Cube Aerium Zeitfahrrad

Getreu dem Vorbild von GCN hatte sich Daniel im Sommer überlegt, sich mal wieder ein neues Rad zu organisieren – aber eben günstig und gebraucht. Nach bisherigen Testfahrten mit geliehenen Zeitfahrrädern war der grundsätzliche Spaßfaktor auf jeden Fall schon da. Nachdem zigfachen hin-und-her mit einem Münchner Verkäufer eines BMC Rahmens mit Ultegra Gruppe, gab es in Okriftel eine Kleinanzeige mit dem jetzt gekauften Rad. Für sehr faire 800€ konnte ein 2012er Cube Aerium der Größe M erworben und vor Ort ausgiebig probegefahren werden – vielen Dank an den sehr freundlichen Vorbesitzer. Steffen konnte noch ein paar passende SRam Red Carbon Bremsgriffe beisteuern, Moritz hatte noch einen fast neuwertigen Sattel anzubieten. Schnellspanner wurden aus Gewichtsgründen erneuert und die Flaschenhalter mussten natürlich sein. Nach einem kurzen Besuch bei der Fahrradbiometrie war auch klar – der TT Aufsatz muss mangels Verstellmöglichkeiten weg. Der vorhandene Lenker+Aufsatz+Vorbau konnte für 40€ weiterverkauft werden – da die Lenker/Vorbaubreite von 26mm recht exotisch war wurde auf zeitgemäße 31.8mm umgerüstet, mit neuem Profile Design Aufsatz für 50€ aus ebay. Das Ritzel war im Original 12/28 was umgehend auf 11/25 gewechselt wurde, denn wirkliche Berge sollen damit nicht gefahren werden. Nachdem auf dem Gebrauchtmarkt keinen sinnvollen Carbon Clincher Laufräder zu finden waren, wurde bei AliExpress der günstigste Satz für 240€ mit 60mm Höhe bestellt. Nach 6 Wochen Lieferzeit war die Ware endlich da, schön breit nur das Felgenwand war keineswegs in Tubeless Qualität verlegt, aber egal es sollten Schläuche drauf. Damit der sehr gute Aluradsatz weiterhin benutzbar ist, kamen noch fast neue Grand Prix TT (45€ das Paar) dazu. Die Räder sind steif, schwer (877+1016g) und von der Höhe genau richtig – das super fahrstabile Rad ist damit noch ziemlich Seitenwindtolerant.
Fahren im Flachen macht damit einfach richtig Laune, gerade bei gutem Wind fährt man gerne mal 45-50km/h im Aufsatz und die SRam-Red Trigger lassen keinerlei Elektronik vermissen. Mit den mitgelieferten Bremsbelägen kann man im Trockenen auch sehr vertretbar bremsen, ein Test mit Anstiegen < 20km/h machte aber klar – Aero ist eben nicht alles und nur wenn man auch im Aufsatz fahren kann ist man damit auch schnell. Zeitfahren beim Riderman 2021 kann also kommen.

RahmenCube Aerium HPC Teamline (M) 2012
LaufräderCarbon Clincher 60mm Chinabomber
ReifenContinental Grandprix TT 23c
SchnellspannerBBB WheelFixed
SchaltwerkSRam Red 10-fach
UmwerferSRam Red Double
BremsenSRam Red
KurbelFSA Neo carbon, Rotor 53/38 Kettenblätter
KassetteSRam 11/25 10-fach
PedaleShimano SPD A600
SattelSelle Italia SLR TT Titanium
FlaschenhalterElite Kit Time Trial / Crono CX
AufsatzProfile Design Sonic Ergo 50a
LenkerVision TriMax Alloy UCI 31,8mm / 40cm
VorbauProcraft PRC ST 2 90mm (6 Grad)

