Alle Beiträge von Sebastian Bechtel

Trainingslager Südtirol 2017: Ruhetag 2

Nachdem zum heutigen Tag mieses Wetter angesagt war, beugten die DGD-Fahrer mit dem TV-Highlight "Ein Sommer auf Lanzarote" (aus der Reihe Herzkino) für eine ruhige Nacht vor. Mit solidem Unwetter gab das Südtiroler Wetter bereits in der Nacht alles. Zum Frühstück war es zwar wieder trocken, aber man vertraute den Prognosen und entschied sich, heute einen Ruhetag einzulegen und nur eine kurze Runde zu rollen. Dadurch wurde es auch möglich, "Volle Kanne" im Fernsehen zu genießen, wobei Moritz die Ankündigung, dass morgen "das Essen der Zukunft", vegane Küche, gekochtet werden würde, mit einem Stinkefinger quittierte. Selbst diese 20km inklusive Stop beim Radladen konnten nur mit Glück trocken absolviert werden, alles richtig gemacht.

Nachdem der Regen aufgehört hat, ging es mit dem Auto nach Trento mit dem Ziel, dort echte italienische Schuhe zu erwerben und abends in Trentos bester Pizzeria zu dinieren. Einen Schuhladen zu finden erwies sich als ähnlich schweres Problem, wie eine Dönerbude in Düsseldorf zu finden. Gestört von den vielen "Sconto"-Aushängen trumpfte der Teamchef mit der Aussage "Wir wollen keinen Rabatt, wir wollen Geld ausgeben" auf.

Nachdem man ganz Trento abgelaufen hatte und sogar zu Google Maps greifen musste, konnten letzlich doch Schuhe und passender Gürtel erworben werden. Da das identische Modell bei Variation der Größe massiv in der Farbe variierte, kann man davon ausgehen, dass es sich in der Tat nicht um Industrieware handelte.

Pünktlich eine halbe Stunde vor Öffnung der Pizzeria Da Albert, die man bereits in den Vorjahren stets plante aufzusuchen, dies aber nie umsetzen konnte, kam man am Restaurant an und dachte noch, man könne es sich bis zur Öffnung auf einer nahegelegenen Bank mit Wlan-Sponsoring der Uni gemütlich machen. Als sich dann bereits eine lange Schlange vor dem Restaurant bildete, wurde dieser Plan verworfen.

Die Pizza wurde den hohen Erwartungen mehr als gerecht und auch das Dessert überzeugte, wobei zwei der drei Fahrer sich für das Dessert entschieden, das nach dem Dessertkoch himself benannt war.

Regina

"Zhan"

Warum man auf der Rechnung einen Rabatt von 50ct erhielt, ist unklar.

Schließlich wurde noch die morgige Etappe diskutiert. Moritz schlug vor, man könne im Flachen ja mal etwas weniger reinholzen und dass Daniel oft dafür verantworlich sei, dass dies nicht der Fall ist. Dieser antwortete "Ich bin schuld?! ICH BIN SCHULD?!? … Ok, stimmt vermutlich".

Trainingslager Südtirol 2017 – Martelltal

Nach dem gewohnt reichhaltigen Frühstück, wo es als Extra Spiegelei gab, inkl. einem gut gemeinten Spruch der Oma zu Sebastian "Mitgehangen, mitgefangen" zum Thema Radfahren statt Ruhetag ging es in Richtung Meran. Davor gab es ein Wasserflaschen Blindtasting ohne Resultat (die vermeidlich dreckigen Flaschen wurden mit frischem Leitungswasser verwechselt). Die Innenstadt wurde auf bekanntem Track durchgequert bis man in Algund auf den sehr gut ausgebauten Etschtalradweg fuhr. Nach den Radweg Serpentinen war klar, Sebastian hatte keine guten Beine blieb aber natürlich dran. Der Express in Richtung Goldrain wurde von einem soliden Rückwind befeuert. Dieses Jahr blieb man bis zum Fuße des Martelltals auf dem Etschtalradweg und sparte dadurch ein paar Höhenmeter. Es wurden die ersten Riegel verspeist, und Wasser aufgefüllt, dann ging es in Richtung Berg.

Das Wetter war nicht lupenrein sonnig, es hingen stets Wolkenfetzen am Himmel. Das erste Teilstück, inklusive Baustellenampel brachte Sebastian ans Limit, mit bis zu 12% Steigung bei recht schwüler Witterung gab er alles um dran zu bleiben. Nach Kilometer 7 wechselte der Anstieg zwischen 4 und 10 Prozent bis dann kurz nach Kilometer 12 das nächste Steilstück, eine Galerie mit anschließenden Serpentinen mit über 12 Prozent Steigung, kam. Sebastian entschloss sich, seine eigene Pace zu fahren. Nach dem Biathlonstadion, ausgehend von einer kurzen Abfahrt kam der schönste Abschnitt, GoKart artige Mini-Serpentinen mit bis zu 14 Prozent Steigung. Angestachelt von einer hohen Kadenz ging Daniel etwas übermotiviert in diese Passage, beim runterschalten war die Überraschung groß, dass noch ein paar Gänge verfügbar waren. Moritz fuhr die Passage etwas kontrollierter und auf dem letzten Flachstück am Zufrittsee sammelte man gemeinsam Körner für die Schlussrampe. Diese bot 8 Kehren bei gut 15 Prozent Steigung, die Moritz überraschenderweise in vertretbarem Tempo fuhr, sodass Daniel erstmal nicht abreißen musste. Sebastian kam kurz nur 2 Minuten nach den beiden oben an, eine sehr starke Performance.

