Höhenmeter Tour Schmetterling

Heute wurde mal zur Abwechslung eine Tour ohne vorherige Planung gefahren. Es geht los Richtung Eberbach über eine Wiese mehr oder minder direkt nach Laudenau. Alternativ kann man auch über den Rodenstein durch den Wald fahren. Ab der Freiheit folgen wir dem roten S in Richtung Neunkirchen. Das war der einzige Plan an diesem Tag, mal zu schauen wo der 120km lange Schmetterlings-Wanderweg hinführt. Die Beschilderung ist im übrigen wirklich gut, wenn man immer aufmerksam schaut verfährt man sich nicht. Lediglich in Lützelbach sorgte eine unerwartete T-Kreuzung für eine kleine Zusatzrunde. Dann ging es weiter Richtung Brandau und Beedenkirchen über die Kuralpe hoch zum Felsberg. Auf dem Weg zum Felsberg gibt es ein paar richtig steile Stücke, wo der erste Gang zum guten Freund wird. Ab jetzt halten wir uns an den Nibelungensteig, fahren aber (zumindest ich mit dem XC-Hardtail) einen kleinen Bogen um die direkte Abfahrt durchs Felsenmehr. Anschließend geht es über den Knodener Kopf hoch auf den Krehberg, dann einen schönen Trail hinunter nach Schlierbach. Beim Sportplatz verlassen wir den Nibelungensteig, denn dieser führt über eine Treppe nach Lindenfels, stattdessen fahren wir eine sehr steile Straße hinauf. Kurz vorm Ortsausgang von Lindenfels biegen wir rechts ab, zurück auf den Nibelungensteig, den wir erst 500m nach dem Gumpener Kreuz wieder linkseitig verlassen und über den Kloßbuckel zurück nach Reichelsheim fahren. Die Eckdaten: 55km, 2126Hm, 16er Schnitt.

Königstuhldownhill – Christian auf Abwegen

Nachdem die letzten Wochen fahrradtechnisch für mich hausarbeitsbedingt eher auf Sparflamme liefen, erlebte ich am gestrigen Sonntag ein unerwartetes radlerisches Abenteuer. Eine frühe Ankunft in Heidelberg und das herrliche Herbstwetter sorgten für einen großen Drang, mal wieder in eine längere Tour zu starten. Ich erinnerte mich an das Angebot eines netten Kommilitonen, der bereits vor längerer Zeit versprochen hatte, mir seine „alte“ Freeridemaschine zu leihen und mir die interessantesten Trails um Heidelberg zu zeigen … Ein kurzer Anruf genügte und kurze Zeit später startete ich, ausgerüstet mit einem Trek Session 77 Mod. 2008 und einem motivierten Mitfahrer, in Richtung Königsstuhl.

Natürlich machte sich das Gewicht der 180 mm Stahlfeder und des verstärkten Rahmens bei den wirklich anspruchsvollen Steigungen schnell bemerkbar, dennoch gelang uns das Überholen 3er schwer beeindruckter Rennradler. Nach einem gegen Ende doch sehr quälenden Anstieg, erreichten wir dann die Aussichtsplattform am Königstuhlgipfel, wo sich ein herrlicher Ausblick auf das herbstliche Neckartal, den Odenwald und sogar die Berge des Pfälzer Waldes bot.

Bevor es dann auf die Abfahrt gehen sollte, lüftete mein Mitfahrer auch das Geheimnis um den Inhalt seines mitgeführten Rucksacks und schnallte sich Schienbein- sowie Unterarmprotektoren um. Spätestens jetzt war mir klar, dass es wohl etwas ungemütlicher zur Sache gehen würde.

Genauso kam es dann auch und mit beeindruckender Geschwindigkeit stürzte sich mein Kollege in den erstbesten Trail. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich hinterher zu wagen. Was dann folgte war an Abenteuerlichkeit kaum zu überbieten. Der Trail war gespickt mit scharf aus dem Waldboden ragenden Sandsteinfelsen, hohen Wurzeln und Findlingen. Während mein Begleiter schon fast außer Sichtweite verschwand, war ich stolz die ersten Hürden übersprungen zu haben, nicht ahnend, dass hinter der nächsten Serpentine eine rund 25m lange Sandsteintreppe auf mich wartete. Das wunderbar arbeitende Fahrwerk verzieh zwar unglaublich viel, aber als ich dank einer überhasteten Lenkbewegung die Treppe auf halber Strecke rechtsab verlassen musste, führte dies unvermeidbar zur ersten Begegnung mit dem Heidelberger Waldboden. Die Landung war glücklicherweise erstaunlich sanft und mit ein paar Kratzern und blauen Flecken konnte die Tour fortgesetzt werden.

