Lago 2025 – Kaiserjägerweg

Am Frühstück stand aufgrund eines schlecht verstandenen Scherzes die Etappe für einige Fahrer virtuell auf der Kippe. Das lange Schlafen der jüngsten nativen Egert Dame verschob die Abfahrt auf akademische 10 Uhr – was bei der Kürze aber unkritisch zu sehen war. Katie war wieder am Start und bekam durch einen Pitstopp nach 5 km ein wenig Vorsprung. Der Plan war der schmale, sehr schöne und steile (vorletzter Kilometer 12,5 %) Weg auf die Hochebene. Moritz fuhr schnell, aber griff seine Bestzeit nicht an – zum Glück, denn durch das eher ungeschickte Zurücksetzen vor einem der Steintunnels eines Autofahrers musste er 30 Sekunden anhalten. Heiko gab 20 Minuten Gas, regenerierte sich für 5 Minuten und gab dann wieder Stoff – Intervalltraining mit schönem Panorama. Stefans Tank war nach dem Vortag leer, Puls blieb unten und die Beine hatten keine Kraft – dank guter Übersetzung war der Berg dann dennoch gut zu fahren und es konnten ein paar schöne Fotos des Lago gemacht werden. Katie war gut in Form und verfehlte ihre 2018er Bestzeit nur knapp. Daniel nahm sich eine neue Bestzeit vor, die aufgrund einer undokumentierten Standzeit am Tunnel auch drin war – mit gutem Pacing konnte genau die 2018er Zeit von Moritz gefahren werden.
Vor dem Essen gab es noch ein paar Bonus Höhenmeter, dieses Mal im Uhrzeigersinn gefahren ins beschauliche Lusérn. Die üblichen koffeinhaltigen Getränke wurden mit diversen Gebäcken kombiniert, begleitet vom gleichmäßigen Tuckern der geparkten Asphaltfräse. Auf den Zwischenabfahrten konnte Katie überraschen – mit sehr zügiger Fahrweise. Die Abfahrt nach Vattaro war größtenteils frisch asphaltiert und es gab nur Gegenverkehr – also nochmal Fahrspaß. Den obligatorischen Ortssprint in Bossantino fuhr Katie an, Daniel beschleunigte dann direkt von vorne und Moritz konnte noch ans Hinterrad springen, ohne gefährlich zu werden. Stefan konnte fast die 1000 W Marke knacken, Daniel und Moritz fuhren jeweils ihre 30 Sekunden Bestwerte. Stravalink

Trainingslager Mallorca 2025 – Formentor Stau

Der letzte Tag führte in Richtung Cap Formentor, dessen erster Anstieg, der legendäre Team Ineos Leistungstest, immerhin von ein paar Fahrern angepeilt wurde. Daniel musste berghoch 2 Autos überholen, die im Tross vieler Radfahrer feststeckten. Die anderen hatten noch mehr Pech und konnten wegen des übertriebenen Staus nicht sinnvoll hochfahren. Oben wurde einstimmig entschieden, direkt umzudrehen. Da jedoch das Mittagessen fix in Port de Pollensa reserviert wurde, um eine gute vegetarische Paella zu bekommen und Heidrun auch den Genuss einer solchen zu ermöglichen, war der gestalterische Spielraum begrenzt. Matthias hatte wohl keine so hohe Priorität auf Paella gelegt und fuhr zurück zum Steak. Die 10er Gang fuhr den erst für Nachmittag geplanten Anstieg zum Coll de Femenia hoch. Moritz fuhr wieder von vorne, Steffen bestätigte seine top Form und war 2. Hinter Heiko wollte Christian schauen was geht, musste aber abreißen lassen. Die anderen fuhren Grupetto, die Abfahrt zur Paella war dann recht frei.

Bis auf Heiko und Moritz fuhren danach alle zurück zum Hotel, um zu einer entfernten Eisdiele zu laufen. Dort gab es aber kein Eis, aber das konnte durch die dritte Kehrtwende des Tages zur sehr guten lokalen Eisdiele (Mana-Mana) gelöst werden. Die anderen beiden fuhren wieder zügig zum Kloster Lluc und beehrten den Ronnyberg. Die letzten 6 km im Gegenwind zum Hotel waren nochmal hart, eine Radgruppe aus dem gleichen Hotel störte das Duo beim Windschattenwechsel – also wurde die Gruppe mit 40 km/h abgehangen, alles hat nunmal Grenzen. Stravalink

Insgesamt eine super Woche mit top Wetter. Ein besonderer Dank gilt den Senioren Detlef und Heidrun, die alle Fachdiskussionen während der Mahlzeiten aushielten und diverse Speisen und Getränke sponserten.

