Rennradfahren ist nach nun einer Woche und 700km garnicht so schlimm, wie ich anfangs befürchtet hatte. Die Sitzposition ist gewöhnungsbedüftig bringt aber einiges an Luftwiderstandsvorteil. Die Bedenken man könne in Kurven mit einem MTB nicht mithalten, haben sich nur halb bestätigt. Man muss in der Tat mehr Präzision an den Tag legen sowie durch den tieferen Schwerpunkt Kurven früher anlenken. Mit etwas Routine sind jedoch auch mit Rennrad extrem schnelle Abfahrten möglich. Ein Hauptaugenmerk war überraschenderweise die deutlich bessere Abstufung der Gänge. 52-39-30 vorne, 12-25 (10-fach) hinten. Eine gute Kombination für bergige Gegenden. Dann wäre da noch das Gewicht, was beim von mir gefahrenen Müsing Alu 7005 Rad mit „Wald und Wiesen“ Laufrädern bei ca 8,5kg lag. Im Vergleich zu meinem MTB merkt man die knappen 2kg Unterschied genauso stark wie den um 2bar erhöhten Luftdruck (6 vs. 8bar). Möglich wären sogar 10 oder mit anderen Reifen gar 12bar. Der Komfort war jedoch auch mit 8 schon überschaubar. Das größte Manko im Betrieb ist meiner Ansicht nach die Tatsache, dass ordentliche Bremsungen nur in Unterlenkunghaltung möglich sind, was der Rücken wohl keine 100km mitmacht. Größere Hände, andere Bremsbeläge oder Griffe könnten hier aber helfen. An das traumhafte 52er Blatt und das exorbitante Rollen gewöhnt man sich leider viel zu schnell 🙁
Ein Lob gibt es an dieser Stelle auch an die Easy-Tours-Technik-Abteilung:
Das Rad schaltete tadelos in höchster Zuverlässigkeit und Präzision. (Ultegra Gruppe). Kettenschleifen/-springen oder laute „Schläge“ wie sie manchmal auf der Nordschleife bei „Kollegen“ wahrzunehmen waren, haben wohl die Ursache dafür auf dem 3. Flaschenhalter…
Trainingslager Mallorca: Cap Formentor
Zum Abschluss des Trainingslagers stand heute bei traumhaftem Wetter die mindestens ebenso traumhafte Tour über das Kloster Lluc zum Cap de Formentor auf dem Plan. Nachdem auf der Straße nach Inca ein wenig B38-Feeling aufkam war eigentlich geplant, den Anstieg zum Kloster Lluc in sehr gemütlichem Tempo anzugehen. Das wurde allerdings von einem attackierfreudigen Rennradfreund verhindert, von dem sich zunächst Stefan und dann Moritz provozieren ließen. Dass die ganze Aktion zu Gunsten der Racing Team Fahrer ausging, versteht sich von selbst 🙂
Nach einer Pizza in Port de Pollenca stand dann direkt der größte Anstieg auf dem welligen Weg zum Cap de Formentor bevor. Wiederum ließ sich unser Lieblingsrennradfahrer Stefan zu einer Tempoverschärfung hinreißen, diesmal ausgelöst durch einen Triathlet mit Topzeitfahrmaschine. Der restliche Weg zum Leuchtturm Formentor war geprägt von Stefans pausenlosen Fluchen über den Straßenbelag bis schlussendlich bei Moritz nach einer kurzen Abfahrt die Luft raus war – zumindest im Hinterreifen, in dessen Mantel sich ein Nagel gebohrt hatte (siehe auch das Lehrvideo „Luftpumpen mit Panoramablick“). Auf der Rückfahrt stellte sich dann nur noch die Frage, ob man rechtzeitig zum geplanten Saunagang um 18:00 Uhr im Hotel ankommen würde. Man sollte es grade so schaffen.
