Trainingslager Mallorca 2019 : El classico viento

Nach dem wohlverdienten Ruhetag standen die Zeichen heute ganz auf Königsetappe: Transfer ans andere Ende der Insel und dann entlang der Küstenstraße zurück, das Mailand – San Remo von Mallorca sozusagen. Zur geplanten Abfahrt um 9h am Hotel strapazierte Moritz direkt die Nerven des Busfahrers – er hatte mit Sebastians Schloss sein eigenes Rad im Keller befestigt, war dann aber nur mit seinem eigenen Schlüssel aufgetaucht und musste zurück aufs Zimmer. Dank wenig Verkehr wurde Andratx trotzdem um 10h15 erreicht, und da der malerische Hafen als Startpunkt diesmal einer Seitenstraße gegenüber eines Parkhauses weichen musste, wurden sogar 4 (natürlich flache) Kilometer eingespart.

Wie schon in den letzten Tagen gingen 7 DGD-affine Fahrer auf die Strecke. Nach dem ersten Anstieg zeigte sich gleich der heutige Endgegner: Windböen um die 60km/h und ein teilweise brutaler Gegenwind erforderten neben viel Bumms in den Beinen auch einiges an Steuerkunst. Zum Ausgleich war die Sonne viel präsenter als vorhergesagt. Ob der teilweise widrigen Umstände wurde eine Gruppe „Sport 2“ mit Daniel, Florian und Jürgen aufgemacht, die den Abstecher an den Port de Valldemossa kurzentschlossen durch einen Espressostop in
Deià ersetzten. Derweil konnte „Sport 1“ mit Sebastian und Moritz am Hafen an ihren Gegenwindpinkelkünsten feilen und danach ein Selfie aufnehmen.

In Soller kamen alle 3 Gruppen ungefähr gleichzeitig an und probierten (unfreiwillig) die Nachbarbar der Bar Nadal aus. Verdikt: Spektakuläres Plumsklo, definitv Vino in der Bolognese und klar höhere Preise als nebenan.

Detlef hatte dann genug von den Windkapriolen und beschloss kein Risiko einzugehen und eine absolute Bestzeit zurück im Taxi zu setzen. Der Rest stellte alsbald fest, dass heuer auch im Anstieg zum Puig der Wind oft und stark von vorne kam. Vom Hörensagen waren sogar einige Teammitglieder zur besseren Radkontrolle bergan im Unterlenker unterwegs. All dem zum Trotz blieb Moritz in 32:10 (ermittelt via handgestopptem Vorsprung auf Sebastian und einer elementaren Subtraktionsaufgabe, da vergessen wurde, das Wahoo nach dem Essen zu starten) nur Sekunden über der Teambestzeit. Sebastian gab eine weitere Kostprobe seiner Topform in 2019 und steigerte sich über eine Minute gegenüber dem Vorjahr (36:30), Jürgen, Florian und Katie versuchten sinnvollerweise nicht auf Zeitenjagd zu gehen.

Der Fotostop war diesmal im windgeschützten Teil hinterm Tunnel.

Danach wurde die Rennchoreographie noch weiter verkompliziert: Moritz wartete auf Katie und spannte sich dann vor ihr in den Wind. In der anderen Gruppe wurde Sebastian zum neuen Arbeitstier gewählt. Da Florian noch einen weiteren Boxenstopp einlegen ließ und Katie mit richtig starken Beinen in Ballerlaune war und ihren Helfer immer schneller fahren ließ, konnte man die heutige Windschlacht gemeinsam in der Sauna Revue passieren lassen.

Eckdaten der Tour: 128km, 2600Hm (+10km, 400Hm für Valldemossa), 2026er Schnitt.

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