Projekt: Stevens Comet Custom – Disc meets Campa – Bestellung und erste Teile

Nach langwierigen Recherchen, ist es endlich soweit, die wichtigsten Teile des Projektes sind bestellt. Die geplante Teileliste kann somit veröffentlich werden, Gewichte der Komponenten werden natürlich noch nachgeliefert. Während des Trainingslager Mallorca 2018 konnten bereits die allerersten Carbonteile selbst angefertigt werden – die Flaschenhalter von Carbone. Deren kombiniertes Gewicht von 22g inkl. Schrauben waren ein fundierter Start fürs Leichtbauprojekt. Beim Stöbern in den Angeboten von bike24 wurde kurzerhand das zweite Teil erworben, ein 3T Ernova Team Limited Lenker aus Carbon (42cm, 184g) mit Zuginnenverlegung zum halben Preis.

Laufräder werden wie erwartet von Light-Wolf gefertigt, die Felgen stammen von Beast Components, einer Ausgründung der TU Dresden. Details und Bilder folgen vor Weihnachten. Der Rahmen – Stevens Comet Disc 56cm 2019 wurde bei Citybike Darmstadt geordert. Die Gruppe, die Campagnolo Record wurde zeitgleich bestellt, es wird aber keine lupenreine Komplettgruppe montiert, der Gewichtsvorteil der Super Record Kurbel (im Vergleich zum nicht wirklich existenten Vorteil bei all den anderen Teilen, Kette und Kassette sind sowieso gleich) und das ambitionierte Gewichtsziel des Projektes ließen keine Wahl.

RahmenStevens Comet Disc 56cm (880g)
GabelStevens Full Carbon SL 1 1/8“ – 1 1/4“ (ungekürzt 359g)
SteuersatzStevens Race Taper 1 1/8“ – 1 1/4“ (77g)
ExpanderYuniper Expander mit Aheadkappe (17g)
SchaltwerkCampagnolo Record Schaltwerk 2×12-fach (202g)
UmwerferCampagnolo Record Umwerfer 2×12-fach (82g)
Griffe
Campagnolo Record Disc Brake Ergopower (279g + Kabel)
BremsenCampagnolo Record Disc Brake Flat Mount (100g + Beläge)
Scheiben
Campagnolo 03 AFS 160mm (je 121g), DT-Swiss Verschluss (19g Paar)
KassetteCampagnolo Super Record Kassette 12-fach 11-32 (284g)
LaufräderBeast Components Carbonfelgen (40mm), DTSwiss 240s Naben (1440g)
SteckachseCarbon Ti 12x130mm / 12x142mm rot (Paar 56g)
Ventile
Tune Tubeless Ventile 60mm (Paar 11g)
ReifenSchwalbe Pro One 25mm Tubeless (282g, 287g)
KurbelCampagnolo Super Record Ultra Torque TI Carbon 2×12-fach (641g)
KetteCampagnolo Super Record Kette (234g ungekürzt)
InnenlagerCampagnolo Ultra Torque OS-Fit (45g)
VorbauProcraft ST2 6° 10cm (89g)
Lenker3T Ernova Team Limited 42cm (184g)
Lenkerband 
Lizard Skins DSP 1.8 mm Black (60g)
SattelBerk List (94g)
Sattelstütze
Carbonice Flotte Lotte 27,2mm UD (85g)
KlemmeYuniper Klemme (7g)
PedaleXpedo R-Force TI SPD (164g)

Pimp my CAAD 10

Um nach Daniels geplantem, kometenhaften Upgrade ein klein wenig weniger auf unterlegenem Material antreten zu müssen, und weil säubern, polieren und neue Teile anschrauben sowieso sehr viel Spaß macht, habe ich mich entschlossen, meinem altgedientes CAAD 10 für sein 7. Einsatzjahr ein paar Updates zu verpassen. Generell kann ich Cannondale an dieser Stelle für die Materialverarbeitung und Lackierung nur loben. Das Rad sieht auch nach über 40.000km aus wie neu und fährt sich auch so!

Alle Upgrades sowie einaktuelles Bild der Maschine finden sich hier.

