Giro delle Dolomiti 2022 – Stage 1

Subtitel: heißes Aluminium
Gemütlich ging es um 9 Uhr an der Messe Bozen los, der Startbogen war erneut woanders, unten vor der Messehalle. Es gab viele bekannte Gesichter, aber ein sehr dezimiertes Teilnehmerfeld von nur 221 Radlern fuhr das Rittner Horn hoch, wie vor 3 Jahren ohne wirkliches Aufwärmen der Beine. Der Körper war schon gut warm, der ganze Anstieg lag in der Sonne. Heiko wollte recht defensiv fahren, merkte aber dass seine Beine trotz leichtem Wandermuskelkaters gut lief und erhöhte dann die Schlagzahl. Mit seiner eigenen Pace konnten zum Teil Gruppen von Leuten überholt werden und das lose gesteckte Ziel von 45 Minuten um gut eine Minute unterboten werden (P39). Daniel musste die erste Gruppe inklusive der schnellsten beiden Damen ziehen lassen und versuchte sein Tempo zu fahren. Dabei kamen altbekannte Gesichter aus den Vorjahren zum Vorschein, Fabian und Herbert bildeten eine Gruppe. Daniel fuhr in einem Flachstück dann auch mal vorne, musste Fabi aus der Schweiz aber kurz vorm Ende ziehen lassen. Die Zeit von 2019 wurde fast auf die Sekunde wieder gefahren (39 Minuten, P15, AK P3), Puls war mit 182 auch den Temperaturen angepasst. Oben gabs es dann Eis und alle Toprennräder auf dem Markt zu bewundern. Der Giro Sprint folgte auf kleinen engen und steilen Sträßchen nach einer Abfahrt, wurde natürlich zum Kaffeeklatsch benutzt. Wie früher zogen es beide Fahrer vor bis zum letzten Rad zu warten und dann ein paar Kehren flüssig bergab zu fahren, anstatt mit Dauerbremsen das Material zu verschleißen. Dennoch wurde Heikos Alufelge ordentlich warm, was nur von der Oberflächentemperatur von Daniels Macbook überboten wurde, der die letzten 15 Runden des Formel-1 Rennens in der prallen Sonne verbrachte. Nach der Sauna (wichtig auch bei 35 Grad) ging es dann zum Abendessen mit Prosecco. Stravalink – Video des Tages (Sekunde 35 ist Daniel drauf)

Skoda Velotour Eschborn-Frankfurt 2021

Der 1. Mai war dieses Jahr am 19. September, zumindest aus der Sicht des Jedermannrennens mit Start und Ziel in Eschborn. Für das DGD Racing Team waren Daniel und erstmals seit 2014 wieder Moritz am Start. Überraschend unproblematische gestalteten sich diesmal die traditionellen Risikofaktoren der Veranstaltung: Beide Fahrer wurden sinnvollerweise in den ersten und knapp 700 Rahmensets umfassenden Startblock gesteckt und das Wetter versprach einen Sonnen-Wolken-Mix im Temperaturfenster zwischen 10 und 20 Grad. Um die anfängliche Hetzjagd durch die Frankfurter Innenstadt möglichst kraftsparend absolvieren zu können, reihten sich beide Fahrer ganz ganz vorne ein, direkt hinter den großen Teams Strassacker und Rheinhessen (Stichwort Ziehharmonika-Effekt). Ein weiterer Pluspunkt des frühen Aufschlagens an der Startlinie: Eine volle Stunde Gebabbel des norddeutsche Streckensprechers, der diverse Male beschwor, dass irgendwer oder irgendetwas „heiß wie Frittenfett“ sei. Bevor ein Trinkspiel draus werden konnte, ging es los. 

Die knapp 30km bis Oberursel verliefen dank gutem Auf-Position-Fahrens unaufgeregt. Nach einem kurzen Pavé-Intermezzo am Marktplatz von Oberursel setzten sich zwei Fahrer ab. Auf leicht ansteigender Straße, aber noch vor dem offiziellen Beginn des Feldberges, sprangen vereinzelte Fahrer nach und das DGD Racing Teams ließ es sich nicht nehmen, mit einer Doppelspitze kurzzeitig die Nachführarbeit zu organisieren. Eine kleine Kraftverschwendung für die Sponsoren von der ein Bild geil wäre (leider unwahrscheinlich). So bekam man auch live mit, wie in einer taktischen Besprechung der Strassackerfahrer entschieden wurde, die Gruppe zurück zu holen (O-Ton: „Ist zu groß“) und das eigentliche Rennen begann. Dabei verloren sich Daniel und Moritz alsbald außer Augen und der Rest des Berichtes erfolgt getrennt aus unterschiedlicher Erzählperspektive. 