Der weitere Streckenverlauf gestaltete sich dann etwas entspannter und bis auf einen Fast-Sturz an einer seltsam-steilen Spitzkehre kam ich dann tatsächlich wieder am Schloss an und freute mich riesig, wieder Asphalt zu sehen.

Das Fazit der Tour: ein abenteuerlicher Tag, das Wissen, dass mich das super Fahrwerk einige Male vor weiteren Ausflügen Richtung Waldboden bewahrt hat, aber auch einige Schrammen und blaue Flecken und die Erkenntnis, dass diese Art des Radsports doch deutlich zu extrem für mich ist … bevor so eine Tour wieder in Frage kommt, muss auf den, nun von Daniel ja reichlich erkundeten, Odenwaldtrails die Geländetechnik verbessert werden und ohne Protektoren geht auf diesen Trails gar nichts !

(wenn sich die 1,3 MP Handycambilder als anschaulich herausstellen, folgt hier evtl. noch das ein oder andere Bild der Tour)

Nonrod – Klein-Bieberau Tour

Bei herrlichstem Spätsommerwetter war eine kleine Tour schon fast obligatorsich. Dieses Mal wurde eine Strecke von 2008 aufs GPS geladen und gefahren. Einige Passagen waren aber zu langweilig bzw. zu straßenlastig und wurden spontan während der Fahrt umgeplant. Los geht es von Reichelsheim auf die Nonroder Höhe, dann über den Panoramaweg nach Niedernhausen, und dann im Wald hoch nach Lützelbach. Von dort geht es einen schönen Waldweg runter nach Klein-Bieberau. Nach einer kurzen Straßenpassage biegen wir dann rechts ab und folgen ab jetzt dem roten S (Schmetterlingsweg), der uns bis aufs Schloss Lichtenberg führt. Hier müssen wir einen kleinen Umweg fahren, denn der Wanderweg geht eine steile Treppe hinab. Weiter gehts, immer dem S nach einen kleinen trailartigen Weg wieder den Berg hinauf Richtung Fränkisch-Crumbach. Der Weg ist recht gutmütig, den ein oder anderen Adrenalinstoß bekommt man jedoch schon, wenn einem das Vorderrad unerwartet querkommt, Obacht ist gefragt :). Kurz vor Fränkisch-Crumbach biegen wir rechts ab, wir folgen sehr spontan und optimistisch einem rechteckigen babyblau-gelbem Schild. Damit finden wir eine sehr nette und sportliche Alternative zur Standardstrecke an der Gersprenz entlang. Eckdaten: 37km, 1030Hm, 19er Schnitt.

Der dreifache Melibokus

Bekanntlich war der Melibokus diesen Sommer Schauplatz des Wettstreits zwischen Daniel und mir um die Bestzeit beim Bergzeitfahren. Zum Glück konnten wir uns (als das Ganze mit Spaß längst nichts mehr zu tun hatte) auf ein Gentlemen’s Agreement einigen. Seither bin ich auch nicht mehr auf dem Melibokus gewesen.

Heute war ich zu Besuch bei einem Kumpel in Auerbach und natürlich stand fest, dass man bei so einer Gelegenheit nicht um einen Abstecher auf den Melibokus herumkommt. Um Bestzeiten (für Insider: „17 tief“) sollte nicht gefahren werden, andererseits stellt ein einziger Anstieg kein ordentliches Training dar. Nach kurzer Überlegung plante ich eine an Kreativität kaum zu untertreffende, in Sachen Höhenmeter pro Kilometer allerdings auch schwer zu übertreffende Tour – der „dreifache Melibokus“ war geboren.

Die Rundenzeiten von 19:42, 19:26 und 19:48 sind übrigens besser als meine Zeitfahr-Bestzeiten Anfang Juni 🙂