Etwas unfreiwillig war schon letztes Jahr ein Wechsel auf Acros Nineteen RD Naben nötig. Materialermüdung am Vorgänger „54 Road“ ist hier das Sprichwort. Wie immer kamen mir die Jungs von Light-Wolf sehr kulant entgegen. Dafür nochmal ein Dankeschön.

Aus optischen und gewichtstechnischen Gründen wurde auf Cannondales schwarz-glänzenden C2 Vorbau und Lenker gewechselt. Das black camo Lenkerband von Lizard Skins ist nicht nur richtig schick sondern auch sehr leicht (56g inlk. Stopfen) und war vor allem schon beim Bergspezialisten schlechthin, Oondree Greipel, im Einsatz.

Besonders gespannt bin ich auf die unfassbar leicten R-Force Ti Pedale von Xpedo (167g das Paar!), ein Testbericht wird folgen. Ebenso wird sich zeigen, ob squirt lube als neues Kettenschmiermittel wirklich das hält, was einem dieses Jahr auf so ziemlich jeder Bikemesse im Rahmen der Jedermannrennen empfohlen wurde.

In Sachen Bowdenzüge vertraue ich wie schon nach der letzten Generalüberhoung vor 3 Jahren auf die Polymer beschichteten Bremszüge von Shimano (sensationel feines Bremsgefühl) und den analogen (haha) Schaltzüge aus der Dura Ace 9000 Serie. Die oft diskutierte Inkompatibilität mit den älteren Gruppen beruht hauptsächlich auf der Angst, dass der Klemmmechanismus insbesondere an der Bremse nicht ausreichend stark für die sehr glatten Innenzüge ist. Das kann man natürlich nicht völlig abweisen, letztendlich sollte aber ein leichtes Aufrauen an der Klemmstelle mit eine kleinen Feile Abhilfe schaffen. Zumindest mache ich das so und es es lief bisher immer problemlos und vor allem butterweich.

Für alle die ganz genau gelesen haben: Das Upgrade auf die Dura Ace Kassette macht eigentlich nicht so viel Sinn, aber 1. wurde so ein freier bike24-Versand nach Frankreich „verdient“, 2. ein paar Gramm gespart um zum nun fahrfertigen Gesamtgewicht von 7,3kg (-250g) beizutragen, und 3. hat die letzte Kassette auch 15.000km gehalten 😉

 

Les Bosses de Provence

Parallel zur zweiten Etappe des Ridermans startete der französische Teil des DGD Racing Teams beim Jedermannrennen "Bosses de Provence" in Marseille. Die Anreise zum sonnigen Saisonabschluss im Süden Frankreichs gestaltete sich dank direktem TGV aus Paris sehr angenehm: Mit Radkoffer nach der Arbeit Abfahrt 19:40 und Ankunft 0:15 in Sylvies Gästezimmer. Danach hieß es erstmal Ausschlafen, Räder aufbauen und Startunterlagen abholen. All dies ging erstaunlich reibungslos vonstatten. Die in der Goodie-Bag enthalte Windstopperweste machte einen erfeulich leichten und hochwertigen Eindruck, nur der von den Veranstaltern vorgeschlagene Einsatz am Folgetag irritierte im Angesicht der bevorstehenden tropischen Nacht.

Am Renntag klingelte der Wecker um 5:50. Nachdem sich einer der 3 Fahrer mit einer beachtliche Menge Nudeln mit Zimtzucker vollgestopft hatte und die anderen beiden auch vernünftig gefrühstückt hatten, fand man sich gegen 7:30 im Bereich der Startblöcke ein. Alle 3 hatten sich im Vorfeld für die längste der 3 Strecken entschieden, 164km gespickt mit 2800Hm, obgleich ein Wechseln auf die 130km Strecke noch während des Rennens möglich ist. Per Default werden alle Damen, die sich auf die lange Strecke trauen, in den ersten VIP Startblock gesteckt, für den sich auch Moritz aufgrund seiner Vorleistungen qualifizierte. Das war auch zwingend notwendig, denn nach der neutralisierten Einrollphase ging es direkt "kalt" in den ersten Anstieg (3km, 170Hm) und vorne wurde von Anfang an voll gefahren.

