Trainingslager Südtirol 2017 – Ultental

Nachdem Daniel noch zum Radladen musste, das leidige Thema Bremsbeläge kam wieder auf, denn die bestellten Ersatzbeläge kamen nicht rechtzeitig und die abgelagerten Beläge aus dem Fundus lieferten nicht die gewünschte Performance, ging es in Richtung Ultental. Der Wind kam stramm von hinten, die Sonne lachte (so stark, dass 2 der 3 Fahrer auf der Schulter einen leichten Sonnenbrand beim Strudelesen bekamen) und die Beine waren anfangs gut. Daniel und Moritz fuhren bis zur 4km Schlussrampe ein mittleres Tempo, welches aber aufgrund des Rückenwindes mit reduziertem Windschatten für Sebastian gut anstrengend war – aber er musste nicht abreißen lassen. Bei dem Schlussabschnitt mit gut über 12km verabredeten sich Daniel und Moritz im niedrigsten Gang zu fahren – also nicht "all in". Sebastian fuhr sein eigenes Tempo und hatte wegen limitierter Streckenkenntnis sogar noch Reserven und nur 1 Minute Rückstand auf Moritz. Daniel wählte in der ersten Geraden eine hohe Kadenz, damit das Brennen der Oberschenkel kürzer andauerte, eine bestechende Logik. Moritz hatte ebenfalls keine guten Beine und kam mit 30 Sekunden Rückstand auf Daniel oben an.

Nachdem 2 von 3 Fahrern des DGD Racing Teams den Ausblick auf den Weißbrunnsee genossen haben, Strudel und 2 Schorlen konsumiert wurden ging es auf die Abfahrt. Dort war es gut, nicht nur zu zweit zu fahren, denn der Gegenwind hatte Bestand. Bei einer Baustellenampel wurde Moritz durch einen ungeduldigen Autofahrer von den anderen beiden getrennt und konnte wegen Sebastians Attacke (die Welle von 100hm wegssprinten) nicht direkt aufsschließen, in St. Pankraz waren aber wieder alle beisammen. Die Baustelle ist im übrigen ein Neubau eines 1km langen Tunnels, der die 3 bestehenden Tunnel ablösen wird, für die Hauptverkehrsachse ein günstiger Preis von 30 Millionen Euro.

Die letzten 6 Kilometer nach Lana waren dann fast komplett verkehrsfrei (nur ein Auto musste abkassiert werden) sodass die herrlichen Kurvenkombinationen ausgekostet werden konnten. Daten: 80km 1660Hm (Strava Abfahrt)

Trainingslager Südtirol 2017: Möltenrunde

Gestärkt vom zugebuchten Frühstück (der Bergfloh fehlt zum Kaffeekochen) bei dem sich Sebastian von der Oma des Hauses zu einem Extrabrötchen provozieren ließ, brach das DGD Racing Team in Richtung Mölten auf. Das etwas sinnlose Einrollen über die Gampenpassstraße aus dem Vorjahr wurde gestrichen – nun ging auf flacher Straße bis nach Terlan. Die Höchstschwierigkeit des Tages bot dann 800 Höhenmeter bei exakt 10% Steigung. Sebastian wechselte sofort in den eigenen Rhythmus und fuhr den Anstieg in sau starken 43:56 (1086 Hm/h Steigleistung) hoch. Daniel und Moritz wähnten sich zwar zunächst in einem leichteren Gang als im Vorjahr, was tendentiell zu einer lockereren Auffahrt sorgen sollte, doch diese Information war (natürlich) falsch. So wurde wie im Vorjahr voll gefahren und sogar überraschend die teaminterne Bestzeit um 11 Sekunden auf 38:47 gedrückt. Die Form stimmt also schon am zweiten Tag!

Danach folgte ein auf und ab mit Ziel Lieblingsapfelstrudel in St. Ulrich, der heute mit einem "Kübel Cola" und "zweimal Apfelabfall" serviert wurde. Sebastian wurde davor von den beiden Teamkollegen mehrmals auf eine angebliche Rampe vorbereitet, die, man glaubt es kaum, nie kam. Man merkt, das man jedes Jahr nach Lana fährt :p 

Die Rückfahrt in die Wohnung lief dann im Rekordtempo ab. Bei optimalem Wind und F1 Belag wurde geschwind ein Auto und zwei Mountainbiker abkassiert und dann ging die Post ab: Die 90km/h für längere Zeit klar geknackt und die 7km bergab mit einem soliden 67er Schnitt herunter gesteuert. A propos F1: Auch dank der schnellen Abfahrt konnte der Start in Silverstone live im TV geschaut werden. Eckdaten: 66,3km, 1501Hm, 26,1er Schnitt 🙂

Trainingslager Südtirol 2017 – Mendelpass

Dieses Jahr ist vieles anders. Zum ersten Mal ist Sebastian Bechtel mit im Trainingslager Südtirol, für ihn ist es der erste Auffenthalt mit Rennrad im Hochgebirge. Die Abfahrt vom DGD Racing Team Headquarter wurde 40 Minuten nach hinten terminiert, die Zusammenfassung der Tour de France Etappe lief zu spät im TV. Das führte dann zu einer etwas langwierigen Anreise, es hat gute 8 Stunden gedauert bis das Quartier in Lana erreicht wurde. Dieses Mal ist es der Neuhof, ebenfalls mit Pool. Nachdem erstmalig statt Kaffee und Kuchen eine Pizza vor der ersten Runde verzehrt wurde, ging es in Richtung Mendelpass. Beim steilen Abzweig vom Radweg auf die Straße, beschloss Moritz die Rampe zu schieben anstatt viel zu spät alle Gänge runterzuschalten, ein seltener Anblick.

