Trainingslager Südtirol 2017: Cambiamento quartier

Nach 7 Tagen wunderbarem Rennradwetter in Lana wechselten die drei Fahrer des DGD Racing Teams heute ins echte Italien – wie immer in die Ferienwohnung in Calceranica am berühmten und vor allem wohltemperierten Lago del Caldonazza. Zum Abschied lief die Oma beim Frühstück nochmal zu Höchstform auf und leerte das Fett aus der Spiegelei-Pfanne über Daniels Teller mit dem Hinweis "damit Sie auch mal dicker werden". Da Sebastian genügend Trinkged bei der Barbezahlung der Übernachtungen im sehr empfehlenswerten Neuhof liegen ließ, entschieden 2 von 3 Fahrern die Kleiderbügel unter den fachmännisch gebügelten Hemden als Abschiedsgeschenk des Hauses zu deklarieren.

Wie nicht anders zu erwarten waren alle Geschäfte in Calceranica Downtown zwischen 12 und 16:30 Uhr in der Mittagspause und folgerichtig musste der Lunch Snack etwas unkonventionell in der Eisdiele eingenommen werden. Unkonventionell aber durchaus lecker war dann auch die Bestellung bei 2 von 3 Fahrern.

Der Rest des Tages hatte dann auch noch einige Überraschungen zu bieten. Beim Reüssieren über den Prolog in Düsseldorf, bei dem 2/3 Fahrern live vor Ort waren, wurde von Daniel zum Tour-Aus von Valverde abschließend vorgeschlagen, man hätte ja zumindest Prada-Ballen als Streckensicherung verwenden können, wenn gewöhnliches Heu schon nicht auffindbar war. Der zu erwartende Toursieg von Romain Bardet wurde leider knapp verfehlt, das Baden im Lago fand nach dem Abendessen statt, und bei der Rückkehr in die Wohnung ließ Daniel verlauten "es ist zwar dunkel aber das Loch kann ich ja erfühlen".

Trainingslager Südtirol 2017: Obergummer Solo

Kurz vor der geplanten Abfahrt um 9:30 wurde fachmännisch der Himmel über Bozen begutachtet und der Start ob einer durchziehenden Ministörung auf 11:25 verlegt. Auch die Tour wurde umgeplant und — man höre und staune — dadurch vor allem zu Sebastian Freude leichter. Letzterer hatte schon den ganzen Morgen mit Stefan'schen Weisheiten ("So eine verfickte Scheiße", "Ich bin nicht so verfressen wie ihr") geglänzt und durfte nun bei wunderschönem Sonnenschein im Doppelwindschatten an den ersten und einzigen Berg rollen. Der legendäre Obergummer wurde diesemal von Kardaun über eine schmale Straße zum Kaserer Bild angefahren. Die Eckdaten: 10,7km bei 9% Durchschnittssteigung.

Doch nicht nur die Streckenplanung stand heute ganz unter dem Motto "Obergummer Solo" sondern auch der Rennverlauf. Nach einem zügigen Beginn am Moritz'schen Hinterrad übernahm Daniel mit seinem gefürchteten Ultra-Rhythmus und zog alsbald von dannen und baute mit einer starken Steigleistung von 1253Hm/h (Platz 7/453 bei Strava) seinen Vorsprung auf 4:35min aus. Statt mit einer trockenen Tempoverschärfung glänzte Moritz heute nur mir einer trockenen Zunge – am morgen fast nix getrunken und nach 2km mehr oder weniger in den Notmodus gewechselt. Dafür hielt sich der Rückstand dann tatsächlich in Grenzen und auf Sebastian konnte noch ein kleineres Loch gerissen werden.

Der traditionelle Stilleben "Apfelstrudel im Alpenpanorama mit Schnur" wurde heute etwas technologischer re-interpretiert. Der Strudel wurde natürlich trotzdem verzehrt.

Auf der Abfahrt nach Blumau stand der Wind dann günstig und die gut ausgebauten Kehren auf F1-Belag luden zum Heizen ein. Nachdem die Rückfahrt auf den überragenden Bozener Radweg zunächst locker angegangen wurde, kam dann, angestachelt von einem übermotivierten Kollegen doch noch ein anständiges Tempogebolze zustande, an dem sich 2 der 3 Racing Team Fahrer beteiligen wollten und das den Kollegen recht schnell zum abreißen lassen zwang.

