Trainingslager Südtirol 2020 – Bergtouren Special

Wie in diversen Artikeln bereits angeteasert, wurden durch Sebastian in diesem Jahr auch diverse Bergtouren durchgeführt. Insgesamt gab es vier Wanderungen, da die erste mangels ausreichender Planung keinen richtigen Gipfel enthielt, soll sich hier auf drei Touren beschränkt werden.

Naturnser Hochwart bei Nacht

Die epischste Tour sollte direkt die „Erste“ sein. Nachdem der ersten Wanderung die Highlight-Momente fehlten, sollte direkt überkompensiert werden und es wurde eine Wanderung von Lana (300 üNN) auf die Naturnser Hochwart (2600 üNN) geplant. Die minimalen Höhenmeter suggerieren schon, dass es sich hier um eine lange Tour handeln muss. Um also zu humaner Zeit wieder zurück zu sein, wurde ein Start um 2 Uhr nachts durchgeführt, wodurch nach optimistischer Rechnung des Protagonisten der Gipfel zu Sonnenaufgang erreicht sein würde. Spoiler: Das hat natürlich nicht hingehauen, aber zumindest war die Baumgrenze überschritten, als es langsam hell wurde, was den selben Effekt erfüllte.

Nach einem guten Kilometer im Ort schraubt sich der Weg zunächst konsequent 800hm nach oben, wobei nur knapp 5 km Strecke zurückgelegt werden. Es folgt ein Flachstück über ca. 3km, auf dem man im leichten Trab etwas für den Schnitt tuen kann (oder sich auf feuchtem Gras im Downhillgerenne etwas den Fuß verdrehen kann :P). Es wird hier auch ein Bach passiert, an dem man sich seine Wasservorräte auffüllen sollte, denn danach wird es dazu überraschenderweise keine Möglichkeit mehr geben.

Ab Kilometer 9 steigt der Weg wieder stramm und es werden weitere 700hm zurückgelegt. An einer Stelle verlässt man den Wald, um parallel zu einer Weide weiter aufzusteigen. Wenn man dann unvermittelt einen Bullen auf der Weide anleuchtet (Erinnerung: es ist gerade ca. halb 5 nachts) und leuchtende Augen unter gewaltigen Hörnern als Feedback bekommt, ist ein kurzer Schreckmoment inklusive.

Kurz darauf verlässt man also den Wald und findet sich auf einem flachen Höhenweg über eine Weide wieder. Allmählich wird es hell und die Atmosphäre ist bombastisch. Vom Höhenprofil würde man denken, dass diese Passage ebenfalls genutzt werden kann, um etwas für den Schnitt zu tun, aber der Untergrund ist nicht ideal und wer diese Atmosphäre ignoriert um sich auf seine Rennerei zu konzentrieren hat den Schlag sowieso nicht gehört.

Nach wenigen Kilometern geht es eine weitere Stufe nach oben, das Terrain ist mittlerweile eindeutig ein alpines und man muss sich deutlich mehr auf die Schrittführung konzentrieren. Danach umrundet man das Naturnser Hochjoch parallel zur Höhenlinie, aber auch hier ist nichts für den Schnitt zu gewinnen. Es ist auch anzumerken, dass hier nun alles sehr exponiert für den Wind ist und man spätestens beim Abstieg auf jeden Fall wärmere Kleidung braucht.

Es folgt eine bergab Passage auf grobem Geröll, hier ist man definitiv nicht schneller als im Aufsteig. Zum Schluss folgt ein Endspurt über knapp 300hm auf sehr steilem und alpinen Gelände, die Anstrengungen sind jetzt real. Belohnt wird man mit einem tollen Ausblick in immer noch (aufgrund der Uhrzeit, die gerade halb 7 anzeigt) majestätischer Atmopshäre. Es ist allerdings auch sehr kalt und windig, sodass man nicht unbedingt zu lange verweilen will, selbst wenn man noch ein trockenes T-Shirt, Pulli und Halstuch dabei hat. Sogesehen ist es auch kein guter Plan, deutlich früher in die Tour zu starten, um am Gipfel auf den Sonnenaufgang zu warten, sofern man nicht bereit ist, sehr viel Equipment zu Erwärmungszwecken mitzuschleppen.

