Ein 42,19 km Sport-Ereignis – ohne Fahrrad (GMM 2023)

Dem Stammleser dieses Blogs sei vorab gesagt – der folgende Artikel enthält keine Abhandlungen von Kettenabwürfen, kaputten Umwerfern, Platten (trotz oder sogar wegen tubeless?) oder Wahoo/Komoot/Strava Fehlplanungen. Wer denkt, das liegt nur an der professionellen Vorbereitung des Artikel-Verfassers, der täuscht sich. Der Laufsport braucht keine Kette oder Reifen, und gilt daher als sehr pannensicher – oder hat jemand mal einen Läufer im Wald gesehen, der Werkzeug brauchte? Aber genug der Einleitung…

Nach meiner Krebs-Pause 2020 gab es einige Radfahrten aber keine wirklichen sportlichen Ziele oder Rennen. Göttingen 2023 zählt für mich nicht als Rennen – man kann bis 9:00 Uhr schlafen, die Strecke ist schön – und auch für den ambitionierten Hobby Radler machbar. Eine Arbeitskollegin aus UK und ein Studienfreund aus dem Nachbarort fragten mich innerhalb kurzer Zeit beim gemeinsam „Feierabendlauf“ -> Wieso ich denn nichtmal einen Marathon laufe…

Ich habe einige Tage überlegt, aber keine wirklich gute Ausrede gefunden… Das „Projekt Marathon“ war geboren. Es sollte der München Marathon am 08. Oktober 2023 sein, da dieser auch von meinem Studienfreund und Autor meines Trainingsplans anvisiert wurde 🙂

Also ging es nach einigen Trainingsläufen zur Laufanalyse nach Offenbach https://schneider-piecha.de/ (dem Sanitätshaus, in dem auch https://fahrradbiometrie.de/ ansässig ist). Es gab Laufschuhe von Brooks-Ghost mit speziell angepassten Lauf-Einlagen. Zudem wurde zur Telemetrie/Unterhaltung beim Training eine Apple Watch SE 2022 (40mm) angeschafft.

Da nur (gutes) Material kaufen noch keinen Läufer „schnell“ gemacht hat, wurde auch trainiert. Etwa 100- 130km / Monat. Grob eingeteilt in langweilige GA1 Ausdauereinheiten, Intervalleinheiten und wenige schnellere aber kürzere Läufe.

Zum Thema „schnell“ und „langsam“ ergibt sich noch die Frage – was ist eigentlich das Ziel des Projekts Marathon? Zur Auswahl standen: 1. Dabei sein ist alles, 2. Hauptsache ankommen, (es ist ja schließlich der erste Marathon) oder 3. ein Zeitziel. Die Auswahl ist auf 3. gefallen – als Freund von „runden“ Zahlen wurde das Ziel ausgerufen, Marathon in unter 4h.

Mit einer Zielzeit von 4h schlägt man in der Regel 50% der erfolgreichen (also ins Ziel gekommenen) Läufer. Da Laufsport seine eigenen Regeln hat, wird immer von „Pace“ geredet, wenn es um Geschwindigkeit geht – genau genommen ist das der Kehrwert selbiger. Die Einheit der Pace ist min/km. Für das angestrebte Ziel müssen die 5:41 min/km unterboten werden…

In der Woche vor dem Marathon gab es Koffein-Verbot, Laufverbot (aber nur für mich, mein Coach musste unbedingt „weitertrainieren“) – und 3 Tage vorher wurden bereits viele Kohlehydrate gespachtelt. Der Tag vor dem Wettkampf wurde in Ingolstadt zum Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher und für einen 6 km „Aktivierungslauf“ genutzt.