In der Hektik am Start verloren sich Katie und Sylvie direkt aus den Augen und fuhren von Beginn an ihr eigenes Tempo um mit den den Kräften zu Haushalten — sehr vernünftig bei dieser Streckenlänge. Moritz Taktik war, wenig überraschend, genau das Gegenteil: Es sollte auf Teufel komm raus die Rennspitze gehalten werden, denn mit der absteigenden Form der letzten Wochen würde es hintenraus so oder so ein Debakel geben. Bereits an der ersten Kuppe nach nicht einmal 9 Rennminuten hatte sich eine ca. 80 Mann starke Gruppe aus Fahrern der 164er und der 130er Strecke abgesetzt und der Pulsmesser vor dem Racing Team Trikot in zweiter Reihe zeigte bedenkliche 187 Schläge an. Mit viel Tempo ging es im Feld durch die Abfahrt, provencalische Dörfer, über die nächste Schippe Sand (2,5km, 150hm) und erst am ersten längeren Anstieg des Tages, dem 11km langen Rollerberg Col du Grand Caunet kehrte etwas Ruhe ein. Die Ruhe vor dem Sturm. Direkt nach der Streckenteilung wurde das Tempo auf den ersten Metern des Col d'Espigulier (10,5km, 600Hm) an der Spitze brutalst verschärft und einzelne Grüppchen lösten sich. Moritz' Versuch mitzugehen scheiterte einigermaßen kläglich, aber da der Anstieg lang genug war und kein Wind von vorne kam, erschien das Kurbeln im eigenen Rhythmus die beste Antwort zu sein. Und siehe da: Fahrer um Fahrer wurde überholt und 3km vor dem Gipfel wurde eine 8er Gruppe eingeholt, die auch im folgenden Flachstück und der anschließenden Abfahrt gut harmonierte. Sogar so gut, dass die 12 Mann starke Spitzengruppe wieder in Sichtweite kam, mit Abstand im Sekundenbereich. Dann aber folgte der Anstieg zurück zum Espigulier (es wird also eine Art Strafrunde gefahren) mit einer hübschen 12%-Rampe gleich zu Beginn. Die abzusehende Tempoverschärfung quittierten Moritz' Beine mit einem Krampf, die Gruppe war weg, und um die Demotivation auf die Spitze zu treiben, passierten auch bald der Begleitwagen sowie 2 Motorräder des Veranstalters. Es mussten also Mineralstoffe her: Cola-Gel schmeckt, Salzkaramell-Gel schmeckt (zum Kotzen), viel Trinken ist gut, aber nicht wenn man der einzige in seiner Gruppe ist, der keine Freunde mit Flaschen an der Strecke platziert hat, und die Gruppe somit nie an den Verpflegungsstationen anhält. Zumindest zeigte das Wirkung, denn das nicht für möglich gehaltene passierte. Erst kamen die Begleitfahrezeuge wieder in Sichtweite und dann sogar die alte Gruppe. Oben angekommen, kam direkt Katie entgegen, die sich also auch für den langen Parcours entschieden hatte.

Die restlichen 50km waren die befürchtete Qual ohne Ende und der Rennverlauf aus Moritz' Sicht sehr einfach zusammen zu fassen: 0km Führungsarbeit im Flachen, immer der letzte in der Gruppe ohne Lücke, 40km ohne Trinken bei über 30 Grad, nur noch dicke Mühle am Berg um Krämpfe zu verhindern, angekommen auf Platz 18 in 4:58h. Im Zielbereich direkt 12 Becher Iso und 2 Becher Bier konsumiert (teilweise eine kluge Idee).

Dann hieß es warten auf die anderen, während die Temperaturen im Schatten bereits auf 32 Grad geklettert waren. Katie hatte sich das Rennen sehr gut eingeteilt und mit Schokolade und Banane an den diversen Verpflegungsstationen eine exzellente Motivationsquelle fürs immer weiter Fahren gefunden. Leider war das Teilnehmerfeld so zersplittert, dass sie viele zusätzliche Kräfte in den flachen Gegenwind Passagen lassen wusste, aber allem zum trotz kam sie als 11. Frau nach 7:08h Fahrzeit ins Ziel!