Der Abstieg war dann wie der Aufstieg. Bei der Rückumrundung des Jochs wurde noch halt an einer Kuhtränke (?) gemacht, um die Füße etwas zu kühlen.

Zeitweise kann man es im Absteig auch mal laufen lassen, allerdings ist die Ermüdung (gerade auch in Knien und Hüfte) irgendwann sehr stark zu spüren, sodass insbesondere die letzten steilen Höhenmeter Abstieg durch die Apfelplantagen sowie die letzten Kilometer durch den Ort sehr zäh und definitiv nicht mehr schnittbringend waren.

Fazit: 9h, 40km, 2640hm. Strava

Karerpass nach Rotwand mit Klettersteig

Die erste Bergtour nach dem Quartierwechsel nach Eppan sollte auf die Rotwand in der Rosengartengruppe  gehen. Startpunkt war der auf 1750m gelegene Karerpass, der nach einer Dreiviertelstunde mit dem Auto zu erreichen ist.

Da bei dieser Tour eine Fahrgemeinschaft mit Heidrun und Katie gebildet wurde, die eine kleine Wanderung auf Passhöhe machen wollten, war ein hohes Tempo anzustreben.

Diesmal war die Tourenplanung sogar ganz professionell und wurde mit Christoph, dem Herrn des Hauses im Hotel, durchgesprochen. Es sollte zunächst vom Karerpass über einen steilen Wanderweg zur Paolina-Hütte aufgestiegen werden, welche sich auf gut 2100m befindet. Diese erste Passage kann auch per Lift zurückgelegt werden, allerdings muss der Lift (inkl. Ticketkauf und Warterei) die Zeit von 28min erstmal schlagen 😉 

Von der Paolina-Hütte führt ein Wanderweg auf 2600m, zu Beginn gibt es eine Traversierpassage, in der man etwas für den Schnitt tun kann, danach folgt ein steiler Wanderweg auf gerölligem Untergrund, der konsequent Höhenmeter macht, aber alles in allem flott passiert werden kann. Allerdings war der Weg voll wie eine Autobahn im Berufsverkehr, sodass das maximale Tempo durch zahlreiche Überholvorgänge nicht ausgeschöpft werden konnte. Trotzdem konnte sich der CR für dieses Segment auf Strava in 38min gesichert werden.

Die letzten 200m wurden durch einen Klettersteig zum Gipfel zurückgelegt. Dieser ist in der Literatur mit Schwierigkeiten A/B angegeben und folgt dem Grat des Berges. Es gilt letztendlich die Eigenverantwortung in den Bergen, jedoch konnte der Autor dieses Artikels für sich entscheiden, dass eine Passierung ohne Ausrüstung kein Problem ist. Es ist noch anzumerken, dass der Steig, obwohl es ein Gratsteig ist, nicht sonderlich ausgesetzt ist.

Nun war der höchste Punkt also nach 1,5h Aufstieg erreicht. Am Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Rosengartengruppe, außerdem gibt es ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch, es wurde aber verpeilt sich in jenes einzutragen. Trotz größerer Höhe war es in Sachen Temperatur und Wind hier deutlich angenehmer als auf der Hochwart, trotzdem wurde for good measure ein Pulli übergezogen.


Der Abstieg wurde über die andere Seite vorgenommen. Es wurde schnell wieder ein Klettersteig erreicht, der auch runter gut zu gehen war und in einer Scharte mündete. Hier darf man sich nicht verwirren lassen, wenn man von oben kommend plötzlich den Masaré Klettersteig im Auge hat. Diesen würde der Autor definitiv nicht ohne Ausrüstung passieren wollen, die Einsteigstelle ist auch mit Schwierigkeit C ausgezeichnet.

Der Steig mündet dann also in einer Scharte, die ziemlich ätzend abzusteigen ist und schlecht markiert ist. Es bietet sich an, sich rechts am Berg zu halten, um nicht den Abzweig zu verpassen und (wie der Autor) etwas zu tief in der Scharte abzusteigen.

Der Rest ist dann leicht, es geht über gut ausgebaute Wanderwege leicht abfallend zurück Richtung Karerpass. Zwischendurch kam ein Hüngerchen auf, welches durch einen selbstgebackenen Riegel behoben wurde. Der Kauvorgang wurde im Laufen erledigt, was offenbar ziemlich doof aussah und den entgegenkommenden Verkehr irritiert hat.

