Trainingslager Südtirol: Timmelsjoch

Nach der gestrigen Rundtour stand heute einer der längsten Alpenpässe auf dem Programm: Die Timmelsjochstraße führt von St. Leonhard bis auf 2509m Höhe. Dabei sind 1821 Hm auf 29km Streckenlänge zu bewältigen, die Spitzen des ungleichmäßigen Stiegungsprofils liegen bei 13-14%. Nachdem auf den ersten flachen Kilometern und den dazwischen immer wieder eingestreuten Rampen Uneinigkeit herrschte, wie schnell wer den Berg anfahren sollte, machte Stefan ab Kilometer 8 ein gleichmäßiges Tempo, so dass das Flachstück nach 15km mit einem starken 14,4er Schnitt erreicht wurde. Im Gegensatz zu sonstigen von Racingteamfahrern schon als Flachstück bezeichneten Streckenabschnitten bieten die Kilometer 15-19 am Timmelsjoch bei maximal 2% Steigung wirklich die Möglichkeit noch einmal genügend zu trinken und kurz zu regenerieren – was auch nötig ist, angesichts der steilen Serpentinen (immer im Bereich 9-12%), die sich direkt danach vor einem aufbauen. Sofort verschärfte Moritz das Tempo deutlich, was auch dazu führte, dass Detlef bei Kilometer 20 überholte wurde. Dieser sah zu diesem Zeitpunkt noch beeindruckend locker aus – die 3h-Marke schien möglich zu sein. In Sachen Tagesform war diesmal Moritz an der Reihe. Nach dem letzten langen Tunnel konnte Daniel die Attacke nicht kontern, am Ende stand die winzige Zeitdifferenz von 15 Sekunden zwischen den Bergspezialisten.

Die Gesamtzeit von 1:53h für Daniel und Moritz (15,3er Schnitt) entschädigen für die Fahrt am Limit. Stefan fuhr trotz Problemen mit der Luftzufuhr in knapp 2500m Höhe den Pass in sehr starken 2:06 zu Ende und Detlel gelang eine Punktlandung – 3:00h.

Trainingslager Südtirol: Meran 2000 Rundtour

Aufgrund des engen Terminplanes am Sonntag (Start Formel 1 Rennen 14 Uhr) wählte das Team eine 63km Rundtour, mit Startpunkt=Endpunkt=Unterkunft. Nach 11km Einrollphase im Flachen ging es einen asphaltierten Feldweg hinauf mit 16% Durchschnittssteigung auf den ersten 4 Kilometern, (maximal 21%). Der Vater des Racing Teams wurde mit 8 Minuten Vorsprung auf die Runde gelassen, welcher jedoch schon auf dem Flachstück fast aufgebraucht war. Wegen eines Navigationsfehlers (die Abbiegung um 2km verpasst) konnte die geplante Zusammenführung der 4er-Gruppe nicht wie geplant am ersten Anstieg stattfinden sondern erst am Hof der Unterkunft am Tourende. Die drei Jungs waren sich einig, dass Detlef den Steilhang nicht hätte fahren können, (was er aber dennoch tat, ein großes Lob für die sportliche Leistung) daher wurde auch nicht gewartet. Den restlichen Anstieg bis nach Mölten verbrachten vor allem Stefan und Moritz damit recht kurze Sprintrennen zu fahren, zur Belustigung von Daniel der sich das meistens von hinten mit angeschaut hat und bei Bedarf auch mal vorbeigegangen ist, als die Attacken von Stefan abgeflacht sind. Nach einer kurzen Mittagspause in einer sehr idyllisch gelegenen Pension mit Kapelle ging es dann auf die kurvenarme aber tunnelreiche Abfahrt nach Meran. Die Daten der Tour (63km, 24km/h Schnitt, 1600Hm) bestätigten die gute Form der drei. Detlef fuhr die gleiche Tour ohne Essenspause und hatte trotz seines Umweges nur eine Stunde Rückstand (netto Fahrzeit).

 

 

Trainingslager Südtirol: Gampenpass

Nach der reibungsfreien Anreise mit Startzeit 3:30 Uhr (nachts) ging es am ersten Tag des Trainingslagers in Südtirol für den männlichen Teil der Günzels und Moritz auf den Gampenpass, dem Hauspass von Lana. Detlef wurde mit genügend Vorsprung ausgestattet als erster losgeschickt und konnte diesen souverän verteidigen, seine Zeit 1:47h (zum Vergleich 1:55h im Vorjahr) und die Gespräche unterwegs mit anderen Radlern machten die enorme Formsteigerung deutlich. Auch Stefan hatte Großes vor und ging dementsprechend forsch in den Berg rein (Schnitt 17km/h auf den ersten 5 Kilometern). Leider musste er nach 9 Kilometern dem hohen Angangstempo Tribut zollen und seine beiden Teamkollegen ziehen lassen. Trotzdem gab es keinen kompletten Einbruch und er konnte eine Zeit von 1:17h nach oben „retten“. Nachdem Moritz die Tempoarbeit übernommen hatte, waren er und Daniel bei Kilometer 14,4 (von 17,5) davon überzeugt, die Vorjahresbestmarke von 1:12h nicht fahren zu können. Daher ging Daniel in die Offensive und fuhr den Pass absolut am Limit zu Ende (in 1:08:30). Moritz musste eine kleine Lücke reißen lassen, die jedoch bis zum Ende nicht größer wurde und musste sich der Kritik des schlechten Kopfrechnens stellen, denn schließlich blieben beide deutlich unter der Zeit von 2010. Um die Zeiten einordnen zu können, möge der Leser einen Blick auf die Zeitenliste bei quaeldich.de werfen.

