Cube Aerium Zeitfahrrad

Getreu dem Vorbild von GCN hatte sich Daniel im Sommer überlegt, sich mal wieder ein neues Rad zu organisieren – aber eben günstig und gebraucht. Nach bisherigen Testfahrten mit geliehenen Zeitfahrrädern war der grundsätzliche Spaßfaktor auf jeden Fall schon da. Nachdem zigfachen hin-und-her mit einem Münchner Verkäufer eines BMC Rahmens mit Ultegra Gruppe, gab es in Okriftel eine Kleinanzeige mit dem jetzt gekauften Rad. Für sehr faire 800€ konnte ein 2012er Cube Aerium der Größe M erworben und vor Ort ausgiebig probegefahren werden – vielen Dank an den sehr freundlichen Vorbesitzer. Steffen konnte noch ein paar passende SRam Red Carbon Bremsgriffe beisteuern, Moritz hatte noch einen fast neuwertigen Sattel anzubieten. Schnellspanner wurden aus Gewichtsgründen erneuert und die Flaschenhalter mussten natürlich sein. Nach einem kurzen Besuch bei der Fahrradbiometrie war auch klar – der TT Aufsatz muss mangels Verstellmöglichkeiten weg. Der vorhandene Lenker+Aufsatz+Vorbau konnte für 40€ weiterverkauft werden – da die Lenker/Vorbaubreite von 26mm recht exotisch war wurde auf zeitgemäße 31.8mm umgerüstet, mit neuem Profile Design Aufsatz für 50€ aus ebay. Das Ritzel war im Original 12/28 was umgehend auf 11/25 gewechselt wurde, denn wirkliche Berge sollen damit nicht gefahren werden. Nachdem auf dem Gebrauchtmarkt keinen sinnvollen Carbon Clincher Laufräder zu finden waren, wurde bei AliExpress der günstigste Satz für 240€ mit 60mm Höhe bestellt. Nach 6 Wochen Lieferzeit war die Ware endlich da, schön breit nur das Felgenwand war keineswegs in Tubeless Qualität verlegt, aber egal es sollten Schläuche drauf. Damit der sehr gute Aluradsatz weiterhin benutzbar ist, kamen noch fast neue Grand Prix TT (45€ das Paar) dazu. Die Räder sind steif, schwer (877+1016g) und von der Höhe genau richtig – das super fahrstabile Rad ist damit noch ziemlich Seitenwindtolerant.
Fahren im Flachen macht damit einfach richtig Laune, gerade bei gutem Wind fährt man gerne mal 45-50km/h im Aufsatz und die SRam-Red Trigger lassen keinerlei Elektronik vermissen. Mit den mitgelieferten Bremsbelägen kann man im Trockenen auch sehr vertretbar bremsen, ein Test mit Anstiegen < 20km/h machte aber klar – Aero ist eben nicht alles und nur wenn man auch im Aufsatz fahren kann ist man damit auch schnell. Zeitfahren beim Riderman 2021 kann also kommen.

RahmenCube Aerium HPC Teamline (M) 2012
LaufräderCarbon Clincher 60mm Chinabomber
ReifenContinental Grandprix TT 23c
SchnellspannerBBB WheelFixed
SchaltwerkSRam Red 10-fach
UmwerferSRam Red Double
BremsenSRam Red
KurbelFSA Neo carbon, Rotor 53/38 Kettenblätter
KassetteSRam 11/25 10-fach
PedaleShimano SPD A600
SattelSelle Italia SLR TT Titanium
FlaschenhalterElite Kit Time Trial / Crono CX
AufsatzProfile Design Sonic Ergo 50a
LenkerVision TriMax Alloy UCI 31,8mm / 40cm
VorbauProcraft PRC ST 2 90mm (6 Grad)

Pimp my CAAD 10

Um nach Daniels geplantem, kometenhaften Upgrade ein klein wenig weniger auf unterlegenem Material antreten zu müssen, und weil säubern, polieren und neue Teile anschrauben sowieso sehr viel Spaß macht, habe ich mich entschlossen, meinem altgedientes CAAD 10 für sein 7. Einsatzjahr ein paar Updates zu verpassen. Generell kann ich Cannondale an dieser Stelle für die Materialverarbeitung und Lackierung nur loben. Das Rad sieht auch nach über 40.000km aus wie neu und fährt sich auch so!

