Alto Adige 2023 — Étape 3

Nach dem erfolgreichen Verzehren der Fischplatte waren Sebastian, Daniel und Moritz bereit wieder einen kleinen Anstieg in Angriff zu nehmen. Nachdem das Pacing größtenteils von Sebastian bestimmt wurde, war das Tempo auch für alle beteiligten Fahrer sehr adäquat. Auf dem Programm stand nur der Hausberg des Fersentales – dieses Jahr exakt die gleiche Rollerbergroute auf den Redebus wie zwei Jahre zuvor. Die Streckenkenntnis war jedoch schon etwas eingerostet, sowohl das Mittelstück als auch die Schlussetappe wurden von unterschiedlichen Piloten etwas unterschätzt. Nach der Abzweigung beschleunigte Daniel erstmals mal in den roten Bereich, es war aber nur ein als Intervall getarntes Strohfeuer und kein Angriff auf Moritz‘ Erholungstag. Am Passschild wurden mit Motor-Velo Fahrern die Helme getauscht, inklusive Schweißaustausch. Die Steigleistung hatte Moritz auf 900 Hm/h geschätzt, die Daten ergaben später 901.

Bewährterweise ging es dann die super Steile Bremsenkillerabfahrt hinab und zum See zur Rast – der dortige Apfelstrudel war jedoch eher mau, auch hier hatte Moritz visionäre Fähigkeiten bei seiner Bestellung und wählte Panini. Die Abfahrt nach Pergine war dann sehr Supertucklastig, nur die rote Ampel am Ortseingang kurz vor Pergine war störend. Danach wurde mal wieder an Daniels Umwerfer geschraubt (hat sich jedes Mal neu verstellt nach kurzem Fahren) und es ging mit Kind und Kegel in den Lago – dessen Temperatur selbst aus Sebastians sehr kritischer Sicht aushaltbar schien.
Eckdaten: 60km und 1100Hm, fast alle am Stück.

Alto Adige 2023 — Étape 2

Da der Tourenplaner, wie jüngst ausführlich diskutiert, sein Kontingent an steilen Anstiegen bereits vor Ende der ersten Etappe ausgereizt hatte, wurde er folgerichtig um kurz nach 6 in der Früh alleine losgeschickt. Auf dem Programm standen Monte Bondone in der klassischen Nordanfahrt aus Trento und danach, auf besonderen Tipp des Bergflohs, zum ersten Mal der Monte Velo. Der Teamchef ergänzte das Pässemenü noch um weitere 300 Höhenmeter und den idyllischen Passo Bordola, ohne jedoch selbst die ersten beiden Gänge zu konsumieren. Es starteten nämlich in bisher einmaliger Konfiguration Daniel und Katie als „Speerspitze 2.0“ um kurz nach 8 um nach dem Hausberg eben jenen Pass aus dem Etschtal direkt zu bezwingen, während Sebastian zunächst mit Tilli und Rosalie Quatschi machen und sich dann die Beine bei einer Runde um den Lago freifahren wollte. Beides gelang gut.

Zurück im Renngeschehen hatte Moritz nach einer unfreiwilligen Stadtrundfahrt durch Trento (Radweg teilweise gesperrt) den Bondone wie geplant im kontrolliertem Tempo (1h12, 275W) bezwungen und, nach einer längeren Diskussion über Brioches mit der netten Bedienung, im Hotel Montana die Rechnung beglichen. Schätzfrage für die Blogleser: wie viel Geld wurde hierfür fällig?

Das Preisgeld für die beste Einsendung entspricht der Hälfte des Rechnungsbetrags.

Nach einem weiteren Pitstopp am Fuße der Highspeed-Abfahrt Richtung Lasino konnte auch am Monte Velo die Pacing Strategie nahezu perfekt umgesetzt werden (Vorgabe 300W, Resultat 297W). Viel Fahrradverkehr und diverse Straßenmalereien motivierten zusätzlich. Kurz vor der Passhöhe traf Moritz wie erhofft auf Daniel und Katie, die gerade mit dem Apfelstrudel begannen. Nach längerer Erfrischungspause wurde der Rest der Tour dann gemeinsam zu dritt gefahren.