Eckdaten der Tour: 129km, 26er Schnitt, 2150 Höhenmeter, Bildergalerie klick mich
Trainingslager Mallorca Sa Calobra
Heute war die Königsetappe angesagt, wieder in voller Mannschaftsstärke. Zum Einrollen ging es nach Pollenca die Küstenstraße entlang, mit einer schönen Variante durch eine Nebenstraße. Nachdem Stefan seinen Tacho wieder aufgesteckt hatte (war bei einer kurzen PP abgefallen), ging es erst flach dann immer steiler in Richtung Kluster Luc. Dort wartete der Cols dels Reis, der von der Landseite aus lediglich 2,5km mit 6% Steigung zu bieten hat. Unüblicherweise fährt man dort jedoch zwangsläufig erst die Abfahrt, hinunter ans Meer bevor man den Berg bezwingt. Nach einer Stärkung ging es los. Mit reichlich Statisten und dem einen oder anderen geistig zurückgebliebenen Autofahrer gespickt ging es ans Bergzeitfahren. Stefan konnte die Zeit von Moritz und Daniel 2011 um eine halbe Minute unterbieten (38:10), und zeigte damit, dass man mit einem Rennrad durchaus flott den Berg erklimmen kann. Die 720 Hm auf 10km verteilte fuhr wie sonst üblich Moritz an und Daniel übernahm nach ca. der Hälfte die Führungsarbeit. Die Zeit die dabei herauskam, sorgte bei Moritz für einen überraschten Gesichtausdruck (er hatte unten vergessen das GPS zu nullen). Nach dem Dreifacherfolg des Racing Teams am Berg, ging es wieder runter nach Luc und zurück über Sa Pobla nach Can Picafort. Auf dem letzten Teilabschnitt waren noch 50 Rennradler in einem riesigen Feld angeordnet. Anfangs boten sie noch einen schönen Windschatten, gegen Ende gab es noch sinnlose Tempoverschärfungen.
Eckdaten der Tour: 121km, 2170 Höhenmeter, 26er Schnitt. Diashow hierlang
Mallorca: San Salvador
Ob der bevorstehenden „Königsetappen“ am Donnerstag und am Freitag, legte die Technikabteilung heute einen Ruhetag ein. Lediglich ein kurzes Regenerationstraining stand auf dem Programm. Daniel und Moritz beschlossen, die bewährte Tour zum Puig de San Salvador in Angriff zu nehmen und an besagtem Berg ein klassisches Bergzeitfahren zu veranstalten. Am 5,3km langen Anstieg (375 Hm) zeigte sich aufs Deutlichste, wie viel das harte Wintertraining rund um den Winterpokal gebracht hat: Die Zeit aus dem Vorjahr (19:20) wurde pulverisiert – letztlich blieb die Uhr bei 16:11 stehen. Den Zielsprint gewann Daniel mit einer Radlänge Vorsprung. Hier lohnt sich auch ein Blick in die Bestenliste von quäldich.
Die Abfahrt auf der schmalen Straße wurde diesmal deutlich langsamer in Angriff genommen, schließlich lauerte überall berganfahrender Gegenverkehr und aus dem Vorjahr hatte sich eine besonders harte Bodenwelle im Gedächtnis eingebrannt (die aber scheinbar längst ausgebessert wurde 🙂 ). Zum Mittagessen gab es in Cala Murade eine große Paella mit Meeresfrüchten zum Preis von 11,57€ pro Person, während draußen der este Regen auf Mallorca zu „bewundern“ war. Der recht außergewöhnliche Preis erklärt sich dadurch, dass aus der eigentlich 12,50€ teuren Paella der Fleischanteil abbestellt wurde. Im Gegensatz zu anderen südeuropäischen Ländern wird sowas aber auf Mallorca allem Anschein nach nicht als Extrawunsche (+1€) sondern als Materialkostenabzug (- 93 Cent) gerechnet 🙂 Danach fuhr man über Manacor durchs Orangental zurück nach C’an Picafort. Auf jener Strecke wurden die Racing Team Fahrer kurzzeitig von einer Schaafsherde aufgehalten, die, teilweie übereinander laufend, die Straße querte.
Eckdaten der Tour: 116km, 1200Hm, 29er Schnitt. Bildergalerie nicht vergessen
Trainingslager Mallorca: Betlem
Der zweite Tag umfasste eine deutlich größere Modifikation der Vorjahresetappe. Das unnütze Stück Südküste wurde eingetauscht gegen eine Stichstraße die ausgehend von Arta zum Kloster Betlem führt, natürlich mit Berg. Stefan musste der Pace vom Vortag Tribut zollen und fuhr eher defensiv. Bereits am Anfang der Tour wurde beschlossen, den Berg nur zu zweit zu fahren, denn auch das Fehlen einer Sonnenbrille (vergessen in der BRD), machte dem Neurennradler zu schaffen. Die Tour war zumeist hügelig und führte durch LLorenc mit dem Mittagsziel Son Servara. Dort gab es ein sehr reichhaltiges Mittagsmenü für 8,50€ (Großer Teller Bohnen mit Tomaten, dann Schweinefleisch/Fisch mit Pommes, Wasser, Limo und eine Flasche Wein (welcher natürlich nur angetestet wurde) sowie Eis). Gestärkt ging es dann in bekannter „alles-oder-nichts“-Manier den Berg zum Kloster Betlem hoch. Von dieser Passage entstammen die Bilder die in der nachfolgenden Galerie zu sehen sind. Eckdaten: 120km, 1200 Höhenmeter, 27er Schnitt. Fotoshow




