Trainingslager Südtirol 2013: Ultental

Zum Abschluss der ersten Trainingswoche in Lana machte sich das DGD Racing Team heute – wer hätte es gedacht – auf in Richtung Ultental. Den 37km langen Anstieg mit seinen 1600Hm unterschätzt man erfahrungsgemäß gerne, was Daniel natürlich nicht davon abhielt mit einem starken Rhythmus die ersten 470Hm in 25min zu überwinden. Ob der unfassbar schnelle F1-Straßen Belag da mitgeholfen hat? Während sich Moritz auf dem folgenden hügeligen Streckenabschnitt in Mutmaßungen über den Sinn des F1-Belags verkünstelte, wies Daniel richtigerweise darauf hin, dass es sich auch durchaus um ein klassisch italienisches Bauunterfangen handeln könnte — und wenige Meter später kam auf der nur noch abgefrästen Straße Roubaix-Feeling auf.

Das folgende fast 10km lange Flachstück (mit altem aber wenigstens vorhandenem Straßenbelag) wurde dann kurzerhand zu einer Teamzeitfahrstrecke umfunktioniert, sodass sich vor der gefürchteten Schlussrampe (3,5km mit 370Hm) die Frage stellte, ob es wieder zum Einbruch wie 2011 kommen würde. Moritz hatte wie schon in den Vortagen den besseren Rhythmus in den steilsten Stücken und konnte bis zum Ziel einen kleinen Vorsprung von 40sek herausfahren. Wirklich überragend war aber vor allem die Gesamtzeit von 1:47h, was einem 20,7er Schnitt entspricht.

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In Sachen Apfelstrudel konnte die Knödelmoidel am Ende des Ultentals ordentlich zulegen, was im nächsten Führer mit einem halben DGD-Stern mehr belohnt werden sollte. Größtes Interesse an den verschwitzten und daher salzigen Rennradlerbeinen zeigte während der Mittagspause ein Bergziege, dazu demnächst mehr. Die Abfahrt verlief unspektakulär und im unteren kurvigen Teil aufgrund des Belags recht schnell.

Trainingslager Südtirol 2013: Stilfser Joch

Nach dem gestrigen Ruhetag stand heute bei Jan-Ullrich-Wetter der legendäre Anstieg zum Stilfser Joch an – 24km, 1800Hm und in der zweiten Hälfte die durchnummerierten 48 Kehren. Die Audio CD auf der Anfahrt konnte kurz vor Prad mit einem Track von Wolle’s berüchtigter Weihnachts CD überraschen. Ob das der ausschlaggebende Punkt für das sehr forsche Anfahren des Passes war? Mit Moritz als Lokomotive konnten bis zum Ortsausgang von Trafoi (Kilometer 10) bereits anderthalb Minuten auf die teaminterne Bestzeit von Daniel aus dem Vorjahr herausgefahren werden.

In den folgenden Kehren konnte Moritz eine kleine Lücke zwischen sich und den Teamchef legen, ein großer Abstand entstand allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Daniel mobilisierte recht früh mehr Kräfte und konnte die Lücke zwischendurch fast wieder schließen (Anmerkung, sollte sich rächen). Ab der Franzenshöhe auf 2188m wechselte Moritz dann in den Alles-Oder-Nichts Modus, einen Gang hochgeschaltet und bis zum Ziel mit maximalem (Kraft-)Einsatz gefahren. Der Lohn war eine Zeit von 1:35:49 und ein beinahe Crash beim Versuch vom Rad abzusteigen. Daniel konnte ebenfalls die magische 1:40er Grenze unterbieten und seine Vorjahresbestzeit um eine gute Minute verbessern. Die Uhr hielt bei 1:39:45 an.

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Auch auf der Passhöhe war es noch verhältnismäßig warm und im Café wurde die übliche Bestellung nicht nur entgegen genommen sondern sogar geliefert! Die Abfahrt konnte dann bei fast nicht vorhandenem Autoverkehr genossen werden. Lediglich ein manövrierender Bus und ein Hund sorgten für Überraschungsmomente.

Trainingslager Südtirol 2013: Rittener Rampe und Bergwertung am Durnholzer See

„Wenn man an einem Tag mehrere längere Anstiege fahren möchte, dann sollte man sich überlegen ob man DEN hier als ersten fährt“, war das berechtigte Fazit nachdem das DGD Racing Team die heutige 130km Etappe mit der Rampe von Bozen über Signat nach Ritten begonnen hatte.

