Trainingslager Südtirol 2018 – Kuppelwieser Alm

Schon beim Frühstück waren die Fronten klar, Der Bergfloh war schon weg – den Radweg in Richtung Vinschgau erkunden. Die Damen wollten eine Wanderung am Knottnkino machen, und der Bechtello wollte einfach nur die Beine hochlegen und die Tour schauen. Daniel und Moritz visierten das Ultental an, aber Moritz kam bei der Quäldich-Lektüre auf einen echten Geheimtipp, den Abzweig zur Kuppelwieser Alm. Dank später Abfahrtszeit wollte die Temperatur selbst auf 1200m nicht wirklich unter 30 Grad sinken, das Wetter war wieder hochsommerlich. Die Pace war wie erwartet recht zügig ohne aber in einen Zeitfahrmodus zu wechseln. Die Baustelle mit ordentlich Dreck motivierte Moritz direkt nach der Tour beide Räder zu putzen. Es wird ein kurzer alter Tunnel durch einen längeren ersetzt, es muss schließlich immer gebaut werden. In St. Pankraz gab es eine kurze Riegelpause und kurz vor dem Schlussanstieg musste nochmals eine Technikpause eingelegt werden – Moritz' Garmin hatte trotz guter Bedingungen den Empfang verloren. Die Straße vorbei an der Bar Walter fing mit breiter Fahrbahn und top Belag an. Die Steigung schwankte die ganze Zeit zwischen flach und wirklich steil. Die Ansage langsam zu fahren auf der unbekannten Strecke wurde nur mittelmäßig umgesetzt, nach 4 Kilomentern betrug die Steigleistung 1218Hm/h. Die Straße wurde dann zweistufig schmaler und auch schlechter. Ab der Steinrast war man dann inmitten der Kuhweide und nach 2 harten Schlusskilometern wurde das Ziel erreicht. In Sichtweite lag eine Staumauer, dort musste und konnte man zum Glück nicht mehr fahren – grober Schotter, 280Hm auf 1,9km sind MTB Terrain.


Nach ausgiebiger Rast in absolut einmaligem Panama und trotz der Höhe warmen Temperaturen ging es wieder in Richtung Lana. Auf der sehr schön zu fahrenden Schlussabfahrt war dann der Verkehr auch nicht störend, so konnten die Plätze 9+10/1595 erzielt werden. Achja, der KOM hoch zur Kuppelwieser Alm wurde auch geholt – richtig gute Tour. 65km/1800Hm

Trainingslager Südtirol 2018 – Königsetappe(n)

Joa da schau her – pünktlich zu den geplanten Königsetappen am Mittwoch ging der Bozener Ofen an und legte Südtirol unter stabiles Hochsommerwetter. Der Wecker klingelte pünktlich um 6:50 (einiger Fahrer waren überrascht, dass es um diese Zeit schon hell ist), und nach etwas mehr Frühstück als sonst brachen Sebastian, Daniel und Moritz in Richtung St. Leonard im Passeiertal auf. Der Tourenplaner Dr. Egert hatte direkt in Meran ein paar unnötige Zusatzhöhenmeter über Obermais eingeplant. So konnten sich alle schon mal daran gewöhnen, was noch kommen sollte. Nach dem ausgiebigen Einrollen, meist leicht ansteigend, durchs schöne Passeiertal übernahm Sebastian die Tempokontrolle am Jaufenpass. Dies hat zur Folge, dass alle den wunderschönen Anstieg (1411Hm) genießen konnten und nicht unnötig Körner liegen ließen. Nach 1:39 Kletterzeit konnte der erste Apfelstrudel des Tages genossen werden.

