Trainingslager Südtirol 2020 – Bergtouren Special

Wie in diversen Artikeln bereits angeteasert, wurden durch Sebastian in diesem Jahr auch diverse Bergtouren durchgeführt. Insgesamt gab es vier Wanderungen, da die erste mangels ausreichender Planung keinen richtigen Gipfel enthielt, soll sich hier auf drei Touren beschränkt werden.

Naturnser Hochwart bei Nacht

Die epischste Tour sollte direkt die „Erste“ sein. Nachdem der ersten Wanderung die Highlight-Momente fehlten, sollte direkt überkompensiert werden und es wurde eine Wanderung von Lana (300 üNN) auf die Naturnser Hochwart (2600 üNN) geplant. Die minimalen Höhenmeter suggerieren schon, dass es sich hier um eine lange Tour handeln muss. Um also zu humaner Zeit wieder zurück zu sein, wurde ein Start um 2 Uhr nachts durchgeführt, wodurch nach optimistischer Rechnung des Protagonisten der Gipfel zu Sonnenaufgang erreicht sein würde. Spoiler: Das hat natürlich nicht hingehauen, aber zumindest war die Baumgrenze überschritten, als es langsam hell wurde, was den selben Effekt erfüllte.

Nach einem guten Kilometer im Ort schraubt sich der Weg zunächst konsequent 800hm nach oben, wobei nur knapp 5 km Strecke zurückgelegt werden. Es folgt ein Flachstück über ca. 3km, auf dem man im leichten Trab etwas für den Schnitt tuen kann (oder sich auf feuchtem Gras im Downhillgerenne etwas den Fuß verdrehen kann :P). Es wird hier auch ein Bach passiert, an dem man sich seine Wasservorräte auffüllen sollte, denn danach wird es dazu überraschenderweise keine Möglichkeit mehr geben.

Ab Kilometer 9 steigt der Weg wieder stramm und es werden weitere 700hm zurückgelegt. An einer Stelle verlässt man den Wald, um parallel zu einer Weide weiter aufzusteigen. Wenn man dann unvermittelt einen Bullen auf der Weide anleuchtet (Erinnerung: es ist gerade ca. halb 5 nachts) und leuchtende Augen unter gewaltigen Hörnern als Feedback bekommt, ist ein kurzer Schreckmoment inklusive.

Kurz darauf verlässt man also den Wald und findet sich auf einem flachen Höhenweg über eine Weide wieder. Allmählich wird es hell und die Atmosphäre ist bombastisch. Vom Höhenprofil würde man denken, dass diese Passage ebenfalls genutzt werden kann, um etwas für den Schnitt zu tun, aber der Untergrund ist nicht ideal und wer diese Atmosphäre ignoriert um sich auf seine Rennerei zu konzentrieren hat den Schlag sowieso nicht gehört.

Nach wenigen Kilometern geht es eine weitere Stufe nach oben, das Terrain ist mittlerweile eindeutig ein alpines und man muss sich deutlich mehr auf die Schrittführung konzentrieren. Danach umrundet man das Naturnser Hochjoch parallel zur Höhenlinie, aber auch hier ist nichts für den Schnitt zu gewinnen. Es ist auch anzumerken, dass hier nun alles sehr exponiert für den Wind ist und man spätestens beim Abstieg auf jeden Fall wärmere Kleidung braucht.

Es folgt eine bergab Passage auf grobem Geröll, hier ist man definitiv nicht schneller als im Aufsteig. Zum Schluss folgt ein Endspurt über knapp 300hm auf sehr steilem und alpinen Gelände, die Anstrengungen sind jetzt real. Belohnt wird man mit einem tollen Ausblick in immer noch (aufgrund der Uhrzeit, die gerade halb 7 anzeigt) majestätischer Atmopshäre. Es ist allerdings auch sehr kalt und windig, sodass man nicht unbedingt zu lange verweilen will, selbst wenn man noch ein trockenes T-Shirt, Pulli und Halstuch dabei hat. Sogesehen ist es auch kein guter Plan, deutlich früher in die Tour zu starten, um am Gipfel auf den Sonnenaufgang zu warten, sofern man nicht bereit ist, sehr viel Equipment zu Erwärmungszwecken mitzuschleppen.