Saisonabschluss Schwarzwald

Da leider auch der Riderman dieses Jahr nicht stattfinden konnte, wurde schon früh überlegt den eingereichten Urlaubstag am Freitag zu einem langen Radsportwochenende im Schwarzwald zu nutzen – natürlich nur wenn das Wetter mitspielte. Heiko fand in Örtchen Lauf (zwischen Achern und Bühl) ein super Zimmer für 3-4 Personen, stornierbar bis zum Anreiseabend. Weil Sven seinen Japanauffenthalt noch nicht antreten konnte und Christian am Wochenende Zeit hatte, konnte die kostengünstigste Belegung des Autos und der Unterkunft erreicht werden.
Am Freitag wurde der längste Anstieg des Nordschwarzwaldes gewählt, welcher schon eine gute Vorschau auf die lokalen Berge bot – immer wieder steile Abschnitte mit 10-12%. Christians Plan seinen niedrigsten Gang (36/28) für die nächste Saison zu ändern wurde dadurch bekräftigt. Trotz des Wochentages war oben am Mummelsee und auf dem Gipfel viel Tourismus – die Schwarzwälder Kirschtorte schmeckte dennoch hervorragend. Auf dem Rückweg wurde vom Tourenplaner mit Hilfe von Komoot noch ein steiler Abstecher über hervorrangende Feldwege auf den Sohlberg hinzugefügt. Eckdaten: 70km, 1660Hm
Die Königsetappe basiert auf der längsten in Komoot befindlichen Route im Nordschwarzwald, mit sehr vielen versteckten kleinen Sträßchen, die man nie und immer selbst geplant hätte – Chapeaux. Vormittags ging es wirklich nur steil hoch und wieder hinunter, bis auf den zweiten Berg war der Verkehr recht harmlos, die meisten Motorradfahrer besitzen zum Glück ein gewisses Resthirn. Die Mittagspause wurde auf dem vierten Berg kurz nach Peterstal bereits 11:30 Uhr eingenommen, nach dem Motto was man hat, hat man. Aus einer Hütte verkaufte eine alte Dame Würstchen mit Kartoffelsalat und zu jedem Getränk gab es ein Duplo. Beim nächsten Anstieg hab es ein Schild mit 9,5km zum Parkplatz, wieder auf einem Feldweg und es gab nicht einmal 500Hm zu überwinden. Zu Christians Freude wurden diese aber schon nach 6km absolviert, wo man bei einem sehr langsam (1l/5min ) laufenden Brunnen die Flaschen füllen konnte (beim MIttag gab es keine fließend Wasser). Die Abfahrt nach Oberwolfach war erstmalig belagtechnisch nicht ganz auf der Höhe des perfekten Wetters (3 Tage Sonne und 20 Grad). Am Ortsausgang beschloss das Quartett dem mathematischen Institut des gleichnamigen Ortes einen Erstbesuch abzustatten, damit hatten alle ein obligatorisches Foto vor der Skultur. Der nächste Anstieg in Richtung Freudenstadt bot Rückenwind und ging flach los, Daniel hatte nach dem kurzen Sprint zum Fotopoint frische Beine, während sich Heiko nicht mehr frisch fühlte und Christian um Anschluss kämpfte. In Zwieselberg gab es dann Kuchen, der aber weder in der Qualität noch in der Größe mit dem Vortag mithalten konnte. Um etwas flotter vorwärts zu kommen, wurde durch und nach Baiersbronn die Bundesstraße gewählt anstelle des Radwegs. Kurz vor Mitteltal rächte sich das, denn die Route führte wieder über einen Feldweg zur Schwarzwaldhochstraße – es hieß Abkürzen über diverse Dorframpen. Es folgten zwei flache Wellen auf der Hochstraße, die die letzten Körner mobilisierten. Eckdaten: 165km 3700Hm


Am Sonntag beschloss Christian ein wenig flach zu rollen und erst im Biergarten zu dem Trio zu kommen. Grundlage der Tour ist der Anstieg von Bühl nach Sand, der sehr gleichmäßig aber ohne landschaftliche Highlights verläuft. Als Heiko unten bereits etwas von „eigenem Tempo“ erzählte, beschloss Daniel die Pace zu verschärfen, trotz müder Beine wurde ein guter Rhythmus gefunden, sodass die Steigleistung von 1400Hm/h auf dem 500Hm Segment beachtlich war. Beide Möllers folgten 5 Minuten später und es ging direkt weiter leicht bergab. Um ein paar zusätzliche Höhenmeter zu fahren, gab es einen Abstecher zu einem Parkplatz in Biberach ohne besondere Aussicht – die Dorframpe zur Kirche war jedoch den Umweg in die Sackgasse wert. Die Abfahrt nach Sasbachwalden war im Gegensatz zum Samstag frei und so konnten sich die vier pünktlich 12:30 am Biergarten treffen. Eckdaten: 65km 1550Hm
Résumé: neben der zum Teil unumgänglichen Schwarzwaldhochstraße bietet der nördliche Schwarzwald erstaunlich viele rennradtaugliche Strecken fast ohne Verkehr – lohnt sich also 🙂

