Trainingslager Südtirol 2013: Rittener Rampe und Bergwertung am Durnholzer See

„Wenn man an einem Tag mehrere längere Anstiege fahren möchte, dann sollte man sich überlegen ob man DEN hier als ersten fährt“, war das berechtigte Fazit nachdem das DGD Racing Team die heutige 130km Etappe mit der Rampe von Bozen über Signat nach Ritten begonnen hatte.

Die idyllische schmale Straße war zwar vom motorisierten Verkehr vollkommen befreit und, wie zu erwarten bei den nicht enden wollenden Steilstücken mit weit über 16%, auch von sämtlichen Radfahrern. Moritz hatte in der kleinsten Übersetzung noch genug Körnern um einen flüssigen Rhythmus zu fahren und konnte so die 10km in genau 50 Minuten bewältigen. Klingt langsam, sind aber immerhin 1100 Hm pro Stunde. Daniel fehlten genau diese letzten Körner, aber letztlich waren die Zeiten auch egal, schließlich standen zu diesem Zeitpunkt noch weit mehr als 80km auf dem Programm.

Nachdem in Klobenstein ein ausgezeichneter Apfelstudel verspeist wurde, ging es bergab in Richtung Sarnstal. Wobei „bergab“ hier durchaus „11% bergauf“ bedeuten konnte. Klassischer Vorzeichenfehler, wir wollen nicht wissen wie Stefan da geflucht hätte. Nach einer spektakuäleren und steilen Abfahrt folgten einige Kilometer auf der langen Anfahrt zum Penser Joch, ehe die Strecke in Asfeld dann zum auf 1559m Höhe gelegenen Durnholzer See abzweigte. Dort machte das Racing Team recht schnell Bekanntschaft mit einem sehr hartnäckigen Konkurrenten – einer riesigen Regenwolke. Wer nun denkt, das Wetterglück habe das Team verlassen, dem sei gesagt dass genau in dem Moment, als es zu regnen begann eine Bushaltestelle als Unterstellplatz bereitstand

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und danach die Fahrt bei Sonnenschein fortgesetzt wurde. Auf anschließenden Abfahrt hatte man es dann zwar nochmal kurz mit der gleichen Wolke zu tun, irgendwo zwischen den 20(!) Tunneln Richtung Bozen wurde sie dann aber deutlich distanziert (bis sie sich beim Regenerieren im Pool zurückmeldete, aber dort ist es ja eh nass).

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Eckdaten der Tour: 130km, 2500 Hm, 25er Schnitt

Trainingslager Südtirol 2013: Anreise

Anreiseprotokoll (alles unter strikter Einhaltung der StVO):

4:00 Uhr, Ecke Kasinostraße-Rheinstraße
6:45 Uhr Österreich ist erreicht (Füssen)
9:25 Uhr Ankunft in Lana (beim Günzelgut)
11:30 Gampenpasshöhe mit dem Rad
14:00 Formel-1 Start frisch geduscht
17:00 Pool
18:30 Abendessen
Danach Tourplanung

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Die Anreise verlief glatt, Sonntags anzureisen hat sich mal wieder bewährt. Dank zahlreicher Baustellen in Deutschland lange Fahrtdauer nach Südtirol von über 5 Std. Am Fernpass gab es aber doch einen „Renngott“. Der ganze Stau vorm DGD Racing Team-Fahrzeug, angeführt von 2 Wohnmobilen, gefolgt von über 10 Stauteilnehmern fuhr geschlossen (ob alle wirklich wussten was sie taten oder einfach blind hinterherfuhren…) an einen Rastplatz :). Nach dem Ausladen in Lana ging es kurz zum Konditor und dann ab auf den Gampenpass. Zeitfahren war nicht angesagt, Daniel musste aber dennoch ziemlich ans Limit gehen um einigermaßen zügig hoch zu kommen, wenig Schlaf und Trainingrückstand lassen grüßen. Um ein anständiges Training zu haben, ging es gleich noch auf den Mendelpass über dessen Kuppe aufgrund des nahenden F1-Starts ohne anzuhalten drübergefahren wurde um die 80km Runde am Ankunftstag mit knapp 1700 Höhenmeter mit einem 25er Schnitt abzurunden.

Rund um den Finanzplatz Eschborn 2013

So hektisch wie die Skoda Velotour 2013 begann selten ein Rennen für das DGD Racing Team, das am 1.Mai nur in der Besetzung Daniel und Moritz vertreten war. Obwohl man bereits um 7:40, und damit gut 70 Minuten vor Rennstart, bereits fast an der Ausfahrt Eschborn angekommen war, wurde dank Stau Eschborn erst um 8:40 erreicht. Dann war Hektik angesagt, schnell die Räder startklar machen, Startnummern anbringen und ab zum Start. Dort angekommen war das Feld bereits auf dem Weg zu Startlinie. Mit einer Abkürzung konnte man sich gerade noch im Startblock A platzieren, als über die Lautsprecher „Noch 10 Sekunden bis zum Start“ vernommen werden konnte.

Vorteil der Last-Minute Ankunft im Startblock war natürlich, das man bei recht frischer Außentemperatur noch einigermaßen warm ins Rennen startete. Wie nicht anders zu erwarten verliefen die ersten 40km hektisch, beide Racing Team Fahrer konnten sich aber im ersten Hauptfeld positionieren und so gut es ging Kraft sparen. Für einige Aufregung sorgte die Passage vom Campus Riedberg in Richtung Oberursel auf einem viel zu schmalen holprigen Feldweg (mit leider zu vielen Kollegen die auf vernünftige Flaschenhalter keinen Wert legen) und die kurz darauf folgende (ungeplante) Zusatzrunde über einen Rewe-Parkplatz.

