Radtreff am Ring: Videotest

Endlich war es wieder soweit, bei gutem Wetter und warmen 12-13 Grad ging es bei anständigem Wind auf einen weiteren Formtest auf der Nordschleife. Doch auch die Technik wurde zum erstem Mal getestet, am Lenker des Teamchefs befand sich ein filmendes iPhone, befestigt mit folgendem Halter: Otterbox + RamMount Überraschenderweise konnte das iPhone doch quer angebaut werden, und nicht nur hochkant wie bei den ersten Minitests in Reichelsheim. Nach ein paar Runden auf der GP-Strecke ging es 19:15 auf die Nordschleife. Das riesige Teilnehmerfeld wurde aus filmtechnischen Gründen vorgelassen, dann ging es für Daniel und Moritz auf Zeitenjagd. Trotz deutlich widriger äußeren Bedingungen im Vergleich zum Juli 2010 konnte die damalige Zeit um ca. 20 Sekunden unterboten werden, siehe Garmin-Link. Die Top-Speed lag bei vergleichsweise niedrigen 80km/h, die Mindestspeed an der Hohen Acht allerdings war 12km/h. Die zweite Runde wurde dann recht gemütlich absolviert, 4 Minuten langsamer als zuvor, aber immernoch mit einem 28,4er Schnitt. Abends wurde dann das Video (verfügbar auch in HD 🙂 zusammen mit dem EMS Teamchef (der auch 2 Runden absolvierte und damit Gesamtvierter wurde) in der Pistenklause analysiert.

Königstuhldownhill – Christian auf Abwegen

Nachdem die letzten Wochen fahrradtechnisch für mich hausarbeitsbedingt eher auf Sparflamme liefen, erlebte ich am gestrigen Sonntag ein unerwartetes radlerisches Abenteuer. Eine frühe Ankunft in Heidelberg und das herrliche Herbstwetter sorgten für einen großen Drang, mal wieder in eine längere Tour zu starten. Ich erinnerte mich an das Angebot eines netten Kommilitonen, der bereits vor längerer Zeit versprochen hatte, mir seine „alte“ Freeridemaschine zu leihen und mir die interessantesten Trails um Heidelberg zu zeigen … Ein kurzer Anruf genügte und kurze Zeit später startete ich, ausgerüstet mit einem Trek Session 77 Mod. 2008 und einem motivierten Mitfahrer, in Richtung Königsstuhl.

Natürlich machte sich das Gewicht der 180 mm Stahlfeder und des verstärkten Rahmens bei den wirklich anspruchsvollen Steigungen schnell bemerkbar, dennoch gelang uns das Überholen 3er schwer beeindruckter Rennradler. Nach einem gegen Ende doch sehr quälenden Anstieg, erreichten wir dann die Aussichtsplattform am Königstuhlgipfel, wo sich ein herrlicher Ausblick auf das herbstliche Neckartal, den Odenwald und sogar die Berge des Pfälzer Waldes bot.

Bevor es dann auf die Abfahrt gehen sollte, lüftete mein Mitfahrer auch das Geheimnis um den Inhalt seines mitgeführten Rucksacks und schnallte sich Schienbein- sowie Unterarmprotektoren um. Spätestens jetzt war mir klar, dass es wohl etwas ungemütlicher zur Sache gehen würde.

Genauso kam es dann auch und mit beeindruckender Geschwindigkeit stürzte sich mein Kollege in den erstbesten Trail. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich hinterher zu wagen. Was dann folgte war an Abenteuerlichkeit kaum zu überbieten. Der Trail war gespickt mit scharf aus dem Waldboden ragenden Sandsteinfelsen, hohen Wurzeln und Findlingen. Während mein Begleiter schon fast außer Sichtweite verschwand, war ich stolz die ersten Hürden übersprungen zu haben, nicht ahnend, dass hinter der nächsten Serpentine eine rund 25m lange Sandsteintreppe auf mich wartete. Das wunderbar arbeitende Fahrwerk verzieh zwar unglaublich viel, aber als ich dank einer überhasteten Lenkbewegung die Treppe auf halber Strecke rechtsab verlassen musste, führte dies unvermeidbar zur ersten Begegnung mit dem Heidelberger Waldboden. Die Landung war glücklicherweise erstaunlich sanft und mit ein paar Kratzern und blauen Flecken konnte die Tour fortgesetzt werden.

Der weitere Streckenverlauf gestaltete sich dann etwas entspannter und bis auf einen Fast-Sturz an einer seltsam-steilen Spitzkehre kam ich dann tatsächlich wieder am Schloss an und freute mich riesig, wieder Asphalt zu sehen.

Das Fazit der Tour: ein abenteuerlicher Tag, das Wissen, dass mich das super Fahrwerk einige Male vor weiteren Ausflügen Richtung Waldboden bewahrt hat, aber auch einige Schrammen und blaue Flecken und die Erkenntnis, dass diese Art des Radsports doch deutlich zu extrem für mich ist … bevor so eine Tour wieder in Frage kommt, muss auf den, nun von Daniel ja reichlich erkundeten, Odenwaldtrails die Geländetechnik verbessert werden und ohne Protektoren geht auf diesen Trails gar nichts !