20min vor Ende wurde von der Talfraktion ein Pizzabestellvorgang angeboten, der natürlich direkt angenommen wurde. So wurde also der Pass nach gut 3h inkl. Pausen wieder erreicht und 2min später wurde auch schon die Pizza serviert 🙂

Fazit: 3:20h, 13km, 1100hm. Strava.

Kaltern auf den Roen mit Klettersteig 

Als finale Tour sollte es von Kaltern auf den Roen gehen. Der Roen ist der höchste Punkt des Mendelkamms mit 2100m. Es wurde wieder eine Fahrgemeinschaft mit Heidrun gebildet, die eine Wanderung ausgehend vom Kalterer See unternehmen wollte. Um also die Tour nicht zu lange ausufern zu lassen wurde als Startpunkt der Klettergarten in Kaltern gewählt, der gegenüber dem See ein paar Kilometer und Höhenmeter spart, und gute Parkmöglichkeiten bietet.

Vom Parkplatz führt ein Wanderweg über 5km konsequent gut 1000hm nach oben. Der Weg liegt meist im Wald, hat guten Untergrund und ist durch Serpentinen abwechslungsreich gestaltetet. Bestes Terrain um hemmungslos hochzukloppen. Auf 1200m gibt es eine Hütte der Bergwacht, wo man die Flaschen auffüllen kann. Beim Anstieg wurde dies ignoriert, da die Flaschen noch fast voll waren, es sollte aber (wie bei den anderen Touren auch) die letzte Möglichkeit bleiben (abgesehen von den Hütten am Höhenweg, in die man aber einkehren müsste).

Nun befindet man sich also auf einem Höhenweg. Hier ist auch deutlich mehr Betrieb als auf dem Aufstiegsweg (wo sonst niemand war), die meisten sollten wohl vom Mendelpass aus kommen. Der Weg ist gut ausgebaut und breit, hier würde man vermutlich selbst mit dem Auto gute Karten haben, es kann also definitiv was für den Schnitt getan werden.

Nach 7,5km passiert man eine große Hütte, links geht es Richtung Überetscher Hütte, an der sich der Einsteig zum Roen Klettersteig befindet. Rechts geht es den Normalweg lang, gerade aus befindet sich ein enger steiler Pfad, den man auf dem Rückweg nehmen wird und fälschlicherweise für den Normalweg gehalten hat. Naja, Strecke wird es auf jeden Fall gespart haben.

Der Roen Klettersteig ist wieder mit A/B angegeben. Es gibt steilere Kletterpassagen und Traversen. Im Hotel wurde sich wieder über die Passierbarkeit ohne Ausrüstung informiert, Steinschlag ist hier ein Thema, allerdings entschied der Autor aufgrund der erwarteten niedrigen Frequentierung, dass dies am heutigen Tage vertretbar sei. Überraschenderweise traf man dann doch zwei weitere Gruppen im Steig, allerdings wurde darauf geachtet, nicht gemeinsam mit jenen sich im Hang zu befinden und ansonsten wurde schnell das Überholmanöver angepeilt, wobei sich die anderen Gruppen auch sehr kooperativ zeigten.

Alles in allem kann man sagen, dass dieser Steig nochmal deutlich mehr Spaß gemacht hat als der an der Rotwand. Allerdings sollte man sich hier schon sicher sein, dass man weiß, was man tut. Insbesondere auch bei Nässe ist der Steig ohne Absicherung definitiv nicht zu empfehlen!

Nach dem Klettersteig waren es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel. Genauer gesagt gibt es hier eher zwei Gipfel: Einmal eine Zunge markiert mit einer orange-roten Metalmarkierung, die mit einem SVD Aufkleber noch verschönert wurde, ein paar Meter weiter gab es eine zweite Zunge auf einer Kuhweide, auf der sich auch das Gipfelkreuz befand. Der Weg durch die Kühe war eher beschwerlich, aber im dritten Anlauf konnte ein passierbarer Pfad gefunden werden. Diesmal hat der Autor auch daran gedacht, im Gipfelbuch etwas DGD Werbung zu hinterlassen.

