Trainingslager Südtirol 2015: Viaggio in Dolomiti

Für den letzten Tag der ersten Trainingslagerwoche in Lana hatten sich Daniel und Moritz noch ein besonderes Schmankerl aufgehoben. Zunächst konnten auf bekannter Straße nach Bozen die Beine von den Strapazen der Vortage frei gefahren werden. Nach nicht ganz optimaler Streckenführung durch Bozen knickte die Strecke in Richtung Norden ins Eisacktal ab; zunächst flach entlang eines gut ausgebauten Radwegs.

Die Höchstschwierigkeit des Tages wartete dann in Blumau mit dem „legendären“ Obergummer: Ein wahres Serpentinenfestival auf den ersten 5km bei durchschnittlich 10,5% und auch im zweiten Teil flacht der Anstieg in nun weitläufigerem Gelände nur wenig ab. Beide Fahrer fuhren von Anfang an ihren eigenen Rhythmus, was teilweise auch Moritz‘ Dummheit geschuldet war, auf den ersten Metern statt wie geplant im zweiten noch im dritten Gang zu kurbeln. Die ziemlich genau 1000 Höhenmeter bewältigten beide Fahrer in unter 50 Minuten – die bisher beste Steigleistung im Trainingslager 🙂
IMG_4523Nach kurzer und günstiger Apfelstrudelpause im Gasthof Lärchenwald folgte nach kurzer Abfahrt direkt der Karerpass. Uneinigkeit herrschte über die Anzahl der Höhenmeter zwischen Karerpass und Nigerpass. Natürlich stimmten die Werte des alten 705er Garmins und das großartige 810er Modell hatte sich wieder getäuscht. Sei’s drum – damit dass der Nigerpass letztlich eher ungewöhnlich von oben erreicht wurde, hat keinen der beiden gestört. Dort wurde schnell noch der Eintracht-Sticker vom Passschild entfernt und nach langer, teilweise sehr steiler (20%) Abfahrt fand sich das Racing Team Duo wieder in Blumau.IMG_4527Durch Bozen wurde diesmal äußerst schnell und architektonisch höchst spektakulär auf dem Eisacktal-Radweg geheizt; nur ein Ampelstopp war notwendig. Auf dem Etschtal-Autobahn-Radweg wurde bei konstant über 40km/h noch der Schnitt nach oben getrieben – wer nach über 100km und 2300 Höhenmetern noch so viel hat, kann auch viel geben 🙂

Trainingslager Südtirol 2015: Gampen-Mendel Runde mit Überraschung

Um nicht über zu trainieren stand heute wieder eine kürzere Runde auf dem Programm, geplant waren 86 eher lockere Kilometer gespickt mit 1700 Höhenmetern. Nach kurzer Einrollphase Richtung Nals sollte erstmals die steile Nebenstrecke über Prissian hoch zum Hausberg Lanas, dem Gampenpass, gefahren werden. Für aufmerksame Blogleser: Anno 2011 wurde Detlef und Stefan diese Rampe als Ruhetagsrunde verkauft, was damals von Stefan nur mit dem Autofahrergruß kommentiert wurde. Wie sich heute zeigte, die einzig vernünftige Reaktion angesichts 2,6km mit 12% Durchschnittssteigung und Spitzen im Bereich von 18-19% :-p Einziger Lichtblick: Nach 13 Minuten  war der Spuk bereits vorbei, und nachdem Daniel und Moritz die ersten Kilometer der klassischen Gampenpass-Straße dazu nutzen konnten, die Beine „frei zu fahren“, fand Daniel schnell zu einem guten Rhythmus, den er bis zur Passhöhe sukzessive steigern konnte. Diesen wollte Moritz alsdann auch nicht stören und begnügte sich, an Daniels Hinterrad wissenschaftlich präzise Langzeitbeobachtungen durchzuführen. Deren wichtigstes Ergebnis: Auf 7 Daniel-Tritte kamen heute 8 Moritz-Tritte…

Ohne Pause ging es in die Abfahrt Richtung Fondo, wo schon die gutmütige Seite des Mendelpasses, und an deren Ende der vermutlich längste Apfelstrudel, der jemals vom DGD Racing Team getestet wurde, wartete.

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Die Abfahrt und der Heimweg nach Lana konnten noch genutzt werden, um die Beine locker zu fahren und den Schnitt auf 27,3km/h zu drücken 🙂

Trainingslager Südtirol 2015: Martelltal

Nachdem man im Vorjahr noch mit Dieselpower zum Ausgangspunkt des Martelltals fuhr, wurde heute die gesamte Strecke mit dem Rennrad gefahren. Der Plan, den Etschtalradweg zu fahren, wurde schon in Meran gestört, denn das Teilstück nach Algund war gesperrt. Ab Algund konnte der Weg bis fast nach Latsch fahren, es gab sogar 7 Radwegserpentinen. Die Streckenführung entlang der Etsch und entlang der Bahnschienen war zwar effizient aber nicht sonderlich abwechslungsreich.

