Trainingslager Mallorca 2026 – Randa

Das Wetter regnete planmäßig zwar nur nachts, aber die Straßen waren um 8 noch recht nass und der 1. April war endlich vorbei. Daher wurde schon am Vorabend die Reihenfolge der Routen getauscht, es ging erst um 10 Uhr los in Richtung Randa. Mal wieder konnte Rückenwind genossen werden. Bei einer Unterführung versuchte Sebastian seine Sprinterbeine zu zeigen, für sein Linkes Klickpedal mit zuviel Power, ein Sturz konnte zum Glück verhindert werden. Es gab aber kurz nach dem Espressostopp eine Zwangspause aufgrund eines Plattens. Dieser wurde in der Sonne fachmännisch von Heiko repariert, mit gutem Equipment ging das auch recht zügig. Erstmalig sollte der offizielle Anstieg (wobei das offizielle Strava Segment zu früh anfängt und auch erst fast in der Klostermauer endet) zum Puig de Randa gefahren werden. Diverse Strategien wer wie schnell und warum fahren würde, wurden am Vorabend bereits besprochen. Sebastian änderte seine Meinung dann sogar kurz vorher, er würde mittelschnell fahren wollen. Daniel konnte (auch dank schlechtem Wind) geradeso Moritz‘ Hinterrad halten, Heiko folgte kurz danach. Stefan war auch zügig unterwegs und Conny hatte sogar trotz 15 Minuten Segment einen neuen 20 Minuten Bestwert erzielen können – es gab Lob! Florian schonte sich ein wenig und Sebastian hatte sich auch angestrengt. Das Mittagessen war im sehr schönen und hoch gelegenen Ortskern von Montuiri, mit diversen Tapas ohne Hektik serviert ging es dann weiter zur Erstbefahrung des Hausbergs von Petra. Heiko machte im Flachstück einen 2:20 Leadout, bei dem Moritz, Daniel und Stefan folgten. Zur Überraschung von Moritz attackierte Stefan im ersten steilen Teil, um dann wenig später merklich rauszunehmen. Daniels Beine hatten dabei zu viel Laktat drin und kurz danach musste die Vereinzelung der Fahrer komplettiert werden. Zurück zum Hotel ging es dann gemütlich mit unterschiedlichen Konstellationen an der Feldspitze – trotz der 40 % Standzeit wurde die Sauna entspannt erreicht. Matthias musste sich leider weiterhin auskurieren, Detlef fuhr fast die gleiche Runde aber viel schneller und Heidrun rollte nach Betlem.

Trainingslager Mallorca 2026 : Mallorca 312

Beim abendlichen Studium der Wind- und Wetterkarten auf Heikos Handy fiel auf, dass sich die mittelfristige Prognose stündlich verschlechterte. Grund ist der anhaltende Mistral, der nach einem kurzen (Aber entschiedenen) Rückzug am heutigen Mittwoch ab Donnerstag Regenwolken vom französischen Festland auf die Balearen bläst und den Rest des Trainingslagers vermutlich ins Wasser fallen lässt. Damit war die Idee geboren, heute spontan die Strecke des bekannten Radmarathons Mallorca 312 unter die Räder zu nehmen. Natürlich auf der langen, namensgebenden Strecke von 312km.

Zum Start um Punkt 6 Uhr fanden sich neben den sieben Fahrern, die aus den Artikeln der vergangenen Tage bekannt sind, auch Heidrun und Detlef mit ihren gemieteten Aerorädern ein. Für beide sollte es jeweils die bisher längste Radstrecke in ihrem Leben werden. Mit Hinblick auf allem, was bevorstand, wurde der Coll de Femenia bei mistralem Rückenwind von 110km (im Schnitt pro Stunde, Anmerkung Stefan) im Gruppeto gefahren, mit Ausnahme einer Attacke des Bergflohs im letzten Flachstück, die ihm die verdienten ersten Bergpunkte des Tages einbrachte. Unerwartet innerlich Aufwärmen konnte man sich an der Pop-Up-Espressobar direkt am Passschild:

Nach dem ersten, planmäßigen Frühstücksstopp an der Tankstelle dann Worst-Case-Szenario an Moritz‘ Rad: platter Hinterreifen (ja, es erwischt eben immer den Hinterreifen, wie ein jeder weiß) und die Dichtmilch tat nicht, wozu sie da ist. Wobei sich bei genauer, fachmännischer Begutachtung durch Stefan herausstellte, dass im Reifen überhaupt keine Dichtmilch drin war. Die hatte der Besitzer des Rades bei der Reifenmontage am Ersatzlaufradsatz wohl vergessen. Clever. In Ermangelung besserer Ideen wurde mit Heikos Spezialgetränkemischung ein Konzentrat mit 480g Carbs pro Liter (nicht pro Stunde, aber sehr wohl im Schnitt) angerührt und diese fachgerecht in den platten Reifen gefüllt. Mit der Standpumpe an der Tankstelle dann das Wunder: Der Sirup dichtete, der Reifen hielt die Luft und Moritz sollte tatsächlich in der Lage sein, zu Ende zu fahren.