Der Aufstieg hat insgesamt ca. 2,5h gedauert. Um Heidrun nicht zu lange warten zu lassen, wurde ein deutlich zügigerer Abstieg angepeilt, was dem Weg auch zuzutrauen war.

Der erste Abschnitt über den vermeintlichen Normalweg war eher langsam, da er eher einem Jungle glich, aber richtig Hütte konnte schon etwas Fahrt aufgenommen werden. In der Traverse auf dem Höhenweg war dann auch ein guter Trab möglich.

Der Absteig der verbleibenden gut 1000hm konnte dann, die 4h Effektivzeitmarke stets im Auge, konsequent runtergebolzt werden, was zwar anstrengend war, aber auch mächtig Laune gemacht hat. Auf 1200m wurde nochmal kurz angehalten, um Heidrun zu aktivieren und von der einzigen Wasserstelle zu profitieren.

Alles in allem kann man sagen, dass diese Tour von der Intensität wohl die anspruchsvollste war, obwohl gut eine halbe Stunde länger als die Rotwandtour, da der Weg einfach dazu eingeladen hat immer auf dem Gas zu bleiben.

Fazit: 4h, 20,5km und 1650hm, Stava.

Trainingslager Südtirol 2020: Pässequartett

Bei molligem Südtirolwetter sollte es heuer (sprich gestern, der Artikelschreiber ist im Verzug) vom Hotel Sigmundskron ins Herz der Dolomiten gehen. Fast 120 der 168 Gesamtkilometer sollten auf überhalb 1000m Höhe verlaufen (temperaturtechnisch eine gute Idee) und 3600Hm sollten verteilt auf 4 Pässe erklommen werden. Eine Abwandlung unseres beliebten Südtiroler Pässetris also, das daher wie immer in Menüform vorgestellt wird.

Gruß aus der Küche (Truden)

Nach rückenwindbegünstigtem Einrollen entlang der Etsch nach Auer sollte der Passo San Lugano den Einstieg in die Dolomiten bilden. Da die Transitstraße aber stark befahren ist, wurde, inspiriert von der Beschreibung auf Quäldich, der Schleichweg durch das wunderschöne Naturschutzgebiet Truden gewählt. Gar wunderte man sich, warum die andere Radsportgruppe im Hotel, nicht auch auf die grandiose Idee kam die Umfahrung in „dat jute Truden“ in ihre Streckenplanung aufzunehmen. Die Antwort lag dann auf der Straße. Die im Bericht beschriebene „Rampe“ bei Steigungsprozenten von 10-18 war nämlich nicht eine kurzzeitige Abwechslung im Streckenverlauf, sondern im wesentlichen der gesamte Anstieg. Früher als geplant mussten so also einige Körner mobilisiert werden, aber immerhin konnten im Ort an einem Brunnen die Flaschen aufgefüllt werden. Die Lugano-Passstraße wurde dann — zum Gesamtbild passend — über eine Abfahrt erreicht.

Vorspeise (Passo Valles)

Vom Luganopass rollte es, immer leicht bergab und mit herrlichstem Dolomitenpanama im Augenwinkel, durchs Flamstal nach Predazzo. Unterwegs kam den beiden DGD Racing Team Fahrern das Bahrain-Merida Team in Mannschaftsstärke entgegen, ehe der Anstieg zum Passo Valles (2032m) begann. Der erste Teil ist identisch mit der Westanfahrt des Passo Rolle, der seinem Namen alle Ehre machte. Nach dem Abzweig auf die schmalere Valles Straße wurden von der Beschilderung noch 8km bis zur Passhöhe ausgelobt. Tatsächlich waren es nur 6,5km die gut zu Fahren waren, nur Daniel hatte leicht zu kämpfen, da die Spritzufuhr aufgrund einer sehr dünnen Pulvermischung am Trudener Brunnen leicht ins Stocken kam. Oben genehmigte man sich eine herzhafte Mahlzeit und beobachtete eine italienische Radgruppe, deren Anführer sich direkt an der Passhöhe eine Kippe anzündete.

