Aufgrund nicht erneuter Teilnahme beim Ötztaler hatte Daniel Lust auf etwas Neues. Passend dazu wohnen Bekannte von Alex im Start/Zielort Heilbronn, sodass er die Startunterlagen für Daniel und für sich am Samstag abholen konnte. Start war 8:15 Uhr, es war gutes Wetter aber natürlich recht frisch um diese Uhrzeit. Gut positioniert in Reihe 3 im A-Block ging es durch die Stadt im Feld. Dabei ging es ein paar Reihen rückwärts, was aber durchaus kalkuliert war. Die Streckenteilung (km 15) war unproblematisch und bei km 19 kam direkt ein schmaler, steiler Anstieg, der das Feld auseinanderzog. Diverse Kettenabwürfe wurden gesichtet und natürlich ging eine Lücke auf der Kuppe auf, direkt vor Daniel. Der zum Schließen notwendige Sprint war leider schon aufgebraucht, sodass gewartet wurde. Es bildete sich eine recht große Gruppe, die an den folgenden „langen“ Anstiegen bis auf wenige (sinnlose) Attacken jeweils von Daniel angeführt wurden (fühlte sich zum Teil wie Sepp Kuss), um das Tempo für die sogenannten „Drücker“ möglichst hoch zu halten. Die Abfahrten fuhren sich recht entspannt, nur ein paar Locals konnten sich temporäre Vorsprünge erfahren. Vorne wurde einigermaßen sinnvoll gekreiselt, sodass zumindest von hinten keine weiteren Gruppen aufschließen konnten. Eine Schrecksekunde gab es beim vorletzten Hügel, als eine schwarze Katze auf die Straße sprang, gerade als Daniel ein letztes Gel inhalierte. Dementsprechend einhändig war das Ausweichmanöver ein wenig unkontrolliert, passiert ist aber nichts. Die Rennverpflegung (1 Riegel am Start, 3 Hydrogels und 2 Flaschen mit 90g) war knapp, aber ausreichend. Auf dem etwas flacheren Teil kurz vom Jägerhausanstieg (den die Profis dreimal fuhren) war etwas Schonung angebracht. Das Steilstück am Weinberg war dann wie erwartet hart, überraschend kam der Antritt über die flachere Kuppe von den beiden Drückern der Gruppe – Respekt. Auf der Abfahrt und der Zielanfahrt trauten sich keine Fahrer mehr Attacken zu, den Zielsprint schenkte sich Daniel wie fast immer. Die Gruppengröße war jedoch deutlich geschrumpft auf 12 Fahrer, mit dem Gruppenersten als Gesamtplatz 49. Die Strecke und das Rennen waren super, Alex konnte ebenfalls eine gute Leistung zeigen. Danach ging es zu seinen Bekannten duschen, Pizza essen und die Profis an der Strecke anfeuern. Stravalink
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Trainingslager Südtirol 2026: Giro Della Marmolada
Schon seit einiger Zeit, präziser seit der 3. Etappe des Giro Delle Dolomiti 2019 mit Zeitfahren zum Passo di Fedeia, auf der seiner Zeit der express français seiner Zeit einen Ex-Profi kaputt fuhr, Sebastian Bechtel hier noch mit Begeisterung Rennberichte schrieb und auf der Felge gebremst wurde. Ok wie auch immer, dieser Satz ist nicht mehr zu retten. Jedenfalls, hatte Moritz seit 7 Jahren die Idee, die Marmolada in den Dolomiten zu umrunden.
Am gestrigen Donnerstag war es so weit: Als Langsstreckentraining machten sich die diesjährigen Ötzi-Starter Stefan, Heiko und Moritz bei allerbestem Sommerwetter um 8:15 auf den Weg zu 175km mit 4850 Höhenmetern. Startpunkt war ein kleiner Wanderparkplatz an der Nigerpass Straße unweit von Schloss Prösels den Stefan und Heiko von Lana gut mit den Auto erreichen konnten und Moritz in voller Abfahrt von seinem Quartier in Tiers bei 70km/h fast verpasste. Kurz wurde diskutiert, dass die Autofahrer ganz am Ende aufpassen müssen, hier nicht vorbei zu rauschen. Der offensichtliche Hinweis wurde vor allem von Stefan belächelt. Sollte sich rächen. Auf dem Passmenü standen die Pässe Pinei, Sella, Fedeia, San Pellegrino und Costalunga.
Bei bereits sommerlichen Temperaturen gab Stefan ein beachtliches Langstreckentempo am Passo Pinei vor. Nach kurzer Stärkung in Castelrotto wurde die Passhöhe erreicht und schnell fanden sich alle drei im Anstieg zum Sellajoch. Das von Jahr zu Jahr schlimmer werdende Autoproblem auf der Sellarunde konnte mit dem Wechsel auf die Sellajochstraße bestaunt werden: Stau. Zum Glück können Radfahrer auf den frisch ausgebauten Radweg wechseln und den schlimmsten Abschnitt bis Wolkenstein ungestört umfahren. Hoch zum Sellajoch ließ der Verkehr dann nach (wahrscheinlich steht in den englischsprachigen Touristenführen ‚enjoy Sellaronda in clockwise direction right from the driver’s seat‘) und alle drei fuhren ihr eigenes Tempo.