Trainingslager Mallorca 2025 – Küstenklassiker

Der Tag begann mit hektischem Suchen nach Daniels Schlüssel vom Rad. Um schneller ans Rad zu kommen, wurde der Zweitschlüssel von der Rezeption geholt – der passte aber nicht. Also hoch ins Zimmer, richtig gesucht und 9:02 war das Rad unlocked, mit platten Hinterreifen. Dieser wurde dann kurz nach Ankunft in Port d’Antratx (6km entfernt vom geplanten Startort) schnell und fachmännisch repariert und auf 3,3 bar (Messung Abends im Hotel) aufgepumpt. Weil es noch einen soliden Stau bei Palma gab, wurde erst um 11 Uhr eingeklickt.

Der Straßenbelag bis Soller ist nunmehr in komplettem Neuzustand, es ging also endlich los. Die Besetzung war Daniel, Stefan, Philippe, Matthias und Steffen. Ohne weitere technischen Probleme konnte die sehr schöne Passage überwunden werden – es gab jedoch auf der gesamten Strecke keinen Radladen mit Luftpumpe, daher wurde mit dem wenigen Reifendruck (4 bar geschätzt) weitergefahren. Kurz vorm Port de Valldemossa hing ein langes Wohnmobil in einer steilen, engen Serpentine – festgefahren (warum man dort mit so einem Gefährt auftaucht, ist fraglich). Auf dem Rückweg sperrte die Polizei die Straße ab – unten gab es bei strahlendem Sonnenschein endlich Kuchen für das Quintett.

Das neue Lokal, außerhalb des Trubels in Soller gelegen, war eine willkommene Verbesserung der Etappe. Mit über 1h Verspätung kamen die Radfahrer dort an, die anderen (inkl. Bergfloh der sich Valldemossa gespart hat) waren schon weg. Es wurde Pasta, Pommes und Salat gegessen, jeder war mit seiner Wahl zufrieden, und am Puig Major gab es gute Beine. Stefan wollte seine Bestzeit aus dem Vorjahr unterbieten, und Daniel fuhr ein entsprechendes Tempo 250W von vorne – mit zweimal Vollgas in den Flachstücken. Steffen hatte Wunderbeine und fuhr die zweitbeste DGD Zeit des Tages. Matthias und Philippe waren ebenfalls flott unterwegs, sodass nicht allzu lange in der Kühle gewartet werden musste.

Auf der Abfahrt nach Pollenca wurde an der Tankstelle nochmal aufgefüllt, dann ging es die leider verkehrsreiche Abfahrt hinunter – Stefan und Philippe konnten dank eines Sprints am Gegenhang entscheidende Positionen gewinnen, sodass Steffen und Daniel im Flachen ordentlich bolzen mussten, um aufzuholen. Matthias für etwas gemütlicher, auf eigenen Wunsch ohne Windschattenspender zurück. Stravalink

Trainingslager Mallorca 2025 – Dia de classico

Am Start auf der langen 216 km-Runde mit Anfahrt per Rad diesmal: Heiko, Moritz sowie die Langstreckenspezialisten Christian und Sebastian. Letzterer tat sich gerade zu Beginn der Etappe so sehr durch eine so schwache Blase hervor, dass der Autor des Artikels beschloss, die Chronologie der Etappe nicht in Bergen oder Streckenabschnitten zu erzählen, sondern eben von Pitstop zu Pitstop.

Pitstop 1 (21km): Heiko setzte schon beim Frühstück alles daran, die erdachte Abfahrtszeit von 8h einzuhalten. Dass nur 12 Minuten Verspätung entstanden, muss als Erfolg verbucht werden. Durchs Schilf und nach Sa Pobla lief dann wirklich alles Plan und die Beine konnten bei Windstille frei gefahren werden.

Pitstop 2 (32km): Ein kurzer Stint bei leichtem Rückenwind. Während der vordere Teil der Gruppe für einen 36er Schnitt sorgte, wurde an einer wunderhübschen Steinmauer direkt an der Kreuzung einer viel befahrenen Straße ein weiterer Stopp eingefordert. Man stand ja eh schon.

Pitstop 3-5(!) (60km): Die beste Bäckerei der Insel (Forno Ca l’amo en Pep) wurde 20 Minuten schneller als bei der Gegenwindschlacht im Vorjahr erreicht. Heiko bestellte versehentlich eine Fischtasche mit viel Knoblauch für Moritz. Geplant waren leckere Nüsse.

Pitstop 6 (68km): Am ersten Berg hat planmäßig Sebastian die Tempoarbeit übernommen. Die Gruppe harmoniert gut, das Wetter ist schön, die Hydration aller Fahrer im grünen Bereich.

Pitstop 7 (90km): Ankunft auf der heute besonders leeren und mit F1-Belag versehenen Küstenstraße bei Andratx. Erste Fragen kommen auf, wo das ganze Wasser eigentlich herkommt.