Der Wettkampf startete in Startblock B um 9:05 (theoretisch) bei perfektem Wetter. Die Startblockzuteilung war durch reines Eintragen einer Zielzeit beim Anmelden erfolgt. Die sogenannten „Pace-Maker“ waren sinnigerweise alle auf 9:00 getrimmt, sodass es für mich, mit der realen Start-Linien-Überquerung um 9:08,1s – komplett nutzlos war, mich an einer solchen Gruppe zu orientieren. Also musste ein teuflischer Plan her – nur die Apple-Watch und ich – gegen die „Uhr“.

Dank Wettkampfaufregung war der Puls direkt nach dem 1. km bei 159 bpm. Die Idee war einfach: Sich über die ersten 21km einen kleinen Puffer zu erarbeiten, ohne dabei zu viele Körner zu lassen. Mein längster Trainingslauf waren 30km. Alle sagten mir – bei km 30 kommt der Mann mit dem großen Hammer. Da es Berge nicht gab, und Windschatten beim Rumgurken mit 10-11km/h nichts bringt, konnte man sich voll auf Puls/Pacing und regelmäßiges Trinken konzentrieren. Es wurden 4x 67ml Hydro-Gels in der Geschmacksrichtung orange ins Radtrickot (ja, liebe Radsportfreunde, doch noch was gefunden :)) und 2x Hydro-Gels Cola (mit jeweils 100mg Coffein) in die Laufhosentasche gesteckt. Die Laune war gut, die Pace (5:33) und der Puls (=165 bpm) stabil. Jeder km wurde mit Vibrations-Alarm der Apfel-Uhr zelebriert. Die ersten Gels wurden bei km 7 und 14 bzw. 20 aus dem Trikot gezaubert. An den Verpflegungsständen wurden aus dem Lauf heraus Wasserbecher mit genommen bzw. getrunken – und in einigen Fällen sogar fachgerecht durchs Werfen in die aufgestellten Müllbehälter entsorgt. Von km 7 bis 20 war der Puls bis auf +- 1 Schlag angetackert bei 165 bpm und jeder km ergab einige Sekunden zusätzliches „Polster“. Alles in allem eine perfekte 1. Hälfte. (5:33,7 Gesamt-Pace); zur guten Stimmung haben neben vielen Zuschauern an der Strecke zwei Live Bands beigetragen.

Bei km 21+22 war es dann soweit -> die Wohlfühl-Pace ist auf 5:45 und 5:46 „eingebrochen“, der Puls blieb stabil bei 165 bpm. Ein Joker musste her, diese Zeiten bis km 42 halten zu wollen, ohne auch nur eine Sekunde Reserve zu haben, grenzt an russisch Roulette. Vor allem, was tückisch ist: Wer sagt einem, wie lang die Strecke laut GPS-Uhr ist? Wer garantiert mir, dass ich 42,19 km laufe – und nicht 42,3 oder sogar 42,5, weil „kein Grip auf der Ideallinie“ war? Steve Jobs leider nicht mehr… 🙁

Der Joker hieß Hydro-Gel Cola und wurde aus der Tasche gezogen. Das Gel habe ich langsam über 1,5km verteilt zugeführt, um langfristige Wirkung zu erzielen. Die Pace ist auf den folgenden 3 km wieder deutlich unter 5:40 gewesen, und hat den Puls auf 173bpm gehoben, aber mich zurück auf Kurs gebracht (25km, Pace 5:34,6). Ein Glück, waren es nur noch 17,2 km bis ins Ziel, weshalb ich den Joker an der Stelle Trick 17 taufe.

Zitat „Die ironische Wendung „Trick 17 mit Selbstüberlistung“ bezeichnet jedoch als spöttischer Kommentar einen (meist vermeintlich raffinierten) Lösungsansatz, der auf mehr oder minder komische Weise scheitert.“

Das waren also super Aussichten. Zurück zum Renngeschehen – der 28. km wurde mit 5:45 zurückgelegt, welcher natürlich etwas Puffer kostete, aber etwas Puffer ist ja eingeplant. Km 29-32 grenzten an einer Katastrophe. Trotz trinken bzw. Gel Einsatz war die Pace bei 6min. 10km bis zum Ziel und die Sicherheit – das ist zu langsam! Die Beine beginnen an zu brennen – der Mann mit dem großen Hammer ist da! Dieser bringt nicht nur Schmerzen, sondern laut Puls-Uhr auch einen niedrigen Puls von „nur noch 166 bpm“. Und alle Sportler wissen es – Puls ist wie Spülmittel: Viel hilft viel!