Nach dem Zwischenfall verlief die Weiterfahrt auf der Küstenstraße, in für alle Fahrer:innen ungewohnten Richtung reibungslos und harmonisch und schneller als geplant befand man sich (nach zwei weiteren Stopps) in der Abfahrt nach Andratx am entgegen gesetzten Ende der Insel. Am Ortseingang lauerte dann eine eher unangenehme Überraschung: die ortsansässigen Polizisten kontrollierten tatsächlich, ob alle Rennradfahrer:innen ordnungsgemäß mit Vorder- und Rücklicht unterwegs waren. Aus der DGD Gruppe erwischte es Sebastian, der nur ein defektes Tölz-Produkt ohne Batterie im Trikot hatte. 120€ Strafe. Bam. Daniels hochprofessionelle Konstruktion mit einem Minilicht im Kabelwirrwarr wurde zwar als disfunktional, aber den Regeln entsprechend durchgewunken. Darüber wurden Heidruns obligatorischer Rucksack sowie Connys Weste konfisziert mit dem Hinweis, dies sei eigentlich noch viel schlimmer als ohne Licht zu fahren.

Erleichtert (in mehrfachem Sinne) drehte die Route dann zurück nach Osten, wobei mit dem Anstieg nach Galilea und dem Col d‘Es Grau gleich zwei neue Anstiege anstanden. Zur Belohnung gab es nach schneller Abfahrt nach Bunyola eine gigantische Portion Reis in und mit Ananas zur Stärkung und die freudige Erkenntnis, dass der Wetterbericht recht hatte und der Wind tatsächlich eingeschlafen war.

Dennoch verlief der Rückweg mit nun schon über 200km in den Beinen zäher als gedacht und die Verlockung war hoch, die Schleife durch das wellige Hinterland bei Arta auszulassen. Motiviertester Fahrer zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Marathons war eindeutig Sebastian, der sich berechtigte Hoffnungen auf Calamar Relleno in San Llorenc machte. Gestärkt durch dieses, wie immer exzellente Menü in der Bar Can Colom, wurden auch die letzten Kilometer auf der Küstenstraße irgendwie geschafft, obgleich verschiedenste, an Halluzination grenzenden Ideen zeigten, dass diese Tour alle an ihre Grenzen brachte (Matthias überlegte laut, ob er nicht ein wenig Dichtmilchersatz aus Moritz‘ Hinterrad trinken könne, während Heiko sinnierte, wie er beim Rollen im Supertuck am Besten den Triggerpunkt zur Adrenalinfreisetzung im kleinen Finger aktivieren könnte.)

Eckdaten der Tour: 312km, 4675Hm, 25,4er Schnitt (11:50 Fahrzeit).

Trainingslager Mallorca 2026 – Orient

Der Wind hatte sich für den heutige Montag vorgenommen, deutlich ruhiger zu machen, dies Vorhaben aber auf den frühen Nachmittag verschoben. Infolgedessen wurde die Siebenergruppe des Tages mit hoher Geschwindigkeit ins Landesinnere gepustet und schneller als gedacht fand man sich beim ersten Espresso-Stop des Tages ein. Das Café Can Putxet in Lloret de Vistalegre ist im Dorf zurecht sehr beliebt und 5 von 7 Fahrern entschlossen sich zur Einkehr. Matthias fühlte sich nicht ganz fit und beschloss, eine flache Sonnentour auf gleicher Strecke zurück ins Hotel zu fahren. Indessen bewachte Conny die Räder. In einem unachtsamen Moment konnte er trotzdem nicht verhindern, dass seine teure Aeromaschine entwendet werden konnte…

…allerdings nur von Moritz, der sich einen (mittelmäßigen) Spaß erlaubte. Nach dem zweiten Zwischenstopp im Cycling Planet in Alaro bereiteten sich dann alle 6 Fahrer auf die Hauptschwierigkeit des Tages vor: von Bunyola auf neuem Straßenbelag in den Orient. Am Vorabend wurde spontan und höchstprofessionell eine Pacing Strategie entwickelt, die Conny zu einer neuen 20min Bestleistung führen sollte. Diese sah vor, dass Stefan mit 250W vorne fährt und Conny das Hinterrad hält. Beides klappte hervorragend, und hier nochmal ganz offiziell: Constantin, dein neuer 20min Wert ist 257W. Du kannst ihn hier jederzeit nachlesen wenn dein Garmin (demnächst) kaputt ist.