Auf eine holprige Abfahrt folgte dann ohne größeres Geeier der Anstieg zum Penserjoch, mit 2211m ü.n.N. das Dach des diesjährigen Trainingslagers. Vermöge einer präzisen Dreisatzrechnung hatte Daniel ermittelt, dass Sebastian mit 12min Vorsprung in den 14km langen Anstieg (1219Hm) geschickt werden müsse, damit alle oben ungefähr gleichzeitig ankommen. Zur Überraschung aller drei ging der Plan nicht auf: Sebastian hatte einen Sahnetag erwischt und verlor nur 6 Minuten auf den Teamchef, der eben falls deutlich schneller als 2015 war. Dass es trotzdem nicht den ersten Bergpreis für Sebastian zu bejubeln gab lag daran, dass Moritz mit 59:25 einen neuen teaminternen Rekord in den Asphalt brennen konnte. Der wohlverdiente Apfelstrudel fiel dann wie schon am Jaufenpass sehr mächtig aus — was bitter nötig war, denn der Trainingscomputer zeigte trotz gefahrenen 82km bereits 3100 Höhenmeter an.

Das Restprogramm hatte dann das von Sebastian bevorzugte Steigungsvorzeichen: Es ging fast 50km auf freien Straßen und neuen Tunneln bergab nach Bozen, wo den drei die Hitze entgegen schlug. Die Mur von Bolzano wurde diesmal fachmännisch ausgelassen, aber zur Umsetzung des ursprünglichen Plans, auch auf dem Fahrradweg zu „pimmeln“ konnte sich dann die für die Führungsarbeit verantwortlichen Fahrer doch nicht durchringen. Das hatte zur Folge, dass mit deutlich cleverer Renneinteilung fast das Tempo von 2015 gematcht werden konnte. Die Eckdaten: 152km / 3360Hm / 26er Schnitt.

Katies Königsetappe war die harte Auffahrt durchs malerische Ultental bis zum Weißbrunnsee und Rückfahrt auf der selben Strecke: 76km / 1900Hm / 18er Schnitt. Dank top Rennradform in diesem Sommer war sogar noch genug Power vorhanden, um nicht wie der Rest des Teams direkt bei der erstbesten Knödlmoidl einzukehren, sondern in der leicht höher gelegenen Weissbrunner Almhüttl, wo ein toller Blick auf den See und ein leckerer Strudel warteten:

Heidrun kletterte auf ihrer zweiten Bergtour ebenfalls durchs Ultental bis zum Stausee auf über 1100m ü.n.N. und hatte mit Weg zurück nach Lana 40km auf dem Tacho. Der Bergfloh war im Grundlagenbereich auf den spektakulären Highspeed-Radwegen im Etschtal unterwegs (69km / 452Hm).

Überraschung am Reiterjoch

Um die Tour vor dem traditionellen Thermentag in Meran nicht unnötig leicht zu gestalten, hatte der Teamchef am Vorabend höchstpersönlich eine Passentjungferung ins Spiel gebracht. Die Passbeschreibung des Reiterjochs auf quäldich liest sich grausam und Sebastians Angstzustände ob der bevorstehenden Strapazen nahmen während des Abendessens bedenkliche Ausmaße an. Es sollte sich aber herausstellen, dass überraschenderweise gar nicht die steilste Variante über Eggen geplant war. Von Bozen (262m) geht es durch ein 3km langes Tunnelnetzwerk ins wunderschöne Eggental entlang der Karerpassstraße bis nach Birchabruck (860m) und dann in aller Ruhe bei 8% Durchschnittssteigung teilweise auf Almwegen bis zur Passhöhe (1996m). Der Gesamtanstieg kann es somit mit den ganz großen Alpenpässen aufnehmen.

Um den zweiten Weltmeistertitel der Franzosen nicht zu verpassen wurde die Abfahrtszeit mit 8:30 recht früh gewählt. Auf der Fahrradautobahn nach Bozen konnten die Beine mit einem 37er Schnitt warmgefahren werden (es beteiligten sich 2 von 3 Fahrern in der Führung) ehe oben beschriebener Anstieg begann. Moritz und Daniel fuhren fernab des roten Bereichs, denn beide glaubten fälschlicherweise, dass die Horrorrampen aus Sebastians Bericht noch auftauchen würden. Dieser wiederum war überrascht, dass die beiden anderen nicht auf die Mörderrampe nach Eggen abbogen. So kamen alle drei entweder einigermaßen entspannt oder positiv überrascht oben an. Und da die Straße ein Geheimtipp, die strava Rangliste also nicht zu prominent besetzt ist, konnte sich Moritz für den Hauptanstieg ab Birchabruck mit 58:24 sogar den KOM sichernlaugh

