Giro Dolomiti 2021 – Sellaronda

Bei perfektem Sonnenschein ging es um 7:05 auf die diesjährige Königsetappe, die Sellaronda mit Anfahrt aus Bozen. Bis zum Start des ersten von zwei gezeiteten Abschnitten (Grödner Joch) waren es 48km Anstieg auf 1830 Hm. Es gab in Wolkenstein eine Verpflegung, davor wurde gemäßigt gefahren und heiß war es dank Schatten und der Uhrzeit noch nicht. Wie befürchtet lagen Daniel die kürzeren Segmente nicht ganz so gut, Moritz war aber wieder gut drauf und sorgte sogar dafür dass seine Gruppe im 2km (von 5,5) langen Flachstück rotierte. Daniel fuhr in einem Duo dort hinein und holte noch die tagesbeste Dame (Ultra-Fliegengewicht) ein. Sebastian fühlte sich besser positioniert als am Vortag und das Beste war die danach freigegebene Abfahrt nach Corvara zur nächsten Pause.


Direkt der nächste Pass, Campolongo, war wieder gezeitet, mit 4km sogar noch kürzer. Nach der Pause konnte Moritz wieder einen guten Zug anführen und hatte sogar noch die Power sich nicht im Sprint zum Ziel von den anderen abkochen zu lassen. Daniel war die Pace am Anfang zu hoch, sodass er sich ein wenig ran pirschen musste, bekannte Gesichter vom letzten Pass waren die Begleiter. Platzierungen waren bei allen drei Fahrern sehr konstant bei beiden Anstiegen: 10, 25, 65. Die nächste Abfahrt war ebenfalls frei befahrbar und hoch zum Pordoi wurde in Kleingruppen pedaliert. Nach einer sehr kurzen Stärkung gab es dann die Abfahrt und Anstieg zum Sellajoch in 2 Gruppen wo dann in Wolkenstein das Mittagessen wartete. Sebastian hatte leider Pech, denn Pasta mit Pilzen stehen auf der Blacklist und der Ersatz war mit einem zweiten Salat eher dürftig. Nachdem alle auf die zweite Gruppe gewartet haben, ging es zurück über die sehr steile Abfahrt in Richtung Bozen fast ohne Serpentinen dafür mit 12% – die Bremsen waren gefordert, wobei das generelle Tempo des Renndirektors im Tesla schon wirklich ok war.

Insgesamt war der Tag anstrengend (fast 8h im Sattel), sonnig und landschaftlich schön bei durchwachsenen „Rennergebnissen“ des Teams. In der Gesamtwertung gilt es morgen die Plätze 10,17 zu verteidigen und Platz 65 ggf. sogar noch auszubauen. Eckdaten der Tour: 160km 3400Hm

Giro Dolomiti 2021 – Brentarunde

Trotz des sehr frühen Wecker (5:45) waren die meisten Fahrer dem heutigen Tag positiv gestimmt. Die gesamte 137km lange Runde bot nämlich Neuland für das DGD Racing Team. Gestartet wurde die dritte Etappe in Mezzolombardo, ca. 45 Minuten Autotransfer entfernt von Bozen.

Früh ankommen lohnte sich, denn die Parkplätze am „Stadion“ waren etwas spärlich. Der erste des Tages wurde nicht gezeitet gefahren, sondern hinter dem Tesla ging es ganz gemütlich nach einem Kilometer in den Anstieg des Andalosattels hoch mit gut 8% Steigung und trübem Wetter. Das letzte Regengebiet kam vor ein paar Stunden durch. Die einzige Panne des Tages passierte Moritz schon am Vortag – er wählte das deutlich engere Trikot von Katie, was an den Armen eine neue (rote) Bräunungskante erzeugen sollte.