Trainingslager Südtirol 2020 – Bergtouren Special

Wie in diversen Artikeln bereits angeteasert, wurden durch Sebastian in diesem Jahr auch diverse Bergtouren durchgeführt. Insgesamt gab es vier Wanderungen, da die erste mangels ausreichender Planung keinen richtigen Gipfel enthielt, soll sich hier auf drei Touren beschränkt werden.

Naturnser Hochwart bei Nacht

Die epischste Tour sollte direkt die „Erste“ sein. Nachdem der ersten Wanderung die Highlight-Momente fehlten, sollte direkt überkompensiert werden und es wurde eine Wanderung von Lana (300 üNN) auf die Naturnser Hochwart (2600 üNN) geplant. Die minimalen Höhenmeter suggerieren schon, dass es sich hier um eine lange Tour handeln muss. Um also zu humaner Zeit wieder zurück zu sein, wurde ein Start um 2 Uhr nachts durchgeführt, wodurch nach optimistischer Rechnung des Protagonisten der Gipfel zu Sonnenaufgang erreicht sein würde. Spoiler: Das hat natürlich nicht hingehauen, aber zumindest war die Baumgrenze überschritten, als es langsam hell wurde, was den selben Effekt erfüllte.

Nach einem guten Kilometer im Ort schraubt sich der Weg zunächst konsequent 800hm nach oben, wobei nur knapp 5 km Strecke zurückgelegt werden. Es folgt ein Flachstück über ca. 3km, auf dem man im leichten Trab etwas für den Schnitt tuen kann (oder sich auf feuchtem Gras im Downhillgerenne etwas den Fuß verdrehen kann :P). Es wird hier auch ein Bach passiert, an dem man sich seine Wasservorräte auffüllen sollte, denn danach wird es dazu überraschenderweise keine Möglichkeit mehr geben.

Ab Kilometer 9 steigt der Weg wieder stramm und es werden weitere 700hm zurückgelegt. An einer Stelle verlässt man den Wald, um parallel zu einer Weide weiter aufzusteigen. Wenn man dann unvermittelt einen Bullen auf der Weide anleuchtet (Erinnerung: es ist gerade ca. halb 5 nachts) und leuchtende Augen unter gewaltigen Hörnern als Feedback bekommt, ist ein kurzer Schreckmoment inklusive.

Kurz darauf verlässt man also den Wald und findet sich auf einem flachen Höhenweg über eine Weide wieder. Allmählich wird es hell und die Atmosphäre ist bombastisch. Vom Höhenprofil würde man denken, dass diese Passage ebenfalls genutzt werden kann, um etwas für den Schnitt zu tun, aber der Untergrund ist nicht ideal und wer diese Atmosphäre ignoriert um sich auf seine Rennerei zu konzentrieren hat den Schlag sowieso nicht gehört.

Nach wenigen Kilometern geht es eine weitere Stufe nach oben, das Terrain ist mittlerweile eindeutig ein alpines und man muss sich deutlich mehr auf die Schrittführung konzentrieren. Danach umrundet man das Naturnser Hochjoch parallel zur Höhenlinie, aber auch hier ist nichts für den Schnitt zu gewinnen. Es ist auch anzumerken, dass hier nun alles sehr exponiert für den Wind ist und man spätestens beim Abstieg auf jeden Fall wärmere Kleidung braucht.