Nach einer Stärkung im Skiort Pampeago im obersten Teil der Abfahrt auf der anderen Bergflanke fuhr man auf teils überraschendem Belag (Schotter im Tunnel) in Richtung Val die Fiemme ab — ein kurzer Abstecher ins Revier der letzten Woche also, denn unweit entfernt beginnt ja schon die Nordauffahrt des Passo Manghens. Alles was am Reiterjoch an Steilstücken eingespart wurde, lieferte die etwas unterschätzte Gegenrampe (500Hm) zum Passo Lavaze nach.

Dort wurden die Flaschen mit dem "juten Pulwwer" aufgefüllt, der gepante Espresso Stop aber ans Ende der folgenden Abfahrt verlegt, da auf der Passhütte offenbar niemand daran Interesse hatte, Geld zu verdienen. Bei bestem Sonnenschein zog der unterer Teil der Abfahrt richtig runter und in Moritz Windschatten stellte Sebastian mit 96,8km/h einen neuen Topspeed Rekord fürs diesjährige Trainingslager auf. Bergab waren die Tunnel zu Beginn des Eggentals weniger eintönig und auf der Hügelstraße von Bozen nach Lana wurden die letzten Körner verpulvert.

Eckdaten der Tour: 118km / 2500Hm / 25,6er Schnitt.

In der Wohnung angekommen, konnten dann die Heldentaten der anderen bewundert werden. Heidrun nutzte das angenehm kühle Wetter am morgen für ihre Erstbefahrung eines Alpenpass. Schon in Mallorca wurde das große Ziel "Gampenpass" ausgegeben und mit Bravour bestanden: Ohne Pause direkt mit einer starken Zeit und dem Bergfloh als Begleiter für die letzten Kilometer vor der Kuppe.

Oben wartete bereits Katie, die den Gampenpass in starken 1:36 hochgekurbelt war und sich danach noch den Mendelpass als Nachschlag gönnte. Die Eckdaten ihrer Variante Due Passi: 86km / 1800Hm / 20,2er Schnitt.

Trainingslager Südtirol 2018 – Transfertag

Die Woche am Lago di Caldonazzo war flux vorbei, das Quartett verlies gegen 10:30 Uhr die Unterkunft um die ca. 80km gen Norden nach Lana zu fahren. Dort waren Detlef und Heidrun um diese Uhrzeit bereits angekommen, aufgrund der Stausituation wurde standesgemäß 3:30 Uhr losgefahren aus dem Headquarter Odenwald. Daniel brachte das Paket zur Post (die bis 12:35 Uhr offen hatte). Leider wurde die Annahme erst verweigert, es gäbe nicht abgeklebte Kanten am Karton. Im gegenüberliegenden Schreibwarenladen wurde Tape erworben und dann wirklich alles abgeklebt. Nachdem die Anschrift aufs falsche, dann aufs richtige Formular und dann mit Edding aufs Paket geschrieben wurde, und Expressfrachtgebühr von insgesamt 43€ gezahlt wurde, kam auch der schwarze Wagen an der Ferienwohnung an. Es wurde eingeladen, diverse Leute suchten diverse Dinge die sich beim Umpacken versteckt hatten.


Nach der Stärkung im Café Flora ging es auf eine wirklich fast flache Einrollrunde nach St.Michel (50km 360Hm). Moritz fuhr den kleinen Anstieg auf Attacke und konnte sich P37/2800 auf dem Segment sichern. Pünktlich zum Anpfiff, und nur durch ganz ganz wenige Schönwettertropfen (Mendelpass und Bergfloh sind hier die Stichworte) runtergekühlt, kamen alle fünf Fahrer in der sehr großzügig dimensionierten Ferienwohnung in Lana an.