Alle Upgrades sowie einaktuelles Bild der Maschine finden sich hier.

Etwas unfreiwillig war schon letztes Jahr ein Wechsel auf Acros Nineteen RD Naben nötig. Materialermüdung am Vorgänger „54 Road“ ist hier das Sprichwort. Wie immer kamen mir die Jungs von Light-Wolf sehr kulant entgegen. Dafür nochmal ein Dankeschön.

Aus optischen und gewichtstechnischen Gründen wurde auf Cannondales schwarz-glänzenden C2 Vorbau und Lenker gewechselt. Das black camo Lenkerband von Lizard Skins ist nicht nur richtig schick sondern auch sehr leicht (56g inlk. Stopfen) und war vor allem schon beim Bergspezialisten schlechthin, Oondree Greipel, im Einsatz.

Besonders gespannt bin ich auf die unfassbar leicten R-Force Ti Pedale von Xpedo (167g das Paar!), ein Testbericht wird folgen. Ebenso wird sich zeigen, ob squirt lube als neues Kettenschmiermittel wirklich das hält, was einem dieses Jahr auf so ziemlich jeder Bikemesse im Rahmen der Jedermannrennen empfohlen wurde.

In Sachen Bowdenzüge vertraue ich wie schon nach der letzten Generalüberhoung vor 3 Jahren auf die Polymer beschichteten Bremszüge von Shimano (sensationel feines Bremsgefühl) und den analogen (haha) Schaltzüge aus der Dura Ace 9000 Serie. Die oft diskutierte Inkompatibilität mit den älteren Gruppen beruht hauptsächlich auf der Angst, dass der Klemmmechanismus insbesondere an der Bremse nicht ausreichend stark für die sehr glatten Innenzüge ist. Das kann man natürlich nicht völlig abweisen, letztendlich sollte aber ein leichtes Aufrauen an der Klemmstelle mit eine kleinen Feile Abhilfe schaffen. Zumindest mache ich das so und es es lief bisher immer problemlos und vor allem butterweich.

Für alle die ganz genau gelesen haben: Das Upgrade auf die Dura Ace Kassette macht eigentlich nicht so viel Sinn, aber 1. wurde so ein freier bike24-Versand nach Frankreich „verdient“, 2. ein paar Gramm gespart um zum nun fahrfertigen Gesamtgewicht von 7,3kg (-250g) beizutragen, und 3. hat die letzte Kassette auch 15.000km gehalten 😉

 

Projekt: Stevens Comet Custom – Disc meets Campa

Für die Saison 2019 wird es eine neue Maschine für mich geben. Klar war schon lange, es sollen Scheibenbremsen sein. Auf der ewigen Bucket List steht zudem, einmal ein Rad mit Campagnolo zu besitzen. Als im Vorjahr die H11 Bremse von zahlreichen Tests für gut befunden wurde, war das schonmal ein Signal. Die gerade neu am Markt befindliche 2*12 Gruppe soll den traurigen Abschied von der Universalwaffe 52-39-30 / 11-28 (3*10) etwas erträglicher machen. Elektronische Schaltung kommt dann beim übernächsten Rad, dann bestimmt mit schöneren Parts und mit noch weniger Kabeln als heutzutage. Der Rahmen wird ein Stevens Comet 2019 Disc. Die kurze Version dazu: Stevens hat sich in den letzten Jahren als Marke bewährt, Preis/Leistung war stets super.

Die lange Version der Entscheidung:
1. Rahmenform
Der Rahmen sollte kein spezielles Aerodesign besitzen und die generelle Rahmenform eher klassisch sein, sprich Sitzstrebe und Oberrohr treffen sich auf gleicher Höhe. Zudem sollte die Sattelstütze rund und damit austauschbar sein, sowie der Lenker+Vorbau klassisch und nicht integriert (Optik, Bikefitting und Gewicht sind die Gründe). Direktversender sind eigentlich aus Prinzip ausgeschlossen (persönlicher Geschmack), aber mit diesen Kriterien ist das Rose X-Lite Disc 6 weg. Ebenfalls raus ist dann auch das Canyon Ultimate SLX Disc, das Basso Diamante SV, das Cipollini NK1K, das Ridley Fenix SLX, und auch das sowieso zu teuere Wilier Cento10 Air. Die nicht wirklich austauschbare (da nicht runde) Sattelstütze lässt auch das Cervélo R5 Disc ausscheiden.