Hauptspeise (Passo San Pellegrino)

Die Passhöhe bildete auch den Übergang vom Trentino in die Region Venezien, die für ihren räudigen Straßenbelag bekannt ist. Die Abfahrt machte dem Ruf alle Ehre und man beschloss (logischerweise), zügig zu fahren, um das Übel so kurz wie möglich zu halten. Die Abfahrt mündete direkt in eine Wand: „3km, 15%“ kündigten den Passo San Pellegrino (1918m) an, der eigentlich als Hauptschwierigkeit des Tages angedacht war. Weil man aber schon den Gruß aus der Küche in den Beinen hatte, fühlte sich alles halb so wild an, und nach nur 12km Fahrstrecke nach dem Mittagessen wurde noch eine Strudelpause eingelegt. Zu Beginn der Abfahrt durfte der Mannschaftsbus von Quick Step bewundert werden und auf halbem Weg nach Moena kam (höchstwahrscheinlich, es fehlt der Strava-Upload) Julian Alaphilippe entgegen.

Dessert (Karerpass)

Spektakulär waren sowohl die Ortseinfahrt nach Moena (180 Grad Wende am Kreisel, die aber nicht zu vermeiden ist) als auch der Radweg durch das Fassatal (unregelmäßig eingestreute 13% Rampen, teilweise auf Pavé), die zum letzten Pass des Tages führten. Bei wenig Verkehr und viel Sonne war dieser ein reinstes Vergnügen und die böse Überraschung drohte erst, als man an der Passhöhe linkerhand auf eine dunkle Wolkenwand blicken musste. Zum Glück war die Tour am Vorabend aber umgeplant worden — statt rechts den Karerpass nass herunter zu fahren, wurde links die trockene und völlig freie Nigerpassabfahrt gewählt. Unten traf man auf den sonnigen Radweg nach Bozen und das Ausrollen zurück ins Hotel verlief vollkommen trocken, wohingegen es am Karerpass nun heftig regnete. Man darf ja auch mal Glück haben 😉

Eckdaten der Tour: 168km, 3550Hm, 26,2er Schnitt.

Trainingslager Südtirol 2020 – Ultental

Sebastian machte sich in der Nacht auf Richtung Naturnser Hochwart um den Sonnenaufgang auf 2608m üNN zu genießen und holte den verpassten Schlaf am Vormittag nach.

Der aufmerksame Blogleser wird vermutlich schon bemerkt haben, dass das Ultental in dieser Trainingswoche noch nicht befahren wurde und – da schau her – Daniel und Moritz hatten pünktlich zum Durchbruch der Sonne durch die dichten Wolkenfelder just diesen Track auf ihr Wahoo geladen. Katie stieg in den Fabia und machte eine Höhenwanderung am Ende des Ultentals rund um den Weißbrunnsee und traf zum Mittagessen auf die Radfahrer.

Die Knödlmoidl war wegen eines Trauerfalls geschlossen aber aus einem alten Blogartikel war dem Team bereits bekannt, dass sich nur 100m weiter gen Talschluss die Weißbrunnhütte befindet. Dort gab es zwar keinen Apfelstrudel aber ein flauschiger Kaiserschmarrn ist ja auch nix schlechtes.

Was zuvor auf dem Rennrad passiert war wird den Leser überraschen.

(Clickbait Pause).

Im unteren Teil setzte Daniel den Plan, gesittet bergan zu pedalieren, mustergültig mit Moritz am Hinterrad um, im oberen Teil kehrte sich lediglich die Reihenfolge der Fahrer um. Da auch an der Endlos-Gerade nicht überpaced wurde, machte der Rest der Schlussrampe sogar Spaß und auch die Zeit war nur 1min langsamer als beim Bergzeitfahren 2014. (Die Strava Analyse ergab gar, dass man damals stark angefangen und dann stark nachgelassen hatte).

Auf der Abfahrt konnte man es gut laufen lassen (82km/h Topspeed auf dem engen oberen Teil), der untere Abschnitt war sogar komplett frei und diesmal trocken, lediglich die (vermutlich) noch frische Farbe auf der neu eingezeichneten Mittellinie ermahnte zu nicht all zu experimentellen Linienwahlen. 