Katie bekam auf eigenen Wunsch einen Kurs Abfahrtstechnik vom Teamchef — die traumhafte Abfahrt nach Nogaredo bot Stoff für diverse Lektionen. Der dritte Fahrer im Bunde erhöhte zwar erfolgreich das Grundtempo auf dem Radweg, weil seine diversen Überzeugungsversuche, über die Mauer von Matarello abzukürzen, aber auf taube Ohren stießen, musste der Schlussanstieg zurück zum Lago bei teilweise 39° bewältigt werden. Trotzdem kamen alle drei gut gelaunt und nur 10 Minuten hinter der prognostizierten Ankunftszeit zurück.

Eckdaten: 157km/3800Hm (M); 110km/2000Hm (D&K)

Mallorca 2023 – Sa Calobra

Am letzten Tag des Trainingslagers wartete das bisher beste Wetter auf, wenig Wind und viel Sonne und das auch bis zum späten Nachmittag. Ohne Florian und Sebastian, die es ruhig angehen wollten, fuhren die 9 Fahrer über Pollenca in Richtung Sa Calobra. Am Vorabend gab es unterschiedliche Auffassungen, ob sich die Stichstraße mit dem härtesten Anstieg der Insel wirklich lohnen sollte, aber schon aus Rennradbildungsgründen muss da jeder schonmal gewesen sein. Es wurde gemütlich zusammen bis zum Kloster Lluc gefahren, am Gegenanstieg des Col des Reis gab es dann eine Gruppenteilung. Am ganzen Tag wurde kein einziger Reisebus gesichtet und die meisten konnten die Autos (z.T. aufgehalten durch unfähige Radfahrer) auf der Abfahrt gut überholen. Zum Mittagessen wurden die ca. 100Hm zusätzlich in Kauf genommen, um in Cala Tuent gediegen zu dinieren – kein Vergleich zur Touristenabzocke in Sa Calobra. 

Die Gruppe Hemsbach wurde direkt zum Gipfel geschickt, alle anderen nahmen die 3km Umweg in Kauf, um das gesamte Strava-Segment zu befahren. Jürgen fand eine sehr gute Form, er wählte zum MIttagessen nur einen Maldelkuchen – leicht verdaulich. Stefan war nicht im Ballermodus, als er dann Arne einholte fuhren beide zusammen nach oben. Konstantin wollte seinen Kumpanen Maurice noch einholen, dieser verschärfte aber dann doch die Pace. Moritz fuhr natürlich die teaminterne Tagesbestzeit, aufgrund nicht so guter Verkehrs- und Windbedingungen war jedoch eine Verbesserung der Sub30 Zeit aus 2014 nicht drin. Heiko brachte ordentlich Leistung auf die Pedale bei seiner Erstbefahrung des Anstiegs. Daniel fuhr unten zügig aber nicht am Limit rein, als dann nach einer Überholung einer Gruppe ein anderer Fahrer am Hinterrad blieb, ging es natürlich nicht rauszunehmen. Also wurde auf „Duell“-Modus am Berg gefahren, alles im Wind und mit Luft beim Endspurt (den es nicht gab). Dabei konnte Christian noch eingesammelt werden, der unten an Jürgens Hinterrad überpacete und einen Mini-Stau (1 Auto) verursachte.

Die Kräfte und die Gruppe wurde am Kiosk gesammelt und alle kamen gut und zügig zurück ins Quartier – großes Lob vor allem an Arne der schon stark gelitten hatte.