Wegen des bedeckten Himmels, wollte das Trio nichts riskieren und verlegte den Apfelstrudel aufs Tal, in Goldrain wurde der Imbiss eingenommen. Auf der Fahrt in Richtung Lana regnete es gegen Ende leicht, bis dann 4km vor Lana ein Wolkenbruch, immerhin ohne Hagel, ausbrach. Vollkommen durchnässt kamen die Fahrer des DGD Racing Teams im Quartier an. Eckdaten der Tour: 123km 2000Hm 27er Schnitt

Trainingslager Südtirol – Ruhetag

Bevor es wie neuerdings üblich der Ruhetag in der Therme Meran verbracht wurde, mussten noch Hemden von 2 von 3 Fahrern gebügelt werden. Die Oma des Hauses lieh das Equipment und Moritz führte den Job fachmännisch durch.

Danach wurden noch Spirituosen für die anstehende Hochzeit erworben und dann ging es los zum Saunieren. Da die Tour Etappe in der Therme übertragen wurde, ist das Tagesziel 19.00 Uhr beim Oberwirt zu sein recht ambitioniert. Dank des Taxiservice vom Bergfloh, der mit Heidrun extra vom Quartier am Gardasee angereist ist, wurde das Dinner aber rechzeitig erreicht. Dieses war wie immer vorzüglich und der Dank der drei DGD Racing Team Fahrer geht wie in den Vorjahren an den Gönner des Events.

Trainingslager Südtirol 2017: Pässetris

Vor dem morgen anstehenden Ruhetag sollten heute nochmal ordentlich Höhenmeter abgespult werden. Als erstes stand der Gampenpass auf dem Programm. Da dieser nur 1200hm aufweißt, gab es eine absolute Mehrheit im Team, dass 1400m Warmup genügen, schließlich ist das ja mehr.

Während Sebastian mit absolut kalten Beinen bereits nach 2km übers abreißen nachdachte, konnte Daniel garnicht oft genug betonen, wie locker und langsam das Tempo sei. Schließlich wurden die Beine aber besser, sodass alle Fahrer gemeinsam den Pass bei bestem Wetter und sehr wenig Verkehr bewältigen konnten, und angesichts von knapp 1000hm/h kann auch von einem soliden Tempo gesprochen werden.

Auf dem Pass wurde das obligatorische Passfoto von einem italienischen Trek-Segafredo Sympathisanten erstellt, dabei gelang es allen Fahrern, den Acker vor dem Passschild verletzungsfrei hoch- und runterzuklettern. Auch den Ortskenntnistest des Italieners bestand Moritz mit Bravour.

Danach wurde die Abfahrt Richtung Brezer Joch abgespult. Sebastian wurde zuvor informiert, dass der Anstieg 5km bei etwa 10% steil sei, wobei am Ende mit 15% Rampen zu rechnen sei. Letztendlich war der Anstieg deutlich länger, aber im Ausgleich wurden die ersten Höhenmeter, abgestempelt als Vorgeplänkel, dafür auch nicht eingerechnet 😛 Vor Beginn des eigentlichen Anstiegs zogen Daniel und Moritz bereits weg, Daniel proklamierte gute Beine, Sebastian versuchte von Anfang an, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Die ersten Kilometer des Anstiegs waren verhältnismäßig moderat steil, aber dies sollte sich bald ändern. Angekündigt von einem 15% Schild wechselte die Steigung zwischen 12% "Flachstücken" und den 15% (+?) Rampen. Zum Glück ließen die Vier- bzw. Fünfkilometermarken jeweils Hoffnung aufkeimen, dass der Pass ja gleich vorbei sei. Letztendlich waren es doch gut 6km bei 9,4%. Moritz konnte die 29min Marke knacken, Daniel musste auf dem letzten Kilometer abreißen lassen und verlor 30sec, Sebastian folgte 2,5min später, wobei die ein oder andere Sekunde einer falschen Abbiegung im Anstieg zuzuschreiben ist.

Es folgte die Abfahrt nach Laurein, wo man eigentlich nur mit einer Kuchenstärkung rechnete. Zur positiven Überraschung gab es dieses Jahr doch Apfelstrudel.

