Es ist an der Zeit: Licht V1.3 is ready

Nachdem seit Erscheinen der neuen CREE-LEDs, die uns von Lumitronix bereitgestellt worden sind, von dem Power-Licht nichts mehr zu lesen war, geht es nun auch schriftlich weiter.


Schon vor Rad am Ring gab es einige Probleme, die es zu lösen galt. Die Konstantstromquellen von unserem Partner pcb-components, sind lustiger Weise nach dem 1. Test ausgestiegen. Dabei war „nur“ die Dimmfunktion betroffen. Da Herr Kraus (Chef von PCB-Components) zum einen ein sehr sehr hilfsbereiter und fähiger Mensch ist, war dieses Problem jedoch schnell behoben; denn es gab bereits den Nachfolger der dimmbaren Konstantstromquelle, welche nun von einem kleinen externen Modul via PWM gedimmt wurde. Neben einer kleinen Erhöhung des Gesamtwirkungsgrades durch die neue KSQ gab es somit auch gleich 2 neue Features, die quasi ohne Einsatz von Kapital eingeführt wurden – ein Dank an w

Der Dimmer lässt sich via USB konfigurieren und verfügt über eine 3-Stufen Akkuzustandsanzeige. Somit konnten wir eigene Dimmstufen festlegen, und waren nicht mehr gezwungen die voreingestellten Werte zu nutzen. Als weiteren Vorteil muss man nicht auf irgendwelche Vermutungen hinsichtlich des Akkuzustandes vertrauen, sondern konnte auch hier, durch vorangehende Messungen eigene Spannungsschwellen festlegen. Der Team-Chef hat für solche „Spielereien“ zwar eigentlich überhaupt KEINEN Sinn, aber eigenartigerweise erklärte er sich bereit die Messung der Spannungskennlinie unserer Akkupacks durchzuführen. Dazu musst er bei 3 Akkus über je ca. 2,5 Stunden bei 100% Lichtstufe alle 10 min die Spannung von einem Multimeter ablesen. Eine 2-Farb 5mm-LED im Gehäusedeckel ist nun für die Akkukapazitätsanzeige zuständig.

Nachdem die Dichtung der 1. Generation des Schwedenprototyps nicht zu 100% überzeugen konnte, wurde radikal vorgegangen, und alles versucht was es an Kleber und Dichtmitteln gibt. Das Ergebnis war ernüchternd. Weder Silikon noch Sekundenkleber haben funktioniert. Plexiglas und eloxiertes Alu zu verkleben ist nun eben nicht so trivial. Es musste ein schnell trocknender 2-Komponenten Epoxy Kleber her. Dieser verläuft nicht und nimmt (fachmännisch ausgedrückt) seine Klebekraft aus einer chemischen Reaktion und greift kein Plexiglas an und hält auf Eloxid. Die Scheibe geht so zwar nur noch mit einem Spezialwerkzeug (Hammer) zu demontieren, ist aber dafür 100% wasserdicht. Auch ein Wasserhahn war kein Thema 🙂

Neben einigen Detailverbesserung wie z. B. drei an Stelle von zwei Schrauben an der Halterungsplatte, um die Kräfte der Querbewegungen des Lichtes (besser) abzufangen, bin auch ich mit meinen Aufgaben gewachsen.

So sind die Kabelführungen deutlich verbessert, Zugentlastungen sind überall ausgeführt und auch das Gesamterscheinungsbild sieht deutlich professioneller aus.

Zudem sind nun auch die Öffnungen für LED und Kippschalter im Deckel mit Teflonschnur eingedichtet, sodass es nur noch eine kleine Möglichkeit für Wasser gibt durchzudringen. Fünf Minuten unter dem Wasserhahn lassen einige Tropfen durch die Teflondichtung am Deckel zum Alugehäuse. Bei strömendem Regen gibt es allerdings kein Problem. Aber auch das lässt sich begründen, aber noch nicht so einfach beseitigen. Teflon dichtet Gasleitungen oder Rohrflansche bis weiter über 10 Bar. Jedoch braucht es dazu einen konstanten Druck auf die „Dichtstelle“, welcher mit einem modifizierten Kunststoffrohrstopfen nicht zu erzeugen ist.