2. Technik
Mechanische Schaltungen müssen natürlich unterstützt werden, gerade bei neu entwickelten Toprahmen ist dies nicht immer der Fall. Zudem sollte vorne und hinten Steckachsen vorhanden sein (Steifigkeit) und der Rahmen sollte natürlich leicht sein. Die Aufnahme für Discbrakes muss Flat-Mount sein. Damit fliegt das Cannondale Supersix Eva HiMod Disc raus, hinten gibt es dort nur Schnellspanner. Ebenfalls scheidet das Cervelo R5 Disc aus, es werden nur elektronische Schaltungen unterstützt.

3. Lackierung
Über Geschmack lässt sich streiten, der Rahmen sollte auch in einigen Jahren gut aussehen, etwas Understatement beim Design schadet daher nicht. Damit fliegt das Focus Isalzo Max Disc mit der 2018er Lackierung raus, was zudem ggf. nur Di2 unterstützt. Bianci ist damit auch raus, die Farbe muss man mögen.

4. Rahmenset / Preis
Aufgrund des custom builds sollte der Rahmen einzeln lieferbar sein, denn sonst müssen zuviele Teile verkauft werden. Damit scheidet das Cube C62 Litening Disc leider aus. Das Colnago V2-R ist preislich mit >3000€ deutlich zu teuer (C64 erwähne ich hier am besten nicht), zudem ist die Stütze wieder mal kein Standardteil. Richtig gut sah es für das neu erschiene Basso Diamante Disc (welches auch aus Blei ist, >1200g nur der Rahmen) aus, aber Italientypisch kostet der Rahmen auch jenseits der 3k. Die Laufräder werden auf jeden Fall von Light-Wolf aufgebaut, Service und Qualität der Arbeit haben in den letzten Jahren überzeugt.

5. Qualität
Natürlich soll der Rahmen in spé neben guten Gewichtswerten auch gute Steifigkeits und Komfortwerte bieten, bei dem Budget ist das natürlich klar. Damit scheidet das BH Ultralight Disc auch aus (zudem werden hinten nur 140mm Discs unterstützt. Beim Stevens Comet sind die Tests in den gängigen Magazinen (roadbike, tour magazin) positiv.

Der Aufbau wird hier im Blog natürlich ausführlich dokumentiert, die ersten Teile liegen sogar schon da 🙂

Testfahrt Nordschleife im Odenwald (mit Minipumpentest)

Steffen hatte die sehr gute Idee, die Rennsituation des 24h Rennens mal zu simulieren – natürlich nicht das gesamte Rennen aber immerhin gut die Hälfte.  Also traf man sich letzten Samstag 14 Uhr im Headquarter des DGD Racing Teams – in Reichelsheim (Odenwald).

Aufgrund der scheinbar unstabilen Wetterlage (dunkle Wolken, starker Wind), wurde die erste Runde leicht verspätet gestartet. Da Stefan etwas Warmfahrzeit brauchte splittete sich das Team, schließlich sollte nicht nur die Strecke realistisch sein sondern auch die Belastung zumindest nicht auf Kaffeefahrtniveau bleiben. Die Pausen zwischen den Stints waren etwas kürzer als im Rennen, dafür wurden nur 4 (unterschiedliche) Runden gedreht. Aufgrund des Wetters wurde auch die Reihenfolge bunt getauscht, sodass die zweite Runde in umgekehrter Richtung wieder auf die Hutzwiese ging .