Der Abstieg war dann wie der Aufstieg. Bei der Rückumrundung des Jochs wurde noch halt an einer Kuhtränke (?) gemacht, um die Füße etwas zu kühlen.

Zeitweise kann man es im Absteig auch mal laufen lassen, allerdings ist die Ermüdung (gerade auch in Knien und Hüfte) irgendwann sehr stark zu spüren, sodass insbesondere die letzten steilen Höhenmeter Abstieg durch die Apfelplantagen sowie die letzten Kilometer durch den Ort sehr zäh und definitiv nicht mehr schnittbringend waren.

Fazit: 9h, 40km, 2640hm. Strava

Karerpass nach Rotwand mit Klettersteig

Die erste Bergtour nach dem Quartierwechsel nach Eppan sollte auf die Rotwand in der Rosengartengruppe  gehen. Startpunkt war der auf 1750m gelegene Karerpass, der nach einer Dreiviertelstunde mit dem Auto zu erreichen ist.

Da bei dieser Tour eine Fahrgemeinschaft mit Heidrun und Katie gebildet wurde, die eine kleine Wanderung auf Passhöhe machen wollten, war ein hohes Tempo anzustreben.

Diesmal war die Tourenplanung sogar ganz professionell und wurde mit Christoph, dem Herrn des Hauses im Hotel, durchgesprochen. Es sollte zunächst vom Karerpass über einen steilen Wanderweg zur Paolina-Hütte aufgestiegen werden, welche sich auf gut 2100m befindet. Diese erste Passage kann auch per Lift zurückgelegt werden, allerdings muss der Lift (inkl. Ticketkauf und Warterei) die Zeit von 28min erstmal schlagen 😉 

Von der Paolina-Hütte führt ein Wanderweg auf 2600m, zu Beginn gibt es eine Traversierpassage, in der man etwas für den Schnitt tun kann, danach folgt ein steiler Wanderweg auf gerölligem Untergrund, der konsequent Höhenmeter macht, aber alles in allem flott passiert werden kann. Allerdings war der Weg voll wie eine Autobahn im Berufsverkehr, sodass das maximale Tempo durch zahlreiche Überholvorgänge nicht ausgeschöpft werden konnte. Trotzdem konnte sich der CR für dieses Segment auf Strava in 38min gesichert werden.

Die letzten 200m wurden durch einen Klettersteig zum Gipfel zurückgelegt. Dieser ist in der Literatur mit Schwierigkeiten A/B angegeben und folgt dem Grat des Berges. Es gilt letztendlich die Eigenverantwortung in den Bergen, jedoch konnte der Autor dieses Artikels für sich entscheiden, dass eine Passierung ohne Ausrüstung kein Problem ist. Es ist noch anzumerken, dass der Steig, obwohl es ein Gratsteig ist, nicht sonderlich ausgesetzt ist.

Nun war der höchste Punkt also nach 1,5h Aufstieg erreicht. Am Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Rosengartengruppe, außerdem gibt es ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch, es wurde aber verpeilt sich in jenes einzutragen. Trotz größerer Höhe war es in Sachen Temperatur und Wind hier deutlich angenehmer als auf der Hochwart, trotzdem wurde for good measure ein Pulli übergezogen.


Der Abstieg wurde über die andere Seite vorgenommen. Es wurde schnell wieder ein Klettersteig erreicht, der auch runter gut zu gehen war und in einer Scharte mündete. Hier darf man sich nicht verwirren lassen, wenn man von oben kommend plötzlich den Masaré Klettersteig im Auge hat. Diesen würde der Autor definitiv nicht ohne Ausrüstung passieren wollen, die Einsteigstelle ist auch mit Schwierigkeit C ausgezeichnet.

Der Steig mündet dann also in einer Scharte, die ziemlich ätzend abzusteigen ist und schlecht markiert ist. Es bietet sich an, sich rechts am Berg zu halten, um nicht den Abzweig zu verpassen und (wie der Autor) etwas zu tief in der Scharte abzusteigen.

Der Rest ist dann leicht, es geht über gut ausgebaute Wanderwege leicht abfallend zurück Richtung Karerpass. Zwischendurch kam ein Hüngerchen auf, welches durch einen selbstgebackenen Riegel behoben wurde. Der Kauvorgang wurde im Laufen erledigt, was offenbar ziemlich doof aussah und den entgegenkommenden Verkehr irritiert hat.