Daniel fuhr mit Jonas am Ende des Feldes und hielt gemütlich Kaffeeplausch um dann bei der Abfahrt wieder ins Feld zu rollen. Dann präsentierte sich auch die Sonne und man konnte die schöne Landschaft genießen. Erstmal gab es auch den Giro-Sprint, eine 2km lange Bergwertung, die aber nicht ins Gesamtklassement zählt. Dementsprechend waren die Fahrer des Teams auch nicht aktiv dabei; wohl aber einer der Niederländischen Teilnehmer, die zusammen mit dem Trio das Zeitfahren am Samstag absolvieren werden, als Sprintsieger des Tages.

Erst nach 53 km gab es die erste Pause mit Verpflegung, dann dauerte gut 10 km bis zum Bergzeitfahren. Im Feld wurde es unruhig. Kurz vor dem Start kam ein Zug der Favoriten von hinten durch und es ging direkt die Post ab. Der Passo Campo Carlo Magno wurde mit 8,5km und 7% Steigung gewertet. Nach dem Ziel musste man einen Kilometer zur Verpflegung rollen. Danach ging es noch knapp 2km bis zur Passhöhe.

Daniels Plan, Moritz‘ Hinterrad zu halten ,war direkt ein steiniger. Aufgrund der Unruhe im Feld musste ein kurzer Sprint her und dahin zu kommen. Diesem konnte Jonas nicht folgen, der sich Daniels Hinterrad vornahm. Moritz fuhr all-in von vorne und musste nur 8 Leute ziehen lassen, von denen aber nach kurzer Zeit schon wieder 2 eingefangen wurden und 2 weitere in Sichtweite kamen. Daniel schaltete zwischen zwei Gängen hin und her (85rpm vs. 100 rpm), bevor er beschloss es gut sein zu lassen und sein eigenes Tempo zu fahren, stets mit Sichtweite zur Gruppe voraus. Als ein Fahrer von hinten aufschloss und zur Gruppe springen wollte, ging nur ein Wechsel, dann gab es wieder die Solofahrt. Moritz wechselte nach 5km vom Zeitfahr- in den Rennmodus. Alle Fahrer seiner 5er-Gruppe (inklusive ihm selbst) waren komplett am Limit und fuhren nur noch „irgendwie“. Der Lohn war aber ein Platz 9 – Zeitgleich mit Platz 5. Daniel kam als Solist fast direkt danach an auf P12. Die Renneinteilung war etwas mau, denn trotz aller technischen Möglichkeiten musste die verbleibende Fahrzeit per Uhrzeit geschätzt werden. Sebastian fuhr ohne besondere Taktik seine eigene Pace, konnte aber seine eigenen Ziele mehr Watt aufs Pedal zu bringen nicht ganz erfüllen.

Die Abfahrt nach dem Essen war zum Erstaunen aller trocken. Es begann nämlich schon zu tröpfeln und ging 57km fast nur bergab zurück zum Startpunkt. Im Feld positionierten sich die Fahrer gut um beim Pastaessen nicht zu lange warten zu müssen. Nach einem Fotoshooting mit einer Kundin von Bike Innovations, einem Sponsor des Teams ging es dann zurück nach Eppan. Das Wetterglück, quasi trocken durchgekommen zu sein, bestätigte sich in permanentem Starkregen kurz nach Auffahrt auf die Autobahn. Dann hieß es Sauna, Essen und Trinken und den regulären Ruhetag am Mittwoch genießen. Eckdaten der Tour: 137 km, 2420 Hm.

Katie fuhr mit Bernd auf den Mendelpass, konnten dort aufgrund instabilen Wetters aber nicht einkehren. Trotz erschwerter Bedingungen (Bernds Schaltung wollte nicht mehr Kettenblätter wechseln) konnte Katie in neuer Bestzeit den Hausberg von Eppan erklimmen.

Giro Dolomiti 2021 – Lanarunde

Bereits als 7:15 die Wecker klingelten, bereitete das Grollen und Plätschern von draußen keine große Lust auf Radfahren. Da sich das Wetter aber innerhalb von 1-2h auch deutlich verbessern kann und eine gewisse Bereitschaft existierte, auch im Nassen zu fahren, wurde auf „hohen“ Niveau gefrühstückt und 8:30 waren alle drei Fahrer abfahrtsbereit. Seitens der Rennleitung wurde zu diesem Zeitpunkt ein Statement versprochen, welches aber erst 8:42 kam -> Etappe wird abgesagt. Informierte Quellen berichten dem Team von Erdrutschen auf der Seiser Alm, dem Ziel der zweiten Etappe. Also ging es wieder ins Zimmer bzw. ins Auto, um kleine Besorgungen zu erledigen.

