Trainingslager Südtirol 2017: Obergummer Solo

Kurz vor der geplanten Abfahrt um 9:30 wurde fachmännisch der Himmel über Bozen begutachtet und der Start ob einer durchziehenden Ministörung auf 11:25 verlegt. Auch die Tour wurde umgeplant und — man höre und staune — dadurch vor allem zu Sebastian Freude leichter. Letzterer hatte schon den ganzen Morgen mit Stefan'schen Weisheiten ("So eine verfickte Scheiße", "Ich bin nicht so verfressen wie ihr") geglänzt und durfte nun bei wunderschönem Sonnenschein im Doppelwindschatten an den ersten und einzigen Berg rollen. Der legendäre Obergummer wurde diesemal von Kardaun über eine schmale Straße zum Kaserer Bild angefahren. Die Eckdaten: 10,7km bei 9% Durchschnittssteigung.

Doch nicht nur die Streckenplanung stand heute ganz unter dem Motto "Obergummer Solo" sondern auch der Rennverlauf. Nach einem zügigen Beginn am Moritz'schen Hinterrad übernahm Daniel mit seinem gefürchteten Ultra-Rhythmus und zog alsbald von dannen und baute mit einer starken Steigleistung von 1253Hm/h (Platz 7/453 bei Strava) seinen Vorsprung auf 4:35min aus. Statt mit einer trockenen Tempoverschärfung glänzte Moritz heute nur mir einer trockenen Zunge – am morgen fast nix getrunken und nach 2km mehr oder weniger in den Notmodus gewechselt. Dafür hielt sich der Rückstand dann tatsächlich in Grenzen und auf Sebastian konnte noch ein kleineres Loch gerissen werden.

Der traditionelle Stilleben "Apfelstrudel im Alpenpanorama mit Schnur" wurde heute etwas technologischer re-interpretiert. Der Strudel wurde natürlich trotzdem verzehrt.

Auf der Abfahrt nach Blumau stand der Wind dann günstig und die gut ausgebauten Kehren auf F1-Belag luden zum Heizen ein. Nachdem die Rückfahrt auf den überragenden Bozener Radweg zunächst locker angegangen wurde, kam dann, angestachelt von einem übermotivierten Kollegen doch noch ein anständiges Tempogebolze zustande, an dem sich 2 der 3 Racing Team Fahrer beteiligen wollten und das den Kollegen recht schnell zum abreißen lassen zwang.

Für die Statistikfreunde: 93km, 1400Hm, 27er Schnitt. Für Freunde des geflegten Pöbelns: Eine Mail an Jochen Partsch, Bozen mal als Inspiration für Darmstadt zu besuchen, wurde vom Teamchef schon auf den Weg gebracht.

Trainingslager Südtirol – Ruhetag

Bevor es wie neuerdings üblich der Ruhetag in der Therme Meran verbracht wurde, mussten noch Hemden von 2 von 3 Fahrern gebügelt werden. Die Oma des Hauses lieh das Equipment und Moritz führte den Job fachmännisch durch.

Danach wurden noch Spirituosen für die anstehende Hochzeit erworben und dann ging es los zum Saunieren. Da die Tour Etappe in der Therme übertragen wurde, ist das Tagesziel 19.00 Uhr beim Oberwirt zu sein recht ambitioniert. Dank des Taxiservice vom Bergfloh, der mit Heidrun extra vom Quartier am Gardasee angereist ist, wurde das Dinner aber rechzeitig erreicht. Dieses war wie immer vorzüglich und der Dank der drei DGD Racing Team Fahrer geht wie in den Vorjahren an den Gönner des Events.

Mit dem Rennrad über die Alpen – Tour vom Bergfloh

Die Alpenüberquerung von Ettal aus zu starten war sehr gut gewählt. Zum Einrollen gab es einen schönen, leicht welligen Abschnitt nach Reutte, ein Stück entlang am Plansee. Obwohl alle Planungstools und auch der Teamchef ein Teilstück auf dem Fernpass vorgesehen hatten, wurde der spontane Versuch, schlauer zu sein, schnell abgebrochen und sich in den Tross der LKWs und Wohnmobile eingemischt. Gleich vor dem ersten Tunnel war Schluss für Fahrräder, aber später durfte man als Linksabbieger wieder mitmischen. Kurz nach einer dem DGD Racing Team bekannten Tankstelle ging es dann in die ruhige und landschaftlich reizvolle Passage über Namlos nach Stanzach (der Material-Wagen hat das leider nicht erlebt, da er sicherheitshalber Planungsvariante "leicht" abgefahren ist). Nach kurzer Mittagspause (Staunen bei manchen Lesern) ging es dann hinauf zum Hahntenn-Joch, nach bereits 1000 gefahrenen Hm ein ambitioniertes Vorhaben. Mit einem Minizwischenhalt wurde auch dies gemeistert. Die Abfahrt war nicht ganz so schön, auch wegen des schlechteren Straßenbelags. Von Imst ins Ötztal wurde dann im zweiten Anlauf der geplante Fahrradweg unter die Pneus genommen, übrigens eine super Wahl.
Daten von Tag 1: 133,2 km, 2286 Hm

Nach der Königsetappe ging es auf das Dach der Tour – das Timmelsjoch, und zwar von der dem Team noch unbekannten Seite. Knapp 60 km bei 1992 Hm waren dabei zu bewältigen. Die ständigen Wechsel zwischen Anstieg und Flachstücken ergaben keinen anständigen Rhythmus. Besonders lecker war der Schlussanstieg mit einer 2 km Geraden mit Nordsee-Wind, also direkt von vorne. Nach langer Qual war das Joch erklommen und nach einer kleinen Stärkung ging es in die Abfahrt nach St. Leonard, wo dann wegen drohender Niederschläge und ausreichend Restzeit das Lager für die Tour aufgeschlagen wurde.
Daten Tag 2: 88,6 km, 1992 Hm