Oben auf 2218m wartete der zweite Strudel des Tages, bevor die schöne Abfahrt nach Canazei führte und sich am Passo die Fedeia das gleiche Spiel wiederholte: jeder im persönlichen Wohlfühltempo, oben Strudel, wobei Stefan auf den Geheimtipp Tiramisu wechselte. Wird nach übereinstimmender Einschätzung am Ende der Tour auch ein Geheimtipp bleiben.

Danach stand Neuland auf dem Programm, denn bei allen früheren Besuchen am Fedeia-See war man stets umgedreht und wieder zurück nach Canazei gefahren. Diesmal gönnten sich alle drei aber die rasante Abfahrt nach Caprile. Dort wurde im oberen Teil F1 Belag aufgetragen und mit zwei Baustellenampeln Einbahnstraßenverkehr eingerichtet. Natürlich war die Ampel auf Rot und um den Rest der Abfahrt nicht von hinten bedrängelt zu werden, schlug Heiko vor, den ebenfalls wartenden Motorradclub vorzulassen. Womit niemand gerechnet hatte war aber, dass es auf der 14% steilen Endlosgerade im mittleren Teil der Abfahrt den Clubmitgliedern ein wenig an Mut fehlte, genauer gesagt blockierten sie mit ihrer 95km/h-Trödelei die heranrauschenden Moritz und Heiko und nur der letztgenannte konnte im Windschatten die 100km/h Marke übertreffen. Im Val Cordevole (man befand sich nun in den südlichen Dolomiten; Provinz Belluno) setzte Moritz als Lokomotive dem Gegenwind zum Teil mehr Watt entgegen, als in den Anstiegen, aber dafür konnte, mit einem langen Tunnel als Ouverture (selbstredend waren alle Lichter leer, weil sie nach den Eingangstunneln vor Castelrotto nicht ausgeschaltet wurde), die Hitzeschlacht am Passo San Pellegrino schneller als gedacht begonnen werden.
Bevor die Frage hier aufkommt, hier schon mal die Antwort: Hat nix mit einer Submarke von Nestlé zu tun – San Pellegrino Terme liegt in Nähe von Bergamo. Von Cencenighe Agordino aus überwindet der Pass immerhin 1065Hm, ist dabei im unteren Teil nicht übermäßig steil, was sich aber spätestens am Schild ‚15% – 3km‘ am Abzweig zum Passo Valles ändert. Dort war bei der DGD Erstbefahrung des Pellegrinos anno 2020 der Startpunkt. Heiko und Moritz testeten, ob zu diesem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Tour die Beine noch klar über 300W hergeben können, was dank guter Verpflegung bejaht werden konnte. Stefan setzte sein Langstreckentempo fort und machte an der Passhöhe die 4000Hm voll – PB noch vor der Befahrung des Passo Costalunga.
Der letzte Pass bei einer so langen Tour ist natürlich immer etwas ganz besonderes und wird in diesem Artikel mit ähnlich vielen Worten bedacht wie während der Auffahrt gewechselt wurden. Der Übergang zum Nigerpass war dann wieder wohlbekanntes Terrain und während Moritz in Tiers schon Feierabend hatte (die 130Hm hoch zum Thalerhof mal ausgenommen) rollten Heiko und Stefan weiter bergab, verpassten natürlich in voller Abfahrt den Parkplatz und gönnten sich deshalb auch noch kanpp 150 Bonushöhenmeter.

Trainingslager Südtirol 2026 – Mendelpass
Mit dem inzwischen traditionellen Zwischenstopp beim Holländer in Berwang waren Stefan und Daniel bereits kurz nach 9 in Bozen beim Decathlon und um 10:00 mal wieder im Günzelgut in Lana. Kurz danach kam Heiko, dieses Mal auch direkt aus Darmstadt angereist. Die Egert Family macht in der ersten Woche einen separaten Urlaub am Fuße des Nigerpasses, mit weniger Radsportfokus. Ganz klassisch wurde der Track aus 2015 aus dem Repertoire gezogen. Am Vorberg nach St. Pauls musste jedoch noch eine neue Rampe nach Missian gefahren werden – Straßensperrung explizit auch für Radfahrer. Der Mendelpass wurde dann komplett ab der Straße in Angriff genommen. Geplant waren z.T. Intervalle, aber keiner der Fahrer wollte oder konnte diese wirklich umsetzen. Oben gab es dann einen neuen Strudel in der „neu“ eröffneten Bar gleich rechts hinter dem Passschild. Zum Gampenpass wurde gemütlich pedaliert, die Abfahrt war frei, es gab lediglich ganz oben und kurz vor Lana eine Baustellenampel. Dann ging es in den schön gestalteten Pool vom Nachbarhotel (legal!) und ein sehr ungefährdeter Pedersen Sieg kam bei der Tour.

