Leser des Blogs werden eine Replique der Etappe von 2019 erwarten, aber die damalige Abfahrt nach Lüsen über einen asphaltierten Feldweg wurde aus Auffahrt genutzt. Der Tesla fuhr direkt morgens in guter Pace nach Brixen, wo mitten im Stadtkern die Frühstückspause war. Leider mit etwas begrenzten WC Möglichkeiten, aber das konnte man beim anschließenden Bergaufradeln auch so erledigen. Den 2. Platz des Giro Sprints belegte Lorenz, der den Platten am Vortag hatte und seine GC Ambitionen (verfrüht) begraben hatte. Die Temperaturen waren deutlich angenehmer und kurz vor dem gezeiteten Segment gab es noch eine Rampe bei dem das Feld schon einmal vorsortiert wurde. Daniels permanenter Begleiter hatte keinen Kettenabwurf kurz vor dem Start und musste gut eine Minute später auf die Zeitenjagd gehen. Heikos geplante Mitfahrer (Max und Bastian) waren noch weiter hinten im Feld, ein nicht verschiebbarer Boxenstopp war Schuld. Dieses Mal blieb Daniel an Michaels und Janines Hinterrad, dazu gesellte sich noch Eugene. Nicht nur Michaels gutes Tempo sondern auch seine Ballermann Musik erhellten Daniels Gemüt – die Beine waren auch top in Form und bei jedem Steilstück >12-14% wurde Tempoarbeit verrichtet. Nach wenigen Minuten wurden einige Fahrer ein- und überholt, unter anderem Lorenz und die beiden Niederländer Martin und Sven, alle drei hatten wohl etwas überpaced. Heiko hatte keine vernünftige Gruppe, holte dann Julia ein (2. beste Frau heuer), die jedoch nicht den Windschatten halten konnte und daher viele Plätze im Klassement einbüßte. Auch er hatte sehr gute Beine und noch ein paar wenige Watt in Reserve (aufgrund unterschiedlicher Gruppen die letztlich alle abhangen wurden) und konnte Platz 27 erreichen. Daniel musste am Ende eine Eheinterne Attacke zwischen Michael und Janine mit anschauen, konnte aber im Gegensatz zum Rest der Gruppe die Lücke schließen und fuhr auf Platz 10 (mit neuem Wattrekord 289W/41 Minuten) durchs Ziel. Fabian war zwar in Sichtweite nach hinten, aber fuhr ganz alleine 7 Sekunden schneller als Daniel und Michael, ärgerlich aber auch sehr stark. 
Oben am Pass gab es einen Imbiss und dann ging es wieder im Stopp- and Roll Modus die Abfahrt hinunter. Kurz nach Brixen war die Straße kurz feucht, aber das zählt noch als Trocken geblieben. 174km, 2500Hm Video des Tages
Kategorie: Fahrradfahren
Giro delle Dolomiti 2022 – Vinschgauer Höhenstraße
Heute ging es schon um 7:00 Uhr auf die Strecke, d.h. der Wecker musste auf widrige 5:40 Uhr gestellt werden. Sehr gemächlich ging es dann nach Meran zu einer (zu) frühen ersten Pause. Als die Temperaturen dann gen 30 Grad stiegen ging es dann die Hauptstraße hoch ins Vinschgau, dort wurde dann etwas flotter gefahren. Daniel und Heiko fuhren direkt „behind the Tesla“ um nicht in Stopp- and Go Manöver zu geraten. Der Giro Sprint (2km, außerhalb der Gesamtwertung) war leider an Sinnlosigkeit nicht zu unterbieten. Komplett flach wurde der schlechtest alsphaltierte Feldweg Südtirols befahren. Die Streckenposten sicherten die kraterartigen Schlaglöcher zwar ab, aber Platz zum Fahren gab es dennoch kaum. Nach einer kurzen Verpflegung ging es dann weiter auf der Reschenpassstraße, bis es dann endlich losging zum gezeiteten Segment. Am Vorabend wurden die Fahrernummern recherchiert, welche bzgl. Altersklassenplatzierung relevant waren. Platz 1 der Altersklasse fiel leider aufgrund eines Platten nach 200m unglücklich zurück, der neue Führende war aber für beide Fahrer zu schnell. Daniels Plan war, Fabian hinterherzufahren. Dabei konnte der dem Team Michael+Janina (beste Dame) erst folgen, musste kurz vor der flacheren Passage abreißen lassen. Daraufhin wurde ein Leadout gefahren und dann war Fabians Hinterrad bis oben fest im Blick. Julia (aktuell zweitbeste Frau) wurde eingeholt, aber ihre Attacke am Steilstück kostete wohl zu viele Körner, sodass sie den angebotenen Windschatten nicht annehmen konnte. Mit Platz 11 und guten Beinen war das ein gutes Zeitfahren, der steile erste Abschnitt wurde nicht überpaced – ohne Streckenkenntnis gar nicht so einfach. Heiko fuhr recht weit hinten defensiv in den Anstieg, hatte auch gute Beine sodass er eine kleine Gruppe mit 3 Leuten (mit Max, den Sebastian aus dem Vorjahr kennt) bilden konnte wo sich alle mit der Führung abwechselten. Erst kurz vorm Ziel, musste er eine kleine Lücke reißen lassen, ohne dass jedoch andere Fahrer von hinten kamen – heraus kam ein sehr guter Platz 35.