Es folgt eine bergab Passage auf grobem Geröll, hier ist man definitiv nicht schneller als im Aufsteig. Zum Schluss folgt ein Endspurt über knapp 300hm auf sehr steilem und alpinen Gelände, die Anstrengungen sind jetzt real. Belohnt wird man mit einem tollen Ausblick in immer noch (aufgrund der Uhrzeit, die gerade halb 7 anzeigt) majestätischer Atmopshäre. Es ist allerdings auch sehr kalt und windig, sodass man nicht unbedingt zu lange verweilen will, selbst wenn man noch ein trockenes T-Shirt, Pulli und Halstuch dabei hat. Sogesehen ist es auch kein guter Plan, deutlich früher in die Tour zu starten, um am Gipfel auf den Sonnenaufgang zu warten, sofern man nicht bereit ist, sehr viel Equipment zu Erwärmungszwecken mitzuschleppen.

Der Abstieg war dann wie der Aufstieg. Bei der Rückumrundung des Jochs wurde noch halt an einer Kuhtränke (?) gemacht, um die Füße etwas zu kühlen.

Zeitweise kann man es im Absteig auch mal laufen lassen, allerdings ist die Ermüdung (gerade auch in Knien und Hüfte) irgendwann sehr stark zu spüren, sodass insbesondere die letzten steilen Höhenmeter Abstieg durch die Apfelplantagen sowie die letzten Kilometer durch den Ort sehr zäh und definitiv nicht mehr schnittbringend waren.

Fazit: 9h, 40km, 2640hm. Strava

Karerpass nach Rotwand mit Klettersteig

Die erste Bergtour nach dem Quartierwechsel nach Eppan sollte auf die Rotwand in der Rosengartengruppe  gehen. Startpunkt war der auf 1750m gelegene Karerpass, der nach einer Dreiviertelstunde mit dem Auto zu erreichen ist.

Da bei dieser Tour eine Fahrgemeinschaft mit Heidrun und Katie gebildet wurde, die eine kleine Wanderung auf Passhöhe machen wollten, war ein hohes Tempo anzustreben.

Diesmal war die Tourenplanung sogar ganz professionell und wurde mit Christoph, dem Herrn des Hauses im Hotel, durchgesprochen. Es sollte zunächst vom Karerpass über einen steilen Wanderweg zur Paolina-Hütte aufgestiegen werden, welche sich auf gut 2100m befindet. Diese erste Passage kann auch per Lift zurückgelegt werden, allerdings muss der Lift (inkl. Ticketkauf und Warterei) die Zeit von 28min erstmal schlagen 😉 

Von der Paolina-Hütte führt ein Wanderweg auf 2600m, zu Beginn gibt es eine Traversierpassage, in der man etwas für den Schnitt tun kann, danach folgt ein steiler Wanderweg auf gerölligem Untergrund, der konsequent Höhenmeter macht, aber alles in allem flott passiert werden kann. Allerdings war der Weg voll wie eine Autobahn im Berufsverkehr, sodass das maximale Tempo durch zahlreiche Überholvorgänge nicht ausgeschöpft werden konnte. Trotzdem konnte sich der CR für dieses Segment auf Strava in 38min gesichert werden.

Die letzten 200m wurden durch einen Klettersteig zum Gipfel zurückgelegt. Dieser ist in der Literatur mit Schwierigkeiten A/B angegeben und folgt dem Grat des Berges. Es gilt letztendlich die Eigenverantwortung in den Bergen, jedoch konnte der Autor dieses Artikels für sich entscheiden, dass eine Passierung ohne Ausrüstung kein Problem ist. Es ist noch anzumerken, dass der Steig, obwohl es ein Gratsteig ist, nicht sonderlich ausgesetzt ist.

Nun war der höchste Punkt also nach 1,5h Aufstieg erreicht. Am Gipfel hat man eine tolle Aussicht auf die Rosengartengruppe, außerdem gibt es ein Gipfelkreuz mit Gipfelbuch, es wurde aber verpeilt sich in jenes einzutragen. Trotz größerer Höhe war es in Sachen Temperatur und Wind hier deutlich angenehmer als auf der Hochwart, trotzdem wurde for good measure ein Pulli übergezogen.