Vor dem Start ins Martelltal wurde noch 1,5 Liter Mineralwasser für 25 Cent erworben. Das Wetter war perfekt – die Störungen die am Ruhetag durchzogen waren vorüber und es waren im Tal nur noch angenehme 30 Grad. Die Stichstraße war die ersten 6,5km recht steil, bei ca. 9% mussten die Beine nach dem Ruhetag erstmal richtig in Schwung gebracht werden. Dabei wähnten sich beide Fahrer in schlechter Tagesform, weil der jeweils andere scheinbar mühelos bergauf kurbelte.  Am 13% Zwischenstück kurz vom großen See mit 10 Serpentinen auf 1,3km gab Daniel mal kurz Gas, da waren die Beine gut warm. Die letzten 2km waren dann für beide wieder eine Quälerei – bei 17-18 % helfen auch Serpentinen kaum. Daniel musste leicht abreißen lassen und fuhr sogar ein wenig Zickzack. Zwischendurch meinte Moritz, man wäre langsamer als im Vorjahr, oben hieß es dann knapp 5 Minuten schneller und mit 1:16h für 21km/1360Hm eine richtig gute Zeit. Bevor es zur Stärkung ging wurde noch die Ruine des Hotel Paradiso besichtigt:IMG_4512

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Auf der Abfahrt gab es einen kurzen Zwischenstopp, Daniels Garmin flog ab bei gut 60 km/h – lag an den zu dünnen/provisorischen Kabelbindern. Das Gerät wurde aufgesammelt und funktionierte den Rest der Tour hervorragend in der Trikottasche. Der Rückweg nach Meran war zweigeteilt. Zuerst gab es durchaus starken Rückenwind, der dann aus unerfindlichen Gründen zum Gegenwind wurde. Die Planung war auch besser, es wurde Meran über Forst-Mafling-Hafling umfahren und so kehrte man nach 127km (26,5er Schnitt, 2150Hm) zurück ins Günzelgut. Der Bergfloh fuhr übrigens die Jenesienrunde ohne Pause – Respekt dafür!

Trainingslager Südtirol 2015: Königsetappe

Der Wecker klingelt 6:40 Uhr nach einer tropischen Nacht – denn es sollte 8:10 losgehen auf die Königsetappe. Von Lana aus ging es durch Meran hoch ins Passeiertal. Der Verkehr war um die Uhrzeit moderat – und es waren nur 27 Grad. In St. Leonhard wurde nochmal Wasser nachgeladen und dann ging es gemütlich den Jaufenpass (1411Hm/20km/1:20h) hoch. Der dortige Apfelstrudel war sehr mächtig und die beiden waren 20 Minuten schneller als im Jahr 2008 (wo man nur den Jaufenpass fuhr).
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Die Abfahrt nach Sterzing war vom Belag her recht bescheiden – man konnte aber sicher abfahren. Kaum unten angekommen, wartete schon der 2. Pass des Tages. Das Penser Joch fuhren beide zuletzt ebenfalls 2008 in 1:27h, daher waren die Erinnerungen recht überschaubar. Der Anstieg war sehr unbarmherzig, 13,5km 1200Hm und auf jedes Flachstück (d.h. 6-7% Steigung) folgte direkt ein Steilstück mit 11-12%. Es wurde der 2. Gang eingelegt und Daniel fuhr einen sehr unkonventionellen Rhythmus mit dem Credo nicht runterschalten und durchziehen. Moritz konnte auf den letzten 3 Kilometern noch ein wenig runder (=schneller) Treten. Beide waren oben nach 1:08h vollkommen fertig und es wurde Coca Cola getrunken – alle Höhenmeter des Tages waren ja auch geschafft.IMG_20150707_141128718_HDR 21082008(016)Die Abfahrt nach Bozen (50km) lief zunächst sehr schnell, aber schon am Anfang war der Gegenwind fast ein Gegensturm. Als es dann flacher wurde konnte ein kleiner Lkw das Tempo von 40 auf 60 erhöhen – Stichwort Staubsaugereffekt. Nachdem man doch gut arbeiten musste um unten anzukommen wurden Daniel und Moritz von einer Hitzeglut in Bozen überrascht – 38 Grad im Schatten und in der Sonne bestimmt 45 Grad. Die Rückfahrt nach Lana war dann nochmal eine Quälerei – aber der Pool winkte schon von weitem. Zum Thema 2008: Der damalige Pensionsinhaber sagte zum Thema Jaufenpass und Penser Joch: „Die Guaden fahrns an oanem Tag“. Dem ist nichts hinzuzufügen außer den Eckdaten der Tour: 155km 3300Hm 26er Schnitt

Trainingslager Südtirol 2015: Ultental ohne Foto

Tag 3 im diesjährigen Trainingslager Südtirol. Im Hinblick auf die für morgen geplante Königsetappe schlug der Etappenplan heute die frühere Ruhetagsrunde (vor der „Erfindung“ des Ruhetags anno 2013) den Abstecher ins Ultental vor.

Die Stichstraße bis zur Knoidlmoidl mit ihren 37 Kilometern und 1650 Höhenmeter ging das Racing Team Duo sehr gemäßigt an. Bei lockerem Tritt im kleinsten Blatt konnte dennoch schnell an Höhe gewonnen werden und dank der deutlich früheren Abfahrtszeit war auch heute die Hitze kein Problem. Am Fußpunkt der bis zu 16% steilen Schlussrampe wechselte Daniel in den Angriffsmodus und riss mit einem hohen und sehr flüssigen Rhythmus schnell eine kleine Lücke zu Moritz, die bis zum Beginn des etwas flacheren Mittelteil auf circa 25 Sekunden anwuchs. Letzterer konnte sich aber dank eines uralten Tricks (Gänge hochschalten) wieder ans Hinterrad manövrieren, sodass der höchste Punkt  gemeinsam mit einem starken 19,8er Schnitt nach 1:50h erreicht wurde.

Zum wie immer leckeren Apfelstrudel wurde heute – im Bruch mit allen Traditionen – eine Schwarzbeerschorle bestellt. Und wer dabei ist, alles anders als üblich zu machen, vergisst natürlich auch das übliche Passfoto… 😉