Trainingslager Südtirol – Gampenpass über Nals

Da Mittwoch traditionell Ruhetag ist, musste das Wetter am heutigen Dienstag entgegen der abendlichen Prognosen gut werden. Über Nacht hatte es geregnet und morgens hingen die Wolken noch tief, sodass das Ultental recht schnell aus der Diskussion war. Als Ersatzetappe hatte der Tourenplaner die allseits geschätzte Variante auf den Passo Gampo via Nals hervorgezaubert. Nach kurzem Beine (und Arsch im Falle des Teamchefs) frei fahren auf dem Highspeed Radweg  fanden sich Daniel, Sebastian und Moritz schneller als ihnen lieb war am Fuße der Rampe, die wunderbar in der Sonne lag. 

Moritz loggte 340 Watt auf seinem Velocomputer ein und fuhr in bester Chris Froome Manier extrem gleichmäßig zu einer neuen Bestzeit (43 Sekunden schneller als 2015). Die anderen beiden konnten der Strecke weniger abgewinnen und trafen weniger euphorisch am Fotopunkt ein.

Nach der flachen Ortsdurchfahrt übernahm alsbald Sebastian die Tempogestaltung und führte das Trio locker Richtung Passhöhe, bis eine Rennradlerin, die zuvor noch beim Pause machen beobachtet wurde, im Flachstück mit viel Einsatz vorbei zog. Die spannende Frage war also: wie würde die DGD Lokomotive darauf reagieren. Zunächst passierte überraschenderweise nichts, dann aber doch das zu Erwartende…

Die Passhöhe lag wie üblich in einer Wolke, sodass nicht lange rumgeeiert wurde und die flache Abfahrt Richtung Fondo direkt unter die Räder genommen wurde. Im Gegenanstieg auf den Mendelpass wählten dann nur zwei von drei Fahrern die landschaftlich reizvolle (aber mit mehr Höhenmetern gespickte Variante über Ruffre), der dritte konnte aufgrund der enormen Zentripetalkräfte nicht auf den entscheidenden Abzweig aus einer Linkskurve heraus einsteuern.

Die Abfahrt war sehr windig aber dafür komplett frei, sodass es alle drei (wiederum mit Abstand) gut laufen lassen konnten. Der Wind half dann in den Apfelplantagen den Schnitt aufzubessern, nass wurde man natürlich, wie es sich für eine Mendelpassrunde gehört auch, aber nur weil der Wind das Wasser aus den Rasensprengern auf die Straße wehte.

Eckdaten der Tour: 92km, 1800Hm, 27er Schnitt.

Katie fuhr auch Richtung Nals, machte dort aber im Gegensatz zu den anderen das einzige vernünftige, nämlich schöne Fotos 😉

Event-Kalender 2020

Auch in diesem Jahr werden die Fahrer des DGD Racing Teams wieder bei verschiedensten Rennen in Deutschland, Frankreich und Italien am Start stehen. Die gemeinsame Vorbereitung in die heuer 11. Rennsaison beginnt wie immer im Trainingslager auf Mallorca und im traditionellen Trainingslager Südtirol soll der letzte Feinschliff für den Saisonhöhepunkt Giro Delle Dolomoti an der Pedalierform vorgenommen werden.

Der vorläufige Renn- und Eventkalender umfasst unter anderem:

4.4. – 11.4 Trainingslager Mallorca

19.4. La Blé d’Or (Chartres)

26.4. Tour d’Energie (Göttingen)

1.5. Eschborn-Frankfurt

1.5. La Vélostar 91 (Breuillet)

24.5. Starkenburg RTF 222km (Darmstadt)

31.5. Rhön-Radmarathon 211km (Bimbach)

2.6. Rund um Köln

28.6. L’Alsacienne (Cernay)

11.7. – 18.7. Trainingslager Südtirol

19.7. – 25.7. Giro Delle Dolomiti

18.9 – 20.9  Riderman (Bad Dürrheim)

27.9. Les Bosses de Provence (Marseille)

Bis es losgeht, tobt natürlich noch der Winterpokal. In Abwesenheit des Seriensiegers scheint der ewige Zweite dort einem ungefährdeten Sieg entgegen zu rollen, aber im Kampf um Platz 2 ist neben Sebastian und Katie diesmal auch der Teamchef aktiv (hier klicken um heraus zu finden ob Daniel dieses Jahr mehr oder die anderen beiden weniger Punkte machen — die Antwort wird dich schockieren…).