Der Abstieg wurde über die andere Seite vorgenommen. Es wurde schnell wieder ein Klettersteig erreicht, der auch runter gut zu gehen war und in einer Scharte mündete. Hier darf man sich nicht verwirren lassen, wenn man von oben kommend plötzlich den Masaré Klettersteig im Auge hat. Diesen würde der Autor definitiv nicht ohne Ausrüstung passieren wollen, die Einsteigstelle ist auch mit Schwierigkeit C ausgezeichnet.

Der Steig mündet dann also in einer Scharte, die ziemlich ätzend abzusteigen ist und schlecht markiert ist. Es bietet sich an, sich rechts am Berg zu halten, um nicht den Abzweig zu verpassen und (wie der Autor) etwas zu tief in der Scharte abzusteigen.

Der Rest ist dann leicht, es geht über gut ausgebaute Wanderwege leicht abfallend zurück Richtung Karerpass. Zwischendurch kam ein Hüngerchen auf, welches durch einen selbstgebackenen Riegel behoben wurde. Der Kauvorgang wurde im Laufen erledigt, was offenbar ziemlich doof aussah und den entgegenkommenden Verkehr irritiert hat.

20min vor Ende wurde von der Talfraktion ein Pizzabestellvorgang angeboten, der natürlich direkt angenommen wurde. So wurde also der Pass nach gut 3h inkl. Pausen wieder erreicht und 2min später wurde auch schon die Pizza serviert 🙂

Fazit: 3:20h, 13km, 1100hm. Strava.

Kaltern auf den Roen mit Klettersteig 

Als finale Tour sollte es von Kaltern auf den Roen gehen. Der Roen ist der höchste Punkt des Mendelkamms mit 2100m. Es wurde wieder eine Fahrgemeinschaft mit Heidrun gebildet, die eine Wanderung ausgehend vom Kalterer See unternehmen wollte. Um also die Tour nicht zu lange ausufern zu lassen wurde als Startpunkt der Klettergarten in Kaltern gewählt, der gegenüber dem See ein paar Kilometer und Höhenmeter spart, und gute Parkmöglichkeiten bietet.

Vom Parkplatz führt ein Wanderweg über 5km konsequent gut 1000hm nach oben. Der Weg liegt meist im Wald, hat guten Untergrund und ist durch Serpentinen abwechslungsreich gestaltetet. Bestes Terrain um hemmungslos hochzukloppen. Auf 1200m gibt es eine Hütte der Bergwacht, wo man die Flaschen auffüllen kann. Beim Anstieg wurde dies ignoriert, da die Flaschen noch fast voll waren, es sollte aber (wie bei den anderen Touren auch) die letzte Möglichkeit bleiben (abgesehen von den Hütten am Höhenweg, in die man aber einkehren müsste).

Nun befindet man sich also auf einem Höhenweg. Hier ist auch deutlich mehr Betrieb als auf dem Aufstiegsweg (wo sonst niemand war), die meisten sollten wohl vom Mendelpass aus kommen. Der Weg ist gut ausgebaut und breit, hier würde man vermutlich selbst mit dem Auto gute Karten haben, es kann also definitiv was für den Schnitt getan werden.

Nach 7,5km passiert man eine große Hütte, links geht es Richtung Überetscher Hütte, an der sich der Einsteig zum Roen Klettersteig befindet. Rechts geht es den Normalweg lang, gerade aus befindet sich ein enger steiler Pfad, den man auf dem Rückweg nehmen wird und fälschlicherweise für den Normalweg gehalten hat. Naja, Strecke wird es auf jeden Fall gespart haben.

Der Roen Klettersteig ist wieder mit A/B angegeben. Es gibt steilere Kletterpassagen und Traversen. Im Hotel wurde sich wieder über die Passierbarkeit ohne Ausrüstung informiert, Steinschlag ist hier ein Thema, allerdings entschied der Autor aufgrund der erwarteten niedrigen Frequentierung, dass dies am heutigen Tage vertretbar sei. Überraschenderweise traf man dann doch zwei weitere Gruppen im Steig, allerdings wurde darauf geachtet, nicht gemeinsam mit jenen sich im Hang zu befinden und ansonsten wurde schnell das Überholmanöver angepeilt, wobei sich die anderen Gruppen auch sehr kooperativ zeigten.

