Gentlemen’s Agreement & Vorbereitungen

Montag, gleich nach Rückkehr aus dem Trainingslager folgte der unausweichliche Schritt für den Teamchef – an den Melibokus zur Zeitenjagd. Alles wurde auf eine Karte gesetzt, das Rad aufs letzte in Richtung Zeitfahren getrimmt (der sog. DGD Werks-Zeitfahrumbau) und eine Flasche voll Schwamm. Nach unendlichen Qualen kam eine 18:14er Zeit heraus, gerade einmal 5 Sekunden schneller als Moritz‘ Vorgabe. Da dies mittlerweile nichts mehr mit Fahrspaß zu tun hatte, gab es am Abend ein Gentlemen’s Agreement zwischen Daniel und Moritz, die Zeiten am Meli sollten vorerst nicht mehr weiter angegriffen werden. Auf der Heimfahrt über die Neunkircher Höhe gab es ein weiteres Bonbon für Daniel. Kurz vor der Abzweigung nach Neunkirchen überholte ein langsamer Rollerfahrer. Bis zum Steilstück konnte er am Hinterrad bleiben, dann ging sogar noch eine Attacke, deren Ausgang hier dokumentiert ist:

Abends wurde dann das 3x3m Vorzelt mit Banner testweise aufgebaut. Platztechnisch gab es eine Erleichterung, denn 5 Stühle, ein Tisch und eine Rolle passen spielend unters Dach. Um den Stand etwas fester zu gestalten wurde am Folgetag beim Baustoffhandel eingekauft:

Trainingslager in Südtirol

Anfang August war die Hälfte des Team, Günzel und sein Bruder Daniel, inklusive Supporter Detlef und Heidrun für eine Woche in Lana bei Bozen. Dort hieß es hauptsächlich: Fahrradfahren. Gleich am Ankunftstag wurde eine sehr schöne Rundtour von Lana nach St. Pankraz, dann zurück über ein Naturreservat mit etlichen Rampen und einem Tragestück gemacht. Höhenmeter waren das Motto, und die gab es bei jeder Tour reichlich. Sonntag wurde dann der Gampenpass, Lanas Haus und Hofberg gefahren. Detlef der sich beim letzten Mal vor drei Jahren mit über drei Stunden Fahrzeit und einigen Pausen hochquälte fuhr die 1200Hm/18km in 1:57h. Auch Stefan und Daniel konnten ihre Zeiten aus den Vorjahren locker pulverisieren. Nachdem abendlich die sehr gute südtiroler Küche gewürdigt wurde, ging es am nächsten Tag zur 2-Pass Tour: Anfahrt im Tal zum Mendelpass, mit Abfahrt nach Fondo und anschließend nocheinmal 500Hm auf den Gampenpass waren zu bewältigen. Die Zeiten waren ebenfalls gut für einige Plätze nach vorne im quaeldich.de-Ranking. Dann war für Stefan und Detlef ein Ruhetag angesagt, der Teamchef entschloss sich jedoch ins Ultental aufzubrechen, welches direkt von Lana aus bis auf 1900m sich hinaufstreckt. Das Ende der 40km langen Strecke war recht steil, dazu kam ein leicher Nieselregen der schlimmeres zu befürchten lies, letztlich aber harmlos war. Dabei konnte die richtige „Abstimmung“ für die darauffolgende Köningsetappe, das Stilfser Joch gefunden werden. Detlef übertraf sich an diesem Tag selbst, und fuhr in 3:12h mit nur einer kurzen Pause den steilen Pass (1844Hm, 24,6km) hinauf. Dieses Mal waren die Ziele fürs Team recht hoch gesteckt, die 2 Stundenmarke sollte fallen. Daniel fuhr ein recht hohes Tempo an, konnte dies bis oben hin durchhalten, wenn auch denkbar am Limit, nicht einmal ein Endspurt war möglich. Die Zeit war dementsprechend gut (1:54h), und zur großen Freunde des Chefs kam auch Stefan ob der sehr dünnen Luft oben in 2:02h an der Passhöhe an. Bei quaeldich hieß das von Platz 230 auf 69 :). Der nächste Tag war komplett verregnet, was die Planung für Freitag ebenfalls beeinflussen sollte, denn auf den Gipfeln lag ein wenig Neuschnee. Daher fuhr das Trio eine (für Insider: 50km) Runde von Lana über Meran 2000 mit über 1500Hm. Bilanz: sehr gutes Training mit genügend guter Ernährung und Regeneration, keinerlei technische Pannen und 7400 bzw. 9100Hm.

