Giro delle Dolomiti 2025 – Stage 3

Am dritten Tag ging es auf den Hausberg von Edi Rizzi, den Mendelpass. Bereits am Start um 8:30 war es ordentlich warm und schwül. Der Start des gezeiteten Segmentes begann kurz nach dem Abzweig nach Kaltern, war also nur knapp unter 10 km lang. Moritz fuhr wie üblich mit der Spitzengruppe in den Anstieg, hatte aber nach seinen Fabelwerten am Vortag keine guten Beine und musste seinen direkten Konkurrenten (ein wenig) ziehen lassen. Daniel und Heiko positionierten sich am Ende des Feldes, um in keinerlei Rennaction zu geraten. Natürlich wurde Stefans bessere Startposition mit einem Helferdienst (300 W) genutzt, der Körner sparte für zwei von drei Beteiligten. Stefan konnte sich jedoch wieder in seinen Rhythmus hineinfinden, und fuhr mit P60 seine bis dato beste Tagesplatzierung. Daniel übernahm in der zweiten Hälfte die Führungsarbeit von Heiko, der dann leider eine kleine Lücke (<30s) lassen musste. Zu Moritz schlechter Tagesform kam noch ein Zielstillstand statt Zielsprint hinzu – die Kette verhakte sich zwischen beiden Kettenblättern – die zuvor analysierte Montagerichtung des kleinen Kettenblattes war nämlich dafür nicht optimal. Matthias ging unten etwas zu forsch in den Anstieg und musste dann die Pace etwas nach unten korrigieren. Daniels Beine waren im Vergleich zum Vortag deutlich besser, und auch die gute Streckenkenntnis machte sich bezahlt.

Die zweite Pause war dann schon kurz vorm Gampenpass, auf dessen Abfahrt man bedauerlicherweise mehr stand als fuhr – die Pace vom Führungsfahrzeug war eher für Bergauf ausgelegt. Dennoch kam man trocken und vor dem Zeitplan zurück zur Messe Bozen, um die Pasta einzunehmen. Stravalink mit Flyby, Ergebnisse

Giro delle Dolomiti 2025 – Stage 2

Wie bereits in den vergangenen Jahren stand die Sella Ronda auf dem Programm. Dabei muss dieses Mal der Passo Pordoi als Chrono absolviert werden. Nach der verregneten ersten Etappe wurde ein Zwischenhoch angekündigt. Dies kam auch wie bestellt und lieferte den Fahrer meist sonniges, aber nicht zu warmes Wetter. Ideale Bedingungen, um in die Berge zu fahren. Die Anfahrt zum Start der Etappe in Ponte Gardena wurde per Rad absolviert. Diesmal komplett auf dem Radweg, der sich zu Beginn wie ein Gartenschlauch durch Bozen windet und dann entlang der Eisack führt.

Direkt vor dem Chrono des Tages wurden die Fahrer überraschenderweise nochmal für 30 Minuten von der Rennleitung gestoppt. Die Wirkung der kurz davor eingenommenen Gels verpuffte daher leider. Ein Fahrer des Teams konnte dabei sogar herausfinden, dass es keine Gute Idee ist, mit der Hand, in der das Gel gehalten wird, zu bremsen. Spontan wurde sich entschlossen, mit der klassischen Kombinationen von Cola und Espresso in einer nahegelegenen Bar die Zeit bis zum Start zu überbrücken.

Moritz entschied sich nach dem guten Ergebnis vom Vortag wieder dazu, ganz vorne in das Segment zu starten. Matthias und Stefan folgten danach. Daniel und Heiko wollten erneut gemeinsam fahren. Da Heiko beim Restart der Etappe noch auf der Schüssel war, musste das Feld zwangsläufig von hinten aufgerollt werden. Dies klappte erneut sehr gut. Daniel und Heiko wechselten sich mit der Führungsarbeit ab. Als sie auf Stefan auffuhren, wurde dieser kurzfristig als Helfer akquiriert. Heiko diente dabei als Motivator, um Stefan von Kurve zu Kurve zu peitschen. Dies klappte hervorragend. Bei 6 % Steigung im Mittelteil ist der Windschatten auch nicht zu vernachlässigen. Nachdem Stefan aus der Führung gegangen war, fuhren Daniel und Heiko mit einer soliden Zeit von 21:30 Minuten ins Ziel. Stefan folge kurz darauf mit einer Nettozeit von 25:10 Minuten. Matthias benötige 31:41 Minuten bei seiner Sella Ronda Premiere. Weiter vorne fuhr Moritz erneut um eine Platzierung in den Top 10, die er trotz exzellenter Leistung knapp als 11. knapp verpasste (aus Gründen, die an anderer Stelle ausgeführt gehören, wäre Moritz bei korrekter Auslegung des Reglements ohnehin 9. geworden.). Die Zeit von 18:59 Minuten ist so oder so als sehr stark einzuschätzen.

