgischen Bier besucht werden, der Abend wurde dann in der Aachener Altstadt ausklingen gelassen.