Für die Statistikfreunde: 93km, 1400Hm, 27er Schnitt. Für Freunde des geflegten Pöbelns: Eine Mail an Jochen Partsch, Bozen mal als Inspiration für Darmstadt zu besuchen, wurde vom Teamchef schon auf den Weg gebracht.

Trainingslager Südtirol 2017: Möltenrunde

Gestärkt vom zugebuchten Frühstück (der Bergfloh fehlt zum Kaffeekochen) bei dem sich Sebastian von der Oma des Hauses zu einem Extrabrötchen provozieren ließ, brach das DGD Racing Team in Richtung Mölten auf. Das etwas sinnlose Einrollen über die Gampenpassstraße aus dem Vorjahr wurde gestrichen – nun ging auf flacher Straße bis nach Terlan. Die Höchstschwierigkeit des Tages bot dann 800 Höhenmeter bei exakt 10% Steigung. Sebastian wechselte sofort in den eigenen Rhythmus und fuhr den Anstieg in sau starken 43:56 (1086 Hm/h Steigleistung) hoch. Daniel und Moritz wähnten sich zwar zunächst in einem leichteren Gang als im Vorjahr, was tendentiell zu einer lockereren Auffahrt sorgen sollte, doch diese Information war (natürlich) falsch. So wurde wie im Vorjahr voll gefahren und sogar überraschend die teaminterne Bestzeit um 11 Sekunden auf 38:47 gedrückt. Die Form stimmt also schon am zweiten Tag!

Danach folgte ein auf und ab mit Ziel Lieblingsapfelstrudel in St. Ulrich, der heute mit einem "Kübel Cola" und "zweimal Apfelabfall" serviert wurde. Sebastian wurde davor von den beiden Teamkollegen mehrmals auf eine angebliche Rampe vorbereitet, die, man glaubt es kaum, nie kam. Man merkt, das man jedes Jahr nach Lana fährt :p 

Die Rückfahrt in die Wohnung lief dann im Rekordtempo ab. Bei optimalem Wind und F1 Belag wurde geschwind ein Auto und zwei Mountainbiker abkassiert und dann ging die Post ab: Die 90km/h für längere Zeit klar geknackt und die 7km bergab mit einem soliden 67er Schnitt herunter gesteuert. A propos F1: Auch dank der schnellen Abfahrt konnte der Start in Silverstone live im TV geschaut werden. Eckdaten: 66,3km, 1501Hm, 26,1er Schnitt 🙂

Trainingslager Mallorca 2017: Ausrollen auf drei verschiedene Arten

Der brutale "Gegenwindklassiker" vom Donnerstag hatte allen vier Fahrern alles abverlangt. Das genaue Programm für den letzten Tag des Trainingslagers sollte daher erst am Morgen beim Frühstück festgelegt werden (obwohl natürlich mehrere Tracks im Vorais sorgfältigst geplant worden waren). Um die Spannung direkt rauszunehmen, sei direkt erwähnt, dass sich das DGD Racing Team für ein dreifach gestaffeltes Ausrollprogramm entschied.

Variante 1: Daniel hatte im Finale des Küstenklassikers alle Körner mobilisiert und schon am Abend leichtes Halsschmerzen verspürt. Extrem verdächtig auch, dass er von Katie erst zum Biertrinken auf dem Hotelzimmer mit Meerblick (5 Euro Aufpreis pro Tag) ermunternd werden musste. Um nichts zu riskieren, entschied er sich für ein spảtes Frühstück gegen 10 und mit bereits 600km in den Beinen, gar nicht mehr zu fahren.

Variante 2: Katie und Detlef nahmen sich eine 60km lange Runde durchs Mallorquinische Hinterland vor und konnten dort die Sonne genießen und die Beine auslockern. Trotzdem kamen 340 Höhenmeter und ein 22,5er Schnitt zusammen. Da sie sich über die Vorschläge des Tourenplaners hinwegsetzten, wurde auch erstmals in der Geschichte des DGD Racing Teams die Innenstadt von Sa Pobla (Großgemeinde Muro) zwecks einer Kaffeepause erkundet, anstatt einfach die Umgehungsstraße im dicken Blatt zu fahren.