Mini-Etappe nach Lana Tag 3 Daten: 27,4 km, 151 Hm

Aus dem Wohnzimmer des DGD-Racing-Team ging es in die vorletzte Etappe. Der Gampenpass war die Overtüre (fast vollständig mit F1-Belag!). Klingt für den geneigten Leser nicht dramatisch, aber die Tagesform des Bergflohs war eher mäßig. PRs im Odenwald ist eben doch etwas anderes. Nach der kurzen Abfahrt begann dann bald der heutige Schlussanstieg zum Mendelpass. Konnte der Materialwagen noch rechtzeitig am Gampenpass sein, um den Gimpfelsprint zu dokumentieren, war er aber dann dem rasanten Tempo 😉 nicht mehr gewachsen, so dass es ohne Halt in die Abfahrt ging. Bis dahin war kein Garmin-Track nötig, man kennt sich ja aus. Übrigens war es am Mendelpass trocken. Am Ende der Abfahrt nach Kaltern sollte die Navigation wieder genutzt werden, aber der Track liess sich nicht auf der Karte sichtbar machen (Trackspeicher voll); Material-Wagen nicht da, Orientierung weg und ein weiteres Novum: alle Flaschen leer. Nach kurzen internen Absprachen konnte der Zusammenschluss wieder erfolgen und in Tramin eine Rast im Hotel Traminerhof eingelegt werden. Dort gab's Stärkung und Briefing zur Weiterfahrt. Die letzten 50 km führten am sehr gut ausgebauten Etsch-Radweg bei Hitze und Gegenwind ins Hotel Sporting in Trient. Hier gibt es jetzt wirklich einen Ruhetag.

Daten Tag 4: 111,2 km 1730 Hm  

Nach dem Ruhetag mit fürstlichen Mittagessen im Castel Pergine ging es auf die Schlussetappe. Der Monte Bondone wurde schon kurz nach 8:00 Uhr attackiert. Die Beine waren heute deutlich besser, so dass man den Anstieg regelrecht geniessen konnte. Tolle Aussichten waren der Lohn, mit Sicherheit das Highlight der Tour.
Die Abfahrt war unspektakulär. Im Tal ging es dann auf den Radweg nach Torbole: sehr gute Beschilderung, nur zum Schnitt hochtreiben nicht geeignet; wellig und sehr kurvig, aber trotzdem sehr schön.
Das Ziel ist erreicht. Es gilt Dank zu sagen an alle Unterstützer des Projekts, insbesondere an Heidrun (Materialwagen u.v.a.m) sowie an den Teamchef Daniel.

Daten Tag 5: 73,7 km, 1662 Hm  

Trainingslager Mallorca 2017: Formentor

Der stets zuverlässige (wenn auch zur Zeit schwer erkennbare) Iphone-Wetterbericht des Teamchefs versprach für den Ostermontag optimales Radfahrwetter: 20 Grad und über 10 Sonnenstunden. Beide Gruppen konnten sich nach dem zeitversetzten Start gemütlich bis Port de Pollenca einrollen. Die Speerspitze erwischte sogar eine Gruppe, wobei sich der Bergfloh wählerisch gab und die jungen Schwedinnen einer russischen Männergruppe vorzog. Auf der Stichstraße zum Leuchtturm am Cap Formentor zahlte sich der frühe Start dann aus, denn beide Gruppen konnten (fast) ohne störenden Autoverkehr in beide Richtungen fahren. Während Daniel und Moritz eher zurückhaltend und sehr gleichmäßig die verschiedenen Anstieg hochleierten (und fachmännisch den Autoverkehr zwecks einer freien Abfahrt blockierten), fuhren Katie und Detlef den längsten Anstieg richtig auf Zug und unterboten ihre eigenen Bestzeiten um sensationelle 2 Minuten!

Zum gemeinsamen Paella-Essen am Hafen war danach reichlich Zeit. Die Speerspitze hatte zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeit fast verrichtet und fuhr auf dem flachen Rückweg ins Hotel noch einige Duelle auf der Hügelstraße zwischen Pollenca und Alcudia aus. Für den Rest waren erst 52 von 122 Kilometern geschafft – es stand ja noch der Col de sa Femenia mit seiner endlosen 1%-ansteigenden Anfahrt auf dem Programm. Dort drückte vor allem die Lokomotive Moritz eine dicke Mühle um trotz Seitenwind einen 33er Schnitt "herbeizuwerken" (->Eurosport, Amstel Gold Race Übertragung). Der eigentliche Anstieg war dann eine einzige Steigerungsfahrt, an dessen Ende der Teamchef dank neuem Pulsbestwert von 198 den Sprint gegen den verdutzten Teamkollegen gewann 😉

An der Tankstelle Lluc wurde dann erstaunt festgestellt, dass das Wassereis auf 1,80 Euro/Stück preisreduziert angeboten wurde. Top, genau wie die komplette freie Abfahrt, die folgte. Mit einigen Varianten auf teilweise frisch asphaltierten Straßen (im Vergleich zu 2016) war dann der Plan, von hier an gemächlich auszurollen. Das sollte der starke Ostwind allerdings nicht zulassen und erst auf den letzten Kilometern auf der Küstenstraße konnten sich einer "Gammelgruppe" angeschlossen werden.

Eckdaten der Tour: 122km/1900Hm/28,3er Schnitt, bzw. 75km/1100Hm/23,4er Schnitt für die Speerspitze!