(wenn sich die 1,3 MP Handycambilder als anschaulich herausstellen, folgt hier evtl. noch das ein oder andere Bild der Tour)

Erneute Testfahrt auf der Nordschleife

Unerwarteterweise bekamen Stefan, Daniel und Moritz am 16.07. die erneute Gelegenheit auf der Nordschleife zu testen. Der Termin vom 9.7. wurde vom Spitzenorganisator eine Woche nach hinten verlegt. Die äußeren Bedingungen waren optimal, bei 28 Grad wehte ein angenehmer und nicht zu starker Wind, und aufgrund der recht späten Startzeit von 19 Uhr brannte die Sonne nicht mehr. Dieses Mal war der Schlachtplan die identische Strategie wie beim letzten Test vor einem Monat. Daniel hatte seinen Pulsgurt vergessen, musste sich daher an Moritz halten um in der ersten Runde wie besprochen nicht zu überpacen. Allerdings war das Angangstempo deutlich forscher, auf der Abfahrt wurden 30 Sekunden im Vergleich zum letzten Mal herausgefahren. Stefan war das Tempo ein wenig zu schnell, was wohl auch an der sehr kurzen Aufwärmrunde lag, und musste auf der ersten Runde bedingt durch eine Verknappung der Luftzufuhr, astmabedingt, rausnehmen. Auf der GP-Strecke nahm er sich zudem die Zeit ein wenig zu essen. Ob dieser widrigen Umstände ist die Rundenzeit von insgesamt 55 Minuten wirklich sehr hoch einzuschätzen. Deutlich besser erwischten Daniel und Moritz die Geschwindigkeit. Am Berg der ersten Runde musste Daniel aufgrund des angeschlagenen Tempos fasst abreißen lassen, auf der Restrunde konnten sich beide durch abwechselndes Windschattenfahren etwas erholen. Die erreichte Rundenzeit war mit 46:05, (Durchgangszeit Nordschleife: 39:57) extrem und überraschend gut. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es mit nun leichten schmerzenden Beinen auf die zweite Runde. Trotz Skepsis und Erschöpfung konnte die erste Runde noch getoppt werden, Endzeit Nordschleife dieses Mal 39:47). Daten Daniel: erste Runde mit GP, zweite Runde. Daten Moritz komplett. Stefan konnte trotz Luftprobleme eine gute Runde fahren, und unterbot mit 42:55 die Zeit seiner zweiten Runde vom letzten Test.

Radtreff am Ring 10. Juni

Endlich war es soweit, drei Viertel des Teams zusammen auf der Nordschleife, leider konnte Christian aus terminlichen Gründen nicht mitkommen. Geplant waren bei perfektem Sommerwetter, etwas untypisch für die Eifel, zwei Runden zu fahren. Die erste Runde wurde komplett mit GP-Strecke gefahren, bei „verhaltenem“ Puls möglichst realistisch eben fürs 24 Stundenrennen. Das ist gerade ohne technische Hilfsmittel extrem schwer, da die Strecke und die Konkurrenz stets das eigene Tempo hochhält. Moritz und mir gelang es unseren Puls unter 180 zu halten, die Gesamtzeit inkl. GP-Strecke waren 49 Minuten für uns, und ca. 30 Sekunden schneller für Stefan, der es an der Hohen Acht nicht lassen konnte mehr Gas zu geben. Meine Telemetrie: (1. Runde) und Moritz (Gesamt). Bereits vor Beginn konnten wir uns über die katastrophale Organisation aufregen, es gab 2 Leute die Nummern herausgegeben haben, bezahlen konnte man nur per Ring-Card. Ganz wichtig waren auch die im Vorfeld zurecht gelegten Ausreden, warum man denn nicht sein Leistungsmaximum erreichen konnte :). Die zweite Runde war auf volle Attacke ausgelegt, Moritz hat seine Zeit (trotz Erkältung) noch um 30 Sekunden verbessern können. Gestoppt wurde dieses Mal auch nur die Nordschleife, d.h. man hatte noch knapp 21km zu fahren. Ich konnte eine gute Pace gehen und den Tag mit einer Zeit von 40:32 (Schnitt: 30,7km, Telemetriedaten) beschließen, völlig ausgepowered aber zufrieden. Die allermeisten anderen Teilnehmer waren eher Hindernisse am Berg, ein Topgefühl 🙂 Für Rad am Ring ist unser Ziel damit 50 Minuten pro Runde, was dann auf 7 Runden pro Person kommt.

