Trainingslager Gran Canaria 2024 – Coffeeride

Heute galt es sich aktiv zu erholen, mit <70 km wurde nur eine kurze Runde geplant. Anderl (aka Andreas) war wieder am Start, dafür zogen es Marco und Andy vor sich noch mehr zu erholen – symmetrisch in 3 Zweierreihen ging es also los. Obgleich das Wetter lupenrein vorhergesagt wurde, gab es sehr vereinzelte Tröpferl beim Verlassen der jeweiligen Unterkünfte. In Fahrtrichtung war der Himmel jedoch bereits blau und es wurde sich sehr konsequent an das Plauschtempo gehalten. Es ging die Abfahrt vom Vortag hoch, der erste Anstieg erinnert ein wenig an Cap Formentor. Kurz nach dem höchsten Punkt der Tour bei 900m wurde dann Karottenkuchen im Café verzehrt, dieses Mal zu sehr humanen Preisen.

Daniel dachte, es käme noch ein Anstieg – aber das gemütliche Tempo ließ die insgesamt 1390 Höhenmeter deutlich weniger anfühlen. Die Abfahrt, gespickt mit minimalen (im Gegensatz zum Vortag) Gegenhängen war landschaftlich und auch belagstechnisch sehr gut, aber der Wind war zum Teil extrem böig, sodass man durch ein paar Kurven fast nicht durchkam – daher wurde das Tempo merklich gedrosselt. Im Tal gab es dann eine Spezialroutenführung durch Doctoral bis man wieder auf die Küstenstraße bog. Dort war dann der Wind sehr kräftig und durchgängig von vorne. Das Tempo (also gerade bezogen auf die Anstrengung) blieb dennoch sehr moderat, sodass alle Teilnehmer wohl regeneriert gegen Mittag ihre Quartiere erreichten. 67km 1390 Hm.

Trainingslager Gran Canaria 2024 – Pico de las Nieves

Weiterhin war der Wind untypisch aus südlicher Richtung, daher wurde die Tour gleich begonnen wie am Vortag, die „flache“ Küstenstraße bis Telde, dort am gleichen Supermarkt wieder Carbs und Flaschen aufgefüllt. Das Teilnehmerfeld war bereits am Start ausgedünnt. Andreas machte Family-Day, Andy fuhr eine andere Runde, es ging also zu sechst nach Telde. Von dort verabschiedete sich dann Peter (geplant), um Andy auf seiner Tour zu begleiten. Da das Wetter nicht so lupenrein aussah, entschied die Orga demokratisch einen anderen Anstieg auf den Pico zu fahren, der sei nur etwas steiler dafür mit der Möglichkeit auf 2/3 der Strecke wieder herunterzufahren. Janine musste nach einem Pitstopp (oder wie von Peter korrigiert: Pissstopp) zusammen mit Daniel ihren Mann einholen, der sein Fatmax Intervall bereits unumkehrbar begonnen hatte. Aufgrund der guten Erinnerungen an den Giro delle Dolomiti 2021 beschloss Daniel mit den beiden Meyers hochzufahren. Marco hatte keinen GPS Track geladen und wollte zusammen mit den beiden Fahrern des DGD Racing Teams hochfahren. Heiko fuhr strikt nach Wattvorgabe (235W), was bei den diversen Todesrampen und zum Teil starken Gegenwindes zu Sub 50 Kadenzen führte. Marko konnte die Vorgabe von Micha (270W) nicht in die Tat umsetzen und musste aus Heikos „Windschatten“ abreißen lassen. Daniel konnte sich zwar durchgängig mit beiden Meyers unterhalten, aber die Pace war immer mehr in Richtung Bergzeitfahren als Grundlagentraining. Nach Zweidritteln des wirklich sehr harten Anstieges in Cazadores wurde Laktat gemessen und auf alle gewartet. Marco entschied sich wieder über die Küste zurückzufahren, und Daniel beschloss zusammen mit Heiko (und damit 10-15 Puls weniger) bis zum Gipfel der Insel zu fahren – wobei Micha und Janine nicht lange am zugigen Gipfel warten mussten. Die Abfahrt war vom Belag her zum Teil sehr überschaubar – gerade mit dem Alurenner keine Freude, immerhin konnte man zügig und ohne viel Verkehr zum Café in San Bartalomé fahren. Schon am Anstieg wurden Fahrer vom Team Uno-X gesichtet, die am Berg Intervalle mit Umkehren fuhren. Auf der Abfahrt manövrierte sich ein junger Fahrer dieses Teams am Quartett vorbei, jedoch mit sehr abenteuerlich/aggressiven Abfahrtshaltung – seine elektrische Schaltung war leer und hinten war der niedrigste Gang eingelegt, d.h. treten ging gar nicht. Kurz vorm Café kamen dann Peter und Andy entgegen mit denen die Tour dann auch beendet wurde. Dort gab es dann Käsekuchen zu Abzockpreisen (zum Glück zahlte Daniel die Rechnung für alle am Vortag) und Kaffee enthaltende Getränke. Da es bis Malpalomas „nur Berg ab ging“ (-> 200Hm Anstieg) wurde ohne quasi leeren Trinkflaschen die Tour mit einer super Abfahrt beendet – 130km und 3000 Hm, mit einem Hauptanstieg auf Stelvio Niveau. Aufgrund des grauen Wetters waren die Fotos leider etwas mau.