 

Rund um Reichelsheim

Wegen akkutem Regenrisiko wird planungstechnisch dieses Mal alles ausgezeigt, denn der Startpunkt Reichelsheim ist dieses Mal Zentrum der Tour. Wir fahren auf kurzer Strecke soviele Höhenmeter wie es eben im Odenwald möglich ist, und das ohne Wiederholungen :). Los geht es über den Schlossberg, links ab am Hundesportplatz vorbei, ein kurzer Schlenker über die Bundesstraße hoch nach Reichelsheim-Eberbach in Richtung Rodenstein, von dort wieder bergab nach Fränkisch-Crumbach. Dort folgen wir dem Radweg in Richtung Fischbachtal. Am Parkplatz am Waldrand beginnt ein kurzes nicht-asphaltiertes Stück, welches aber gut befahrbar ist, da wohl des öfteren Autos dortlang fahren. An der Kreuzung der Radwege „oben“, biegen wir links ab nach Nonrod. In Nonrod biegen wir sofort links ab, folgend dem Radweg Nummer 28. Diesen folgen wir bis Steinbach, von wo aus wir auf die Straße nach Lützelbach fahren. Dort folgt altbekanntes Terrain, die Neunkircher Höhe. Die Abfahrt geht über Winterkasten direkt nach Klein-Gumpen. An der Kreuzung mit der B38/47 fahren wir geradeaus, die Reichelsheimer Umgehungsstraße lang. Am recht steilen Krautweg biegen wir rechts ab, und fahren hoch zum Wasserreservoir, in Richtung Friedhof Frohnhofen bis nach Unter-Ostern. Weiter geht es nach Rohrbach, ohne nach Unter-Mossau zu fahren, denn wir biegen gleich wieder links ab nach Reichelsheim-Spreng. Wir fahren ein kurzes bergab Stück in Richtung Bad-König, bevor es wieder links geht durch Kirchbrombach. Um noch mehr unbekanntes zu fahren, geht es links durch Hembach, bevor man wieder in Richtung Vierstöck unterwegs ist. Wenn die aktuelle Baustelle fertig ist (sonst muss man wie geschehen kurz schieben) kann man in Hutzwiese links abkürzen und direkt in Pfaff-Beerfurth ankommen. Eckdaten: 60,5km, 1352Hm, 25,4km/h Schnitt.

Höhenmetertour: Scheuerberg-Brombach-Raubach

Der Asphalt am Brombacher Berg hat, wie der Teamchef neulich schon herausfinden durfte, mindestens einen Weltkrieg überlebt. Zum Ausgleich ist der Berg konstant im zweistelligen Steigungsprozentbereich und das ist Grund genug, nach fast eineinhalb Jahren Pause mal wieder zum Brombacher Sportplatz auf dem Gipfel aufzubrechen. Nicht ohne natürlich unzählige andere Anstiege des Odenwalds einzubauen, insgesamt sollten es 9 ernthafte Anstiege werden.

Wir starten in Bensheim Auerbach und fahren zum Aufwärmen die Straße hoch zur Kuraple. Über Bedenkirchen geht es runter nach Reichenbach und der Anstieg nach Knoden beginnt zunächst sanft entlang der B47 nach Gadernheim. Dort nicht den Abzweig nach Reidelbach verpassen. Etwas 200m nach dem Schild geht es schräg rechts ab. Die Abfahrt von Knoden über Seidenbuch nach Scheuerberg ist nicht gerade als Schittbringer bekannt, dafür bringt sie uns in den angenehme Situation die steile Variante von Sonderbach auf die Juhöhe zu nehmen. Den kurzen Anstieg nach Ober Liebersbach planen wir nur ein, um nach 40km Strecke den ersten 1000er in Sachen Hm voll zu kriegen. In Birkenau nehmen wir den langen Anstieg nach Oberabsteinach in Angriff. Auf der Abfahrt nach Heiligenkreuz-Steinach ist der eine oder andere Müslirigel zu empfehlen, denn unten angekommen warten mit dem Anstieg zum Heddesbacher Weg und anfangs erwähntem Brombacher Berg gleich zwei Anstiege, die die 10% auf dem Steigungsmesser eigentlich nie unterschreiten. Nach der Abfahrt von Brombach biegen wir links auf die Straße nach Finkenbach ab und gönnen uns das einzige „fast flache“ Stück der Tour. In Finkenbach am Restaurant an der Kreuzung mit der Straße nach Raubach gibt es eine 0,5er Apfelschorle und eine Portion Spätzle mit Soße für 5,30€. Ein gutes Angebot! Wir fahren weiter nach Raubach, haben die 2000Hm längst weit überschritten als wir von Wald-Michelbach kommend die Kreidacher Höhe überfahren und erreichen auf dem kürzesten Weg zum zweiten Mal die Juhöhe. Dieses Mal nehmen wir die Umgehungsstraße nach Heppenheim, wo die Tour endet.

Von Heppenehim sind es nur 7km bis zum Startpunkt in Auerbach – so lässt sich die Tour also leicht zu einem Rundkurs ausbauen. In meinem Fall (in Auerbach gestartet und sowieso mit dem Zug nach Darmstadt geplant) machte das natürlich keinen Sinn.

Eckdaten: 119km, knapp 2600Hm, 26,4er Schnitt