Unisono freuten sich alle Fahrer des DGD Racing Team über den ersten Karrieresieg von Michael Meyer in der Tageswertung.

Gewohnt gemütlich ging es dann zurück nach Ponte Gardena. Von da fuhren die Fahrer dann in unterschiedlichen Tempi zurück auf dem Fahrradweg zum Hotel. Stravalink

Giro Delle Dolomiti 2025 : Tappa 1

Die erste Etappe des Giros führte alle Fahrer:innen heuer von Bozen über den unteren Teil des San-Lugano-Sattels nach Aldein, von wo das Chrono bis nach Petersberg führte. Bereits im Winter gab es Diskussionen, hauptsächlich zwischen Daniel und Moritz, warum diese Strecke eigentlich noch nie von einem DGD Fahrer unter die Reifen genommen wurde. Die Antwort ist einfach: Sowohl Anfahrt als auch die Abfahrt nach Bozen sind im normalen Verkehr (und zu normalen Uhrzeiten) einfach nicht zumutbar — umso schöner also, dass es den Giro gibt.

Der (politisch eh nicht mehr haltbare) Tesla wurde durch eine Wagen von BYD ersetzt und ein neuer Fahrer sorgte für ein deutlich flüssigeres Fahrgefühl als in den vergangen Jahren. Der nicht gezeitete Abschnitt bergauf bot dann vor allem ein Highlight. Moritz entdeckte direkt vor sich einen Fahrer, der offenbar seine Shorts mit zu viel Waschmittel gereinigt hatte. Bei regennassen Bedingungen quoll nun mit jedem Tritt mehr Seifenschaum aus dem Popo 😀

Aber zurück ins Renngeschehen. Mit Startschuss des Chronos wurde von Michael und Janine Meyer ein sehr hartes Tempo angeschlagen, dem Moritz mit knapp 400W einen Kilometer lang folgte bevor er entschied, sein eigenes Tempo zu fahren. Das erwies sich als gute Entscheidung. Zur Mitte des Steilstücks konnte er an den Local Hero Edi Rizzi ranfahren und in einer Dreiergruppe mit Thomas Polle zeitgleich auf den Plätzen 10-12 ins Ziel kommen (29:12). Daniel und Heiko starteten zusammen von weiter hin und wechselten sich im erste Teil gut ab, ehe Daniel leicht davon ziehen konnte und mit seiner besten 30min-Leistung überhaupt Platz 23 sichern (31:10) vor Heiko auf Platz 26 (32:10). Stefan und Matthias kamen bei ihrer Giro Premiere auf die Plätze 60 und 123.

Bei der Mittagspause schäumte es dann schon wieder. Diesmal war es aber ein Engländer vor Wut, der kurz bevor er seine Fäuste auspacken konnte, von einem der DGD Fahrer deeskalierend zur Seite genommen wurde. Zur allgemein großen Freude gab es auch wieder den aus den Vorjahren bekannten Protein Joghurt als Recovery Mahlzeit nach dem Zeitfahren. Die Teamfahrer verspeisten insgesamt 10 Becher, wobei insgesamt 7 Becher auf nur zwei Fahrer entfielen. Das nur als Ratespiel zur Ablenkung weil danach einiges an Regen folgen sollte, was hier im Blog aber traditionell nicht erwähnt wird. Also war die Etappe dann auch schon zu Ende.

Etwas zusätzliche Aufregung gab es dann noch noch im Ziel: Sowohl bei Heiko, der erstmals den Pasta Sprint gewinnen konnte, sowie Moritz wurde die Zeitmessung nicht ausgelöst und beide fehlten daher in der Ergebnisliste. Zum Glück konnte das sehr unbürokratisch mit einem Stravabeweis gelöst werden. Dafür ein großes Dankeschön ans Giro-Team!

