Trainingslager Südtirol: Sellaronda

Heute ging es los auf die Königsetappe der zweiten Woche vom Trainingslager in Südtirol. Dem DGD Racing Team bot sich fast komplett wolkenloses Wetter, bei allerdings recht frischen Temperaturen. Startpunkt der bekannten Runde ist Corvara, gelegen auf über 1500m über Meereshöhe.

Der erste Pass war der Campolongo; der belesene Leser merkt bereits jetzt dass die Sellarunde im Uhrzeigersinn (klassische Richtung) gefahren wird. Viel passierte nicht, man genoss das gute Wetter und die Landschaft und der Teamchef fuhr ein für alle Teammitglieder akzeptables Tempo.

Der Passo Pordoi stellt mit 673 Höhenmetern auf einer Streckenlänge von 9km den längsten Anstieg der Sellaronda. Wie vorher abgesprochen sollte an diesem Pass auf Bestzeitenjagd gegangen werden. Moritz legte auf den ersten 3km ein brutales Tempo vor, zeitweise wurden 19km/h bei 8% Steigung gefahren. An seinem Hinterrad fuhr Daniel die klassische Thomas-Voeckler-Taktik, sprich in einem sehr hohen Gang am Anschlag fahrend einfach dran bleiben. Im weiteren Verlauf des Passes profitierte er natürlich auch vom Windschatten, denn in der Hauptfahrrichtung herrschte ein kalter Gegenwind. Schließlich entwickelte sich auf den letzten Kilometern ein heißer Kampf um die Bergpreispunkte am Pordoi, den Daniel mit einem zweistufig gezündeten Sprint in 31:58 gegen Moritz (32:05) gewinnen konnte. Die beeindruckende Dominanz des Racing Teams in der Quäldich-Rangliste entschädigt ein wenig für die Fahrt am absoluten Limit (zweite Runde) und auch für den Trainingseffekt, den man aus dem Trainingslager in Südtirol mitnimmt, kann ein solcher Bergsprint nicht schaden. Stefan bot ebenfalls eine richtig starke Vorstellung und unterbot in 39:17 die alte Racing-Team-Bestzeit um fast 2 Minuten. Jonas hielt die nicht zu knapp anwesenden Rennraddrücker gut in Schach und bezwang den Pordoi in 45 Minuten.

Nach der doch recht frischen Abfahrt vom Pordoi durfte der Anstieg zum Sella Joch vom weiterhin schönen Wetter profitieren, welches Stefan aus seiner Jacke trieb. Als Motivation war das Sella Joch als Apfelstrudel-Station auserkoren worden, was der psychologisch ungünstigen Position als dritter Berg entgegenwirken sollte. Der Anstieg wurde vom Team fast vollständig im Formationsflug absolviert, auch wenn das von Jonas bestimmte Tempo manch andere (Moritz) teilweise zum Anziehen der Geschwindigkeit animierte. Dennoch blieb die Formation bis zur vorletzten Kehre erhalten, als Moritz und Stefan sich dazu entschlossen, die übrigen „Rennradficker“ (Zitat Stefan) auf der Strecke in Angst und Schrecken zu versetzen, indem sie sie mit unglaublichen sechsundzwanzig (26) Kilometern pro Stunde stehen ließen. Oben angekommen gab’s neben Strudel und Schorle in der Passklause ein Stelldichein mit dem Wirtshund, welcher seinen Mangel an Intelligenz leicht durch seine Fertigkeiten im Anschleichen und Erschrecken auszugleichen wusste.