Die idyllische schmale Straße war zwar vom motorisierten Verkehr vollkommen befreit und, wie zu erwarten bei den nicht enden wollenden Steilstücken mit weit über 16%, auch von sämtlichen Radfahrern. Moritz hatte in der kleinsten Übersetzung noch genug Körnern um einen flüssigen Rhythmus zu fahren und konnte so die 10km in genau 50 Minuten bewältigen. Klingt langsam, sind aber immerhin 1100 Hm pro Stunde. Daniel fehlten genau diese letzten Körner, aber letztlich waren die Zeiten auch egal, schließlich standen zu diesem Zeitpunkt noch weit mehr als 80km auf dem Programm.

Nachdem in Klobenstein ein ausgezeichneter Apfelstudel verspeist wurde, ging es bergab in Richtung Sarnstal. Wobei „bergab“ hier durchaus „11% bergauf“ bedeuten konnte. Klassischer Vorzeichenfehler, wir wollen nicht wissen wie Stefan da geflucht hätte. Nach einer spektakuäleren und steilen Abfahrt folgten einige Kilometer auf der langen Anfahrt zum Penser Joch, ehe die Strecke in Asfeld dann zum auf 1559m Höhe gelegenen Durnholzer See abzweigte. Dort machte das Racing Team recht schnell Bekanntschaft mit einem sehr hartnäckigen Konkurrenten – einer riesigen Regenwolke. Wer nun denkt, das Wetterglück habe das Team verlassen, dem sei gesagt dass genau in dem Moment, als es zu regnen begann eine Bushaltestelle als Unterstellplatz bereitstand

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und danach die Fahrt bei Sonnenschein fortgesetzt wurde. Auf anschließenden Abfahrt hatte man es dann zwar nochmal kurz mit der gleichen Wolke zu tun, irgendwo zwischen den 20(!) Tunneln Richtung Bozen wurde sie dann aber deutlich distanziert (bis sie sich beim Regenerieren im Pool zurückmeldete, aber dort ist es ja eh nass).

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Eckdaten der Tour: 130km, 2500 Hm, 25er Schnitt

Rund um den Finanzplatz Eschborn 2013

So hektisch wie die Skoda Velotour 2013 begann selten ein Rennen für das DGD Racing Team, das am 1.Mai nur in der Besetzung Daniel und Moritz vertreten war. Obwohl man bereits um 7:40, und damit gut 70 Minuten vor Rennstart, bereits fast an der Ausfahrt Eschborn angekommen war, wurde dank Stau Eschborn erst um 8:40 erreicht. Dann war Hektik angesagt, schnell die Räder startklar machen, Startnummern anbringen und ab zum Start. Dort angekommen war das Feld bereits auf dem Weg zu Startlinie. Mit einer Abkürzung konnte man sich gerade noch im Startblock A platzieren, als über die Lautsprecher „Noch 10 Sekunden bis zum Start“ vernommen werden konnte.

Vorteil der Last-Minute Ankunft im Startblock war natürlich, das man bei recht frischer Außentemperatur noch einigermaßen warm ins Rennen startete. Wie nicht anders zu erwarten verliefen die ersten 40km hektisch, beide Racing Team Fahrer konnten sich aber im ersten Hauptfeld positionieren und so gut es ging Kraft sparen. Für einige Aufregung sorgte die Passage vom Campus Riedberg in Richtung Oberursel auf einem viel zu schmalen holprigen Feldweg (mit leider zu vielen Kollegen die auf vernünftige Flaschenhalter keinen Wert legen) und die kurz darauf folgende (ungeplante) Zusatzrunde über einen Rewe-Parkplatz.

Als sich die Aufregung gelegt hatte war man auch schon am Fuße des Feldbergs angekommen. Auf der 10,5km langen Strecke (dieses Jahr leider keine getrennte Bergwertung) bis zur im Nebel versunkenen Passhöhe hatte sich eine 9-köpfige Spitzengruppe abgesetzt. Die 20 Mann starke Verfolgergruppe wurde von Moritz angeführt, der am 10,5km langen Anstieg seine Vorjahreszeit um sage und schreibe 2:04 Minuten auf 26:02 Minuten verbessern konnte. Mit einer der nächsten Gruppen erreichte Daniel die Passhöhe auf Platz 64 liegend – auch eine enorme Steigerung zum Vorjahr.