Trainingslager Südtirol 2018 – Di Bondone al Lago di Garda

Für die sehr früh geplante Abfahrtszeit von 8h15 gab es heute gleich mehrere Gründe. Zum einen kündigte sich für den Nachmittag eine Störung an, die bis morgen Abend durchziehen soll (logisch: morgen ist ja Ruhetag), zum anderen nahmen sich alle vier die auf 17km verteilten 1450 Höhenmeter von Trento auf den Monte Bondone vor (logisch: die liegen voll in der Sonne). Katie ging dann auch pünktlich auf die Strecke; für die anderen drei verzögerte sich die Abfahrt ein wenig, weil Daniel beschlossen hatte, beim Aufpumpen heute aus nahezu jedem Schlauch, der ihm in die Finger kam, aus Versehen den Ventilkopf rauszudrehen cheeky

Nach einem guten Kilometer Einrollen wurde der Hausberg von Calceranica relativ gemächlich hochgekurbelt und die Beine auf dem Etschtalradweg für die Höchstschwierigkeit des Tages präpariert. Sebastian fuhr wie schon an den Vortagen von Anfang an sein eigenes Tempo und erreichte die Passhöhe in 1:22:40. Der Plan der Bergspezialisten war heute eigentlich, dass Daniel den Rhythmus vorgeben sollte, was bei den am Vortrag noch als "sehr gleichmäßig" deklarierten Anfangskilometern aber daran scheiterte, dass die weitergegebene Streckeninformation schlichtweg falsch war. In Candrai setzte sich Moritz ab und dank klarer persönlicher Bestzeit für die zweite Streckenhälfte kam eine sehr ordentliche Zeit von 1:05:58 zustande. Daniel fuhr seinen Stiefel ohne sich zu Verausgaben zu Ende und hielt mit persönlicher Bestzeit auf den Schlusskilometern den Rückstand in Grenzen (1:08:26). Katie hatte mit kleineren Sperenzien ihres Schaltwerks zu kämpfen und hatte für den Großteil des Bondones nur den kleinsten Gang zur Verfügung. Das führte zwangsläufig zu einem sehr dynamischen Rhythmus und einer tollen Zeit von 1:46:09, Kampfansage an den Bergfloh inklusive, dessen Vorjahreszeit sie um 4 Minuten unterbieten konnte!

Der Apfelstrudel auf der Passhöhe kam in einer eher gastronomischen Portion daher. Dazu später mehr. Nach gemeinsamen Passfoto trennten sich die Wege. Katie schwang sich in die spektakulär in die Landschaft gelegte Abfahrt zurück nach Trento. Die anderen drei warfen sich, begleitet im modisch-eleganten "Bondone-Style" in die Highspeedabfahrt auf der Rückseite des Monte Bondone in Richtung Gardasee. Sebastian hatte beim Sprücheklopfen der Vortage vorbildlich aufgepasst und fragte Daniel, der mit leichtem Rückstand unten ankam, ob der Einparkassistent nicht funktioniert habe. Auf einer kürzeren Abfahrt mischte sich dann noch ein brutal starker Mountainbiker in die Führungsarbeit ein, danach wurde die Luft leicht feucht, und im Angesicht eines drohenden Gewitters der eingeplante zweite Stop in Riva wegrationalisiert.

Das sollte sich rächen, denn bei Rückenwind auf dem Etschtal Radweg Richtung Rovereto ließ vor allem Sebastian die letzten Körner und um den Dreierverband nicht zu sprengen wurden die restlichen flachen Kilometer  im Schongang zurückgelegt. Ab dann wartete nur noch die berüchtigte Mauer von Matarello auf die Fahrer. Die Bergpunkte oben gingen klar an den Teamchef. Eckdaten der Tour: 138km / 2700Hm / 27er(!) Schnitt,

Katie musste auf ihrer gut geplanten Rückfahrt über Trento auch Reißaus vor einer Regenfront nehmen. Das erfolgreiche Unterfangen wurde durch einen 19,1er Schnitt auf 85km mit über 2000Hm belohnt.

Nachdem alle Fahrer einigermaßen regeneriert hatten, wurde noch eine Vorjahreschmach ausgemerzt: Katie, Sebastian und Moritz triumphierten über die epische Fischplatte (und die zugehörigen Fritten) im Al Pescatore.