Trainingslager Südtirol 2018 – Foza

Der mittwochs durchgeführte Ruhetag bot ein sehr straffes Programm: Shoppen in Trento, Hemden und Hosen und Radschläuche sowie Wechsel der Batterie des Pulsgurtes (ohne Erfolg). Dann ging es zur weltbesten Pizzeria (Da Albert) in Trento. Als Novum wurde die klassische Ruhetagsrunde durch einen Saunabesuch (Albermonaco in Trento) ersetzt. Nach einem kurzen Einkauf ging es dann zum Castel Pergine, in weitestgehend standesgemäßen Outfit:

Die heutige Etappe führte auf dem sehr abwechslungsreichen Trento-Brenta Fernradweg in Richtung Mittelmeer. Fast 60km ging es fastfast leicht bergab in ein immer enger werdendes Tal. Der Wind war recht dankbar, sodass die 40km/h über längere Zeit gehalten werden konnte. Direkt bei der Grenze zum Landkreis Venetien war der Radweg kurzzeitig gesperrt, aber das war dank der Schmäle das Tals keine navigatorische Herausforderung. Für Katie wurde die Etappen nur kilometertechnisch verkürzt, das Einrollen wurde durch eine Zugfahrt verkürzt, aber alle vier hatten die gleichen Höhenmeter zu absolvieren.

Der Hauptanstieg des Tages führte durch einen sehr schön gelegten, mit 21 Serpentinen gespickten Pass nach Foza. Es gab kein Stück im zweistelligen Bereich, lediglich der Belag gab vereinzelt Anlass zur Kritik; an sich ein absoluter Geheimtipp. Wie üblich fuhr Sebastian direkt unten sein eigenes Tempo. Nachdem erst Daniel und dann Moritz sehr forsch in den Anstieg fuhren, wurde das Tempo dann moderat. 2km vor dem Ende, im steilsten Stück, konnte Daniel dann Moritz Rhythmus nicht mitgehen und riss eine 100m Lücke. Diese konnte er zwar kurz danach wieder schließen, aber da dann der Pass noch nicht fertig war, wurde Moritz dann final auf Sicht fahren gelassen. Katie wartete schon oben im Café, die geplante Abfahrtszeit des Trios wurde durch diverses Trödeln und Flaschen-Vergessen nicht ganz erreicht. 

Das folgende Odenwald-Gehubbel fuhren dann alle vier zusammen. Katie konnte dadurch vom Windschaftten profitieren und ein paar Körner auf der doch sehr schweren Etappe sparen. Erst am Rollerberg (Passo die Vézzena 13,5km 360Hm 26,5er Schnitt) gab es eine Gruppenteilung.

Sebastian konnte die Pace (P36/1600 auf Strava) mitgehen; selbst die von Moritz kurz vor der Passhöhe durchgeführte Tempoverschärfung. Bei recht kühlen und wolkigen Temperaturen gab es eine zweite kurze Einkehr. Bei der Abfahrt (mit einem Gegenhang und Gegenwind gespickt) wurde die Gruppe dann 2/2 geteilt, Moritz fuhr zusammen mit Katie die Etappe zu Ende. Sebastian machte sein Versprechen wahr, und fuhr vorne im Wind. Erst im Tunnel, nachdem noch ein Triathlet mit Aufsatz und Aerohelm abkassiert wurde, waren die Körner dann leer und Daniel durfte auf der sehr schön und flüssig zu fahrenden Abfahrt die Pace machen.

Eckdaten der Tour (87/142km, 2000Hm 2229er Schnitt) Unten im Tal schien wieder die Sonne und alle vier konnten die Beine noch im See ausbaumeln lassen und waren pünktlich zum Tour Finale wieder im Casa De Val.