Moritz: Am Saisonabschluss habe ich beschlossen, nicht vernünftig zu fahren, sondern einfach vorne dranzubleiben und in Kauf zu nehmen, frühzeitig komplett einzugehen. Das Tempo ist zunächst gleichmäßig, ab der langen Kehre wechseln sind kurze Tempoverschärfungen mit gefühltem Leerlauf und auf den letzte 3 Kilometern folgen diverse Attacken. Irgendwann sehe ich 520W auf meinem Wahoo. Egal, ich gehe mit und komme ganz hinten in einer Perlenkette von 20 Fahrern über die Passhöhe. Später stellt sich heraus, dass ich den Anstieg in 25:33 hochgefahren bin, schneller als jemals zuvor. Nach nicht UCI-legaler Abfahrt läuft die Gruppe im ersten Gegenhang wieder zusammen. Im weiteren Verlauf schließen weitere 10 Fahrer auf. Der Ruppertshainer, bei meiner letzten Teilnahme vor 7 Jahren noch die letzte Möglichkeit zur Attacke am Berg, wird schnell aber nicht super schnell hochgefahren, genau wie eine überraschende Rampe in Kelkheim auf eher unterdurchschnittlichem Belag, und alles konzentriert sich auf den Showdown in Mammolshain. In der berüchtigten Rampe fahre ich erstmals nach Wattmesser und nehme in Kauf, einige Positionen zu verlieren, um Didi hautnah bewundern zu dürfen, aber vor allem um auf dem nachfolgenden flachen Bergaufkilometer einfach auf dem Gas bleiben zu können. Das habe ich dieses Jahr unzählige Male trainiert und heute zahlt es sich aus: an den ersten Gegnern fliege ich gefühlt vorbei, komme dann langsam an den deutschen Meister von 2006, Dirk Müller (radroo Team), und zwei weitere Fahrer heran, die ich mit meinem gleichmäßigen Tempo langsam an die vorausfahrende Gruppe heranziehe. In der Abfahrt wechseln wir uns vorbildlich ab. In einer Rechtskurve verschätzt sich ein Konkurrent und steht plötzlich auf einem 20cm hohen Bordstein, von dem er nicht mehr runterkommt. Wir anderen schaffen den Anschluss an, was sich als erste Gruppe hinter 3 Ausreißern herausstellen sollte. Es geht also mit 22 Mann im Sprint um Platz 4. Eigentlich bin ich vor der letzten Kurve gar nicht schlecht platziert, lasse mich dann aber doch kurz abdrängen, komme kurz aus dem Konzept und werde 17. Eines meiner besten Jedermannrennen. Was will man mehr. Ein perfekter Saisonabschluss 😇

Daniel fuhr im Pulk am Feldberg vor der großen Serpentine die Eröffnung der zweiten Gruppe, die Pace ganz vorne erschien zu hoch. Alsbald kam eine ca. 20 Mann starke Gruppe oben an, Daniel konnte dort ohne größere Probleme mitfahren. Ein Fahrer schwenkte nach der Bergwertung noch in die Stichstraße zum Gipfel aber sonst gab es keine Vorkommnisse. Auf der Abfahrt gab es ein paar riskante Fahrmanöver von Fahrern des Sebamed Teams, und das Glück ließ keinen weiteren Fahrer mehr von hinten kommen, sodass Daniel am ersten Gegenhang eine 100m Lücke zufahren musste. Oben am Rupertshainer wurde Stephan K. noch begrüßt und für die Sponsoren die Gruppe von vorne in die Abfahrt geführt. Im Flachen bei Gegenwind lief die Gruppe nur mäßig, keiner wollte sich vor dem Schlussanstieg verausgaben. Das Steilstück vom Mammothainer (23%) fuhr Daniel dank Streckenkenntnis nicht am Limit, sodass beim weiteren Steigungskilometer im vorderen Drittel der Gruppe gefahren werden konnte. Lediglich fünf Leute kamen ein wenig weg, aber die konnten im Flachen (5km) ohne weiteres gestellt werden. Da es um nichts mehr ging, wurde auf einen Zielsprint verzichtet, Platz 31 war zu vergeben und Daniel konnte mit dem 41. eine gute Platzierung erreichten – mehr wäre nicht gegangen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es auch schonmal besser lief, aber es wird auch keiner jünger.