Trainingslager Gran Canaria 2024 – Einrollen

Nachdem Micha und Janine Meyer Heiko und Daniel beim Giro delle Dolomiti 2022 von ihrem Januar Jahresurlaub (3 Wochen) in Gran Canaria erzählten, wurde beschlossen, die mittlere Woche mitzukommen. Die Anreise wurde dank kostenlosem Firmenparkplatz und schöngerechneter Businessclass (inkl. Radgepäck) sehr angenehm gestaltet. Nach kurzer Wartezeit am Gepäckband und etwas Konfusion wo genau man den Privattransfer antreffen würde ging alles glatt und die Räder konnten schnell aufgebaut werden, sodass eine sehr kurze Einrollrunde ans Meer drin war. Die Temperaturen waren mit 25 Grad überraschend sommerlich.

Treffpunkt mit der 8er Radgruppe war 9:30 Uhr an der Tanke in Maslopalmas. Für die Neuankömmlinge wurde extra eine „flache“ Tour ohne richtige Berge geplant. Das Tempo war moderat, die Leistungsstärke der Gruppe war sehr heterogen – Daniel und Heiko waren im guten Mittelfeld, zwischen Lizenzfahrern, Ötztalstreckenrekordhalterinnen und Leuten mit etwas Trainingsrückstand war alles geboten. Die Strecke war fast komplett hügelig, es gab 2 Todesrampen und eine Art „Klosterberg“ wo oben gewartet wurde, Heiko teste dort mal kurz seine Form an. Als selbst Daniels Trinkflaschen leer waren (bei ca. km 90), wurde an einem Minisupermarkt getankt. Von Chips zu Gebäck und Haribo, Cola und Wasser gab es diverse verschiedene Varianten. Für die Technikfans unter den Lesern wurde auch alles geboten: alle 3 Schaltungshersteller, 10-12fach, 1-3fach, Felgen- und Scheibenbremsen war alles vertreten. Nach sehr Gegenwindlastigen 20 km kam dann ein Caféstopp, mittlerweile war die Gruppe nurmehr zu siebt, ein Fahrer war am Hauptanstieg langsamer und hatte entgegen der Anweisung vom Chef den Track nicht auf seinem Gerät geladen. Die letzten paar Kilometer wurden dann in Einerreihe gefahren, um den Gegenwind fair aufzuteilen. Daniels Ablöseversuch wurde von Micha als verkappte Attacke interpretiert, sodass zwischen ihm und Andreas (Lizenzfahrer bei den Sturmvögeln München, mit Oberschenkeln des Todes) ein kurzer Sprint ausgefahren wurde. Eckdaten der Tour: 131km, 27er Schnitt, 2100 Hm
Insgesamt war die GC-Premiere sehr erfolgreich und die Vorfreude auf die richtigen Anstiege ist bereits hoch – ein Dank geht an den Organisator der Touren raus – richtig gut!