Im Tal kam alsbald die Sonne heraus, sodass sich kurz vor 11 alle vier aktiven Fahrer des DGD Racing Teams zu einer kleinen Runde nach Lana verabredeten. Diese sollte trotz des Highspeed-Radweges gemütlich abgehalten werden, aber Katie wollte schnell fahren. Dem Wunsch kam Moritz nach und führte das Quartett nach Lana. Nachdem das halbe Fahrerfeld ihre Wattmesser neu kalibriert hatten, ging es durch die Apfelplantagen zurück Richtung Eppan, wo vom Mendelpass (Grüße gehen raus in Richtung Bergfloh) die nächste Regenfront im Anmarsch war. Katie zog noch einen Bergsprint an. Daniel und Sebastian blieben im Tal und fuhren zum Mittagessen in der Messehalle des Giro. Dort wurden mehrere Espresso konsumiert und diverses Technikfachgesimpel mit Jonas abgehalten. Schnell noch die kostenlose Sportmassage mitgenommen und der nächste Schauer war auch rum, es ging zurück ins Hotel wo dann drei Saunagänge folgten. Tourdaten: (51km flach / 46km ein Hügel )

Giro Dolomiti 2021 – Mendelpass und Gampenpass

Nach einem kurzen Transfer von 80 km (die Katie mit dem Rennrad überwand) und dem Einschreiben beim Giro mit Sportmassage vom Rennsponsor ging es am Sonntag endlich los. Aufgrund der aktuellen Umstände ist das Feld arg dezimiert, nur die Hälfte von 600 möglichen Startern war dabei. Das Roadbook mit den Verpflegungsstellen war wie 2019 von einigen Fehlern bestückt und auch die Strecke hat sich leicht geändert im Vergleich zum Track. Den gezeiteten Anstieg von Fondo zum Gampenpass (11,7km 450Hm ) fuhren Daniel und Moritz bereits im Trainingslager 2020, die Strecke an sich kannten alle drei Fahrer sowieso aus der „FF“. Altbekannt waren diverse Teilnehmer wie Jonas und Mona, mit denen man wieder mitfahren konnte. Der Mendelpass wurde hinter dem Tesla gefahren, der jedoch schon recht zügig (45 Minuten) bis zur Passhöhe fuhr. Dadurch zog sich das Teilnehmerfeld ziemlich in die Länge, die Pause die entgegen der Info im Roadbook oben stattfand (auch mit Verpflegung und nicht nur mit Getränken) war dann recht länglich. Moritz blieb direkt hinter dem Tesla und hoffte auf schnelle Weiterfahrt ohne Feldzusammenführung. Daniel aß einen Riegel 4km vor der Passhöhe und ließ es dann sehr locker angehen. Sebastian und Jonas waren nochmal deutlich weiter hinten, sie antizipierten ebenfalls die lange Pause.