Zwischen den Fahrten wurde,  ganz klassisch,  Nudeln gegessen und geschraubt , schließlich mussten die Lichthalterungen  auch noch montiert werden. Dazu gab es einen kleinen, hoch wissenschaftlichen Minipumpentest:  Stefan pumpt einen leeren Reifen 90 Sekunden lang auf und der Druck wird gemessen, dazu gibs noch Handlingpunkte. Probanden: PRO CNC Minipump, Airrace AP-46SL und Birzman Zacoo Mini 9.9.  Die PRO CNC hat eine ergonomisch geschickte Winkelung und pumpt auch etwas mehr Druck (1,8 vs. 2,1 bar) gegenüber der Airrace AP-46SL. Die Zacoo Mini 9.9 wurde ob ihrer extrem kleinen Bauform (ohne Teleskop) belächelt und als krasser Außenseiter im Test angesehen. Durch die Verschraubung ans Ventil mittels mitgeliefertem Adapter, erreichte sie jedoch den klaren Testsieg mit 2,8 Bar. Hintergrund des ganzen: Fürs 24h Rennen wird der Transponder inkl. Schlauch, Ersatz-Minilicht und eben Minipumpe in einer kleinen Toolflasche übergeben.

Die dritte Runde fand schon in recht dämmriger Sicht statt, und war mit dem Anstieg nach Neunkirchen auch die härteste. Die letzte Runde war hauptsächlich ein Lichttest wo beide neuen Modelle, Steffens Lupine-Nachbau und Moritz-Tourenlicht (vereinfachte Version des 2010er Modells) gefahren wurden. Da es erst 22:15 Uhr dunkel wurde konnte die Fahrt auf die Tromm nicht früher losgehen. Dass das einzige kommerzielle Produkt, der Lupine-Nachbau von Steffen, komplett abfiel und nur am Kabel hing, war ein Erfolg des Tests. Achja – wirklich nass wurden die Fahrer trotz schlechter Wetterprognose nicht.

Fahrbericht Stevens Vuelta Ultegra triple

Nach einer Anfrage eines Bloglesers folgt hier ein kurzer Fahrbericht des Stevens Vuelta. Erstmal zum Entscheidungsprozess: Stevens steht seit jeher für faire Preise, niedriges Gewicht, gutes Design und bei den teureren Modellen auch gruppenreine Ausstattung. Klar war, es sollte ein Rennrad mit Ultegra 3-fach Gruppe werden. Damit kommt man die 25% zum Untermösslhof hoch und hat auf der Abfahrt immernoch einen dicken Gang zum pacen. Um keine Probleme mit dem Beladen auf dem Radträger zu haben, war Alurahmen angesagt. Das Stevens Vuelta ist somit optimal, denn die Kombination aus Rahmen und Carbongabel wiegt nur ca. 1400g. Farbe wurde aus gewichtsgründen (und auch aus optischen) schwarz/grau eloxiert gewählt. Ansonsten sollte man beim custom build keine Extras ankreuzen, sonst ist der vergleichsweise günstige Preis schnell dahin. Davon abgesehen, sind die Aufpreise recht teuer, aber das kennt man ja vom Neuwagenkauf. Gewogen hat das Bike mit den Mavic Aksium Laufrädern ab Werk 8,2kg inkl. der Ultegra A600 SPD Pedalen. Nachdem Jens Machacek (fahrradbiometrie.de) die Sitzposition optimal eingestellt hat, merkt man dass mir die Rahmengröße (56cm) und die Vorbaulänge 100mm perfekt passt. Der Fahrkomfort ist selbst bei 8bar überraschend gut, lediglich beim Bremsen auf schlechter Fahrbahn muss man eben rennradbedingt Abstriche machen. Die Wendigkeit mit den Serienlaufrädern ist nicht sondernlich gut, man muss in Kurven schon sehr weite Radien fahren. Der Umstieg auf leichte Laufräder von light-wolf die mal eben 1260g wiegen, und das ohne Carboneinsatz, machten das deutlich besser. Das Einlenkverhalten ist deutlich agiler, dafür ist der Geradeauslauf naturgemäß schlechter, was aber keinesfalls störend ist. Mit der Bereifung Conti Force und Attack hat man auch im Nassen und in Kurven jederzeit guten Grip. Die Wahl der Bremsbeläge ist noch nicht abgeschlossen, nicht überzeugt haben KoolStop Dual Compound, gerade sind die Triple Compound montiert aber noch ohne Fazit. Insgesamt ist das Stevens Vuelta ein super leichtes, schönes aber dennoch schlichtes Mittelklasse Rennrad, was mit den richtigen Laufrädern auch berghoch richtig Vortrieb liefert.