Trainingslager Calceranica 2024 – Val di Sella

Der vorletzte Tag war etwas chaotischer. Katie fühlte sich nicht so gut, sodass Moritz die heute erst um 11 startende kurze Runde nach Borgo ins Val di Sella später am Tag fahren musste. Daniel und Sven fuhren auf dem Hinweg die hügelige Straße nach Borgo, von wo es erst sehr steil, dann eher flach in eine Sackgasse auf knapp 1000m ging – ins Val di Sella. Dort gibt es einen zweigeteilten Kunst-Wanderweg der touristisch sehr beliebt war. Dennoch gelang es den beiden zur besten Mittagszeit einen Tisch im Restaurant zu ergattern, knapp bevor eine große Reisegruppe italienischer Frauen den Geräuschpegel bildeten. Es wurde gut gespeist und schwupps zurück ins warme Fersental, dieses Mal über den Radweg. Da Sven zum einen die Gegend nicht kennt und nicht am Giro delle Dolomiti teilnimmt, gab es für ihn einen Zusatzanstieg – den legendär (steilen) Kaiserjägerweg. Dank der Übersetzung seines Leihrades (34/30) wurden die Beine nicht geschont. Beim abendlichen Dinner im Castel Pergine konnten leider ebenfalls nur 3/4 anwesend sein – nach erstaunlich vielen Emails zum Reservierungsprozess klappte vor Ort alles vorzüglich und ein weiteres Mal wurde das Konzept justiert auf 1 Menü des Tages mit sehr lokalen Zutaten ohne extremes „Schickimicki“ – das DGD Racing Team konnte zudem ein Weinpairing heraushandeln, welches nicht im Vorkassepreis enthalten war. Strava: 62 km / 880 Hm98km / 1900 Hm

Trainingslager Calceranica 2024 – Bondone und Monte Velo

Um dem Berufsverkehr aus dem Weg zu gehen, fuhren alle vier Fahrer des Teams wieder kurz nach 7 Uhr den undankbaren Hausberg in Richtung Mattarello hoch. Dort trennten sich die Wege, Katie fuhr wie im Vorjahr entlang der Etsch und dann auf den Passo Bordela. Ohne lästigen Begleiter (vgl. 2023) war sie über 20 Minuten schneller am Restaurant angekommen, es war zum Glück nicht ganz so heiß am Vormittag. Die drei anderen fuhren durch Trento auf dem Radweg, um dann den Hausberg, Bondone, zu erklimmen. Wie dieses Jahr häufiger, gab Daniel eine gemütliche Pace vor, was auf der zweiten Hälfte des Passes von Position 3 aus aber schwierig umzusetzen war – klassischer Fall von „underfueling“. Im Hotel wurde dann ein reichliches und günstiges zweites Frühstück eingenommen, bevor es auf die rasante Abfahrt in Richtung Gardasee ging.

In Dro wurde dann ein weiteres Mal gestoppt, nicht ganz so preisgünstig, dafür auch nicht ganz so gut war das Fazit eines der drei Fahrer. Schon vorab war klar, dass wegen der weitestgehend zweistelligen Höhenprozente und den z.T. montierten 34/30 Übersetzungen der zweite Anstieg zügiger gefahren werden würde. Zudem meinte es die Mittagssonne (zu) gut, sodass die Beine zwar warm wurden, aber der Rest auch. Wie zu erwarten, fand Moritz diese Bedingungen gut, sodass er ohne am Limit zu sein in 50 Minuten oben war. Daniel brauchte 3 Minuten länger, die Beine waren mittlerweile gut – der Puls musste aber immer wieder herunterreguliert werden. Da Daniel und Sven am offiziellen, und Moritz am touristischen Passschild warteten, dauerte der Teamzusammenschluss länger, als das Eintreffen von Sven es nötig gemacht hätte. Kurz und zackig ging es dann nach Ronzo, wo es dann zur Mittagspause (Streckenüberschneidung zu Katie, die dann schon fast im Lago war) nochmals ehrenlos steil wurde. Die selbstgemachten Gnoccis + Pasta machten das jedoch wett und die insgesamt sehr verkehrsarme Strecke führte auf einer tollen und abwechslungsreichen Abfahrt nach Rovereto. Dort kamen den Fahrern mehrere, immer heißer und feuchtere Luftschichten entgegen. Auf dem Etschtalradweg wurde dann traditionell zügig gefahren, zwei von drei Fahrern wechselten sich im Wind ab. Wie auch im Vorjahr geplant, aber nicht umgesetzt wurde dann die Mauer von Mattarello erklommen und der Rest des Hausberges zog sich wie Kaugummi. Um den Schwung nicht zu verlieren (den man dort fast nicht mehr hatte), attackierte Sven dann am Schlusshügel zum Sprint, Moritz ging vorbei und Daniel musste mehrmals hochschalten, um im Fotofinish die Nase vorzuhaben. In Calceranica war es dann fast schon angenehm kühl, der See trug des Weiteren zur Erholung bei. Eckdaten der Touren: 100km 2000Hm, 150km 3800Hm.