Trainingslager Südtirol 2018 – Di Bondone al Lago di Garda

Für die sehr früh geplante Abfahrtszeit von 8h15 gab es heute gleich mehrere Gründe. Zum einen kündigte sich für den Nachmittag eine Störung an, die bis morgen Abend durchziehen soll (logisch: morgen ist ja Ruhetag), zum anderen nahmen sich alle vier die auf 17km verteilten 1450 Höhenmeter von Trento auf den Monte Bondone vor (logisch: die liegen voll in der Sonne). Katie ging dann auch pünktlich auf die Strecke; für die anderen drei verzögerte sich die Abfahrt ein wenig, weil Daniel beschlossen hatte, beim Aufpumpen heute aus nahezu jedem Schlauch, der ihm in die Finger kam, aus Versehen den Ventilkopf rauszudrehen cheeky

Nach einem guten Kilometer Einrollen wurde der Hausberg von Calceranica relativ gemächlich hochgekurbelt und die Beine auf dem Etschtalradweg für die Höchstschwierigkeit des Tages präpariert. Sebastian fuhr wie schon an den Vortagen von Anfang an sein eigenes Tempo und erreichte die Passhöhe in 1:22:40. Der Plan der Bergspezialisten war heute eigentlich, dass Daniel den Rhythmus vorgeben sollte, was bei den am Vortrag noch als "sehr gleichmäßig" deklarierten Anfangskilometern aber daran scheiterte, dass die weitergegebene Streckeninformation schlichtweg falsch war. In Candrai setzte sich Moritz ab und dank klarer persönlicher Bestzeit für die zweite Streckenhälfte kam eine sehr ordentliche Zeit von 1:05:58 zustande. Daniel fuhr seinen Stiefel ohne sich zu Verausgaben zu Ende und hielt mit persönlicher Bestzeit auf den Schlusskilometern den Rückstand in Grenzen (1:08:26). Katie hatte mit kleineren Sperenzien ihres Schaltwerks zu kämpfen und hatte für den Großteil des Bondones nur den kleinsten Gang zur Verfügung. Das führte zwangsläufig zu einem sehr dynamischen Rhythmus und einer tollen Zeit von 1:46:09, Kampfansage an den Bergfloh inklusive, dessen Vorjahreszeit sie um 4 Minuten unterbieten konnte!

Der Apfelstrudel auf der Passhöhe kam in einer eher gastronomischen Portion daher. Dazu später mehr. Nach gemeinsamen Passfoto trennten sich die Wege. Katie schwang sich in die spektakulär in die Landschaft gelegte Abfahrt zurück nach Trento. Die anderen drei warfen sich, begleitet im modisch-eleganten "Bondone-Style" in die Highspeedabfahrt auf der Rückseite des Monte Bondone in Richtung Gardasee. Sebastian hatte beim Sprücheklopfen der Vortage vorbildlich aufgepasst und fragte Daniel, der mit leichtem Rückstand unten ankam, ob der Einparkassistent nicht funktioniert habe. Auf einer kürzeren Abfahrt mischte sich dann noch ein brutal starker Mountainbiker in die Führungsarbeit ein, danach wurde die Luft leicht feucht, und im Angesicht eines drohenden Gewitters der eingeplante zweite Stop in Riva wegrationalisiert.

Das sollte sich rächen, denn bei Rückenwind auf dem Etschtal Radweg Richtung Rovereto ließ vor allem Sebastian die letzten Körner und um den Dreierverband nicht zu sprengen wurden die restlichen flachen Kilometer  im Schongang zurückgelegt. Ab dann wartete nur noch die berüchtigte Mauer von Matarello auf die Fahrer. Die Bergpunkte oben gingen klar an den Teamchef. Eckdaten der Tour: 138km / 2700Hm / 27er(!) Schnitt,

Katie musste auf ihrer gut geplanten Rückfahrt über Trento auch Reißaus vor einer Regenfront nehmen. Das erfolgreiche Unterfangen wurde durch einen 19,1er Schnitt auf 85km mit über 2000Hm belohnt.