Variante 3: Moritz nahm sich die neu geplante Strecke über die 16km lange Hügelstraße zwischen der Ostküste und Manacor vor. Erstmals seit 2014 war auch der Puig de San Salvador wieder im Programm, wo er trotz angezogener Handbremse (es drohte eine Gegenwindschlacht auf der Rückfahrt ins Hotel) eine ganz ordentliche Zeit (16:48) vorlegen konnte.

Höhepunkt des Tages war aber natürlich das traditionelle 3-Gänge-Menü  bei l'Escrivania in Porreres, was wieder vorzüglich war und sich dankenswerterweise über 1:40h hinzog, sodass keine zusätzliche Verdauungspause mehr vonnöten war. Überraschenderweise stand der Wind dann doch besser als befürchtet, sodass Moritz auf der letzten Rille fahrend sehr schnell Raum und Zeit gewinnen konnte und nach 128km/1500Hm mit einem 30,5er Schnitt hochzufrieden im Alcudi Mar ankam.

Danach wurden die Räder geputzt (Daniel und Moritz mussten und durften persönlich Hand anlegen); Katie und Detlefs Mietrad wurde vom sehr freundlichen Easy-Tours Team gereinigt. Der Bus für die Rückfahrt stand zur neuen Rekordzeit 3:55 am Hotel bereit, sodass am Flughafen noch genug Zeit war, diesen Artikel fertig zu stellen. Ob das DGD Racing Team wirklich Premium Economy bei Condor fliegt, wird im Abschlussbericht aufgeklärt werden 😉

Trainingslager Mallorca 2017: Formentor

Der stets zuverlässige (wenn auch zur Zeit schwer erkennbare) Iphone-Wetterbericht des Teamchefs versprach für den Ostermontag optimales Radfahrwetter: 20 Grad und über 10 Sonnenstunden. Beide Gruppen konnten sich nach dem zeitversetzten Start gemütlich bis Port de Pollenca einrollen. Die Speerspitze erwischte sogar eine Gruppe, wobei sich der Bergfloh wählerisch gab und die jungen Schwedinnen einer russischen Männergruppe vorzog. Auf der Stichstraße zum Leuchtturm am Cap Formentor zahlte sich der frühe Start dann aus, denn beide Gruppen konnten (fast) ohne störenden Autoverkehr in beide Richtungen fahren. Während Daniel und Moritz eher zurückhaltend und sehr gleichmäßig die verschiedenen Anstieg hochleierten (und fachmännisch den Autoverkehr zwecks einer freien Abfahrt blockierten), fuhren Katie und Detlef den längsten Anstieg richtig auf Zug und unterboten ihre eigenen Bestzeiten um sensationelle 2 Minuten!

Zum gemeinsamen Paella-Essen am Hafen war danach reichlich Zeit. Die Speerspitze hatte zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeit fast verrichtet und fuhr auf dem flachen Rückweg ins Hotel noch einige Duelle auf der Hügelstraße zwischen Pollenca und Alcudia aus. Für den Rest waren erst 52 von 122 Kilometern geschafft – es stand ja noch der Col de sa Femenia mit seiner endlosen 1%-ansteigenden Anfahrt auf dem Programm. Dort drückte vor allem die Lokomotive Moritz eine dicke Mühle um trotz Seitenwind einen 33er Schnitt "herbeizuwerken" (->Eurosport, Amstel Gold Race Übertragung). Der eigentliche Anstieg war dann eine einzige Steigerungsfahrt, an dessen Ende der Teamchef dank neuem Pulsbestwert von 198 den Sprint gegen den verdutzten Teamkollegen gewann 😉

An der Tankstelle Lluc wurde dann erstaunt festgestellt, dass das Wassereis auf 1,80 Euro/Stück preisreduziert angeboten wurde. Top, genau wie die komplette freie Abfahrt, die folgte. Mit einigen Varianten auf teilweise frisch asphaltierten Straßen (im Vergleich zu 2016) war dann der Plan, von hier an gemächlich auszurollen. Das sollte der starke Ostwind allerdings nicht zulassen und erst auf den letzten Kilometern auf der Küstenstraße konnten sich einer "Gammelgruppe" angeschlossen werden.

Eckdaten der Tour: 122km/1900Hm/28,3er Schnitt, bzw. 75km/1100Hm/23,4er Schnitt für die Speerspitze!