20min vor Ende wurde von der Talfraktion ein Pizzabestellvorgang angeboten, der natürlich direkt angenommen wurde. So wurde also der Pass nach gut 3h inkl. Pausen wieder erreicht und 2min später wurde auch schon die Pizza serviert 🙂

Fazit: 3:20h, 13km, 1100hm. Strava.

Kaltern auf den Roen mit Klettersteig 

Als finale Tour sollte es von Kaltern auf den Roen gehen. Der Roen ist der höchste Punkt des Mendelkamms mit 2100m. Es wurde wieder eine Fahrgemeinschaft mit Heidrun gebildet, die eine Wanderung ausgehend vom Kalterer See unternehmen wollte. Um also die Tour nicht zu lange ausufern zu lassen wurde als Startpunkt der Klettergarten in Kaltern gewählt, der gegenüber dem See ein paar Kilometer und Höhenmeter spart, und gute Parkmöglichkeiten bietet.

Vom Parkplatz führt ein Wanderweg über 5km konsequent gut 1000hm nach oben. Der Weg liegt meist im Wald, hat guten Untergrund und ist durch Serpentinen abwechslungsreich gestaltetet. Bestes Terrain um hemmungslos hochzukloppen. Auf 1200m gibt es eine Hütte der Bergwacht, wo man die Flaschen auffüllen kann. Beim Anstieg wurde dies ignoriert, da die Flaschen noch fast voll waren, es sollte aber (wie bei den anderen Touren auch) die letzte Möglichkeit bleiben (abgesehen von den Hütten am Höhenweg, in die man aber einkehren müsste).

Nun befindet man sich also auf einem Höhenweg. Hier ist auch deutlich mehr Betrieb als auf dem Aufstiegsweg (wo sonst niemand war), die meisten sollten wohl vom Mendelpass aus kommen. Der Weg ist gut ausgebaut und breit, hier würde man vermutlich selbst mit dem Auto gute Karten haben, es kann also definitiv was für den Schnitt getan werden.

Nach 7,5km passiert man eine große Hütte, links geht es Richtung Überetscher Hütte, an der sich der Einsteig zum Roen Klettersteig befindet. Rechts geht es den Normalweg lang, gerade aus befindet sich ein enger steiler Pfad, den man auf dem Rückweg nehmen wird und fälschlicherweise für den Normalweg gehalten hat. Naja, Strecke wird es auf jeden Fall gespart haben.

Der Roen Klettersteig ist wieder mit A/B angegeben. Es gibt steilere Kletterpassagen und Traversen. Im Hotel wurde sich wieder über die Passierbarkeit ohne Ausrüstung informiert, Steinschlag ist hier ein Thema, allerdings entschied der Autor aufgrund der erwarteten niedrigen Frequentierung, dass dies am heutigen Tage vertretbar sei. Überraschenderweise traf man dann doch zwei weitere Gruppen im Steig, allerdings wurde darauf geachtet, nicht gemeinsam mit jenen sich im Hang zu befinden und ansonsten wurde schnell das Überholmanöver angepeilt, wobei sich die anderen Gruppen auch sehr kooperativ zeigten.

Alles in allem kann man sagen, dass dieser Steig nochmal deutlich mehr Spaß gemacht hat als der an der Rotwand. Allerdings sollte man sich hier schon sicher sein, dass man weiß, was man tut. Insbesondere auch bei Nässe ist der Steig ohne Absicherung definitiv nicht zu empfehlen!

Nach dem Klettersteig waren es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel. Genauer gesagt gibt es hier eher zwei Gipfel: Einmal eine Zunge markiert mit einer orange-roten Metalmarkierung, die mit einem SVD Aufkleber noch verschönert wurde, ein paar Meter weiter gab es eine zweite Zunge auf einer Kuhweide, auf der sich auch das Gipfelkreuz befand. Der Weg durch die Kühe war eher beschwerlich, aber im dritten Anlauf konnte ein passierbarer Pfad gefunden werden. Diesmal hat der Autor auch daran gedacht, im Gipfelbuch etwas DGD Werbung zu hinterlassen.

Der Aufstieg hat insgesamt ca. 2,5h gedauert. Um Heidrun nicht zu lange warten zu lassen, wurde ein deutlich zügigerer Abstieg angepeilt, was dem Weg auch zuzutrauen war.