Das Wetter war trocken und angenehm, keine Hitzschlacht wie in den Jahren zuvor. Der Mendelpass wurde in moderatem Tempo solide bewältigt, die lange Anreise führt bekanntlich nicht zu guter Form am ersten Tag. Zum obligatorischen Strudel mit Schorle wurde dann noch von 2/3 der Fahrer ein Espresso hinzugeordert, dann ging es den Gampenpass hoch. Dieser wurde Sebastian mit 2% Durchschnittssteigung angekündigt, die Wahrheit liegt natürlich leicht darüber.

Die Abfahrt war relativ frei und mit neuem F1 Belag gespickt, nur der Wind frischte merklich auf. Daten der Tour 82km, 1700 Hm 25er Schnitt.

Mit dem Rennrad über die Alpen – Tour vom Bergfloh

Die Alpenüberquerung von Ettal aus zu starten war sehr gut gewählt. Zum Einrollen gab es einen schönen, leicht welligen Abschnitt nach Reutte, ein Stück entlang am Plansee. Obwohl alle Planungstools und auch der Teamchef ein Teilstück auf dem Fernpass vorgesehen hatten, wurde der spontane Versuch, schlauer zu sein, schnell abgebrochen und sich in den Tross der LKWs und Wohnmobile eingemischt. Gleich vor dem ersten Tunnel war Schluss für Fahrräder, aber später durfte man als Linksabbieger wieder mitmischen. Kurz nach einer dem DGD Racing Team bekannten Tankstelle ging es dann in die ruhige und landschaftlich reizvolle Passage über Namlos nach Stanzach (der Material-Wagen hat das leider nicht erlebt, da er sicherheitshalber Planungsvariante "leicht" abgefahren ist). Nach kurzer Mittagspause (Staunen bei manchen Lesern) ging es dann hinauf zum Hahntenn-Joch, nach bereits 1000 gefahrenen Hm ein ambitioniertes Vorhaben. Mit einem Minizwischenhalt wurde auch dies gemeistert. Die Abfahrt war nicht ganz so schön, auch wegen des schlechteren Straßenbelags. Von Imst ins Ötztal wurde dann im zweiten Anlauf der geplante Fahrradweg unter die Pneus genommen, übrigens eine super Wahl.
Daten von Tag 1: 133,2 km, 2286 Hm

Nach der Königsetappe ging es auf das Dach der Tour – das Timmelsjoch, und zwar von der dem Team noch unbekannten Seite. Knapp 60 km bei 1992 Hm waren dabei zu bewältigen. Die ständigen Wechsel zwischen Anstieg und Flachstücken ergaben keinen anständigen Rhythmus. Besonders lecker war der Schlussanstieg mit einer 2 km Geraden mit Nordsee-Wind, also direkt von vorne. Nach langer Qual war das Joch erklommen und nach einer kleinen Stärkung ging es in die Abfahrt nach St. Leonard, wo dann wegen drohender Niederschläge und ausreichend Restzeit das Lager für die Tour aufgeschlagen wurde.
Daten Tag 2: 88,6 km, 1992 Hm

Mini-Etappe nach Lana Tag 3 Daten: 27,4 km, 151 Hm

Aus dem Wohnzimmer des DGD-Racing-Team ging es in die vorletzte Etappe. Der Gampenpass war die Overtüre (fast vollständig mit F1-Belag!). Klingt für den geneigten Leser nicht dramatisch, aber die Tagesform des Bergflohs war eher mäßig. PRs im Odenwald ist eben doch etwas anderes. Nach der kurzen Abfahrt begann dann bald der heutige Schlussanstieg zum Mendelpass. Konnte der Materialwagen noch rechtzeitig am Gampenpass sein, um den Gimpfelsprint zu dokumentieren, war er aber dann dem rasanten Tempo 😉 nicht mehr gewachsen, so dass es ohne Halt in die Abfahrt ging. Bis dahin war kein Garmin-Track nötig, man kennt sich ja aus. Übrigens war es am Mendelpass trocken. Am Ende der Abfahrt nach Kaltern sollte die Navigation wieder genutzt werden, aber der Track liess sich nicht auf der Karte sichtbar machen (Trackspeicher voll); Material-Wagen nicht da, Orientierung weg und ein weiteres Novum: alle Flaschen leer. Nach kurzen internen Absprachen konnte der Zusammenschluss wieder erfolgen und in Tramin eine Rast im Hotel Traminerhof eingelegt werden. Dort gab's Stärkung und Briefing zur Weiterfahrt. Die letzten 50 km führten am sehr gut ausgebauten Etsch-Radweg bei Hitze und Gegenwind ins Hotel Sporting in Trient. Hier gibt es jetzt wirklich einen Ruhetag.

Daten Tag 4: 111,2 km 1730 Hm  

Nach dem Ruhetag mit fürstlichen Mittagessen im Castel Pergine ging es auf die Schlussetappe. Der Monte Bondone wurde schon kurz nach 8:00 Uhr attackiert. Die Beine waren heute deutlich besser, so dass man den Anstieg regelrecht geniessen konnte. Tolle Aussichten waren der Lohn, mit Sicherheit das Highlight der Tour.
Die Abfahrt war unspektakulär. Im Tal ging es dann auf den Radweg nach Torbole: sehr gute Beschilderung, nur zum Schnitt hochtreiben nicht geeignet; wellig und sehr kurvig, aber trotzdem sehr schön.
Das Ziel ist erreicht. Es gilt Dank zu sagen an alle Unterstützer des Projekts, insbesondere an Heidrun (Materialwagen u.v.a.m) sowie an den Teamchef Daniel.

Daten Tag 5: 73,7 km, 1662 Hm