Die folgende Methode ist nicht zum Nachmachen zu Hause geeignet: Externes Pacing – sich an jemand oder jemandin dran hängen, die eigentlich zu schnell läuft, sämtliche Körperreaktionen / Kopfbefehle ignorieren – einfach nur hinterher! DANKE Sophie #2740 – Das Highlight der Aktion: bei km 34 und 35 mit jeweils 5:34 und 176 bpm.

An der vorletzten Verpflegungsstation bei km 36 oder 37 verliere ich Sophie, warum genau weiß ich nicht mehr. Die Pace war gut, der Puls weiter im Anschlag. Dass diese Aktion natürlich nicht ohne Folgen bleiben sollte, zeigt sich nach km 39. Ein Gefühl von leicht einsetzenden Krämpfen und katastrophaler Pace von 6:21. Auf die Uhr gucken und noch irgendwas „checken“ – Fehlanzeige. Ob die Kilometer auf den Schildern noch zu jener auf der Uhr passen – kA. Die Apple-Watch hat auf jeden Fall schon was von 5% oder 10% Akku – bitte Laden angezeigt – und ist daher nicht mehr mein Trumpf. Die letzte Verpflegungsstation baut sich vor mir auf. (Da gehen ja wohl nur die hin, die sich ihr Rennen schlecht eingeteilt haben…..)

….und ich! – Die Angst, beim Anhalten Krämpfe zu kriegen und, wie schon viele andere Mitläufer am Straßenrand zu liegen, wird ignoriert – Alle mit genommenen Gels waren alle. Es folgt kurzes Gehen und Wasser, ekeliges Iso und ein Stück Banane! Es folgt das letzte Loslaufen, erfreulicherweise ohne Krampf 🙂 Es sind nur noch 2,2km – und die Uhr zeigt 5:40 gesamt Pace, das kann zu viel sein… Das Einlaufen Richtung Olympia Park/Station ist voller Zuschauer gespickt. 5:32 und 5:35 mit 178bpm – mit dem Gefühl es KÖNNTE reichen. „Schlusssprint“ (350m mit 5:15).

Ich drücke „Training-Beenden“ auf der Watch – sie zeigt 3:59min 27s. Das offizielle Timing bestätigt eine 3:59:28s. Ich kann kaum noch gehen, aber verdrücke einige Freuden/Stolz-Tränen – Das gesetzte Ziel „einfach nur für mich“ ist erreicht! Besonders wenn ich daran denke, dass ich vor genau 3 Jahren am „Tropf“ hing und sportlich gar nichts mehr konnte… So kann ich heute wieder sagen: Läuft bei mir – diesmal aber im besseren Kontext!

Ich danke an der Stelle allen, die mich auf dem Weg dahin unterstützt haben!

European Gravel Championships 2023

Nachdem im Mai mit dem „3Rides Gravel“ in Aachen das erste Gravelrennen für das DGD Racing Team auf dem Programm gestanden hatte, wurde spontan entschieden, sich für die Gravel-Europameisterschaften im belgischen Brabant (bei Leuven) anzumelden. Die EM ist Teil der UCI Gravel World Series 2024 und es werden sowohl die Europameister als auch die belgischen Meister gekürt. Weiterhin kann sich über das Rennen auch für die WM 2024 qualifiziert werden, die ganz in der Nähe im schönen Leuven stattfinden wird.