Nach dem Abendessen wurden die Räder gepackt und auf das gelungene Trainingslager angestoßen – das Radsportfieber wurde bei dem Hemsbachtrio definitiv geweckt. Beim Transfer zum Flughafen lief es nicht ganz optimal, Florian vergaß seinen Schlüssel im Zimmer und Christian sein Handy im Bus. Den konnte man zwar in Llucmajor orten aber nicht erreichen – die Erfahrungen zeigen aber, dass nichts wegkommt auf Mallorca. Stravadaten – 126km / 2300 Hm

Mallorca 2023 – Küstenklassiker

Die Aufteilung in mehrere Radgruppen erreichte am Donnerstag seinen Höhepunkt. Stefan und Arne blieben an der Küste, super schönes Lenkerband einkaufen und Eis essen (40km), damit am Freitag die Beine frisch sind. Dem diametral entgegen fuhren Moritz und Sebastian kurz nach 8 Uhr mit dem Rad nach Port Andratx, direkt beim ersten Versuch mit einer guten Routenführung um Palma herum. Nach einem Frühstücksstopp und gut 750 Hm in den Beinen erreichten beide nach 84km den eigentlichen Start des Tracks. Der Rest teilte sich wieder in Schildkröten und Hasengruppe auf, bei der die ursprüngliche Idee durch verschiedenen Streckenlängen vor dem Mittagessen (+10km / 400Hm) den Geschwindigkeitsunterschied auszugleichen nicht aufging. Als Daniel, Jürgen, Heiko und Florian aus der Stichstraße von Port de Valldemossa wieder auf die Küstenstraße bogen, waren Christian (heute auch Mr. maximal 140 Puls), Konstantin und Maurice schon in Soller an der Bar Nadal. Dort wurde dann fast der Essenstisch übergeben, der Rückstand war ob der diversen Pinkel- und Technikpausen genau einen Teller Nudeln lang. Das Wetter war super, der Wind zeigte sich von seiner zahmen Seite und bot durchweg eher Rückenwind dar. Das Essen der 2. Runde dauerte länger, Florians Wunsch (Burger) war nicht mehr lieferbar, was man aber erst nach einer guten Viertelstunde bemerkte. Moritz und Sebastian kamen dann kurz vor Abfahrt an, die Tischübergabe klappte – sie ließen natürlich den Abstecher nach Port de Valldemossa links liegen um es nicht vollends zu übertreiben. Florian hatte nach dem Essen keine wirkliche Power mehr, er kurbelte gemütlich auf den Puig Major hoch, Jürgen war da schon eine gute Spur zügiger unterwegs aber fühlte sich auch nicht nach einer Vollgasattacke. Daniel lies Heiko einen Vorsprung von ca. 2 Minuten (Pitstop) um dann kurz vorm Ende zu realisieren, dass dies ein wenig viel des guten war – er konnte seine Vorjahreszeit um 1 Minute unterbieten, Daniel blieb trotz forcierter Fahrweise 1 Minute über seiner Bestzeit aus 2023 – allerdings „blind“ gefahren da Wahoo nicht mehr wollte.

Die Plauschgruppe fuhr sehr gemütlich den Anstieg hoch – Christian konnte dennoch eine 7-minütige Lücke sich „erschleichen“ – 140 Puls ist am Anstieg nicht sehr viel. Die Abfahrten liefen gut, das Überholmanöver eines gerade losfahrenden Busses von Maurice hatte nur ein Hupen zur Folge. Florian stärkte sich nochmals kurz bei der Tanke oberhalb des Kloster Llucs und die Fahrt nach Pollenca war dann komplett frei. Moritz und Sebastian duellierten sich mit einem Autofahrer, der sich ein seiner Ehre gekränkt sah nicht schneller abzufahren als 2 Rennradkasper (es sei erwähnt, dass dies auf ebendieser Abfahrt schon möglich ist). Die geladenen Tracks bei den Fahrern aus der Cappucinogruppe erreichten bereits bei Pollenca ihr Ziel, sodass dann über die bekannte Küstenstraße zurück zum Hotel navigiert wurde. Alle drei kamen heil und noch bei Kräften im Hotel an, nach 130km mit 2300Hm eine super Leistung.
Daniel, Jürgen, Heiko und Florian waren froh über eine gelungene und für 3/4 Fahrern auch recht lockere Ausgabe des jährlichen Küstenklassikers mit 140km/2700Hm. Sebastian und Moritz kamen nach dem ersten Saunagang der anderen dann auch begeistert von ihrer Leistung an – mit der Vorbelastung 214km/3100Hm ist ein Wort.