Die Saison 2018 hat damit für uns einen sehr würdigen Abschluss gefunden. Man sieht sich zum Start des Winterpokals in 1(!!!) Monat.

Riderman 2018 – Rennbilder

Dieses Jahr gibt es nicht so viele Rennbilder vom Riderman, es gibt jeweils ein Bild pro Tag. Ein schönes Panaroma vom Zeitfahren, das zwangsläufige Ausrollen nach dem Hungerast mit einem Strassacker-Fahrer (der noch platter war, kaum vorstellbar) und ein schöne Aufnahme vom Rennen am Sonntag mit den Feldwegen des Schwarzwaldes im Hintergrund.

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Riderman 2018 – Etappe 2

Am dritten Renntag wurde das Trio morgens von grauem Himmel begrüßt. Ab und an gab es auch ein paar Tropfen von oben, dementsprechend war die Motivation überschaubar. Heiko hatte vom vielen Unterlenkerfahren eine wunde Stelle, sodass sein Start in Frage stand. Die seltsame Arithmetik der Startblockverteilung lies Daniel in C und die anderen beiden Fahrer in D starten – man munkelt dass man aufgrund höheren Alters einen Bonus bekommt. Heiko hielt sich an die Vorgabe, er wollte das Rennen deutlich gemütlicher angehen als am Vortag. Sebastian und Daniel starten in B (was aufgrund der Leistung vom Vortag passend war). Kurz vor dem Start gab es nochmal einen Schauer, sodass die Straßen schön nass waren. Dementsprechend defensiv gingen alle Drei das Rennen an.

Wie in den Vorjahren ging es recht bald auf einen schmalen Feldweg. Der Wind spielte eine sehr große Rolle, Daniel fuhr in Einerreihe an Sebastians Hinterrad konnte dies aber aufgrund starken Seitenwindes nicht halten. Taktisch wurde gewartet bis sich eine weitere Gruppe bildete, denn es galt Körner zu sparen. Am ersten ernsthaften Anstieg waren dann die Gruppen wieder vereint und Daniel konnte sich in den vorderen Teil zu Sebastian manövrieren, sodass man gemeinsam die erste Tempoverschärfung bestreiten und sich mit einer kleinen Gruppe absetzen konnte. Am darauffolgenden Anstieg gelang es Daniel eine kleine Lücke zu reißen – ohne Sprint sondern mit kontrolliertem Bergtempo. Sebastian konnte kurz vor der Kuppe mit einem Sprint ebenfalls aufschließen und man befand sich in einer Gruppe weiter vorne. Bei beiden Manövern war auch ein 15-jähriger Fahrer mit dabei, der sein erstes Rennradrennen absolvierte – die beiden Teamfahrer waren von dieser Performance schon reichlich beeindruckt.

Auf den Flachstücken wurde dann die Führungsarbeit den Anderen überlassen, denn es kamen noch drei Anstiege. Ungefähr 20 Kilometer vor dem Ziel kam es erneut zu einer Windkante und trotz vollem Einsatz ging zwischen Daniel und Sebastian eine Lücke auf. Die Beine waren so platt, dass es noch ein paar Überholmanöver gab bevor sich Daniel in einer neu formierten Gruppe hinter Sebastian sammeln konnte. Dort fuhr er dann auch einige Führungswechsel, aber wenn nur ein Viertel der Gruppe sich daran beteiligt war die Motivation überschaubar. Beide Fahrer konnten dann in ihrer jeweiligen Gruppe das Ziel erreichen und waren jeweils mit der gebotenen Leistung sehr zufrieden.

Heiko fuhr größtenteils alleine, konnte an den Anstiegen viele Plätze gutmachen. Gegen Rennende fragte ihn eine Dame, ob sie in seinem Windschatten fahren dürfe, was er gentelmanlike bejahte und ihn auf den folgenden 20km zusätzlich motivierte.

Ergebnisse: Sebastian 2:29:03 (219. Mann, Strava), Daniel 2:31:27 (245. Mann, Strava) und Heiko 2:45:50 (427. Mann).