Rad am Ring im Sparformat – Testfahrt beim Radtreff am Ring

Mitte Mai informierte die offizielle Homepage von Rad am Ring von einer neuartigen Möglichkeit, die „grüne Hölle“ bereits vor dem eigentlichen Rad-am-Ring-Event aus eigener Muskelkraft zu bezwingen. Diese Veranstaltung trägt den Namen Radtreff am Ring und erregte natürlich sofort die Aufmerksamkeit unseres Teams. Ein paar Extrarunden zur Verinnerlichung des außergewöhnlichen Streckenprofils darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Nachdem der angepeilte 11. Juni bei mir terminlich leider nicht machbar war, wurde kurzentschlossen die Premierenveranstaltung am 21. Mai angepeilt und um 14:15 ging es dann für Stefan und mich pünktlich in richtung Eifel. Der Wettergott war uns wohlgesonnen und so kamen wir bei strahlendem Sonnenschein im Eifeldorf an. Da wir bis zur Streckenöffnung noch genug Zeit hatten, nutzten wir die Möglichkeit, die Infrastruktur des Fahrerlagers sowie die Neubauten des Ringboulevards zu besichtigen. Daraufhin machten wir uns auf die Suche nach der Startnummernausgabe, welche wir nur durch den Tipp eines betagten RadamRing-Veteranen, welcher das Vorhaben die Nordschleife mit MTB’s zu bezwingen sehr skeptisch betrachtete, finden konnten. Die bürokratischen Vorgänge bei der Nummernausgabe waren noch völlig unorganisiert – es mangelte nicht nur an einem einfachen Bezahlsystem sondern auch an Basics wie Kugelschreibern und einem organisierten Vergabemodus – hier ist noch deutlicher Optimierungsbedarf auf Seiten des Veranstalters! Pünktlich um 18:00 hatten wir aber 2 der grünen Nummern ergattert und konnten uns auf dem Grand-Prix-Kurs warmrollen. Dort hatten uns die Sportscup Porsche mittlerweile Platz gemacht und es bot sich die interessante Möglichkeit, Streckenabschnitte wie das Castrol-S und die beeindruckende Dunlop-Kehre auf dem Rad zu erkunden. Nach einigen Runden befuhren wir dann noch die Kurzanbindung, welche im August auch unseren Einstieg in die Nordschleife markieren wird. Danach sammelten wir uns mit ca. 70 weiteren Sportlern vor der Zufahrt zur Nordschleife wo gegen 19:30 die Schranke geöffnet wurde. Endlich durften wir uns nun wieder durch die berüchtigte Grüne Hölle quälen und bereits nach den ersten Abfahrten kam das besondere Nordschleifenfeeling auf. Dieses wurde jedoch im Speedabschnitt der Fuchsröhre, wo eigentlich Geschwindigkeiten über 90 km/h möglich sind durch starke Vibrationen meines Hinterrades etwas gedämpft. Bei knapp 80 km/h hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über das Rad zu verlieren und musste die restlichen Abfahrten mit bedächtiger Geschwindigkeit fortsetzten. Dieser Fehler muss bis zum August unbedingt behoben werden und ein Check der Laufräder wird nun möglichst zeitnah durchgeführt. Auf die kurvenreiche Passage um den Streckenabschnitt „Wehrseifen“, welcher eine gute Kurventechnik erfordert, folgt der lange Anstieg richtung Hohe Acht. Der langsame Anstieg zwischen Kesselschen und Karusell, welcher mir bereits im vergangenen Jahr erheblich zusetzte, sorgte auch diese Jahr für ein schnelles Ansteigen des Pulses. Während Stefan locker zu voranfahrenden Rennradlergrupettos aufschloss, musste ich kämpfen. Ein Einbruch wie vergangens Jahr blieb jedoch glücklicherweise aus. Nach hartem Kampf erreichte ich schließlich mit der Hohen Acht den höchsten Punkt der Strecke, wo Stefan bereits, über zahlreiche abgehängte Rennradler triumphierend, wartete. Auf der langen Geraden der Döttinger Höhe galt es dann nochmals mit hohen Frequenzen gegen den starken Gegenwind zu kämpfen, bevor nach dem letzten Anstieg am Hohenrain wieder die Start-Ziel-Gerade vor uns lag. Hier ließ mir Stefan gar keine andere Wahl, als ohne Pause sofort in eine zweite Nordschleifenrunde zu starten. Prägen sollte diese Runde Stefans unwiderstehlicher Antritt auf die Hohe Acht, nach welchem er, statt zu verschnaufen, mir entgegen rollte, um die letzten 50 Meter der 18 prozentigen Steigung nochmals in Angriff zu nehmen. Hier zeigte sich also wieder die altbekannte „Bergstärke“. Die Abfahrten hinunter zum Schwalbenschwanz geschahen dann bereits im Dunkelen und für die letzten Kilometer galt es nochmals alle Reserven zu mobilisieren. Dies gelang auch überraschend gut, sodass wir uns mit einer ordentlichen Geschwindigkeit dem Zielbereich nährten, wo wir in absoluter Dunkelheit mit einem gemütlichen Rollout über die Zielgerade diesen gelungenen Tag ausklingen ließen.