Der erste Abschnitt über den vermeintlichen Normalweg war eher langsam, da er eher einem Jungle glich, aber richtig Hütte konnte schon etwas Fahrt aufgenommen werden. In der Traverse auf dem Höhenweg war dann auch ein guter Trab möglich.

Der Absteig der verbleibenden gut 1000hm konnte dann, die 4h Effektivzeitmarke stets im Auge, konsequent runtergebolzt werden, was zwar anstrengend war, aber auch mächtig Laune gemacht hat. Auf 1200m wurde nochmal kurz angehalten, um Heidrun zu aktivieren und von der einzigen Wasserstelle zu profitieren.

Alles in allem kann man sagen, dass diese Tour von der Intensität wohl die anspruchsvollste war, obwohl gut eine halbe Stunde länger als die Rotwandtour, da der Weg einfach dazu eingeladen hat immer auf dem Gas zu bleiben.

Fazit: 4h, 20,5km und 1650hm, Stava.

DGD Racing Team in der ZETT

Wie bereits im Artikel Giro delle Dolomiti: Tappa 4 Valparola erwähnt, wurde am Ruhetag des Giro die Vorwahl zur Miss Südtirol der Sonntagszeitung ZETT besucht. Dabei wurden die Fahrer fotografiert und prompt in der Ausgabe des vergangenen Sonntag abgedruckt.

Natürlich wurde die entsprechende Ausgabe besorgt und der Teamchef stellte rasch fest, dass man es nicht nur in den Abschnitt „Leben & Leute“ auf Seite 16 geschafft hatte, sondern auch in die bessere passende Rubrik „Sport“ auf Seite 35.

In der vollen Version der Ausgabe, die sich unter Kiosk.at erwerben/runterladen lässt, fügt sich der Artikel passend zwischen Nibali und Egan Bernal ein.

An dieser Stelle nochmal ein Dank an die Redaktion der ZETT für die Erlaubnis, die entsprechenden Ausschnitte benutzen zu dürfen!

Giro delle Dolomiti Tappa 6 — Furore beim MZF

Zum Ausklang des Giro stand eine circa 80km lange und zumeist flache Etappe auf dem Programm, in deren Rahmen das Mannschaftszeitfahren ausgetragen werden sollte. Gestartet wurde in Teams von 4 bis 5 Fahrern, wobei die Zeit des vierten Fahrers entscheidend für die Wertung sein sollte. Wer nicht Mitglied eines Teams war, konnte die Strecke als Einzelfahrer in einem großen Hauptfeld bestreiten. Diese verschiedenen Möglichkeiten die letzte Etappe zu bestreiten legen schon nahe, dass diese Etappe nicht „normal“ in die Gesamtwertung einfließt: In der Tat war es für die Gesamtwertung nur nötig, an der sechsten Etappe teilzunehmen, um seine Platzierung des Vortages zu bestätigen; Dies soll sich noch als relevantes Detail herausstellen. Ansonsten sollten die Ergebnisse des TTT gesondert geehrt werden.

Um auf die benötigte Anzahl an Fahrern zu kommen wurde das Team um Dominique und Olivier (bekannt aus den Artikeln der letzten Tage aufgefüllt). Olivier schrieb am Vorabend noch auf Facebook, dass es für ihn erst am Schlusstag ein Eis geben würden, was Sebastian dahingehend kommentierte, dass er sich dieses mit einem Sieg im TTT verdienen müsste. Zitat Daniel: „Bist du bescheuert, der fährt uns eh schon tot.“

Start war heute erst um 9 Uhr, sodass man eine Stunde länger schlafen konnte. Vor dem Start tauschte Daniel an der Messe noch sein Startertrikot in S gegen eins in M, welche dann zwar etwas weit war, dafür aber den gesamten Rücken einkleidete. So konnte ein einheitlicher Look für das erweiterte Team garantiert werden.