Giro 2025 – knackiges Tapering

Damit das Rad in möglichst gutem Zustand die gewohnten Südtiroler Berge hinaufpedaliert werden kann, wurde nach einer sehr guten Übernachtung in Berwang und nur 2,5h Autofahrt von ebendieser das Hotel Sigmundskron rechtzeitig zum Frühstück erreicht. Heiko kam gegen Mittag aus Slowenien an, sodass alle 5 Teilnehmer (Daniel, Moritz, Matthias, Stefan, Heiko) des DGD Racing Teams in Richtung Gampenpass aufbrechen konnten. Die Südtiroler Mittagssonne hatte ordentlich Power, auf dem Radweg wurde überraschend moderat eingerollt. Moritz Rad fiel dann, in bereits durch erneutes Anziehen der Kettenblattschrauben gelöst geglaubtes, Knarzen zurück. Die Fehlerdiagnose wurde auf den auf der Strecke liegenden Fahrradladen verschoben. Die Pace am Gampenpass war flott, Heiko konnte dem Tempo nicht folgen. Stefans Mission war klar, seine persönliche Bestzeit im Klödenstyle schlagen. Daniel wollte sich aufgrund nicht sehr umfangreichen Nahrungsaufnahme nur im Zone 2 Bereich bewegen, vermisste dabei nur einen Podcast. Matthias fühlte sich aufgrund der Hitze nicht so gut, sodass er den Pass mit einer 180 Grad Kehre abkürzte. Stefan konnte mit 1:13 h seine Bestzeit mit seiner Stundenbestleistung von 246 W klar unterbieten. Der geplante Strudelstopp auf dem Gampenpass wurde aufgrund Gewitterneigung auf den Mendelpass verlegt. Dort wurde der Radweg getestet, der zwar nach Ruffre führte (bekannt), aber auf sehr unrhythmischer und wenig empfehlenswerter Art.

Die Speerspitze sparte sich den Stopp und fuhr zum Radladen. Dort wurde viel und lange geschraubt, das Werkzeug zum Kurbelabziehen musste zudem noch von Moritz per Auto nachgeliefert werden. Leider führte das zu keiner Besserung, außerdem wurde beim Montieren eine Schraube gesprengt. Diese musste zwangsläufig beschafft werden, um wettkampftaugliches Material zu haben. Die Giro Organisation wurde ebenfalls kontaktiert und bot (zeitlich versetzt) sogar ein Leihrad an. Der Plan A war dann der am Sonntag geöffnete Decathlon – um Kettenblattschrauben zu ergattern. Der Werkstattmeister winkte mehrfach ab, es gäbe keine passende Kurbel, aber als das Problem anhand einer Beispiel-Kurbel erklärt wurde, gab es sogar kostenlos neue Schrauben. Bei deren Montage wurde festgestellt, dass das innere Kettenblatt seit Jahresanfang falsch herum montiert wurde – die Ursache allen Übels.
Die Tapering Runde war aufgrund der zeitlichen Restriktionen kürzer, führte aber dennoch zur Hotelterrasse am Kalterer See.

Strava Gampo, Kaltern

Epilog: es gab noch ein neueres Knackgeräusch, dieses Mal war ein Spacer zuviel in der besagten Kurbel, es hat sich jetzt ausgeknackt.

L’Alsacienne Cyclosportive 2025

Nachdem das Event im letzten Jahr sprichwörtlich ins Wasser fiel, war die Motivation in diesem Jahr umso höher, beim Rennen in den Vogesen teilzunehmen und ein gutes Resultat zu erzielen. Aus terminlichen Gründen konnten allerdings nur Moritz und Heiko am Radmarathon teilnehmen. Die Anreise wurde diesmal auf Freitag nach der Arbeit gelegt, was super funktionierte. Lediglich die Suche nach der, in den steilen Berghängen von Schliffels gelegenen, Ferienwohnung gestaltete sich bei hereinbrechender Dunkelheit etwas schwieriger als gedacht. Die einer Schnitzeljagd ähnelnden Wegbeschreibung hätte man natürlich auch einfach durch eine GPS-Koordinate ersetzen können. Das wäre aber zu einfach gewesen. Durch die frühe Anreise stand der gesamte Samstag zur Rennvorbereitung zur Verfügung. Da es nicht viel anderes zu tun gab, war der Tag der (gefühlt) entspannteste des ganzen Jahres. In Antizipation der für das Wochenende angekündigten „grande chaleur“ deponierten Heiko und Moritz daher auch noch Notfalltrinkflaschen am Parkplatz „Le Breitfirst“, den man im Rennen nach ca. 130 Kilometern erreicht.