Die frühe Anreise am Samstag wurde von Daniel und Heiko genutzt, um alle Streckenkilometer probe Fahren zu können. Das Rennen besteht (abhängig von der Altersklasse) aus drei kurzen Runden durch die dichten Wälder südlich von Leuven und einer langen Runde Richtung Brüssel und zurück. Bei gemütlichem Tempo und bestem Wetter wurde die Strecke erkundet und folgende Erkenntnisse gemacht: keine langen Anstiege, mehrere technische Abfahrten, viel Kopfsteinpflaster, viele schöne Feldwege, viel feiner Schotter und im Wesentlichen kein Matsch oder Gras. Insgesamt eine sehr schöne Strecke, die zwar schnell, aber im Renntempo sicherlich nicht leicht sein würde.

Die Startunterlagen bei der Europameisterschaft wurden von Funktionären der UCI höchstpersönlich ausgegeben. Hierbei traf man auf den klassischen Sportfunktionär, wie er im Buche steht: männlich, mit Wohlstandbauch, etwas in die Jahre gekommen und aalglatt (Jede Assoziation zu Willi Konrad wäre natürlich völlig aus der Luft gegriffen). Auf seinen Kommentar „We do it for the money“, wusste Heiko auch nicht mehr zu sagen, als dass Sie sich ja mal bei den Ironman-Veranstaltern Tipps holen können, wie man den Teilnehmern noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann. Immerhin war man sich sicher, dass die Startgebühr der fast 2000 Teilnehmer im nahegelegenen Sternerestaurant Arenberg sinnvoll investiert wurde. Das Starterfeld war sehr prominent besetzt. Neben der gesamte europäische Gravelelite nahmen auch viele aktuelle und ehemalige Straßenprofis am Rennen teil. Teilzeit-Radrennfahrer Valtteri Bottas war ebenfalls am Start.

Aufgrund des sommerlichen Wetters Anfang Oktober, der späten Startzeit von 12 Uhr und der geschätzten Fahrzeit von 4h15min musste sich im Rennen auf eine „Hitzeschlacht“ eingestellt werden. Demzufolge wurde wieder die bewährte Strategie mit einer dritten Trinkflasche in der Trikottasche angewendet. Dies sollte sich als gute Wahl erweisen. Ca. 45 Minuten vor Rennstart fanden sich Daniel und Heiko im Startblock ein. Dies erlaubte zwar eine ordentliche Position in der Mitte des Blocks, bedeutete aber auch, dass man noch ein wenig in der Sonne gegrillt wurde. Die Renntaktik war klar: keine unnötigen Risiken eingehen und versuchen zusammenzubleiben. Ersteres konnte erreicht werden, letzteres leider nicht.

Direkt nach dem Start ging es nach einer scharfen Linkskurve von der Zielgeraden auf einen schmalen und steilen Waldweg. Dort kam es, wie zu erwarten war, zum ersten Stau. Hier wurden Daniel und Heiko trotz flotter Fahrt von vielen übermotivierten Fahrern überholt. Nach dem ersten Anstieg war das Feld aber glücklicherweise etwas ausgedünnt und man konnte relativ schnell seinen Rhythmus finden. Ungünstigerweise verloren sich Daniel und Heiko bereits in den ersten 5 Rennminuten und fuhren ab dann ihr Rennen getrennt.

Ein wiederkehrendes Thema des Rennens waren bedauerlicherweise die vielen Kettenabwürfe, die sowohl am Ridley als auch am Stevens vorkamen. Nachdem man am Vortag schon festgestellt hatte, dass dies in den technischen und holprigen Abfahrten auch ohne Schalten passieren kann, wurde im Rennen mehr nach dem Prinzip Hoffnung gefahren. Ohne Erfolg. Insgesamt hatte Daniel 3 Abwürfe und Heiko ganze 6! . Hier muss auf jeden Fall nochmal technisch nachgerüstet werden.