Die Abfahrt war dann frei zu fahren, es ging die aus dem (Edit: Vor-)Vorjahr bekannte „Todesgerade“ hinab zum Mittagessen, die Räder und Fahrer wurden von umgedrehten Sprenklern dann etwas runtergekühlt. Auf dem Rückweg gab der Tesla deutlich mehr Strom, so konnte die Messe Bozen trotz extra Trinkpause und Gegenwind schon 16:40 erreicht werden. Daniel und Heiko fuhren direkt in Richtung Hotelpool weiter, denn die Hitze (38 Grad im Schatten, und der war rar) war schon enorm. Das Zeitfahrteam wurde von Daniel dann finalisiert, Michael (217), Thomas (80), und der heutige Pechvogel Lorenz (76) verstärken die beiden Fahrer, die beide recht prominent im Video des Tages erscheinen. Stravadaten: 172km 1800Hm
Giro delle Dolomiti 2022 – Stage 1
Subtitel: heißes Aluminium
Gemütlich ging es um 9 Uhr an der Messe Bozen los, der Startbogen war erneut woanders, unten vor der Messehalle. Es gab viele bekannte Gesichter, aber ein sehr dezimiertes Teilnehmerfeld von nur 221 Radlern fuhr das Rittner Horn hoch, wie vor 3 Jahren ohne wirkliches Aufwärmen der Beine. Der Körper war schon gut warm, der ganze Anstieg lag in der Sonne. Heiko wollte recht defensiv fahren, merkte aber dass seine Beine trotz leichtem Wandermuskelkaters gut lief und erhöhte dann die Schlagzahl. Mit seiner eigenen Pace konnten zum Teil Gruppen von Leuten überholt werden und das lose gesteckte Ziel von 45 Minuten um gut eine Minute unterboten werden (P39). Daniel musste die erste Gruppe inklusive der schnellsten beiden Damen ziehen lassen und versuchte sein Tempo zu fahren. Dabei kamen altbekannte Gesichter aus den Vorjahren zum Vorschein, Fabian und Herbert bildeten eine Gruppe. Daniel fuhr in einem Flachstück dann auch mal vorne, musste Fabi aus der Schweiz aber kurz vorm Ende ziehen lassen. Die Zeit von 2019 wurde fast auf die Sekunde wieder gefahren (39 Minuten, P15, AK P3), Puls war mit 182 auch den Temperaturen angepasst. Oben gabs es dann Eis und alle Toprennräder auf dem Markt zu bewundern. Der Giro Sprint folgte auf kleinen engen und steilen Sträßchen nach einer Abfahrt, wurde natürlich zum Kaffeeklatsch benutzt. Wie früher zogen es beide Fahrer vor bis zum letzten Rad zu warten und dann ein paar Kehren flüssig bergab zu fahren, anstatt mit Dauerbremsen das Material zu verschleißen. Dennoch wurde Heikos Alufelge ordentlich warm, was nur von der Oberflächentemperatur von Daniels Macbook überboten wurde, der die letzten 15 Runden des Formel-1 Rennens in der prallen Sonne verbrachte. Nach der Sauna (wichtig auch bei 35 Grad) ging es dann zum Abendessen mit Prosecco. Stravalink – Video des Tages (Sekunde 35 ist Daniel drauf)

Hohler Buckel – Höhenmeter für einen guten Zweck
Da Daniel beim Otzberg-Zeitfahren am 27.8. leider verhindert ist, wurde ein weiteres Event der Besi & Friends Stiftung ins Auge gefasst. 12h (6-18 Uhr) Höhenmeter sammeln am Hohlen Buckel bei Alzenau für 20€. Dabei war Musik, Helfer die den Verkehr regeln und diverse Verpflegung (Highlight ganz klar das Nutella-Brot). Pro gefahrenem Höhenmeter konnte man zusätzlich noch eine Spendensumme einstellen. Die Strecke war ein Rollerberg, nur kurz ging es mal an die 7-8% sonst war es eher gemütlich. Die Strecke war 7,5 km lang, dann gab es einen Wendepunkt und man kehrte um, mit dem Gipfel jeweils in der Mitte. Jürgen war auch von der Partie, er musste nur kurz von Daniel überredet werden, dass es doch Spaß machen könne Sonntag morgens 4:45 abgeholt zu werden. Pünktlich um 6:04 ging es dann los, ganz gemütlich (Giro Modus). Nach jeweils 3 Stints (je 15km / 320 Hm) wurde eine Verpflegungspause eingelegt, nur am Ende wurden dann 4 Runden gedreht. Die Teilnehmer waren sehr vielfältig, von Top Matierial (Basso Diamante SV, Wilier SLR, Tarmacs etc.) bis zu Klapprädern war alle vorhanden. Der Verkehr nahm zwar zu, es war gut früh zu starten. Das Vorhaben 10 Runden zu fahren klappte auch problemlos, Daniel fuhr den Rückweg zweimal mit etwas mehr Schmackes um auch mal etwas Zug auf der Kette zu haben. Bilder vom Event dürften noch folgen, um 13:00 Uhr war der Spaß vorbei – Daten in Strava 150km / 3200Hm – Top Veranstaltung.