Nachdem alle Fahrer einigermaßen regeneriert hatten, wurde noch eine Vorjahreschmach ausgemerzt: Katie, Sebastian und Moritz triumphierten über die epische Fischplatte (und die zugehörigen Fritten) im Al Pescatore.

Trainingslager Südtirol 2018 – Redebus solo

Schon bei der Begutachtung der von Moritz geplanten Touren, fiel Daniel auf, dass die erste Woche human werden könnte. Das allereinfachste Tagespensum war heute an der Reihe, der Redebus von Pergine, im Gegensatz zum Vorjahr auf der echten Rollerstraße, war die einzige Erhöhung des Tages. Der Pass hat auf 15km knapp 1000Hm, welche nach Einrollen rund um Levico Terme in Angriff genommen wurden.

Trotz der Ankündigung von Daniel und Moritz kein Bergzeitfahren zu veranstalten, quittierte Sebastian die bejahende Antwort auf seine Frage "ist er das schon" direkt mit einer Lücke. Er wollte einfach sein eigenes Tempo fahren. Daniels Pulsmesser versagte komplett den Dienst, Moritz machte die Pace am Anstieg. Dieser war jedoch alles andere als gleichmäßig, sodass sich kein wirklicher Flow einstellen konnte. Auf den letzten etwas steileren 1,5km gab es doch noch eine Tempoverschärfung, aber es kamen beide gleichzeitig oben an. Trotz moderatem Durchschnittspuls von 165 war die Steigleistung von 1150Hm/h sehr anständig. Sebastian folgte kurze Zeit später und das Trio kehrte direkt auf dem Pass an der verlassenen Hütte ein. Dort gab es zwar keinen Strudel, aber einen sehr reichhaltigen Apfelkuchen.

Der im Vorjahr angebrachte Liliensticker am Passschild wurde noch gefeiert, dann ging es in die sehr steile Abfahrt hinunter. Mit Windschattenüberschuss hatte Moritz die 90km/h Schallmauer sogar durchbrechen können.

Die für das DGD Racing Team neue Abfahrt nach Pergine war ebenfalls zügig zu fahren. Für Sebastian und Daniel gab es einen kurzen Adrenalinschub, als Daniel durch einen größere Welle fuhr, und Sebastian kurzzeitig davon ausging, dass Daniels Hinterrad einen Defekt habe – es war aber nix. Die Planung durch Pergine war an einem Kreisel derartig kompliziert, dass die drei aus Versehen doch durch Pergine fuhren. Im komplett neu und nobel renovierten Restaurant vom Hotel Tourismo wurde dann standesgemäß noch ein Espresso geschlürft, bevor es am Lago zurück in Richtung Lago ging. Eckdaten der Tour 62km, 1200Hm, 27er Schnitt.

Katie hatte heute die klassische Ruhetagsrunde auf dem Programm. Im Gegensatz zu den männlichen Fahrern wurde diese Runde ausgedehnt, bis hinauf aufs Castel Pergine.

Dort gab es dann einen Imbiss und insgesamt sehr viele schöne Fotos (Best Of Gallerie folgt am Ende der Woche). So konnten Pergine und Levico Terme auch aus Nicht-Radfahrersicht touristisch erkundet werden.