Als sich die Aufregung gelegt hatte war man auch schon am Fuße des Feldbergs angekommen. Auf der 10,5km langen Strecke (dieses Jahr leider keine getrennte Bergwertung) bis zur im Nebel versunkenen Passhöhe hatte sich eine 9-köpfige Spitzengruppe abgesetzt. Die 20 Mann starke Verfolgergruppe wurde von Moritz angeführt, der am 10,5km langen Anstieg seine Vorjahreszeit um sage und schreibe 2:04 Minuten auf 26:02 Minuten verbessern konnte. Mit einer der nächsten Gruppen erreichte Daniel die Passhöhe auf Platz 64 liegend – auch eine enorme Steigerung zum Vorjahr.

Wie immer galten alle Anstrengungen danach nur einem Ziel : die Gruppe, mit der man den Feldberg überquert hat irgendwie zu halten. Mit viel Krafteinsatz auf den Abfahrten konnte Moritz in der gut harmonierenden Verfolgerunggruppe tatsächlich bis Eschborn mitschwimmen und mit Platz 11 (von 2060 gewerteten Startern) seine mit Abstand beste Platzierung im German Cycling Cup erzielen. Daniel hatte mit seinem Rennverlauf leider viel Pech und musste gleich zwei größere Gruppen auf den Abfahrten ziehen lassen. Am Ende sprang dennoch ein 37. Platz in der Altersklassen-Wertung heraus.

Tour d’Energie 2013: Sportografenbilder

Wie bereits Tradition nach absolvierten Rennen des DGD Racing Teams gibt es für alle Fans, die nicht am Streckenrand stehen konnten, und natürlich für die Fahrer als Erinnerung, wunderbare Bilder vom Renngeschehen. Mit Klick aufs Bild gibt es eine Auswahl der besten Bilder vom DGD Racing Team.

Tour d’Energie 2013 Göttingen

Nachdem es am Anreisetag beachtliche 8 Grad und Regen gab, war der Optimismus bezüglich des Rennwetters verhalten. Es sollte jedoch ein sehr schöner Frühlingstag werden. Stefan war vor dem Rennen mäßig motiviert, immerhin überstieg die Renndistanz von knapp 100km seine diesjährigen Trainingskilometer knapp. Kurz vor dem Start, die Sonne schien schon gut bei knapp 10 Grad, wurde seitens Daniel die Kleidung abgespeckt, die lange (dünne) Hose blieb im Gepäckbus – eine sehr weise Entscheidung.

Bereits zu Rennbeginn war das Rennen für Moritz und Daniel sehr hart, immer wieder bremste das Hauptfeld und zog dann wieder an, besonders auf den Abfahrten musste sehr früh schon in den roten Bereich gegangen werden. Am Flachstück an der Weser war jedoch das Rennziel erreicht, beide lagen im ersten Hauptfeld des Rennens. Am zweiten Anstieg konnte sich Moritz weiter nach vorne arbeiten, wurde jedoch vom immer größer werdenden Feld (und damit auch Daniel) im Flachen wieder eingeholt. Am Schlussanstieg, dem Hohen Hagen, sollte sich das aber auszahlen, denn die Aufholarbeit im Flachen war doch aufreibend und somit war für Daniel die Bergwertung nicht mehr wirklich im Angriffsmodus zu bewältigen. Moritz hatte jedoch noch ein paar Körner und konnte mit der 17. besten Zeit die Bergpace unter Beweis stellen. Daniel musste erneut eine Lücke reißen lassen, und kämpfte an der Bergwertung gegen die (mit Abstand) beste Frau im Feld – Beate Zanner. Dieser konnte denkbar knapp entschieden werden und es bildete sich im Flachen wieder ein recht großes Feld. Moritz hatte dieses Mal das Glück, dass sich noch eine weitere Gruppe bildete, in der er so kraftsparend wie möglich ins Ziel fuhr, und das mit einer wirklich beeindruckenden 46. Gesamtplatzierung (Zeit 2:34h, Schnitt 38,5km/h), mit einem Rückstand auf den Sieger von nur einer Minute. Daniel fuhr ebenfalls im Schatten des Feldes, nahm sich aber 5km und 2km vor dem Ziel den Spaß, einfach mal einen Alleingang/Attacke zu fahren. Diese waren jedoch wie erwartet nur für die Galerie, es wurden vielleicht 10-12 Plätze eingebüßt – das war den Spaß allemal wert. Platzierung war ebenfalls über den Erwartungen mit Platz 76 (Zeit 2:36h, Schnitt 38,2km/h).

Stefan hatte, zur großen Freude der anderen, ebenfalls ein perfektes Rennen. Trotz des kaum vorhandenen Trainings wurde er 435. (von 2400) und fuhr in 2:50:50 (35er Schnitt) immerhin 3 Minuten schneller als der Teamchef im Vorjahr. Wie geplant war sein Rennen eher taktisch geprägt, die meiste Zeit wurde im Windschatten des Feldes gefahren, wenn jedoch eine Lücke entstand, die zugefahren werden sollte, tat er das auf klassische Art nämlich einfach davonzusprinten.

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Link zur Ergebnisliste,