Ein teuflischer Plan

Während Daniel und Stefan Topzeiten von den Pässen Südtirols melden und Christian im Höhentrainingslager in Oberstdorf ist bleiben mir nur die Berge des Odenwalds um meine Form weiter zu steigern. Nun gut, dachte ich mir, einen Vorteil hat das ganze für mich ja: Wenn ich mir diese Woche die Bestzeit am Melibokus zurückhole, hat die zumindest ein paar Tage Bestand, weil der Teamchef nicht gleich kontern kann (wird er wohl sobald er die Chance hat). Egal. Es galt also diesen wahrhaft teuflischen Plan in die Tat umzusetzen.

Am Ende konnte mit 18:19 der alte Racing-Team-Rekord gleich um 30 Sekunden verbessert werden und auch die von der Engineering-Abteilung mal ins Spiel gebrachten „17er-Zeiten“ scheinen gar nicht mehr so unrealistisch 🙂 Ein Blick auf die Zeitenliste von Quäldich lohnt sich übrigens 😉

Wer macht die Pace?

Endlich sind die in-Race Bilder vom Hockenheimringrennen da, gemacht vom Sportografen. Man sieht die totale Erschöpfung der Team Mitglieder, aber auch wer die Pace (Führungsarbeit) macht. Kleiner Tipp: kein Rennradfahrer… Hier ist die gesamte Gallerie: Link.

Erneute Testfahrt auf der Nordschleife

Unerwarteterweise bekamen Stefan, Daniel und Moritz am 16.07. die erneute Gelegenheit auf der Nordschleife zu testen. Der Termin vom 9.7. wurde vom Spitzenorganisator eine Woche nach hinten verlegt. Die äußeren Bedingungen waren optimal, bei 28 Grad wehte ein angenehmer und nicht zu starker Wind, und aufgrund der recht späten Startzeit von 19 Uhr brannte die Sonne nicht mehr. Dieses Mal war der Schlachtplan die identische Strategie wie beim letzten Test vor einem Monat. Daniel hatte seinen Pulsgurt vergessen, musste sich daher an Moritz halten um in der ersten Runde wie besprochen nicht zu überpacen. Allerdings war das Angangstempo deutlich forscher, auf der Abfahrt wurden 30 Sekunden im Vergleich zum letzten Mal herausgefahren. Stefan war das Tempo ein wenig zu schnell, was wohl auch an der sehr kurzen Aufwärmrunde lag, und musste auf der ersten Runde bedingt durch eine Verknappung der Luftzufuhr, astmabedingt, rausnehmen. Auf der GP-Strecke nahm er sich zudem die Zeit ein wenig zu essen. Ob dieser widrigen Umstände ist die Rundenzeit von insgesamt 55 Minuten wirklich sehr hoch einzuschätzen. Deutlich besser erwischten Daniel und Moritz die Geschwindigkeit. Am Berg der ersten Runde musste Daniel aufgrund des angeschlagenen Tempos fasst abreißen lassen, auf der Restrunde konnten sich beide durch abwechselndes Windschattenfahren etwas erholen. Die erreichte Rundenzeit war mit 46:05, (Durchgangszeit Nordschleife: 39:57) extrem und überraschend gut. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es mit nun leichten schmerzenden Beinen auf die zweite Runde. Trotz Skepsis und Erschöpfung konnte die erste Runde noch getoppt werden, Endzeit Nordschleife dieses Mal 39:47). Daten Daniel: erste Runde mit GP, zweite Runde. Daten Moritz komplett. Stefan konnte trotz Luftprobleme eine gute Runde fahren, und unterbot mit 42:55 die Zeit seiner zweiten Runde vom letzten Test.