Wie immer galten alle Anstrengungen danach nur einem Ziel : die Gruppe, mit der man den Feldberg überquert hat irgendwie zu halten. Mit viel Krafteinsatz auf den Abfahrten konnte Moritz in der gut harmonierenden Verfolgerunggruppe tatsächlich bis Eschborn mitschwimmen und mit Platz 11 (von 2060 gewerteten Startern) seine mit Abstand beste Platzierung im German Cycling Cup erzielen. Daniel hatte mit seinem Rennverlauf leider viel Pech und musste gleich zwei größere Gruppen auf den Abfahrten ziehen lassen. Am Ende sprang dennoch ein 37. Platz in der Altersklassen-Wertung heraus.

Trainingslager Mallorca 2013: Bilanz

Nachdem am Sonntag morgen für Daniel und Moritz das diesjährige Trainingslager mit kaltem Entzug beendet wurde ist es mal wieder an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

Bei nur leicht geänderter Streckenführung – hauptsächlich wurden mit dem Coll d’Orient und dem Puig de Randa zwei weitere Berge eingebaut) – sorgte die geänderte Etappenabfolge für ein deutlich effizienteres Training. Dass man nicht mit der Königsetappe beginnen sollte wird Stefan nach eben dieser schon letztes Jahr bemerkt haben, dieses Jahr hatten sich dann auch die beiden Streckenplanprofis darauf geeinigt, gemäßigt zu beginnen und die Leistungstests (Bergzeitfahren) auf die letzten beiden Tage zu legen. Witzigerweise war dies nicht unbedingt einer trainingsmethodischen Erleuchtung zu verdanken sondern einzig und allein Daniels anhaltender Erkältung.

Keinen Schnupfen hatte übrigens das wie nicht anders zu erwartend hervorragende Wetter, lediglich der Wind hustete recht heftig. In nackten Zahlen ausgedrückt ergeben sich

Gefahrene Kilometer: 737

Höhenmeter: ca. 9000

Zeit im Sattel: 27h (für die, die den SI-Einheiten längst abgeschworen haben: Das sind 108 Winterpokal-Punkte).

Rein trainingstechnisch spricht alles für eine zum Vorjahr nochmals deutlich gesteigerte Form. Bei den Bergzeitfahren auf den Puig de San Salvador und den Col dels Reis konnte Moritz die teaminternen Vorjahresbestzeiten um 0:23 beziehungsweise 1:40 verbessern. Insbesondere die Verbesserung am Col dels Reis entspricht in etwa dem was im letzten Jahr nötig gewesen wäre um die ersten beiden Gruppen beim Rennen in Eschborn zu halten. Wir dürfen also gespannt sein! Daniel kam aufgrund der Erkältung in der letzten Woche nicht ganz an diese Zeiten heran. Wie üblich gibt es aber keinen Grund zur Annahme, dass seine Form schlechter ist. Zumal die Vorjahreszeit am Col dels Reis nur um eine halbe Minute verfehlt wurde.

 

Zu guter letzt noch ein paar zusammengewürfelte Erkenntnisse aus einer Woche Trainingslager auf Mallorca.

1. Moritz baut sein Rad zwar in Zeitlupe zusammen, hat aber dank vieler Extrafächer in seinen Laufradtaschen zumindest immer genug Platz für den kompletten Vorbau.

2. Man kann durchaus vor dem Trainingslager einen halben Tag ein Restaurant auf diversen Maps suchen um dann vor Ort festzustellen dass a) Ruhetag ist und b) man dort schon 2011 gespeist hatte (so geschehen auf der ersten Etappe in Sant Llorenc).

3. Von Moritz nach dem Mittagessen vergessene Teile der Ausrüstung (Helm, Satteltasche etc.) haben insgesamt für 2 Extra-Trainingskilometer gesorgt.

4. Meeresfrüchte-Paella in Port de Pollenca wird billiger, wenn man die Garnelen vom Personal schälen lässt.

5. Beim Abendessen im C’an Picafort Palace hat man schon mal 112 Bier auf der Rechnung stehen. Dafür kommt das Bier aber auch unaufgefordert während man sich noch am Buffet die Teiler belädt.

Zum Thema beladen gibt es durch Klick auf das nächste Bild auch die komplette Foto-Story „Wie viele Kalorien hat der Teamchef hier verspeist“. Tipps nehmen wir gerne entgegen, der beste gewinnt, aber die genaue Anzahl kennen wir auch nicht.

Für alle in Deutschland, die vergessen haben wie gutes Wetter aussieht gibt es noch ein Best-Of der Mallorca Bilder 2013.

Und last but not least gibt es noch 2 Panoramas zum Durchzoomen 🙂