Alles in allem kann man sagen, dass dieser Steig nochmal deutlich mehr Spaß gemacht hat als der an der Rotwand. Allerdings sollte man sich hier schon sicher sein, dass man weiß, was man tut. Insbesondere auch bei Nässe ist der Steig ohne Absicherung definitiv nicht zu empfehlen!

Nach dem Klettersteig waren es nur noch wenige Meter bis zum Gipfel. Genauer gesagt gibt es hier eher zwei Gipfel: Einmal eine Zunge markiert mit einer orange-roten Metalmarkierung, die mit einem SVD Aufkleber noch verschönert wurde, ein paar Meter weiter gab es eine zweite Zunge auf einer Kuhweide, auf der sich auch das Gipfelkreuz befand. Der Weg durch die Kühe war eher beschwerlich, aber im dritten Anlauf konnte ein passierbarer Pfad gefunden werden. Diesmal hat der Autor auch daran gedacht, im Gipfelbuch etwas DGD Werbung zu hinterlassen.

Der Aufstieg hat insgesamt ca. 2,5h gedauert. Um Heidrun nicht zu lange warten zu lassen, wurde ein deutlich zügigerer Abstieg angepeilt, was dem Weg auch zuzutrauen war.

Der erste Abschnitt über den vermeintlichen Normalweg war eher langsam, da er eher einem Jungle glich, aber richtig Hütte konnte schon etwas Fahrt aufgenommen werden. In der Traverse auf dem Höhenweg war dann auch ein guter Trab möglich.

Der Absteig der verbleibenden gut 1000hm konnte dann, die 4h Effektivzeitmarke stets im Auge, konsequent runtergebolzt werden, was zwar anstrengend war, aber auch mächtig Laune gemacht hat. Auf 1200m wurde nochmal kurz angehalten, um Heidrun zu aktivieren und von der einzigen Wasserstelle zu profitieren.

Alles in allem kann man sagen, dass diese Tour von der Intensität wohl die anspruchsvollste war, obwohl gut eine halbe Stunde länger als die Rotwandtour, da der Weg einfach dazu eingeladen hat immer auf dem Gas zu bleiben.

Fazit: 4h, 20,5km und 1650hm, Stava.

Trainingslager Südtirol 2020 – Mendel und Gampenpass

Der Classico darf natürlich auch dieses Jahr nicht fehlen, die Tour Mendelpass und Gampenpass war in früheren Tagen immer der Beginn des Trainingslagers Südtirol gewesen (2019, 2017, 2014, 2012). Die Anfahrt wurde über den sehr schön gelegten Radweg bis nach Kaltern geplant und gefahren, schließlich wollte man sich ein wenig Einrollen – sehr zu empfehlende Variante komplett ohne Autoverkehr. Ebenfalls neu war der Einstieg aus St. Nikolaus bei Kaltern, bei dem man etwas steiler durch den Ort auf die Mendelpassstraße (hier Heppenheimer Straße genannt) biegt – laut Strava fahren fast keine Rennradler diese Variante. Kurz nach dem Einbiegen auf die Hauptstraße trafen Daniel und Moritz Rennradler aus dem Hotel (u.a. Mona die auch beim letztjährigen Giro dabei war). Trotz gemütlichem Pedalieren lies man das Quartett hinter sich und alsbald wurde noch ein weiterer Fahrer der aus der Radgruppe entwischen war eingeholt. Dieser zeigte sich jedoch als sehr tempofest, Moritz fuhr gegen Ende des wirklich sehr schön und flüssig zu fahrenden Mendelpasses immer ein bisschen schneller ohne dass er abreißen musste.