Ansonsten lief das Rennen für Heiko insgesamt gut. Die Verpflegung mit Essen im Rennen klappte gut und es konnte bis zum Schluss des Rennens Druck auf das Pedal gebracht werden. In der letzten Runde dienten die Geräusche des sich nähernden TV-Helikopters nochmal als Motivation, sich nicht von der Spitze des Eliterennens überrunden zu lassen. Mit Erfolg. So kam Heiko nach 4h9min in Ziel, knapp 1 Minute vor Jasper Stuyven. Leider wurde damit die WM-Qualifikation denkbar knapp um eine Minute verpasst. Daniel war nach dem frühen ersten Kettenabwurf weiter hinten im Feld einsortiert und war dauerhaft mit deutlich schwächeren Fahrern in Gruppen. Dadurch vergrößerte sich sein Rückstand kontinuierlich und er kam mit einer Zeit von 4h21min ins Ziel. Dort wurde sich dann erstmal ein eiskaltes Jupiler gegönnt.

Insgesamt war das Event, vor allem im Vergleich zu Aachen, einem Gravelrennen würdig. Positiv zu erwähnen waren auch die Tausenden Zuschauer am Streckenrand, die von der Elite bis zum Hobbyfahrer alle Athleten frenetisch anfeuerten. Hier macht sich klar bemerkbar, dass Fahrradfahren in Belgien Nationalsport ist.

Epilog: Daniel und Heiko entschieden sich dazu, das Rennen in einem leckeren griechischen Restaurant in Leuven ausklingen zu lassen. Die Anreise zu Fuß klappte auf dem Hinweg auch gut. Auf dem Rückweg im Dunkeln wurden die beiden aber von der Apple-Maps-Navigation „komooted“ und der eingezeichnete Fußweg endete nach einer längeren Durchschlagübung durch hohes Gestrüpp in einem Schilfhain. Ein Umdrehen war unausweichlich. Schlussendlich konnte das Hotel trotz des ungewollten Umwegs, wenn auch mit nassen Füßen, erreicht werden.

Riderman 2023 – Flachetappe

Endlich Sonne – die frischen Temperaturen am Morgen sorgten kurzzeitig für Armlinge an beiden Fahrern. Diese wurden jedoch 10:30 Uhr ins Auto verfrachtete, es war schlichtweg warm. Beide Fahrer durften in Startblock B starten, dieser war sehr knapp bemessen, sodass Heiko nach einem Prerace-Pitstopp ganz hinten im Block war. Wie üblich war der Rennbeginn geprägt von Hektik, es gab immerhin keine Stürze aber Hinz und Kunz wollte natürlich ganz vorne fahren. Dieses Mal musste Heiko am ersten Anstieg ein paar Körner investieren um zu Daniel aufzuschließen welcher dann direkt auch nochmal kurz verschärfte. Beim zweiten (kurzen) Hügel gab es den ersten Gruppensplit – Daniel fühlte sich gut und anstatt sinnlos zu führen wurde eine harte Attacke gefahren – mit Erfolg, es wurde tatsächlich die nächste Gruppe erreicht. Dort waren dann 7 Leute zusammen, fast alle Aerodrücker die aber eher im RTF- als im Rennmodus waren. Auf dem langen Flachen Stück wurde dann mit 8 von 30 Leuten „gekreiselt“ – ohne nennenswert schnell zu sein allerdings. Es kam wie es kommen musste, die bereits knapp 1 Minute distanzierte Gruppe fuhr wieder heran (den Verlauf sieht man bei Strava Flyby). Die Attacke war also lediglich für die Galerie, Heiko konnte hingegen taktisch sinnvoll fahren (das Pattern des Rennens heute). Auf der längeren und schmalen Abfahrt nach Blumberg war Daniel recht weit hinten im Feld, was dann beim Hauptanstieg des Tages durch Opferdingen der auf einem schmalen Weg begann zu Stau führte. Erst durch beherztes „links“ Rufen gab es allmählich Platz. Die Frage zum Geschwindigkeitsdelta beantwortete Daniel lapidar mit „es ist ein Radrennen“. Da sich die Beine weiter gut fühlten, wurde etwas freier Asphalt zwischen Daniel und die Gruppe gebracht. Heiko ging ebenfalls mit und fuhr eine Führung, wollte aber dann taktisch sinnvoll nicht überpacen. Bei dreiviertel des Berges kam dann die Gruppe von hinten, der Wind half da sicher mit und es war keine „all-in“ Attacke. Um Kraft zu sparen, platzierte sich Daniel (im Gegensatz zu Heiko) etwas weiter hinten in der großen Gruppe, was aber beim Anstieg nach Fürstenberg noch revidiert wurde und als 3. durch die Bergwertung gefahren wurde. Die Schlussrampe in Aasen hatte Daniel allerdings nicht mehr auf dem Radar, dort gab es dann wirklich fast Stillstand – und den befürchteten Gruppensplit. Es gab immerhin noch ein paar andere motivierte Fahrer, letztlich musste die Lücke von Daniel aber mit 2 beherzten Sprints schließen – Heiko war natürlich dort platziert und lies es sich erneut nicht nehmen beim Zielsprint mitzugehen. Die Gruppe kam auf Platz 160 rein, die Durchschnittsgeschwindigkeit war für die 1250Hm mit 38,5km/h recht hoch. Gesamtwertung nach 3 Tagen: Platz 104 für Daniel und Platz 120 für Heiko.

