Trainingslager Mallorca 2026 – Orient

Der Wind hatte sich für den heutige Montag vorgenommen, deutlich ruhiger zu machen, dies Vorhaben aber auf den frühen Nachmittag verschoben. Infolgedessen wurde die Siebenergruppe des Tages mit hoher Geschwindigkeit ins Landesinnere gepustet und schneller als gedacht fand man sich beim ersten Espresso-Stop des Tages ein. Das Café Can Putxet in Lloret de Vistalegre ist im Dorf zurecht sehr beliebt und 5 von 7 Fahrern entschlossen sich zur Einkehr. Matthias fühlte sich nicht ganz fit und beschloss, eine flache Sonnentour auf gleicher Strecke zurück ins Hotel zu fahren. Indessen bewachte Conny die Räder. In einem unachtsamen Moment konnte er trotzdem nicht verhindern, dass seine teure Aeromaschine entwendet werden konnte…

…allerdings nur von Moritz, der sich einen (mittelmäßigen) Spaß erlaubte. Nach dem zweiten Zwischenstopp im Cycling Planet in Alaro bereiteten sich dann alle 6 Fahrer auf die Hauptschwierigkeit des Tages vor: von Bunyola auf neuem Straßenbelag in den Orient. Am Vorabend wurde spontan und höchstprofessionell eine Pacing Strategie entwickelt, die Conny zu einer neuen 20min Bestleistung führen sollte. Diese sah vor, dass Stefan mit 250W vorne fährt und Conny das Hinterrad hält. Beides klappte hervorragend, und hier nochmal ganz offiziell: Constantin, dein neuer 20min Wert ist 257W. Du kannst ihn hier jederzeit nachlesen wenn dein Garmin (demnächst) kaputt ist.

Weiter vorne im Renngeschehen fuhr Sebastian mit 310W zur PB, genau wie Heiko, der mit einem zweigeteilten Effort (10/2/6 Minuten) in genau 18:00 oben war. Die Bergpunkte gingen in 17:23 an Daniel, der dank besserer Taktik (in Fachkreisen ‘Pennersekunde’ genannt) eben diese eine Sekunde vor Moritz lag. Umso beachtlicher sind diese Zeiten, weil dieses Jahr im Gegensatz zum Vorjahr, kein Rückenwind im Anstieg herrschte.

Als Belohnung winkte der sensationelle Kuchen von Patrick im Café Nou Dalt Montana (absolute Empfehlung!) serviert von einem Kellner in Radschuhen:

Die Rückfahrt verlief bei allerbestem Sonnenschein ereignisarm und weil der Wind inzwischen gedreht hatte, kam ganz unerwartet ein 30er Schnitt heraus.