Kommen wir nun zu den wichtigen Sachen eines Fahrradlichtes – der Leuchtkraft 🙂 Der Schweden Prototyp, der während des Rennes vom EMS-Racing-Team im Einsatz war, hatte knapp unter 600 Lumen. Die beiden schwarz eloxierten Nachfolger mit Cree-LEDs und Akkuzustandsanzeige haben bei uns im Team mit 860 Lumen imponieren können. Die Ausleuchtung der Straße ist sensationell. Selbst eine 1000€ „Lupine-Betty“ leuchtet schlechter aus, ist jedoch deswegen punktuell als „heller“ wahrzunehmen. Eine Tendenz die wir auch bei Rad-am-Ring festgestellt haben – viele LED-Lichter hatten ein „helleres“ Lichtkegelchen, als unsere Lampe, was allerdings nicht zweckmäßig ist, denn ein ganz kleiner sehr heller Punkt führt nur dazu, dass die Pupille sich zuzieht, und man weniger sieht, als wenn man die „Leucht-Energie“ auf eine größere Fläche verteilt, und somit mehr sieht.

Um jedoch in solchen Situation auch dafür zu sorgen, dass der Gegner beim überholen lassen von uns, seinen Lichtkegel gar nicht mehr sieht, gab es in der 3. Ausbaustufe für den Team-Chef einen besonderen 4. Betriebsmodus: „Volle Power“ Die Cree-LEDs, die bis dahin aus Effizienzgründen nur mit 50% des maximalen Stromes betrieben wurden, können nun „kurzzeitig“ voll angesteuert werden. Das Ergebnis liegt bei ca. 1450 Lumen. Dass dieser Modus absolut unnötig ist, wissen wir, allerdings kann man ihn bei Abfahrten problemlos eine Stunde lang nutzen… Wieso ich das ausgerechnet hab, weiß ich auch nicht genau 🙂

Die neuste Version kommt außerdem im schicken „Alu-Natur-Eloxid“ daher. Auch DGD-Special-Edition genannt. Der 1. Schweden-Prototyp, der noch pulverbeschichtet und „schlecht“ gedichtet war wurde überarbeitet, und ist nun in einem schwarz eloxierten Gehäuse zu Hause. (bei Moritz 🙂 )

Ein großes Dankeschön geht wieder an OFT Oberflächentechnik in Eppertshausen. Die beiden neuen Gehäuse sind erneut in bestechender Qualität eloxiert. Somit ist das Team um Frau Fuchs schon am 4. Licht für das Gelingen dieser maßgebend gewesen.


Wintertour I (Rohrbach-Vierstöck)

Nachdem die erste Tour wegen deutlich unterschätzten Schneebedingungen schon fast eine Tortur war, wurde die sonntägliche Trainingseinheit ein wenig bedächtiger geplant. Keine zu steilen Rampen die man bei guten Bedingungen geradeso erklimmen kann, und keine zu schmalen Wege die aufgrund von quer über der Fahrbahn hängenden, schneebedeckten Bäumen nicht wirklich befahrbar sind. Also ging es los nach Bockenrod, vorbei am recht großen Rohrbacher Feriendorf in Richtung Wegscheide. Bis kurz vor der Wegscheide fährt man komplett auf Asphalt, was jedoch aufgrund des Schnees/Schneematsches dennoch gute Bereifung erfordert. Dann biegt man auf einen recht geradlinigen Weg in Richtung Dehnbuchen-Parkplatz am Lärmfeuer. Markiert ist der Weg mit einem roten Kreuz. Hier erhöhte sich der Pulsschlag kurzzeitig und unerwartet nachdem zwei Spaziergänger plus Hund überholt wurden. Zuerst hörte ich nur ein Pfeifen, wenig später jedoch ein abruptes Stoppen/Knurren des hinterher gerannten Rottweilers. Den Besitzern sei an dieser Stelle §1 der hessischen Hundeverordnung, ans Herz gelegt, manchmal ärgert mich es schon keinen Jagdschein zu besitzen ;). Der Weg führt dann nach Vierstöck, wo man alternativ noch den mit S gekennzeichneten Alemannenweg nehmen kann, der aber eine deutlich höhere Matschquote aufweist. Um noch ein paar Höhenmeter zu fahren, geht es über den Hasenbuckel bei Beerfurth zurück nach Reichelsheim. Die Tour ist 21,6km lang, 560Hm und daher geeignet mit Polarausrüstung zu fahren.