Entgegen der vergangenen Tage reihte man sich nicht direkt behind the Tesla ein, sondern weiter hinten im Feld. Es stellte sich raus, dass man so weit hinten im Feld war, dass eine außerplanmäßige Pinkelpause ausreichte, um Kontakt mit dem Schlussfahrzeug zu machen. Im Verlaufe der Hinfahrt stellte sich bei Sebastian ein signifikanter Defekt ein: Die elektrische Schaltung, die seit dem Software-Update in Lana bereits mehrfache zum Problemherd wurde, gab komplett den Geist auf. Im kleinen Blatt, aber zumindest auf dem halbwegs großen 13er Ritzel, wurde dann bis zur Verpflegung vor dem Zeitfahren geleiert. Dort stellte sich am Meschanikerwagen heraus, dass der Akku defekt und nicht etwa nur leer ist. Daraufhin fragte Sebastian den Mechaniker, ob es denn möglich sei, manuell den big ring einzustellen, sodass man man zumindest mit 50-13 Monoübersetzung im Zeitfahren starten könnte. Dies setzte dieser mit einem Lächeln und zwei kurzen Handgriffen um.

Gestartet wurde in der Formation Moritz—Olivier—Dominique—Daniel—Sebastian. Da Sebastian aber ein paar Startschwierigkeiten hatte und angesichts fehlender Zusatzübersetzung direkt Schwierigkeiten hatte, wieder aufzuschließen, wurde die Formation im Wesentlichen direkt wieder durcheinander gewürfelt.

Die Fahrt verlief ohne größere Probleme. Nur einmal scherte eine erschrockene Einzelstarterin aus, als sie überholt wurde, wodurch Moritz beim Zurückfallenlassen eine Welle schlagen musste und so der Zug kurz etwas Tempo rausnehmen musste. Es bestätigte sich außerdem, dass die Sorge vor Oliviers Leistung wirklich berechtigt war — absolut bärenstarke Fahrt. Im Ziel wurde dann ermittelt, dass man ungefähr einen 46er Schnitt gefahren ist. Quervergleich mit anderen Teams zeigte, dass man auf jeden Fall nicht die schnellste Zeit gefahren ist, aber sehr konkurrenzfähig dastehen sollte.

Zurück zur Messe wurde über den Radweg gefahren, wieder in Besetzung des Zeitfahrteams, aber mit moderaterem Tempo, zumal Sebastian auch wieder hatte runterschalten lassen. Bei der Siegerehrung wartete man dann sicherheitshalber auf die Ehrung der Zeitfahrteams. Bei den zuvor durchgeführten Ehrungen der Einzelfahrer gab es dann noch eine positive Überraschung: Ein Konkurrent aus Moritzˋ AK ist offenbar nicht auf der letzten Etappe gestartet, sodass Moritz noch aufs Podium vorrückte. Netter Nebeneffekt: So bekam Sebastian noch seine gestern betrauerte GC Platzierung mit führender Ziffer 5.

Bei der Ehrung des MZF stellte sich dann heraus, dass man das zweitbeste Herrenteam war. Neben Ruhm und Ehre wurde dies außerdem mit einem großen Fresskorb honoriert.

Um der Linie dieses Artikels treu zu bleiben (mehr Bilder als gewöhnlich) hier noch eins mit der Zeitfahrequip + Jonas sowie allen erworbenen Preisen in Einzel- und Teamwettbewerben.

An der Stelle nochmal Danke an Mona (bekannt aus den letzten Artikeln als beste Frau) und Tom die bei der Logistik zum Hotel unter die Arme griffen.

Apropos Hotel: Dort wurde man auch nochmal zum Fotoshooting gebeten und prompt auf der Facebook-Seite des Hotels erwähnt.

Zum Ausklang des Tages steht noch ein gemeinsames Abendessen mit Dominique und Olivier auf dem Programm, morgen ist Abfahrt um kurz vor 5.

Daten zur Tour: 84km, 28er Schnitt mit 15,4km@46,3 Schnitt

Update: Man begab sich in übelstem Gewitter zum Abendessen. Moritz wollte dabei sein Auto nochmals volltanken. Als die Self-Service Zapfsäule quasi fertig präpariert war, schlug in unmittelbarer Umgebung ein Blitz ein, der die Zapfsäule zum Absturz brachte. Also wurde die Betankung auf später und an eine andere Tankstelle verschoben. Dort stellte sich jedoch heraus, dass der Tankdeckel an der alten Tankstelle zurückgeblieben war. Also dort hingefahren und siehe da:

Giro delle Dolomiti Tappa 3

Am gestrigen Dienstag stand die längste Etappe des 43. Giro delle Dolomiti auf dem Programm. Wie am Vortag wurde die rund 180km lange Reise um 8 Uhr von der Messe Bozen gestartet. Trotz früher Stunde war die Temperatur zum Start schon auf einem sehr hohen Niveau.