Riderman 2023 – Königsetappe

Wie in den Vorjahren war die Startblockeinteilung wieder gestaffelt nach Alterklassen und Zeit und nicht wie eigentlich sinnvoll nur nach der Zeitfahrplatzierung. Daniel und Heiko standen ganz vorne in C, dieses Jahr war der Block B zumindest vor dem Start recht kompakt und es schien mehr Kontrollen zu geben. Da die Sonne schien, zog sich Daniel kurz vor dem Start das lange Windstopperunterhemd aus, Heiko fuhr mit dünnen langem Unterhemd. Im Ort sorgten parkende Autos und Baustellen für etwas Hektik, die Streckenführung insgesamt war sehr ähnlich zum Vorjahr. Auf dem Feldweg kurz vor der Öfinger Wand gab es kurz vor Heiko einen Crash, wo man zumindest kurz anhalten musste. Daniel war noch weiter hinten und konnte Heiko erst am Ende des ersten Anstiegs wieder treffen – Vollgas war das Motto. Auf der Abfahrt entstand dann eine größere Gruppe (die 2. des Feldes), auf dem sehr schmalen und steilen 2. Anstieg kontrollierte Heiko sein Tempo und Daniel fuhr als 2. der Gruppe über die Kuppe. Auf der längsten Abfahrt des Tages kam dann doch Regen, ein ordentlicher Schutt kühlte die Rennradler ab – zum Glück war der Schauer sehr lokal und auf dem darauffolgenden (leicht veränderten) Anstieg gab es genug Rampen um die Beine wieder warm zu fahren. Heiko bot Daniel kurz davor noch Verpflegung an, da er nicht daran glaubte die Gruppe halten zu können. Mit drei anderen Fahrern konnte sich Daniel am Hauptanstieg der Etappe von der Gruppe absetzen, es dauerte insgesamt jedoch gut 20km bis die nächste große Gruppe erreicht wurde. Dort wurde Tobias von GCN Deutschland gesichtet, der sich unauffällig in der Gruppe versteckte. An den Anstiegen wurde schon hart gefahren, erst die letzten 20km gab es keine richtige Zusammenarbeit, nur ein paar unmotivierte Attacken. Auf den letzten 5km fuhren 4-5 Leute im Wind inklusive Daniel, er wirklich gute Beine zu haben schien – wie immer beteiligte er sich beim Schlusssprint nicht, was Platz 94 bedeutete – der erste der Gruppe war 76. mit 19 Minuten Rückstand – Schnitt knapp 36km/h. Heiko konnte entgegen seiner Prognose die Gruppe halten – dort fuhr die bestplatzierte Frau mit, die am Berg die Gruppe im Griff hatte aber im Flachen natürlich den Windschatten der Gruppe brauchte. Seine Gruppe lief am Ende noch schlechter, keiner hatte Lust vorne im Wind zu fahren, sodass Heiko ordentlich Führungskilometer sammeln konnte. Mit Platz 120 konnte er ebenfalls deutlich weiter vorne ankommen als im Vorjahr (Strava).