Trainingslager Mallorca 2026 – Anreise 2/2

Am üblichen Tag dafür mit deutlich entspannterem Abflug um 7:25 kamen die anderen vier Teilnehmer in Alcudia an – mit super organisiertem Transfer konnte 11:30 Uhr das Hotel begrüßt werden. Heidrun und Detlef gönnten sich Aero-Highend Material als Leihräder, die jedoch erst Nachmittags ready waren – die Einrollrunde fand daher separat statt. Florian gesellte sich zu den später startenden Günzelbrüdern dazu, es ging 13:00 Uhr los auf kürzestem Weg nach Arta. Das Peloton fuhr die normale Strecke, die für Sonntag vorgesehen war über Muro nach Arta – mit Kaffee- und Kuchenstopp in Petra. Das sehr reichhaltige Mittagessen in St. Llorenc wurde von der Organisation auf einen lokalen Geheimtipp in Arta verlegt. Dort war die kulinarische Auswahl etwas eingeschränkt, es gab dafür aber guten Kaffee. Auf der gesamten Fahrt gab es keinerlei Beschwerden oder Vorkommnisse. Bei der deutlich kürzeren Anfahrt des DGD Trios war dies anders. Es wurde bei ordentlich Rückenwind auf eine Gruppe Engländer die Lücke geschlossen, welche sich aber durch ein wirklich dummes Fahrmanöver einen Sturz auf gerader Strecke leistete. Daniel und Stefan konnten ausweichen, Florian wurde jedoch auch zu Boden gebracht. Bis auf ein Loch in der Hose zum Glück nichts passiert und es ging weiter – alleine dieses Mal. Kurz vor Arta musste das Hinterrad von Flo’s Rad noch verarztet werden – evtl. noch eine Nachwirkung des Crashes.
Nach der Pause ging es dann für Florian mit dem Peloton direkt zurück ins Hotel. Trotz eines verlängerten Betlem Abstechers (bis runter anstatt nur bis zum Pass) und „Double-Efforts“ fuhren sich die anderen Fahrer nur kurz entgegen auf der An- bzw. Abfahrt nach Betlem. Stefan wollte mal wieder seinen 8-Minuten Bestwert verbessern und forderte Daniel auf mit 300 W vorzufahren. Kurz vor der Höhe ging eine Lücke auf, die dann opportunistisch vergrößert wurde – Ziel wurde aber wie im Vorjahr schon erreicht. Auf der Küstenstraße war dann wenig überraschend Gegenwind, so konnten die Beine nochmal ein wenig arbeiten und ein paar Radgruppen überholt werden. Stravalink Peloton / Duo.

Trainingslager Mallorca 2026: Anreise (1/2)

Der Auftakt des Trainingslagers wusste gleich mit mehreren ungewöhnlichen Organisationsschritten zu überraschen. 

Nach 15 Jahren mit diversen Reiseveranstaltern vor Ort nahm man heuer alles selbst in die Hand. Das bedeutete aber auch, dass Heiko mit einem Sack Maltodextrin im großzügig bemessenen Condor Gepäck anreiste und Moritz in seiner Tasche ein 10 Liter Fass verstaute (vom Fass schmecket eben alles besser). 

Die erfahrene Blogleser:innen könnten sich an dieser Stelle wundern, dass die Anreise eigentlich, relativ zum Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels, noch in der Zukunft liegen sollte. Da allerdings außer den Günzels aber niemand rechtzeitig (10 Monate im Voraus) seine Flüge buchte, war die andere Hälfte des Teams von einer absurden Preissteigerung bei den Flügen in der Osterwoche betroffen und entschieden sich, um Geld zu sparen, schon Freitags anzureisen und eine zusätzliche Nacht im Alcudi Mar zu verbringen.

Die mitgebrachten Räder waren schnell und problemlos aufgebaut. Allerdings mussten Matthias und Flo bis halb vier auf ihre Leihräder warte, sodass sich zur Einrollrunde über Sa Pobla, Maffaytal zum französischen Café Malloria Alcudia (superbe!) nur Constantin, Heiko und Moritz einfanden. 

Im Nachgang vermutete Daniel auf Strava noch eine weitere Ungewöhnlichkeit, nämlich dass die gefahrene Runde mit ihrem 33er Schnitt das schnellste Einrollen in der Teamhistorie gewesen sei. Dem ist aber nicht so, genauer: Am 3. April 2011 war rollte sich ein reduziertes DGD Racing Team schon mal schneller ein. Wobei unklar ist, ob damals das Konzept des Einrollens schon vollständig verstanden war…