Update: der Starterbeutel übertrifft sämtliche Rennen mit deutlich höherem Startergeld, sehr beeindruckend 🙂


Vogesen Wochenende
Wie schon vor 2 Jahren, als eigentlich die Rennteilnahme eines nicht mehr stattfindenden Events anstatt, verbrachten Sven, Heiko, Moritz und Daniel ein Wochenende in Frankreich. Headquarter war dieses Mal ein günstiges Hotel in Munster, dank Vierbettzimmers war das kulinarische Budget gut gefüllt. Bereits am Samstag gab es eine ordentliche Tour, es ging also schon bei Zeiten los. Das Einrollen wurde auf 400m gekürzt, aber der erste Anstieg war mit 600 Hm und gleichmäßigen 6% gut zu fahren. Eine kurze Zwischenabfahrt und nochmals 400 Hm wurden pedaliert, bis die erste Tarte Pause in einer urigen Hütte eingelegt wurde. Nach etwas auf und ab auf der Hochebene (>1000m) ging es dann hinunter ins Tal, mit diversen Serpentinen die Daniel und Heiko im Vorjahr in umgekehrter Richtung bei deutlich schlechterem Wetter gefahren sind. Der zweite große Anstieg auf den Markstein war ein klassischer Rollerberg (4%), bei dem Heiko eine zügige Pace vorlegte, bis dann oben die zweite Rast bei herrlichem Ausblick kam – dieses Mal gab es Flammkuchen mit Munster. Nach der Abfahrt ins mittlerweile schwülwarme Tal und einem Zwischenhügel ging es auf den Schlussanstieg, dem Col de Firstplan. Dort wurde das Tempo etwas abgeschwächt, denn der Sonntag war schon in Sicht.
Eckdaten der Tour: 120km, 2600Hm
Sonntag wurde das Quartett zum Trio, Moritz muss aus privaten Gründen leider abreisen. Das Wetter war morgens auch schlechter gelaunt, ein Regengebiet zog südwestlich am Startort durch. Es konnte jedoch im Trockenen in Richtung Colmar (flach, man höre und staune) eingerollt werden, bis es nach 13 km über die Weinberge auf den Trois Epis ging, vorbei ohne Espressostopp am Canyon-Café. Im recht dicht besiedelten Tal ging es weiter entlang der Elsässer Weinstraße, bis in Riquewihr (einer der schönsten mittelalterlichen Altstädten Frankreichs) Crépes als zweites Frühstück anstanden. Direkt danach gab es keine kurze Rampe, bevor es über einen geteerten Feldweg ins nirgendwo ging. Nach drei Gipfeln ging es wieder ins Tal, wo sehr viele Menschen auf der Edelsteinmesse in Sainte Marie aux Mines zu Besuch waren. Der Anstieg war jedoch wenig befahren, aber mit 7% nicht so flach. Das Hotel „Belle Vue“ machte seinem Namen zwar keine Ehre, aber es gab großmütterliche Bedienung und Musik sowie 3 Mittagsgerichte zur Auswahl. Ein vegetarisches Ensemble konnte auch kreiert werden, sodass alle drei Fahrer gestärkt in die zweite Halbzeit gehen konnten. Der nächste Anstieg auf den Col du Bonhomme verlief erst auf einer dünn befahrenen Nebenstraße, bog dann auf 700m auf einen weiteren Feldweg ab. Kurz vorm Gipfel (wo nichts war, der beschilderte Col war weiter unten) musste Sven einen schleichenden Plattfuß beheben, während die anderen beiden Motorradstunts von einheimischen Jugendlichen „bewundern“ durften (oder mussten). Die Abfahrt führte über eine sehr große Straße sehr zügig ins jetzt warme und sonnige Tal. Der dort geplante Stopp in Fraize wurde durch Essen von Riegeln ersetzt, es war dort alles ausgestorben. Der Schlussanstieg war zweigeteilt, es ging wieder eine kleine Straße durch den Wald hoch auf 800m, dann nach Xonrupt auf 730m wo dann in einer ToGo Pizzeria noch ein Cola/Heidelbeertiramisu Stopp eingelegt wurde. Mit vollen Flaschen ging es dann hoch zum Col de la Schlucht, wieder auf einer Nebenstrecke die jedoch mit meist 8% niedrige Kadenzen bei immer noch solidem Tempo hervorbrachte. Die Abfahrt nach Munster auf der großen Straße war nach wenigen Kurven autofrei und sehr flüssig zu befahren. Abends ging es dann regionale Küche, sogar Whisky aus dem Elsass wurde serviert.
Eckdaten der Tour: 160km 3100Hm