Pitstop 8 (150km): Zu früh beim Caféstopp in Estellencs gewesen. Zu Essen gibt es erst ab 13h. Christian gönnte sich eine riesige und sehr heiße Schokolade, die fachmännisch mit den Eiswürfeln aus dem begleitenden Glas Cola gekühlt wurde. Dazu gab es warme Riegel aus der Trikottasche. Njam njam. Heiko hatte ab da keine Powerdaten seiner Garmin-Pedale zur Verfügung. Auch deswegen konnte die neu eingeplante Bar Molina in Soller, abseits der Touristen-Hotspots, schon um 14h15 erreicht werden. Wie in alten Zeiten zeitgleich mit dem Bergfloh, der auf einer 0-Stopp Strategie unterwegs war.

Pitstop 9 (182km): Sollte streng genommen nicht hier aufgeführt werden, da nur andere Fahrer der Gruppe die Toilette am letzten Espresso-Stopp Lluc nutzen. Zurück ins Renngeschehen: Am 10km Anstieg zum Puig hatten alle gute Zeiten gesetzt und mit dem Bergfloh ein Passfoto aufgenommen.

Im Tunnel wurde ‘Malle ist nur einmal im Jahr’ im Wechselgesang angestimmt, allerdings kannte die Konkurrenz den Text der Strophen nicht.

Ziel (217km, 3100Hm): Nach weitestgehend freier Abfahrt nach Pollensa wurde der Bergfloh erneut eingeholt und blieb im Windschatten dran. Im Zielsprint schnappte er sich gar einen Platz auf dem Podium: P3!

Trainingslager Mallorca 2025 – Orient

Aufgrund der „Insider“ Information des Restaurants an selbiger Stelle, dass die Straße dieses Jahr neu asphaltiert werden sollte, wurde der Orient wieder eingeplant. Da heuer weniger Kilometer im Roadbook standen, wurde eine alte „Orient“-only Tour wieder ausgepackt. Steffen und Philippe waren auch dabei, letztmalig 2018 am Start. Direkt nach dem erstem Pitstopp nach 40 Minuten wurde Sebastian wieder zurück ins Hotel geschickt – vermutet war eine undichte Bremsleitung. Es war jedoch nur Reifendichtmilch, die sich über den langen Aufenthalt im Reifen in seine chemischen Grundbestandteile aufgelöst hat. In einem benachbarten Radladen konnte ein neuer Reifen und neue Milch erworben werden. Nach knapp 37 km wurde die Option eines Espressos gezogen, 15 Euro für 9 Personen (inkl. 3 Liter Wasser). Der erste planmäßige Rastpunkt war ein Hipster UCI Café in einem Radladen. Der Service war Genretypisch nicht ganz Tour-de-France like, aber es war alles lecker. Direkt beim Losfahren hatte dann Matthias einen Platten, der aber schnell behoben wurde. Das Highlight des Tages, der Coll d’Honor der von den beiden Guides Moritz und Heiko von vorne mit Vollgas angegangen wurde. Stefan konnte Matthias in einem kleinen Duell auf Distanz halten. Philippes Schaltung beschloss Berghoch im kleinsten Gang zu verweilen, sodass ungewolltes Kadenztraining angesagt war. Daniel musste sich am Passschild vor dem Segment noch kurz Wasser wegbringen – und fuhr sein eigenes Tempo bis zur Passhöhe. Bis auf kurze Passagen am Orient war das Wetter wieder warm und sonnig – der Gegenwind kam dann erst auf dem Rückweg stark auf.

Der Kuchenstopp war kuschelig, 9 Leute an einem 4er Tisch – die 2 noch verfügbaren Kuchensorten waren lecker, aber zu 7 Euro auch nicht ganz günstig. Der Rückweg führte dann über weitere kleinere Hügel, verbunden mit einigen Stopp- und Go Passagen was den Fahrern im hinteren Teil des Feldes zu schaffen machte. Nach Sa Pobla und durchs Schilf wurde dann für die „Passagiere“ im Feld ein moderates Tempo angeschlagen, sodass die Gruppe en bloc am Hotel ankam. Sebastians Reifen konnte dann vom Team Mechaniker final montiert werden, dann wurden noch Lichter gekauft – da es an den Tunneln offenbar zu Polizeikontrollen kommt (200 Euro je fehlendes Licht). Stravalink

Der Bergfloh fuhr im Grunde die gleiche Runde, wollte sich schon an einen 11er Tisch im Café Orient setzen, als die Nachricht aus dem UCI Café kam, es dauere noch „eine Weile“ – also nur neues Wasser in die Flaschen und ein Riegel rein, dann ging es weiter.