Danach wurde die Abfahrt fortgeführt, wobei man sich reichlich unerwartet auf einmal in einer Asphalterneuerung wiederfand. Zum Teil war der Asphalt so frisch, dass erstmal eine Entteerungspause eingelegt werden musste. Moritz wollte die Chance nicht verstreichen lassen, sich dabei einen fetten Hautabriss zuzuziehen.

Weiter ging es mit dem Mendelpass. Ausgehend von Revo wurden 800hm auf 20km ohne jegliche Gleichmäßigkeit der Steigung absolviert. Auch hier konnten wieder alle Fahrer zusammen bleiben. Es wurde noch eine kurze Cola-Pause eingelegt, dann ging es die Abfahrt ohne jegliche Autoblockade sehr zügig runter (wozu sicherlich auch die kluge Ausnutzung einer Baustellenampel bei trug).

Die letzten Meter zurück nach Lana hatte man dann noch guten Rückenwind.

Zum Speicherauffüllen ging es abends ins Restaurant Alpen. Auch dort wollte Sebastian den Umfang nochmal hoch halten und absolvierte Spaghetti, Pizza, Salat, Röstkartoffeln und natürlich durfte auch ein Dessert nicht fehlen, das in Form von Kaiserschmarn maximiert wurde.

Daten: 119km, 2660hm

Rund um Köln 2017

Wie bereits im Vorjahr war das DGD Racing Team wieder bei Rund um Köln durch Daniel und Sebastian vertreten.

Angereist wurde wieder am Samstag, allerdings wurde die Hotelauswahl optimiert und ein Standort im 3km-Umkreis um den Start gewählt. Zur optimalen energetischen Vorbereitung aufs Rennen entschied man sich zum Abendessen für überdimensionierte Pizzen (auf dem zur Verfügung stehenden Tisch musste eine Überlagerungsstrategie gewählt werden) und angesichts von drei Toren von Sandro Wagner (Gütesiegel: made in Darmstadt) durfte auch eine Chipsauswahl nicht fehlen.

Trotz latenter Ruhestörung in der Nacht (zumindest ist jetzt bekannt, dass der Holzmichel noch lebt) waren die Fahrer am morgen fit und konnten um 9:30 bei bereits sehr warmen Temperaturverhältnissen ins Rennen starten.

Die ersten gut 20km ging es flach durch Köln und Vororte. Hier war wie immer die Devise, in keinen Crash verwickelt zu werden und trotzdem nicht allzuviele Positionen zu verlieren. Am ersten Berg waren die Beine von beiden Fahrern noch nicht so gut, sodass der Sprung in die zweite Gruppe, trotz eines 190er Durchschnittspuls bei Daniel, nicht direkt geschafft wurde. Von hinten kamen dann einige Fahrer, die scheinbar gewillt waren, die Lücke wieder zu schließen. Obwohl die DGD-Fahrer nicht davon überzeugt waren, dass dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein würde, entschied Daniel, man solle sich hinten ran hängen und da Sebastian mit dem Ziel ins Rennen gestartet war, nicht von Daniel abgezogen zu werden, ging er auch mit. Es folgten einige harte Kilometer in der Verfolgergruppe, aber es konnte tatsächlich der Anschluss realisiert werden, sodass man sich also im zweiten Feld befand und damit das Ziel definiert war, mit diesem mitzufahren.

Das Tempo im Flachen und in den Bergen war ok, allerdings musste man oft, da durch die große Gruppe eine Positionierung ganz vorne meist schwierig war, nach den Kuppen wieder Lücken schließen, was gerade Sebastian ziemlich den Zahn gezogen hat, zumal die Temperaturen jenseits der 30 Grad es nicht gerade einfacher machten.

Während Daniel sehr souverän mitgerollt ist, wurde der Tag für Sebastian ab Kilometer 70 sehr hart, diverse Male war Sebastian quasi abgehängt, doch er schaffte es – man weiß auch nicht so genau, wie – immer wieder zurück ins Feld.

Bei der letzten Überquerung des Schlossbergs auf Kopfsteinpflaster wollte Daniel nochmal eine Attacke lancieren, aber leider war er zu sehr eingebaut, sodass dieses Manöver nicht richtig in die Tat umgesetzt werden konnte, aber die Beine dazu waren da.

Schließlich kamen beide DGD Fahrer zeitgleich auf Rang 135 bzw. 138 im Ziel an. Für Daniel stellt dies eine kleine Verschlechterung zur Vorjahresleistung dar, die aber der Rennkonstellation zu schulden ist, da er in beiden Jahren jeweils in Gruppe zwei war. Sebastian konnte sich auf dem Papier im Vergleich zum Vorjahr leicht steigern, wobei damals auch die Defekthexe am Werk war.

Auf der Rückfahrt war dann zwischen Regenschauern aus dem herrlich blauen Himmel bis zur Involvierung in ein Autorennen alles an Absurditäten dabei.

Daniel Strava / Sebastian Strava