Trainingslager Calceranica 2024 – Coe

Um dem Verkehr auf dem Hausberg und zu hohen Temperaturen aus dem Weg zu gehen, wurde eine Abfahrtszeit von 7:30 Uhr angepeilt. Dennoch waren die zweistelligen Prozente schweißtreibend, auf dem Etschtalradweg mit leichtem Rückenwind konnte dann Erholung stattfinden. Erstmals wurde über Rovereto gefahren (mit einem Frühstückstopp), welches deutlich flacher als die klassische Anfahrt war. Daniel und Sven fuhren ungewohnter Weise vorne, Ziel waren die 200W Marke nicht zu überschreiten. Trotz gemäßigter Steigleistung brannte die Sonne ganz ordentlich vom wolkenlosen Himmel. Kurz vor Serrada gab es sowohl bei Katie und Moritz als auch bei Daniel und Sven einen Stopp. Am Vorabend wurde die Tourplanung noch ein wenig verfeinert. Katie blieb bei der originalen Version, die anderen drei fuhren noch eine kurze Abfahrt, um bis zur Mittagspause am Passo Coe noch ein gutes Schlusssegment zu haben. Sven fuhr direkt sein eigenes Tempo, Daniel versuchte an Moritz Hinterrad zu bleiben – was jedoch nach 6 Minuten als aussichtslos aufgegeben wurde. Es hieß Laktat abzubauen, um auf dem Schlussdrittel noch mal zu attackieren, das gelang immerhin. Es folgten Nudeln, Cola und eine Schippe Sand (230Hm auf 1780) bis dann die Republik Venezien wieder über den Passo Sommo verlassen wurde, dort war es zum Teil etwas frisch. Ein kurzen Espressostopp später kam dann die finale Abfahrt – leider wegen Wochenende, mit sehr vielen und natürlich langsamen Autos. Es wurden noch zwei italienische Rennradler aufgefahren, die dann bei der Schlussrampe von Katie mit einem sehr beherzten und starken Endspurt abkassiert wurde und direkt die abschließende Abfahrt wurde gleich flott in Richtung Lago gefahren. 111 km 2300 Hm

Trainingslager Calceranica 2024

Mit bewährter Zwischenstoppstrategie vor bzw. nach dem Fernpass reisten Egerts, Sven und Daniel an. Auf der Freitagsfahrt kam das Führungsfahrzeug bei Kempten in ein wirklich extremes Unwetter (Äste auf der Fahrbahn, Tempo < 10km/h zum Teil), was fast eine halbe Stunde Fahrzeug kostete. Dank Lade- und Essensstopp konnten die beiden nachfolgenden Autos nur noch die Überreste des Unwetters sehen. Nachdem im Vorjahr der Stau am Brenner schon vorhanden war, wurde bei Daniel und Sven das Frühstück in Berwang geskippt und bereits 10:30 Uhr war das Quartier erreicht – und das Zimmer war sogar schon kurz nach 11 bezugsfertig. Kurz nach 12 waren alle da und das traditionelle Mittagessen in Biba’s mit Eis folgte. Der Einkauf wurde noch erledigt und auf Wunsch von Katie wurde die Vorjahreseinrollrunde reinkarniert. Das Segment bis zur Kirche wurde leider durch eine Gravelpassage verkürzt – Moritz konnte bereits mit sehr guter Form glänzen – Daniel musste im Nils Politt Style nach 2/3 rausnehmen.

Auf dem Bremsbelagtestabschnitt ging es dann zu viert nach Pergine und dann wurde hinterm Castel Schwung geholt, um fast bis zum Quartier zu rollen. Kurz noch in den warmen Lago und dann Pizza essen – die Temperaturen sind dieses Jahr mit <30 Grad sehr moderat. Strava or didn’t happen.

Trainingslager Mallorca 2024 – Cap Formentor

Aufgrund etwas unsicherer Wetterprognosen wurde der Ruhetag um einen Tag vorverlegt. Sebastian nahm diesen wörtlich und blieb weg vom Rad. Der Bergfloh fuhr schon kurz nach 9 los, um dieses Mal erfolgreich beim Mittagessen auf den Rest zu treffen. Das erste Segment des Cap Formentors wurde im Vorfeld als „Team Ineos Leistungstest“ beworben und es galt die Teambestzeit von 8:56 zu schlagen. Nicht alle Teilnehmer ließen es auf einen Versuch ankommen, manch einer fuhr mit 1:1 Übersetzung im Plauschtempo hoch. Das Wetter war recht warm und der Wind war Vormittags fast komplett eingeschlafen. Moritz fuhr den Anstieg flott an, was wegen der noch sehr niedrigen Steigungsprozente eine Geschwindigkeit nördlich der 40km/h Marke bedeutete. Heiko und Daniel konnten davon profitieren, Stefan reihte sich hinter Sven ein. Bei knapp der Hälfte übernahm Daniel die Führungsarbeit, Heiko musste abreißen lassen und Stefan konnte eine Lücke zwischen Sven und sich bringen. Moritz wurde kurz vorm Ziel noch durch ein Auto welches unnötig mittig fuhr aufgehalten. Dennoch konnten alle genannten Fahrer ihre persönlichen Bestleistungen verbessern. Martins Form konnte ebenfalls überzeugen, denn er unterbot beide abgegebenen Zeitschätzungen. Nach 2 Jahren Vollsperrung und zwei Jahren Mallorcaabstinenz konnte endlich wieder bis zum Leuchtturm pedaliert werden. Im Abschlussbericht werden dann noch die professionellen Streckenfotos der Mallorca Cycling Photos präsentiert. Das Mittagessen (die bis dato beste Paella) wurde direkt am Yachthafen verspeist. Die Rückfahrt erfolgte im Verband, bis Konstantins Vorderreifen platt war – Schlagloch auf der Abkürzung in Alcudia. Ein Quartett verblieb, um den Reifenwechsel zu betreuen, auf dem Weg zum Hotel kamen dann schon ein paar Läufer entgegen. Danach testen diverse Triathleten noch ihre mitgebrachten Ganzkörperverhüllungen im Meer, während die anderen Fahrer der Sauna (nach 3 Fails des Autors) mit Aufguss zelebrierten.