Trainingslager Mallorca 2026 – Valldemossa
Die innovative Tourenplanung setzte sich fort. Der Küstenklassiker wird wieder komplett aber erstmals gegen den Uhrzeigersinn gefahren und daher wurde eine neue Etappe aus dem Hut gezaubert. Flach und mit Rückenwind durch die Gärten in Richtung Westen ging es zu sechst los. Die Wolken waren recht tief und sahen bedrohlich aus – entgegen der Wetterprognose vom Vortag. Auf Heikos Schulter machte sich eine Wespe bequem, die Sebastian fachmännisch mit einer Luftpumpe entfernte.
Der Espresso wurde nach 38 km in einer einheimischen Lokalität in Santa Maria del Cami eingenommen, wo am Vorabend der Bär steppte – zumindest war noch viel Geschirr auf allen Tischen verteilt. Stefan musste aufgrund einer Kniereizung umdrehen, es waren also nur noch fünf. Auf einer Streckenerstbefahrung nach Valldemossa ging es dann weiter, es war nur überraschend viel Verkehr. Heiko nutzte die moderate Pace zu einem kurzen beruflichen Call, Conny konnte seine filmografischen Künste (Zusammenschnitt folgt noch) in Szene setzen. In der Gastronomie im Port de Valldemossa musste drinnen der Kuchen verspeist werden, die Wellen waren dafür sehenswert. Moritz wärmte die Beine schonmal an, die anderen vier fuhren Sebastians Bummeltempo die schmale Stichstraße wieder hoch. Mittagspause gab es in einem echten Hipster Café in Deia. Gut, langsam und nicht günstig, dafür gut besucht – die Gerichte bedurften jedoch auch eine gewisse Zubereitungszeit. Der Trubel in Soller wurde damit geschickt eingespart, dazu konnte Mallorcas Hauptanstieg erstmalig vollständig bezwungen werden.
Sebastian passierte das untere Schild als erster, mit dem Vorsatz sehr gemütlich zu fahren und kam damit als vorletzter am Treffpunkt (Kiosk) an – es wurde am Ende dann noch zügiger. Moritz und Daniel pedalierten zusammen hoch, Daniel übernahm auf den flachen Stücken die Führungsarbeit (es war Gegenwind) und versicherte auch oben nicht vorbeizufahren – es wurde zügig aber nicht am Limit gepaced. Heiko machte sein eigenes Tempo knapp dahinter, er holte eine Rennradlerin ein, die dann aber eine harte Attacke lancierte. Die sonstigen Radfahrer waren eher touristisch unterwegs, trotz Begleitfahrzeugen. Conny musste sich aufgrund des heimgekehrten Pacemakers auf sein Gefühl verlassen, und machte aufgrund seiner hohen Felgen auf der windigen und sehr kalten Abfahrt ruhig. Am Kiosk wurden nicht ganz günstige dafür aber heiße Heiße Schokolade getrunken. Die Windböen blieben danach aus, es war aber weiterhin kühl. Die Abfahrt nach Caimari wurde durch einen Reisebus blockiert, nur Sebastian konnte per Max Verstappen Manöver vorbeistechen.
Der letzte Kaffee und Kuchen/Keks Stopp war dann wieder Hipster Style – dank früher Abfahrtzeit ganz locker vor Ladenschluss. Es kam für die letzten 25 km die Sonne heraus, der Wind kam dafür wieder stramm von vorne. Dank guter Ernährung, ein Dank an den Teamalchimisten, konnte aber solide zu Ende gefahren werden. Stravalink
Trainingslager Mallorca 2026 – Windy
Da die Wetterprognose überschaubar war und die Zeitumstellung noch anstand, wurde entschieden das F1 Rennen nach dem Frühstück im Relive zu schauen und sich danach mithilfe der Windkarte für eine Route zu entscheiden. Florian und die beiden Günzel Eltern enthielten sich direkt bei den Radsportambitionen – es war auch wirklich windig.

Da am Anfang der Strecke Rückenwind herrschte, wurde von vorne (Heiko und Moritz) direkt Vollgas gegeben (weil schnell fahren ja Spaß macht) und Daniel eröffnete dann bis Muro das Gruppetto. Ab dann war der Wind aus verschiedenen eher ungünstigen Richtungen – oft auch sehr böig. Getrunken werden konnte eigentlich nur innerorts, gutes Windschattenfahren wurde aber dafür auch über Gebühr belohnt. Die salzigen und süßen Speisen der sehr guten Bäckerei in Sineu konnten dann in der Sonne vor der Kirche verspeist werden, ohne dass ein Rad der Teilnehmer geklaut wurde. Zurück gab es dann nochmals viel Gegenwind und die Sonne machte sich ebenfalls rar – für die letzten Winterpokalpunkte (und damit Top 100 im Tracked Ranking) war die Tour gut – viel Spaß empfanden zumindest nicht alle Fahrer, aber eine gute Grundlage für Sauna und Buffet, dazu ein paar gute Segmentzeiten (der Begriff KOM ist hierbei irreführend).