Zunächst wurde das Sella Joch im Feld befahren, laut Roadbook sollte die Passhöhe exakt 2000m höher gelegen sein als der Startpunkt in Bozen. Die Tempogestaltung war deutlich besser als gestern, dafür wurde abgesehen von dem planmäßigen Verpflegungstopp noch eine weitere Sammlungsstelle innerhalb des Passes sowie auf der Passhöhe eingelegt. Gerade letzterer wurde von den Teamfahrern als eher unschön eingestuft, da direkt nach der Abfahrt der Zeitfahrabschnitt auf dem Programm stand. Sowohl der komplette Aufstieg des Sella Jochs als auch die Abfahrt von eben diesem wurden von den Teamfahrern direkt hinter dem Tesla bewältigt, letzteres ging materialverträglicher als gedacht und so konnte man gut positioniert in den gezeiteten Abschnitt auf den Fedaia einfahren, der aufgrund seiner ersten leichten Kilometer besonders von der Gruppe profitieren ließ.

Im Gegensatz zu den Vortagen wurde nicht direkt zum Start aus der Spitze attackiert. Da auch keine Matten den Start markierten sondern die Zeitnahmesensoren nur am Straßenrand montiert waren, war sich Moritz zu Beginn gar nicht bewusst, dass man sich schon im gezeiteten Segment befand. Als die ersten Attacken kamen, dachte sich Moritz, dass jene Fahrer entweder richtig dumm sein müssten oder der Start doch schon erfolgt sein müsste und ging deshalb mit. Daniel sortierte sich in eine halbwegs passende Gruppe ein, allerdings wurde der Rhythmus der Gruppe nie als sonderlich passend zum eigenen Fahrstil reingestuft. Sebastian wand wieder die bewährte Taktik vom Vortag an und orientierte sich am Hinterrad der besten Frau. Zu Beginn des Steilstücks attackierte dann aus der Gruppe ein Belgier, mit dem man bereits auf der ersten Etappe aufgrund seines Basso Diamante ins Gespräch kam, Sebastian ging diese als einziger Fahrer aus der Gruppe mit und die beiden konnten sich mit ausgeglichenen Führungswechseln absetzen. Derweil wurde die Spitzengruppe durch Attacken gesprengt, Moritz entschied sich deshalb sich dem hohen, aber gleichmäßigen Rhythmus von Jonas Leefmann anzuschließen und so nicht den Motor komplett zu überdrehen.

Schließlich kam so ein 14. Platz für Moritz heraus, Daniel positionierte sich auf Rang 36 und Sebastian kam mit gerade mal 1:24 Rückstand auf Daniel auf P54 ins Ziel. Somit konnten Moritz und Sebastian ihre persönliche Tagesbestplatzierung signifikant drücken. Im Gesamtklassement bedeutete dies Verbesserungen um 3 respektive 36 Plätze. Nach der sehr guten Platzierung gestern fiel Daniel im GC leider 2 Plätze zurück.

Auf dem Fedaia wurde das Passfoto mit Passsee statt Passschild absolviert, aus Koordinationsmangel nur mit zwei von drei Fahrern.

Auch die Abfahrt vom Fedaia wurde nah hinterm Auto absolviert, damit man bei der kommenden Verpflegung mit warmem Mittagessen ebenfalls gut platziert sein würde.

Nach dem Essen wurde die Weiterfahrt in kleinerer Gruppe absolviert, da man pünktlich zum Abendessen wieder im Hotel sein wollte. Neben den Fahren des Racing Team waren bei der Rückfahrt noch Jonas sowie die beiden französischen Drücker Dominique und Olivier dabei, die man bereits fürs Mannschaftszeitfahren am Samstag akquirieren konnte. Letzterer fehlte zunächst beim losfahren, tauchte dann aber im Windschatten eines gelben Piaggio Ape wieder auf und hatte noch einen weiteren Mitfahrer (Florian) mit dabei.