Oben gab es den obligatorischen Mendelstrudel bevor es runter nach Fondo ging. Dort hatte Daniel geplant, das längste Segment des Giro delle Dolomiti 20201 mal anzutesten. Es führt eher flach auf den Gampenpass (11km, 424Hm), beginnt dankenswerterweise aber nicht direkt unten sondern erst nach dem Tunnel. In Strava gab es den Abschnitt schon, allerdings irrwitzigerweise völlig falsch als „Passo Tonale“ benannt. Moritz plante so ungefähr 300W zu treten und sich linksrum abzuwechseln. Zu beider Überraschung war das ein gutes Unterfangen, und da man schneller als sonst (25er Schnitt) fuhr zog sich auch das Zwischenstück nicht so hin, auf der 3km langen Schlussgeraden muss man im Rennen auf jeden Fall noch Körner parat haben. Die Abfahrt vom Gampenpass war komplett frei, was Moritz zu einer neuen Bestzeit mit Nackenschmerzen (Aero Position lässt grüßen) nutzte, Daniel lies eher die Beine baumeln – der Gegenwind sorgte dafür dass man für Geschwindigkeiten jenseits der 60 schon investieren musste, auch der Rücken mochte das tiefe Bücken in Richtung Lenker nicht sonderlich. Erwähnenswert ist noch die wirklich moderate Pace auf dem Etschtal-Highspeedradweg, keine der beiden Fahrer gab ernsthaft Gas – auch eine Neuerung. Eckdaten: 87km, 1725Hm, 28er Schnitt
Sebastian stieg auf den Roen (2100m), weitere Details dazu folgen, Heidrun und Katie spazierten an verschiedenen Seen entlang / hinauf. Der Kulinarische Höhepunkt war eine Weinverkostung in der Kellerei St.Michael-Eppan, wo man die angepeilten 6 Proben grob verfehlte, aber jeder fand schlussendlich einen Karton zum Import.

Trainingslager Südtirol 2020 – Panider Sattel, Ritten

Die ursprünglich geplante Tour umfasste lediglich den Anstieg aus Richtung Norden aufs Rittner Horn. Sie wurde aufgrund Sebastians geplanter Teilnahme vom Tourenplaner kurzerhand erweitert um einen zweiten Anstieg – ohne große Proteste wohlgemerkt. Wie in der zweiter Woche üblich ging es erstmal durch Boznen, dieses Mal direkt durch den richtigen Tunnelabzweig in Richtung Seiser Alm. Die Straße war mittelmäßig steil, flachte auf Höhe Seis nochmal ab. Der Autoverkehr war etwas erhöht, wobei das hauptsächlich im einzigen langen Tunnel (700m) das Trio störte. Ab Kastelruth zog der Anstieg nochmals an; zur Überraschung von Sebastian und Daniel wurde die erste Pause 200 Hm unterhalb des erster Passhöhe eingeplant – auch hier ohne Proteste. Der übliche Apfelstrudel wurde durch einen sehr reichhaltigen Topfenstrudel ersetzt. Mit mehr Körnern dafür kalten Beinen ging es dann zum Panider Sattel (nur die Abfahrt beschrieben) dem neuen Dach der Etappe.

Hinunter nach Waidbruck gab es zum Glück nur ein großes umfahrenes Schlagloch und reichlich Gegenverkehr, es ging also flott hinab. Der Anstieg zum Rittner Horn war zweigeteilt, in 5 Kehren erreicht man im Advanced-Rollerbergstyle (gleichmäßig aber nicht wirklich flach 7-8%) den Ort Barbian. Bereits unten wurde eine Straßensperrung angekündigt, aber mangels alternativen Routen wurde natürlich weitergefahren. Die Baustelle war dann überraschend lang, aber mit mäßigem Tempo gut passierbar. Danach kamen erstaunlich viele 15% Steilstücke auf der zum Teil 2m breiten Nebenstrecke in Richtung Ritten. Die Strahlkraft der Sonne machte dies nochmals härter, mangelnder Streckenkenntnis zufolge konnte auch keiner Prognosen abgeben, wann man dann oben sei. Vor dem Café erwartete Katie, die sich die Gegend rund um Oberbozen angeschaut hatte, die Drei bereits. Auf der Abfahrt nach Bozen konnte erst ein Trecker überholt werden, Sebastian und Moritz kamen an einem Baustellenlaster einigermaßen gut vorbei, Daniel musste leider noch ein paar Kurven mehr Geduld aufbringen. Katie konnte sich das Geschehen aus der Poleposition anschauen und kam fast zeitgleich mit den Radfahrern am Hotel an. Eckdaten der Tour: 98km, 2300Hm