Weschnitz->Hammelbach->Fürth->Lindenfels

Dank fastsommerlichen 12 Grad und Sonnenschein war wieder eine Tour angesagt. Schon bei der Planung war klar, das es trotz der 43km Länge eine recht anspruchsvolle Tour sein würde. Wie des öfteren basierend auf einem Track von gpsies.com ging es los über Frohnhofen in Richtung Weschnitz. Zuerst entlang dem blauen Dreieck dann folgend dem Nibelungensteig. Um Weschnitz fahren wir eine kleine Runde vorbei an der Walpurgiskapelle. Dann geht es einen verlassenen Feldweg hoch in Richtung Hammelbach. Dort gab es ein echtes Dejavu, ich stand auf einmal auf einem Platz wo ich bei meiner Trommrunde auch schon war, ein wenig überraschend aber das kommt davon wenn man beim Planen nicht wirklich auf die Ortsnamen schaut. Über den Fahrenbach Kopf geht es hinab in Richtung Fürth Steinbach, teilweise querfeldein, aber es existieren dort auch genügend „zivile“ Wege. Von Fürth aus ging es einen landschaftlich sehr schönen Weg in Richtung Lindenfels, wo wir auf einem Walking-Weg wieder in Richtung Nibelungensteig fahren. Nach dem Gumpener Kreuz nehmen wir das Steilstück mit und fahren über den Kloßbuckel zurück. Insgesamt eine tolle kurz/kurz Tour mit nicht zu knappen 1500Hm (17er Schnitt).

Zeller Runde mit Überraschung

Dank klar zweistelligen Temperaturen (10,1°) ging es kurz/kurz aufs Rad. Dieses Mal wurde das Manko der etwas kalten Finger mit langen Handschuhen behoben, was zweifelsfrei ein lustiges Bild abgibt aber alle dick eingepackten Wanderer schauen so oder so etwas irritiert. Los geht es nach Beerfurth hoch nach Vierstöck, dann in Richtung Spreng und runter nach Zell. Dort fahren wir auf den Heuberg. Bei der Abfahrt war ursprünglich ein recht flacher Waldweg geplant, spontan ging es jedoch einen recht „verlassenen“ Weg der recht steil in Richtung Michelstadt führte. Über die Bundesstraße fahren wir zum Michelstädter Bahnhof, von dort nach Steinbach. Ab jetzt folgen wir dem roten S, dem Schmetterlingsweg. Auf dem Rückweg wollte ich unbedingt mal sehen, wie sich der Weg fährt, der in Mapsource fälschlicherweise als Forstweg+Schmetterlingsweg ausgezeichnet ist. Der korrekte Weg biegt an einem der schönen grünen Wegweiser rechts ab, wir fahren (fälschlicherweise wie sich herausstellen sollte) geradeaus. Anfangs war mir die Strecke bekannt, dann sollte es jedoch ca. 600m schnurgerade einen Forstweg entlang gehen. Dieser wurde aber nach meiner Schätzung 2000 Jahre nicht mehr als solcher benutzt, sodass man fast komplett tragen/schieben musste, den Weg erkannte man nur zum Teil. Da man ja mit hochmodernen Navigationsequipment unterwegs ist, sollte das aber kein Problem sein, man improvisiert einfach ein bisschen. Freudig war ich auch bald wieder auf dem geplanten Track. Allerdings kam mir die Abfahrt ein wenig zu bekannt vor -> ungewollt im Kreis gefahren. Etwas entmutigt fuhr ich einen deutlich besser ausgebauten Forstweg zurück Richtung Beerfurth, der S-Weg macht noch ein paar mehr Schlenker. Nach drei Rollen-Trainingssessions kann man wieder sagen: richtiges Radfahren macht ca. 8 Millionen mal mehr Spaß (gibt ja keine Einheiten, daher können solch hohe Faktoren durchaus vorkommen).