Gefahren wurde im Wesentlichen der gleiche Track wie vom Giro. Nachdem beim ersten Tunnel (Abfahrt) ein LKW klare Tötungsabsicht aufzeigt, umfuhr man den zweiten längeren Tunnel mit Aufstieg auf Kosten weiterer Höhenmeter. Mit Beginn der letzten Passhöhe drehte die französische Fraktion restlos auf, sodass die vermeintlich ruhige Rückfahrt eher einem Rennen glich und Daniel und Sebastian ernsthafte Sorgen entwickelten, im TTT den Windschatten halten zu können. Auch Tempoverminderungsanfragen auf englisch und französisch waren erfolglos — vermutlich da die im Wind fahrenden selbst nicht bemerkten, wie absurd hoch ihre Tempogestaltung war. Zitat Jonas: „Scheiß die Wand an, wenn wir das nächste Mal alleine fahren, dann nehmen wir eure Franzosen nicht mehr mit“ 😛

Im Hotel gab es dann zunächst eine Runde Eiskaffee, abgerundet wurde mit dem Etappenfinale der Tour auf dem iPad im Pool sowie einem ausgiebigen Grillbuffett mit Biereinlage, denn Mittwoch ist schließlich Ruhetag.

Daten: 178km, 3150hm, 24,6er Schnitt

Trainingslager Südtirol 2019 – Martelltal

Mit frischen Beinen nach dem gestrigen Semi-Ruhetag stand heute mit der Etappe durchs Martelltal eine lange, dafür aber Höhenmetertechnisch eher humane Etappe auf dem Programm.  Katie wollte den Höhenmeter pro Kilometer Quotienten optimieren und fuhr deshalb mit dem Auto direkt nach Naturns, um den Großteil der Anreise auf dem Radweg wegzurationieren. Die männlichen Teamfahrer brachen pünktlich um 10 Uhr Richtung Radweg auf, bloß um nach wenigen Metern festzustellen, dass bei Sebastians Schaltung nach der gestrigen versuchten „Softwaremanipulation“ gar nichts mehr ging. Ein kurzer Boxenstopp in der Unterkunft konnte das Problem aber lösen: In der E-Tube Software muss man zum Schluss immer auf „speichern und beenden“ klicken, selbst wenn man nichts geändert hat.

Also pünktlich 10:20 Versuch 2. Wie gewohnt war der Radweg dieses Jahr noch besser als im Vorjahr. Die Asphaltqualität bewegt sich meist zwischen neu und zu neu und außerdem wurde eine neue Variante durch Meran gewählt, die zwar viele Winkel aufwies, dafür musste man erst 40min nach Start zum ersten Mal anhalten.

Nachdem in Naturns nochmal alle Akkus aufgeladen wurden, ging es in den Anstieg durchs Martelltal. Moritz schlug zu Beginn des Anstiegs vor, ein moderates Tempo anzuschlagen. Dies wurde aufgrund jeglicher Realitätsnähe von allen Teamfahrern abgelehnt, also schlug Sebastian das Tempo an. Gar wurde Moritz auf den ersten 5 Kilometern dazu verleitet, zweimal zu sagen, dass es sich hier um eine solide Pace handeln würde (eine entsprechende Tonaufnahme kann bei Sebastian angefragt werden).

Die ersten gut 11km fuhren alle drei gemeinsam, dann setzte sich Moritz im zweiten Steilstück ab, wohingegen Daniel weiter der Tempogestaltumg von Sebastian folgte. Bis zu diesem Punkt konnte Sebastian seine PB bereits um 3:30min drücken. Moritz gab auf der zweiten Hälfte des Anstiegs ordentlich Gas und konnte so auf dem Schlusssegment sogar eine P4 mit nur 13sec Rückstand auf den KOM rausfahren.

Auch Katie fuhr bei ihrem ersten Martelltal-Besuch eine sehr solide Zeit unter 2h. Oben trafen sich dann alle 4 zu einem sehr reichhaltigen Strudel und einem Besuch im Hotel Paradiso.

Die Abfahrt verlief dann auch sehr zufriedenstellend. Sebastian hatte dabei durch aggressiveres und opportunistischeres Überholverhalten noch freiere Fahrt, hing dafür allerdings die letzten 4km in der Autokolonne, sodass Moritz mit nur wenigen Sekunden Rückstand ankam.

123km, 2200hm, 27,7er Schnitt  / 77km, 1650hm, 19,4er Schnitt