Für das Event sollte die RaceCarb-Strategie getestet werden, um beim Saisonhighlight, dem Ötztaler Radmarathon, mehr Optionen für die Verpflegung zu haben. Hierzu wurde eine komplette Flasche Race Carb (700 Gramm Zucker) in eine Trinkflasche gefüllt und in die andere reines Wasser, zu Beginn um weitere 150g RaceCarb angereichert. Die Wasserflasche sollte dann an jeder Verpflegungsstation aufgefüllt werden und zur Kühlung von innen und außen genutzt werden, während die Sirupflasche über das gesamte Rennen der Verpflegung dienen sollte. Gels und Riegel wurden auch eingepackt. Die Riegel sollten sich als unnötig erweisen, die Gels nicht.

Da das Rennen sonntags erst um 7:30 losgehen sollte, konnte am Renntag gemütlich aufgestanden und 2 Stunden vor dem Start gefrühstückt werden. 2023 stand man ca. 40 Minuten vor Start des Rennens bequem in der dritten Reihe des Starterfeldes. Zum allgemeinen Erstaunen standen dieses Jahr aber zu vergleichbarer Zeit bereits ca. 1000 Leute in der Startaufstellung (Startblöcke gibt es nicht). Um den eigenen Ambitionen gerecht zu werden, wurde sich also ca. 970 Positionen vorgemogelt. Auf die Beschwerde eines anderen Fahrers entgegnete ihm prompt Heiko, er hätte den Auftrag erhalten, das Starterfeld zu verdichten. Von wem diese Instruktion kam, lässt sich leider nicht mehr rekonstruieren.

Rennen von Heiko

Heiko hatte sich für das Rennen vorgenommen, ungeachtet von möglichen Gruppen, sein Langstreckenpacing zu testen. Bei über 4000 Höhenmetern auf 170 Kilometer sollte Windschatten ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielen. Also ließ er am ersten Anstieg nach wenigen Minuten die Spitzengruppe fahren und fuhr streng nach eigener Vorgabe den Berg hoch. Das klappte auch gut. Wie schon 2023, formierte sich an der kurzen Gegenwelle nahe der wenig spektakulären Moselquelle eine Gruppe aus 20 Fahrern, die gut lief und es Heiko erlaube im Sparbetrieb bis zur ersten Verpflegung zu kommen. Dort hielt er als einziger Fahrer seine Gruppe an und holte sich, wie geplant, eine neue Flasche Wasser bevor es den „Col de Haag“ hochging. Ab da war Heiko eigentlich fast das gesamte Rennen alleine unterwegs. Bergauf wurden immer um die 280 Watt angepeilt. Bergab wurde auf der mittlerweile bekannten Route Strecke gemacht und der eine oder andere Fahrer überholt, der das Rennen zu schnell angegangen war oder in der Abfahrt vorsichtiger.

An der dritten Verpflegungsstelle passierte leider ein Malheur. Heiko bat einen der freiwilligen Helfer darum, die zu dem Zeitpunkt noch halbvolle RaceCarb-Flasche mit Wasser aufzufüllen. Leider meinte er es zu gut und leerte die Flasche komplett aus, bevor Heiko ihn davon abhalten konnte. Nach kurzer Diskussion bekam Heiko eine Flasche mit „Sirop de Grenadine“, die er zum Erstaunen des Helfers komplett in die Flasche füllte. Nach kurzer Erläuterung der Verpflegungsstrategie konnte Heiko weiterfahren. Da normaler Zuckersirup aber keine Fruktose enthält, konnte Heiko bis zum Erreichen der am Vortag platzierten Trinkflaschen (diese waren ca. 2 Stunden entfernt) nur noch deutlich weniger Zucker zu sich nehmen, als geplant (trotz der Gels). Dies machte sich irgendwann durch ein leichtes Abfallen der Leistung bemerkbar. Endlich am Breitfirst angekommen, konnte Heiko die Flaschen wieder tauschen und mit der gewohnten Zuckermischung bis ins Ziel fahren. In Ermangelung einer Mülltonne musste Heiko allerdings noch eine Gruppe von Wanderern bequatschen, seinen Müll entgegenzunehmen. Nach kurzem Hinterfragen der Sinnhaftigkeit bei hochsommerliches Temperaturen Rad zu fahren, wurde diesem Wunsch entsprochen. Einen großen Dank an dieser Stelle nochmal an die netten französischen Randonneure.

Das Ziel am Lac de Kruth konnte kurz darauf mit einer Gesamtzeit von 6 Stunden 17 Minuten und 50 Sekunden erreicht werden. Zur Freude von Heiko sollte dies für den hervorragenden 24. Gesamtrang und den 12. Rang in der Altersklasse reichen (bei ca. 3000 Startern insgesamt in allen Kategorien). Als Randnotiz sei zu erwähnen, dass Moritz und Heiko die besten deutschen Starter beim Rennen waren.