Epilog: Punkt 16.00 Uhr ging es in die benachbarte Therme. Der dritte Saunagang war das Highlight, die Stimmung war besser als im Stuttgarter Stadion und es lief Classicrock. Beim Gang aus der Therme sank die Stimmung allerdings – Heiko vermisste Handy und Geldbeutel – unklar wo/wie genau das im Umkleideraum abhandengekommen war. Das Handy konnte man während des Abendessens mit Lukas Thomas (bekannt vom RadRace) und Family vom Laptop aus orten – es war unbewegt auf einem Parkplatz im benachbarten Donaueschingen. Die Fahrt dorthin war erkenntnisreich, denn das klingelte Handy konnte man hören, aber leider aus einem Glascontainer heraus :/

Riderman 2023 – Prolog

Dieses Jahr startet das DGD Racing Team nur als Duo beim Riderman. Die Wetterprognose für das Einzelzeitfahren war die ganze Woche über eher bescheiden. Auf der Hinfahrt gab es auch ein paar ordentliche Starkregenschauer. Bei der Quartierbuchung war noch ein gewisser Herr Florian K. hinterlegt, warum auch immer – es gab die gleiche Wohnung wie im Vorjahr. Bei der Startzeitverlosung kam 16:22 und 16:25 als Uhrzeiten raus – d.h. es mussten 2 Rollentrainer zum Aufwärmen mitgebracht werden. Als sich Daniel auf seine TT Maschine setzte, rutschte der Sattel mal wieder – aber der 15er Ringschlüssel von Heiko hat schnell Abhilfe geschaffen. Der Umwerfer (der sich im Vorjahr schon als kritisch herausstellte), wollte dann aber nicht mehr schalten – also schnell das andere Rad ready gemacht und die Startnummer mit Tape und durchgeschnittenem Kabelbinder montiert. Das Wetter meinte es gut, man konnte ohne Probleme kurz-kurz fahren. Der Wind war deutlich anders geartet als in den Vorjahren, direkt beim Start gab es Gegenwind, welcher sich dann nach dem Wendepunkt als Rückenwind herausstellte. Daniel versuchte am ersten (steilen) Anstieg dieses Jahr nicht zu überpacen, wurde auch recht bald vom Fahrer mit der Nummer 507 überholt – das war aber das einzige Überholmanöver. Heiko musste entgegen seines Spitznamens ohne Wattmesser starten, dieser befindet sich bei Garmin (wen wundert es) zur Reparatur. Dennoch konnte er den Bedingungen angepasst sehr gut pacen und konnte einige Radfahrer mit Zeitfahrequipment überholen. Windschattenzüge, entgegen des Vorjahres, konnte man keine sehen. Daniel konnte auf dem Rückweg dieses Jahr noch gut Drücken, was auch vom Rückenwind begünstigt wurde. Lediglich der Endspurt auf der Zielgeraden war nicht mehr so spritzig. Die Zeiten waren 24:42 (Daniel) und 24:24 (Heiko), jeweils klare persönliche Bestzeit ohne Zeitfahrequipment (bringt geschätzt 1 Minute). Ergebnisse findet man hier.