Zum Ende der großen Tour ging es nach der nervigsten Abfahrt des Tages (Busse + „Stau“) erstaunlicherWeise nochmal bergauf. Daniel machte zu nächst gemütlich das Tempo. Da Stefan der einzig Vernünftige war, der auf der windigen „285°-Kelvin-Abfahrt“ mit einer Jacke aufwarten konnte aber der Team Chef es nicht einsah eine kleine Pause zu machen, um seinem Bruder die Chance zu geben auf kurzes Trikot rück zu wechseln, musste Stefan spontan einen Kurzsprint einlegen um einen entsprechend verwertbaren Zeitvorsprung heraus zu fahren. Danach fuhren wir nach chefscher Vorgabe weiter. Es passierte plötzlich etwas Unvorhergesehendes: das lang angekündigte Flachstück war das erste Mal im Trainingslager Südtirol auch tatsächlich flach, sodass wir Schnelligkeitsgeschwindigkeiten von über 8,3 m/s erreichten. Gegen Ende des Passes verdonnerte Stefan Moritz dazu doch mal einen 165er Puls zu fahren. Wie sich später rausstellte waren zu Beginn diese „Antrittes“ eher 170 auf der Uhr, jedoch konnte Stefan bis oben folgen und den Schlusssprint (37 km/h) für sich entscheiden. Daniel und Jonas kamen mit dem Hauptfeld ins Ziel.

Trainingslager Südtirol: Staller Sattel

Die morgendliche Wetterprognose, sprich der Blick aus dem Fenster, schien zu halten, was die Radioprogramme tags zuvor verkündet hatten. Die Sonne schien und so stand der Tour hoch zum Staller Sattel nichts entgegen. Nach kurzen Einstellungsarbeiten an Jonas‘ neuer Maschine und Putzarbeiten durch Moritz an denen der restlichen Teammitglieder (ein Tag Pause macht halt Dreck) ging’s schon los, erst mal runter ins Tal, um dann den Aufstieg in seiner Gänze genießen zu können. Nach einem längeren Teilstück, das sich noch nicht so recht entscheiden konnte, ob es nun einen hoch auf den Sattel führen oder doch lieber unmotiviert wellig daherkommen möchte, ging es kurz hinter Antholz mit einem trockenen Anstieg durch eine der vielen fast stereotyp Südtiroler Bergwiesen los. Vorbei an Sommerbiathleten, welche in der Antholzener Arena ihre Fähigkeiten weithin hörbar maßen, kamen wir schließlich zum Antholzener Bergsee, welcher uns mit einem kurzen Flachstück beglückte (langweilte?!). Die wahre Passstraße, welche sich diesem Seeidyll direkt anschloss, kam mit dem Extraschmankerl einer ampelgeregelten Verkehrsführung daher. Bergstürmer, die von Italien den Pass hoch in Richtung Österreich bewältigen wollen, haben jeweils 30 Minuten nach jeder vollen Stunde für fünfzehn Minuten die Möglichkeit, in den Anstieg hineinzufahren. Für diejenigen, die es eher von der Passspitze nach Süden zieht (Strandurlaub in Rimini oder einfach verrückt schnelle Abfahrt – aber dazu später mehr), geht’s dementsprechend immer zu vollen Stunde los. Für Fahrradfahrer, die sich nicht nach Ampeln zu richten haben, eine tolle Erfindung, da man sich immer nur auf eine Verkehrsrichtung konzentrieren muss. Der Anstieg selbst wird geprägt von vielen Serpentinen, wenigen Tunneln und einer fast die gesamte Strecke über hervorragenden Aussicht auf das, was man bereits hinter sich hat. Moritz ließ es sich nicht nehmen, die Tagesbestzeit (vom Schlussanstieg von 4km) von 18:13 Minuten zu markieren, knapp gefolgt von Daniel (18:51), aber Dank des gute Wetters – und bei Einzelnen auch dank übertriebener „Jetzt-geht’s-los“-Motivation – konnte das Team komplett innerhalb von sieben Minuten und zwölf Sekunden bleiben. Die Ankunftsfotos belegen immerhin, dass der Pass sein Potenzial voll entfalten und als Kräftemesser durchaus geeignet war. Gott sei Dank auch als erneuerbare Energiequelle, da es sich bei der Hexenschenke vorzüglich Apfelstrudel essen lässt. Nach dieser Stärkung musste nur noch abgewartet werden, bis sich der sich den Berg hinaufschlängelnde Autogegenverkehr gelegt hatte, um die Rückfahrt auf gleicher Strecke aufzunehmen. Nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Wind und Wetter hatten sich inzwischen nun scheinbar doch zumindest ein wenig vorgenommen, sich unsere Abfahrt entgegenzustellen, sodass den weniger Begüterten unter uns (also denen ohne Windjacke) die Kälte sprichwörtlich unter das Trikot kroch. Aber wem macht etwas kühle Luft schon Kummer, wenn ein schöner Tagesausklang mit Feinjustierung und gerollter Pizza winkt? Die Auflösung zu diesem Rätsel gibt’s morgen.