Die kurze Abfahrt nach Fondo wurde genutzt und die richtigen Hinterräder zu ergattern, Sebastian das von Mona und Daniel das von Moritz. Als es dann losging, war erstmal gar nichts los. Keiner wollte so richtig im Wind fahren, sodass die ersten Meter das Feld gemächlich den Berg hochfuhr. Wider besseres Wissen wurde bei Daniel der Renninstinkt geweckt und kurzzeitig mit solider Attacke die Führung übernommen. Entgegen der eigentlichen Planung fuhr Moritz dann die Lücke zu, hinter ihm waren dann die anderen Top-Fahrer. Es bildeten sich rasch die ersten Gruppen, bei der Daniel das Hinterrad von Moritz dann nicht halten konnte. Moritz hatte dann eine Fünfergruppen, bei der er aber mehr Führungsanteile hatte als die anderen, gleichmäßiges Watt-Pacing war nicht möglich. Daniel und Sebastian hatte keine wirklichen Gruppen und mussten daher fast alles im Wind fahren. Sebastian hatte allerdings keine so guten Beine und konnte Monas Hinterrad (die auch einen Pacemaker hatte um nicht zu überziehen wie 2019 😉 ) nicht halten, sodass er mit seiner Leistung nicht so ganz im Reinen war (P. 59). Daniel konnte die Attacke gut wegstecken und einige Fahrer einsammeln, unter anderen Jonas der 2019 noch weit vor ihm in der Gesamtwertung lag. Die 6er Gruppe am Ziel wurde noch mit einem kleinen Zielsprint für die Galerie beendet mit neuem Jahresbestpuls von 195. Mit den Plätzen 13 und 17 waren die beiden Fahrer vom DGD Racing Team dann sehr zufrieden mit ihrer Leistung.
Eckdaten der Tour: 91 km, 1100 Hm

Südtirol 2021 – Redebus und Gastrotipps

Am letzten Tag am Lago in Calceranica wurde eine recht milde Etappe auf der Standardseite des Redebus Passes geplant. Trotz mehrerer Flüssigkeitsentleerungshalte kamen Daniel, Moritz und Sebastian entspannt bis zur letzten 180° Kehre kurz vorm Gipfel. Bis dahin gab es zwar zahlreiche Geraden aber keine Steigungen jenseits der 8 Prozent und sogar einige Flachstücke. Dank des Gewitters am Vorabend war die Luft wieder klar und es trübten nur wenige Wölkchen den Himmel. Die letzten 1,7 km nutze Moritz zu einem Formtest für die kommenden Giro-Sprints, mit sehr gutem Ergebnis. Daniel war dem Vorhaben nicht abgeneigt, aber die Schale Müsli vor drei Stunden war etwas zu mau um komplett mitgehen zu können – sodass nach 500m Piano gemacht wurde. Strudel gab es erst im nächsten Ort, am Passschild war das Lokal (noch) geschlossen. Es folgte die ultra steile Abfahrt mit diversen >15% Passagen mit schlechtem Belag und etwas erhöhtem Kiesanteil – dennoch mit 80+ km/h zu befahren. Aufgrund Daniels verquerem Anspruch nicht zu viel doppelt zu fahren, plante Moritz die Abfahrt nach Pergine um – gleiche Länge, besserer Belag und schneller zu fahren, aber auch ein paar (rote) Ampeln im Ort waren das Ergebnis. Eckdaten der Tour: 61km – 1100Hm.

Am Vorabend konnte das zweite kulinarische Highlight der Woche erkundet werden. Im Gegensatz zur besten Pizzeria Norditaliens (Da Albert in Trento) die noch die gleiche Karte wie vor drei Jahren hatte, gibt es beim Castel Pergine Neuerungen. Im Castel selbst ist das Restaurant zu einem Hotel und Eventlokal umgeändert wurden, dafür gibt es jetzt in einem historischen Pferdestall 40m unterhalb des Torbogens ein neues Lokal – Locando Ca’Stalla, geführt von einem sehr jungen und Sympatischen Inhaber Francesco. Alle Zutaten sind gemäß Slow-Food sehr lokal, selbst der Spumante kommt aus dem Nachbarort und die Karte sehr klein. Das Tagesmenü mit 4 Gängen war sehr lecker und mit 40€ auch nicht teuer. Die Kinderfreundlichkeit der Bedienung und der alten Dame am Nachbartisch (die Rosalie mit Italienisch regelrecht begeisterte) waren ebenfalls hervorragend. Abgerundet wurde das Dinner mit 15 Jahre altem Grappa aus dem Barrique. Die sonstigen Abendessen am See waren dieses Mal mit Schwerpunkt auf das Restaurant Europa (Qualität und Auswahl ist sowieso bei allen 3-4 Lokalen vor Ort ähnlich) gelegt, denn durch den neu mit Kunstrasen erschlossenen Außenbereich ist viel Platz zum Krabbeln.