Gran Canaria 2026 – Gruppenteilung

Heute ging es 9:30 Uhr los, eine Grundlagenrunde mit ca. 140 km stand auf dem Programm direkt hoch in Richtung Fataga. Die Straße war voll mit Rennradlern aller Leistungsklassen, ein Schweizer Frauenteam wurde im „Grundlagentempo“ der Meyers überholt. Zu Beginn war es bewölkt, aber es wurde schnell ordentlich warm. Als dann am ersten Gipfel nach 28 km spontan links abgebogen wurde (statt geradeaus wie auf dem Track), ließ ein unsauberer Kettenblattwechsel von Daniel die selbige abspringen. Dank Wachs eigentlich kein Problem, aber beim nächsten Tritt war aus unklaren Gründen das Schaltwerk an der oberen Kettenstrebe – rien ne va plus. Das Kettenschloss war halb auf und das Schaltwerk verbogen. Die anderen fuhren nach kurzer Rücksprache weiter und die Route wurde von Micha spontan geändert, es ging nach Cruz Tejeda – durch die Kurve an der er vor 2 Jahren verunfallte. Die Abfahrt in Richtung Las Palmas war gut, ab dann folgte eine recht verkehrsreiche, wellige Strecke in Richtung Telde. Die Pace war weiterhin hoch, sodass Heiko ordentlich kämpfen musste – aber auch für Philip war sicher nicht alles 100% „easy“. Ungefähr eine Stunde lang wurde es noch kühl, die Wolke und die Radgruppe hatten in etwa die gleiche Geschwindigkeit und Richtung – aber es blieb trocken. Stravalink

Daniel versuchte erst einen Bus zu nehmen, die Panne war direkt an einer Haltestelle. Leider gab es keine Radtransportmöglichkeit, es ging in ein nahe gelegenes Ausflugslokal. Dort bestelle die nette Bedienung ein Taxi – Toyota Prius hatte keine Probleme das Rad samt Fahrer zu transportieren. Das Resort „Maspalomas“ gibt es bedauerlicherweise zweimal im Ort, natürlich wurde zum falschen gefahren. Da sich dieses aber näher am Radverleih am Strand Meloneras, war der Plan jetzt direkt dorthin zu kommen (2,7km). Es wurde für 15:00 Uhr ein Leihrad in Aussicht gestellt, derweil gab es Pasta mit Meerblick. Das eigene Rad durfte nach kurzer Überzeugungsarbeit in der Zwischenzeit dort gelassen werden, und nur der (sehr weiche) Sattel musste noch ein paar mal hochgestellt werden – dann ging es weiter. Die wellige Küstenstraße wurde zum Intervalle fahren genutzt, dann kurz im Rückenwind ausruhen und den Anstieg nach Soria angreifen. Die Wattwerte waren gut, die Zeit aufgrund des Materials nicht. Nach dem Abzweig zum Tauro Pass kommt auf der Stichstraße nichts mehr Spannendes, also ging es wieder zurück, um zwei Minuten vor Heiko in der Unterkunft anzukommen. Stravalink

Trainingslager Gran Canaria 26 – Einrollen

Praktischerweise planten die Meyers am ersten Tag ihren Ruhetag, so war der Einstieg für Daniel und Heiko dankbar. Trotz 1h Flugverspätung konnte am Ankunftstag noch eine Mini Technikcheck Runde absolviert werden. Die diesjährige Unterkunft ist ein kleines Ressort mit Lobby und Frühstücksbuffet. Bei bestem Wetter und neuer Teamwear sowie erstmal einem mitgereisten Stevens Cometen (dank Riesenradkoffer) ging es für Daniel und Heiko direkt hoch nach Fataga. Janine und Micha hatten noch Kamila dabei (gecoached von Micha), es war also ein fröhliches Quintett. Wegen des Wochentags gab es recht viel Verkehr, selbst am obligatorischen Kaffeestopp musste mit Glück der letzte freie Tisch ergattert werden. Da kein „echtes“ Training geplant war, gab es genug Zeit Bilder zu machen – da freuen sich die Sponsoren. Damit der Tag nicht zu einfach endete, fuhren Heiko und Daniel noch den Extraloop nach Ayaguares gegen den Uhrzeiger Sinn. Der Hauptanstieg war dann im Schatten, dafür blies der Wind wie erwartet auf der Abfahrt ordentlich. Es gab noch 3 Intervalle mit je 1 Minute Länge, damit sich das Renegerations-Equipment auch lohnt. Stravalink