Technische Daten 23km 1100Hm (Garmin Link Daniel)

Trainingslager Südtirol: Würzjoch

Nachdem Stefan bereits am Vortag beschloss, den christlichen Feiertag als radfreien Tag zu verbringen gingen Moritz und Daniel wie sonst auch von gutem Wetter aus. Dieser Optimismus schwand jedoch von Kilometer zu Kilometer auf der Anfahrt mit dem Auto in Richtung St. Martin in Thurn, 30km vom Quartier in Ober-Olang entfernt. Überall hingen Wolken und es regnete auf der Fahrt des öfteren. Immer mit der Möglichkeit in petto, bei zu schlechtem Wetter umzukehren fuhren die zwei in Richtung Brixen, aufs Würzjoch. Es regnete zur großen Überraschung aller Beteiligten nicht, nass wurde man aber auch so, denn das Ziel befand sich in Mitten einer dicken Wolke. Auch die Temperatur sah es nicht ein, ins zweistellige zu klettern. Die Zeit war trotz der widrigen Bedingungen und nicht ganz so aggressiven Fahrweise gut, nur ca. drei Minuten über der Vorjahresbestmarke. Die Abfahrt war ein kaltes Unterfangen, wegen der nassen Straßen und konstant über 10% Gefälle musste die Bremse auch fast komplett geschlossen bleiben. Die Rückfahrt mit dem Auto war fast durchgängig verregnet, mal wieder mehr Glück als Verstand beim Wetter.

 

 

 

 

Trainingslager Südtirol: 2.Woche in Olang

Nach einer sehr erfolgreichen Woche in Lana fuhr Detlef nach Hause, irgend jemand muss ja schließlich das Geld verdienen. Die anderen drei fuhren ins Pustertal, genauer nach Olang (112km, 2 Std. Fahrzeit). Der geneigte Leser erinnert sich sicher daran, dass Daniel und Moritz hier schon alle umliegenden Pässe im Vorjahr (September) unsicher gemacht haben. Als Einstimmung auf den neuen Ort ging es am Samstag noch den Hausberg hinauf, den Furkelsattel dieses Mal jedoch ohne Finale am Kronplatz. Moritz tat das was er am besten kann, Bergzeitfahren in knapp unter 40 Minuten die 750Hm / 10km hinauf. Daniel und Stefan fuhren dieses Mal in echtem Plausch-Tempo hinauf. Die Ankunft des vierten Teammitgliedes verzögert sich leider auf voraussichtlich Montag.

Trainingslager Südtirol: Mendelpass

Wegen einer übereinstimmend schlechten Wetterprognose fuhr das Team wieder recht früh los, der Bergfloh schon zu unchristlicher Zeit (8 Uhr). Der Rest des DGD Racing Teams folgte mit anderthalb Stunden Verspätung. Zuerst ging es auf einem größtenteils flachen Stück durch die Apfelplantagen nach Eppan, dort wurde ein kleiner Anstieg genommen bis man dann bei Kilometer 25 den Mendelpass fahren konnte. Aufgrund seines enormen Vorsprunges am Start konnte Detlef seine erste Position bis zur Passhöhe klar verteidigen, auch seine Zeit (1:24h im Vergleich zur Vorjahreszeit 1:32h) war wie erwartet top. Stefan führte die Dreiergruppe in den Berg hinein, erst 4km vor dem Ende splittete sich die Gruppe. Moritz gab wie schon an den Vortagen mächtig Gas und fuhr fast zu einer Schnappszahl (55:50) die letzten Kehren hoch. Daniel schlug sein eigenes Tempo an, ohne Ambitionen seine Bestzeit vom Vorjahr zu schlagen. Stefan konnte trotz frühzeitig aufgebrauchten Trinkflaschen noch ein paar Sekunden an seiner Zeit drehen und knackte die Stundenmarke denkbar knapp. Der Rückweg glich dem Hinweg, der geplante zweite Anstieg (Gampenpass) fiel sprichwörtlich ins Wasser.