Stravadaten von Daniel (37km/h) und Moritz (38km/h)

Tour of Sufferlandria 2021 – Zusammenfassung

Die erfreuliche Nachricht gleich zu Beginn: Alle DGD Athleten konnten die Tour of Sufferlandria erfolgreich im nuklearen Modus abschließen und sich die begehrte Medallie sichern:

Die Etappenkomposition wurde im Allgemeinen als fair empfunden und insbesondere die klassischen Überführungsetappen in der Mitte des Rennens gab den Athlethen etwas Zeit zum Durchatmen. Denn insbesondere der Beginn und der Abschluss der Tour of Sufferlandria hatten es in sich. Dies spiegelt sich auch, wie später zu erkennen sein wird, in den Trainingsdaten wider. Als eindeutige Hassetappe wurde von den Fahrern „Nine Hammers“ auserkoren. Besonders Moritz stellte hierbei sein Timing der letzten 4DP-Messung kurz von Beginn der Tour in Frage.

Nach abgeschlossener Tour müssen auch noch Ehrenpreise in diversen Kategorien vergeben werden:

  • Gernot-Hassknecht-Preis für den Fahrer mit dem höchsten Durchschnittspuls -> geht an Sebastian mit unangefochtenen 161 BPM
  • Wattmeister für … eben den wahren Wattmeister -> geht ebenfalls an Sebastian mit durchschnittlich 264W.
  • Grunter-von-Agony-Medallie für den Fahrer mit dem höchsten TSS/IF Wert -> geht an Heiko mit einem Ø-TSS von 79 und einem Ø-IF von 0.89

Hier die durchschnittlichen Stats jeder Etappe (Höchstwerte in fett):

Fahrer Heiko Sebastian Daniel Moritz
Etappe Dauer TSS IF POW HR TSS IF POW HR TSS IF POW HR TSS IF POW HR
Joyride 0:29:58 44 0.94 217 150 41 0.91 278 160 38 0.88 256 152 45 0.95 247 139
Cobbler 1:46:34 120 0.82 216 151 110 0.79 273 172 119 0.82 258 153 118 0.82 244 145
9 Hammers 0:58:21 94 0.98 239 161 92 0.98 307 166 84 0.93 274 156 97 1 273 151
Fight Club 0:55:51 84 0.95 236 155 81 0.93 304 163 78 0.92 276 152 81 0.93 263 146
Half is Easy 0:36:24 50 0.91 227 151 47 0.88 291 155 48 0.89 268 151 41 0.82 236 138
G.O.A.T. 0:42:10 50 0.85 214 150 48 0.83 275 152 49 0.83 253 145 49 0.83 241 138
Norway 1:00:54 79 0.88 222 145 72 0.84 279 161 75 0.86 264 144 74 0.85 242 139
Who Dares 0:54:09 72 0.9 223 145 71 0.89 290 151 71 0.89 264 146 68 0.87 248 136
The Cure 0:29:53 41 0.91 227 154 39 0.89 290 158 36 0.86 259 147 39 0.89 249 138
Defender 0:59:10 83 0.92 237 149 81 0.91 310 161 77 0.88 277 151 84 0.92 270 144
Attacker 0:53:07 66 0.86 217 154 64 0.85 286 159 63 0.84 255 na 65 0.86 247 139
Total / Ø 9:46:31 79 0.89 225 151 75 0.87 289 161 75 0.87 264 137 77 0.88 251 141

Die Vergleichbarkeit der errechneten Rollentrainer-Leistungsdaten kann hier aber durchaus in Frage gestellt werden. Vor der Tour führte Heiko bei seiner Elite Turno Rolle einen Datenvergleich mit dem doppelseitigen Powermeter von Stages durch und konnte eine recht konstante Abweichung von 40 Watt feststellen, die der Rollentrainer mehr berechnet hatte im Vergleich zu den „gemessenen“ Watt.

Weitere interessante Fakten zur Tour (alle Fahrer zusammengenommen):

  • gesamte verrichtete Arbeit (an der Kurbel) : 36.2 MJoule
  • Verbrannte Kalorien ( Annahme 20% biologische Effizienz) : 43292 Kcal
    • Dies entspricht einer Energie von 50.3 Kwh. Würde man mit Strom heizen, hätte dies in Deutschland immerhin 16 Euro gekostet.