Rennen von Moritz

Moritz hatte sich auch eine Langstreckenstrategie parat gelegt und die Vorgabe am Berg lautete 290W. Diese Strategie wurde auch vorbildlich nahezu 7 km lang eingehalten als sich das Tempo in der ca. 50 Fahrer:innen starken Spitzengruppe erhöhte. Im Gegensatz zur letzten Teilnahme entschied Moritz sich, kurzzeitig (deutlich) über seiner Schwellenleistung zu gehen und der Gruppe zu folgen. Im steilsten Stück Richtung Col Du Page teilte sich die Gruppe schließlich doch und Moritz folgte mit 340W dem langsameren Teil zwei jungen Belgiern, die am Ende auf Platz 10 und 11 fahren sollten und damit am Ende 4 Minuten hinter dem Verfasser des Artikels landen sollten — so viel sei schon mal gesagt. Die richtige Entscheidung.

Die erste lange Abfahrt des Tages wurde am Vortag des Rennens genau inspiziert und auch dank der guten Streckenkenntnis konnte Moritz die beiden Gruppen kurz vor dem anstehenden Flachteil wieder zusammen bringen. Richtung erste Verpflegung rollte Moritz direkt hinter dem Auto der Rennleitung und bog in Führung liegend planmäßig in die Verpflegungszone ab. Als einziger. Alle anderen fuhren weiter. Damit konnte zumindest im längsten Anstieg streng nach Wattmesser gefahren werden und einige La Ola Wellen mit den zahlreichen Zuschauern an der Strecke initiiert werden. Im oberen Teil holte Moritz dann eine 15 Fahrer starke Gruppe ein und entschied sich rauszunehmen und gemeinsam bis zur zweiten Verpflegung zu fahren. Auch dort gelang ein super schneller Boxenstopp (insgesamt hatte Moritz bei seiner 4-Stopp-Strategie insgesamt nur 1:49 Standzeit!) und auf dem nun folgende, schwersten Abschnitt setze sich Moritz gemeinsam mit Ferdinand Becker, der auf der mittleren Strecke (145 km) am Ende auf P5 fuhr, von der Gruppe ab.

Die Aufteilung war dabei einfach: Weil Ferdinand beschloss, seinen Wattmesser zu ignorieren, fuhr er am Berg vorne aber Moritz konnte im Gegensatz zu 2023 seine Leistung zur eigenen Überraschung konstant halten (Col de Firstplan 286W, Col du Petit Ballon 292W, Col de Platzerwasel 286W) und folgenden. Ab Hälfte des Firstplans unterhielten sich beide Fahrer, was half, nicht zu überpacen. Trotzdem wurden vereinzelte Gegner in den Steilstücken geradezu stehen gelassen. In den Abfahrten gab Moritz dank guter Streckenkenntnis die Linien vor.

Nach dem vierten Stopp nach 2/3 des Platzerwasel zog Ferdinand seinen Endspurt an und Moritz beschloss bei noch 50 zu fahrenden Kilometern sein eigenes Tempo weiter zu fahren. Am Parkplatz des Col de Breitfirst fuhr Moritz auf die zu diesem Zeitpunkt auf zwei weitere Fahrer auf, die wussten, dass sie in den Top 10 lagen. Das motivierte ungemein und dank guten Wechseln auf der welligen Route des Crêtes wurde noch ein weiterer Gegner eingesammelt. Es ging also im Col du Bramont sensationell um Platz 6 in der Gesamtwertung! Moritz versucht direkt am Fuße des Anstiegs, die Entscheidung zu suchen, was kurzfristig sogar gelingen zu schien, doch am Ende zog Enzo weg (und schnappte sich in der Abfahrt sogar noch P5) während Moritz mit Viktor und Mathieu auf die Zielgerade einbog und mit verbleibenden 848W (für Moritz gar nicht schlecht) immerhin letzteren auf hinter sich halten konnte.

Insgesamt bedeutete das P8 und Moritz wahrscheinlich stärkstes Rennen aller Zeiten.

Epilog

Für die Rückfahrt wurde diesmal der Sonntag Abend gewählt. Da die Ferienwohnung bis Montag gebucht war, konnte man sich vorher noch in aller Ruhe frisch machen und erholen. Dies war eine gute Entscheidung.