Den Track fährt man jeweils nach links (in Beerfurth/Vierstöck), auf der Rücktour vermeidet man den Schlenker 🙂 (1160Hm, 19er Schnitt, 44km)

Hart aber fair – Von Bad König nach Aschaffenburg

Vor einiger Zeit hatte ich in einer „keine Tour ist zu hart für mich“-Laune eine knapp 160km lange Route quer durch den Odenwald geplant und sie als „Saisonabschluss“ gespeichert. Eigentlich ja keine schlechte Idee das gute Wetter nochmal richtig auszunutzen und diese Route abzufahren, dachte ich mir am Montag.

Am Dienstag stehe ich um 9:50 in klassischer Kurz-Kurz-Begleidung am Bahnhof Bad König und setze bei 8° Außentemperatur viel Hoffnung in die Wunderwaffe „Windstopper“. Um auf Nummer sicher zu gehen wird der Berg nach Böllstein aber mit über 170 Puls in Angriff genommen – danach bin ich richtig warm und dass noch 2300 Höhenmeter auf dem Programm stehen habe ich längst vergessen. Durchs Mossautal geht es am Marbach-Stausee vorbei nach Hetzbach und über Krähberg und Hesselbach hinein in den bayrischen Odenwald.

Dem welligen Verlauf der Straße folge ich in Richtung Schlossau. Hinter Mudau wird die Straße richtig schmal und auf der schönen Abfahrt über Steinbach nach Hettigenbeuern ist weit und breit kein motorisiertes Gefährt zu entdecken. Kaum bin ich unten angekommen finde ich mich auch schon im ersten Kranz auf der Hornbacher Steige wieder und die Steigungsprozente gehen in den angenehmen Bereich über 18%. Das ist ja wie am Neves-Stausee, denke ich, nur dass ich hier das Feld nicht auseinander fahren muss, weil um die Uhrzeit eh niemand unterwegs ist. In der Tat sollte mir auf den ersten 130km kein einziger Radfahrer begegnen.

Oben angekommen stürze ich mich in die nächste Abfahrt und klappere dann auf sehr schmalen Straßen die idyllischen Orte Rippberg, Gerolzahn, Reinhardsachsen, Kaltenbrunn, Pfohlbach, Riedern und Richelbach ab (Hut ab vor jedem der irgendeinen dieser Orte kannte ohne etwas wie „Orte die niemand kennt“ zu googlen). Langsam bekomme ich auch Hunger, aber bisher hatte keine der passierten Orte mehr zu bieten als einen Metzger. Also ist Plan bis zum Main durchzufahren und sich dort auf Nahrungssuche zu begeben. Über Neunkirchen komme ich irgendwann ziemlich fertig in Mondfeld an und überquere den Main mit der Fähre.

In Stadtprozelten mache ich dann das Geschäft meines Lebens: 0,5 Cola, 0,5 Sprite, 1 Laugenzopf und 1 Stück Schoko-Aprikosen-Kuchen für 4,70€. Ob der Mann sich verrechnet hat? Wir werden es vielleicht nie erfahren. Schnell verdrücke ich alles und die 300Hm des nächsten Anstiegs werden mit hoher Bergpace bezwungen. Der folgende Anstieg geht dann schon etwas zäher, dafür werde ich am Gipfel mit der Auffahrt zur A3 belohnt. Wahnsinn! Irgendwie habe ich dann auch noch den letzten Berg überwunden und komme nach langer Abfahrt vollkommen erschöpft in Aschaffenburg an.

Eckdaten: 157,5km, 2500Hm, 28,6er Schnitt (Sporttracks Daten).
Fazit: Bei herrlichem Wetter mit die schönste Tour, die ich dieses Jahr gefahren bin. 🙂 Gut möglich, dass das auch die letzte richtig harte Tour für dieses Jahr war.