Weiter vorne im Renngeschehen fuhr Sebastian mit 310W zur PB, genau wie Heiko, der mit einem zweigeteilten Effort (10/2/6 Minuten) in genau 18:00 oben war. Die Bergpunkte gingen in 17:23 an Daniel, der dank besserer Taktik (in Fachkreisen ‘Pennersekunde’ genannt) eben diese eine Sekunde vor Moritz lag. Umso beachtlicher sind diese Zeiten, weil dieses Jahr im Gegensatz zum Vorjahr, kein Rückenwind im Anstieg herrschte.

Als Belohnung winkte der sensationelle Kuchen von Patrick im Café Nou Dalt Montana (absolute Empfehlung!) serviert von einem Kellner in Radschuhen:

Die Rückfahrt verlief bei allerbestem Sonnenschein ereignisarm und weil der Wind inzwischen gedreht hatte, kam ganz unerwartet ein 30er Schnitt heraus.

Trainingslager Mallorca 2026 – Anreise 2/2

Am üblichen Tag dafür mit deutlich entspannterem Abflug um 7:25 kamen die anderen vier Teilnehmer in Alcudia an – mit super organisiertem Transfer konnte 11:30 Uhr das Hotel begrüßt werden. Heidrun und Detlef gönnten sich Aero-Highend Material als Leihräder, die jedoch erst Nachmittags ready waren – die Einrollrunde fand daher separat statt. Florian gesellte sich zu den später startenden Günzelbrüdern dazu, es ging 13:00 Uhr los auf kürzestem Weg nach Arta. Das Peloton fuhr die normale Strecke, die für Sonntag vorgesehen war über Muro nach Arta – mit Kaffee- und Kuchenstopp in Petra. Das sehr reichhaltige Mittagessen in St. Llorenc wurde von der Organisation auf einen lokalen Geheimtipp in Arta verlegt. Dort war die kulinarische Auswahl etwas eingeschränkt, es gab dafür aber guten Kaffee. Auf der gesamten Fahrt gab es keinerlei Beschwerden oder Vorkommnisse. Bei der deutlich kürzeren Anfahrt des DGD Trios war dies anders. Es wurde bei ordentlich Rückenwind auf eine Gruppe Engländer die Lücke geschlossen, welche sich aber durch ein wirklich dummes Fahrmanöver einen Sturz auf gerader Strecke leistete. Daniel und Stefan konnten ausweichen, Florian wurde jedoch auch zu Boden gebracht. Bis auf ein Loch in der Hose zum Glück nichts passiert und es ging weiter – alleine dieses Mal. Kurz vor Arta musste das Hinterrad von Flo’s Rad noch verarztet werden – evtl. noch eine Nachwirkung des Crashes.
Nach der Pause ging es dann für Florian mit dem Peloton direkt zurück ins Hotel. Trotz eines verlängerten Betlem Abstechers (bis runter anstatt nur bis zum Pass) und „Double-Efforts“ fuhren sich die anderen Fahrer nur kurz entgegen auf der An- bzw. Abfahrt nach Betlem. Stefan wollte mal wieder seinen 8-Minuten Bestwert verbessern und forderte Daniel auf mit 300 W vorzufahren. Kurz vor der Höhe ging eine Lücke auf, die dann opportunistisch vergrößert wurde – Ziel wurde aber wie im Vorjahr schon erreicht. Auf der Küstenstraße war dann wenig überraschend Gegenwind, so konnten die Beine nochmal ein wenig arbeiten und ein paar Radgruppen überholt werden. Stravalink Peloton / Duo.

Gran Canaria 2026 – Mogán und Ayaguares

Es ging nochmal früh los, 9 Uhr an der Tankstelle, heute nur zu viert. Meyers hatten Ruhetag und es wurde sehr gemütlich die gesamte Küstenstraße bis nach Mogán gerollt. Hinter jeder Bucht riesige Hotels und Bungalows. Das Ende der GC-500 ist leider eine seit Jahren nicht mehr geöffnete Straße und eine Autobahnabfahrt deren Befahrung teuer ist. Ansonsten gibt es von dort keine weitere Möglichkeit die Insel zu umrunden – außer über Soria. Nach der kurzen Straßenbaulichen Exkursion wurde umgedreht und es gab einen Kaffee im Quartier der Meyers, ein schöner Abschluss der Woche bei perfektem Wetter. Damit auch das Training nicht zu kurz kam, wurde der Hausberg nochmal gefahren, der untere flache Teil mit Rückenwind wurde sehr zügig absolviert. Daniel brachte das Leihrad zurück, aß Eis zum Mittag und spazierte mit richtigen Schuhen und defektem Rad (Ersatzteil liegt schon in der Packstation) zurück zur Unterkunft, wo Heiko am Pool chillte und sein Rad schon eingepackt hatte. Aus Traditionsgründen (und weil es gut schmeckt) wurde den 35 Minuten Fußweg zur Pizzeria Basilico auf sich genommen, um dort von der Bedienung wiedererkannt zu werden – immerhin das 3. Jahr in Folge dort gewesen. Stravalink