Minitrainingslager in Bern

Wie bereits im Trainingslager Mallorca verabredete, reiste Daniel für ein verlängertes Wochenende nach Bern um Steffen zu besuchen. Die Tourenplanung lag, aufgrund vermutet besserer Ortskenntnis, im Verantwortungsbereich von Steffen. Am Freitag wurde direkt mit der härteren der beiden Touren gestartet. Nach kurzem Einrollen am See, Startpunkt Interlaken, ging es eine größere Straße recht gemäßigt mit 7-8% bergauf. Im Ort wurde es dann steil und es warteten 3km Feldweg mit >12% Steigung und ohne Flachstück auf die beiden Fahrer. Steffens Ortskenntnis endete mit der Einrollphase, es war also Gleichstand zu diesem Zeitpunkt. Dank guter Übersetzung (30/28) konnte der Anstieg bewältigt werden. Vor dem Mittagessen wartete nochmal eine ähnliche Feldweg Passage auf die beiden, diesmal nicht ganz so steil. Auf der Abfahrt gab es dann eine Straßenblockade. Eine Kuhherde hatte sich mitten auf dem Weg versammelt. Ein Autofahrer versuchte den Weg freizuräumen, nachdem er von einer Kuh in die Wiese gestoßen wurde, stieg er in sein Auto um rammte die Kühe vorsichtig zur Seite.
Gegen 15 Uhr ging es dann auf den eigentlichen Hauptanstieg, den Großen Scheidegg. Der Anstieg bot bereits auf dem Papier ordentliche Eckdaten mit 17km und knapp 1400 Höhenmetern. Steffen und Daniel gingen davon aus, dass dieser lange Berg doch sicher steigungsmäßig etwas moderater sein sollte. Dies war jedoch nicht der Fall, die Durchschnittssteigung rührte von 2-3 kurzen Flachstücken, dazwischen war es meist bei 11-12%, mit einer kurzen 16% Rampe als Höhepunkt. Der Weg war wieder nur ca 2m breit, sodass man auf die großen Busse schon sehr aufpassen musste. Landschaftlich war der Berg (und die beiden davor) sehr beeindruckend. Man fuhr mitten durch die Natur. Die Abfahrt herunter nach Grindelwald war zum Ende hin mit ordentlich Gegenwind ausgestattet. Daniel fuhr dabei meist vorne, aber auch manchmal vergeblich weil Steffen zu gemütlich unterwegs war um direkt im Windschatten zu bleiben. Eckdaten der Tour: 108km 2850Hm 20er Schnitt

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Am zweiten Tag ging es auf eine, Zitat Steffen, Mittelgebirgstour rund um Bern, vergleichbar mit dem Katzenbuckel. Nach ein wenig Stadtrundfahrt war der Berner Hausberg angesagt, bei dem Daniel sich richtig verausgaben wollte (3km 211Hm). Direkt am Steilstück war die Zeit noch in den Strava Top 10, am Ende wurde im flachen etwas Zeit liegen gelassen, sodass mit P12 knapp die Top-10 verpasst wurden. Nach einer kurzen Foto und Obstpause ging es dann in einen wirklich gemütlichen Anstieg auf breiten, bestens ausgebauten Straßen. Tatsächlich sah es nach Rollerberg aus, bis man nach dem Ort Rüti direkt mit Rampen begrüßt wurde. Wenn man die Passbeschreibung des Gurnigelpass gelesen hätte, wüsste man Bescheid. Gefühlt kurz vor dem Ende, lies Steffen der stehend KO war, Daniel fahren und er konnte 2:30 Minuten auf den reichlichen Restanstieg gut machen. Nach einer zünftigen Brotzeit und einer Meringue des Todes (mit Eis 8CHF aber unschaffbar viel für 1 Person) ging es dann weiter. Laut Steffen nur noch bergab. Nach ca. 100Hm fuhr man auf der Langlaufloipe die im Sommer eine normale Kreisstraße war – sehr nett. Es gab dann wieder ein paar Feldwegpassagen, die auf der Karte gerader aussahen als beim Fahren selbst. Bevor es nach Bern ging, wurden dann noch einige Höhenmeter eingebaut, zwar nicht so giftige wie am Vortag aber genug um noch ein paar Körner zu holen. Eckdaten der „Mittelgebirgstour“ 96km, 2100Hm, 24er Schnitt.

Insgesamt waren die beiden Touren optimal geplant und landschaftlich herausragend – eine sehr schöne Abwechslung zum Odenwald-Rennrad-Alltag und der Dank gilt an Steffen und Jessica für die Gastfreundschaft.