Rennabsage 1. Mai des DGD Racing Teams

Beide Starter des DGD Racing Teams konnten nach einem kurzen Test am Vortag keinen hundertrprozentigen Fitnesszustand vermelden. Daniels Erkältung aus Mallorca war noch nicht komplett aus dem Körper, bei einem kurzen Bergsprint fehlten mindenstens 5 Pulsschläge – die Beine waren jedoch gut. Sebastian fühlte sich am Frankenstein nicht gut, die Sauerstoffaufnahme funktionierte nicht. Die Wettervoraussage war ebenfalls bescheiden, es sollte nass werden. Um insgesamt kein Risiko einzugehen, findet dieses Jahr das 1. Mai Rennen ohne Beteiligung des DGD Racing Teams statt.

Trainingslager Mallorca 2017: Ausrollen auf drei verschiedene Arten

Der brutale "Gegenwindklassiker" vom Donnerstag hatte allen vier Fahrern alles abverlangt. Das genaue Programm für den letzten Tag des Trainingslagers sollte daher erst am Morgen beim Frühstück festgelegt werden (obwohl natürlich mehrere Tracks im Vorais sorgfältigst geplant worden waren). Um die Spannung direkt rauszunehmen, sei direkt erwähnt, dass sich das DGD Racing Team für ein dreifach gestaffeltes Ausrollprogramm entschied.

Variante 1: Daniel hatte im Finale des Küstenklassikers alle Körner mobilisiert und schon am Abend leichtes Halsschmerzen verspürt. Extrem verdächtig auch, dass er von Katie erst zum Biertrinken auf dem Hotelzimmer mit Meerblick (5 Euro Aufpreis pro Tag) ermunternd werden musste. Um nichts zu riskieren, entschied er sich für ein spảtes Frühstück gegen 10 und mit bereits 600km in den Beinen, gar nicht mehr zu fahren.

Variante 2: Katie und Detlef nahmen sich eine 60km lange Runde durchs Mallorquinische Hinterland vor und konnten dort die Sonne genießen und die Beine auslockern. Trotzdem kamen 340 Höhenmeter und ein 22,5er Schnitt zusammen. Da sie sich über die Vorschläge des Tourenplaners hinwegsetzten, wurde auch erstmals in der Geschichte des DGD Racing Teams die Innenstadt von Sa Pobla (Großgemeinde Muro) zwecks einer Kaffeepause erkundet, anstatt einfach die Umgehungsstraße im dicken Blatt zu fahren.

Variante 3: Moritz nahm sich die neu geplante Strecke über die 16km lange Hügelstraße zwischen der Ostküste und Manacor vor. Erstmals seit 2014 war auch der Puig de San Salvador wieder im Programm, wo er trotz angezogener Handbremse (es drohte eine Gegenwindschlacht auf der Rückfahrt ins Hotel) eine ganz ordentliche Zeit (16:48) vorlegen konnte.

Höhepunkt des Tages war aber natürlich das traditionelle 3-Gänge-Menü  bei l'Escrivania in Porreres, was wieder vorzüglich war und sich dankenswerterweise über 1:40h hinzog, sodass keine zusätzliche Verdauungspause mehr vonnöten war. Überraschenderweise stand der Wind dann doch besser als befürchtet, sodass Moritz auf der letzten Rille fahrend sehr schnell Raum und Zeit gewinnen konnte und nach 128km/1500Hm mit einem 30,5er Schnitt hochzufrieden im Alcudi Mar ankam.

Danach wurden die Räder geputzt (Daniel und Moritz mussten und durften persönlich Hand anlegen); Katie und Detlefs Mietrad wurde vom sehr freundlichen Easy-Tours Team gereinigt. Der Bus für die Rückfahrt stand zur neuen Rekordzeit 3:55 am Hotel bereit, sodass am Flughafen noch genug Zeit war, diesen Artikel fertig zu stellen. Ob das DGD Racing Team wirklich Premium Economy bei Condor fliegt, wird im Abschlussbericht aufgeklärt werden 😉

Trainingslager Mallorca 2017: Küstenklassiker

Pünktlich um 8:45 startete der Bustransfer nach Port Andratx, dieses Mal gab es einen Privattransfer mit Minivan und Anhänger – sehr komfortabel. Kurz nach 10 Uhr starteten alle vier zeitgleich auf die Königsetappe des Trainingslagers. Der erste sanfte Anstieg wurde durch eine planerischer Meisterleistung des Herrn E. mit einer Rampe an einer Kirche vorbereitet. Bereits auf der ersten Abfahrt (es gibt auf der 60km langen Küstenstraße keine Flachstücke), wurde klar, dass der Wind eine große Rolle spielen würde – er kam entgegen der Fahrtrichtung mit teilweise sturmhaften Böen. Im Unterschied zu den Vorjahren, gab es für die zwei Fahrer des DGD Racing Teams eine neue Stichstraße zu erkunden. Die 24 Serpentinen hinunter in ein Feriendorf (Port d'es Canonge) mit 300Hm sorgten für Abwechslung. Das Streckenlayout ähnelte teilweise dem einer Indoorkartbahn.

Bergauf gab es dann natürlich auch schöne Steilstücke mit gut 15%, dann ging es weiter in die Gegenwindschlacht. Das Timing am Marktplatz in Soller war auch dieses Jahr gut, nur 5 Minuten nachdem Moritz und Daniel einen Tisch sicherten, trafen Katie und der Bergfloh ein. Trotz ansonsten eher kühlen Temperaturen (16 Grad) wurde man auf dem Touristenmagneten in Soller während des Mittagsmenü mit Nudeln gut durchgebraten. Dann ging es auf den höchsten Berg Mallorcas. Daniel mahnte noch an, man müsse ob des Windes ein paar Körner sparen. Angekommen auf der Passstraße wurde jedoch ein sehr flüssiger Rhythmus gefunden und es wurde dann doch schnell gefahren (gleiche Zeit wie 2014). Oben am Gipfel fuhren die beiden gänzlich ohne Pause an den zahlreichen Radfahren vorbei und unten am Kiosk den aufziehenden Wolken mit einem Unterhemdenupgrade auf Windstopper gerecht zu werden. Ab da war es nicht mehr wirklich warm und die Abfahrt inkl. langer Gerade nach Pollenca war die erwartete Gegenwindschlacht. Daniel fing an, sein hohes Tempo am Puig zu bereuen denn nach den obligatorischen Führungswechseln ging ab Pollenca 0,0 mehr. Erst auf den letzten 3 Kilometern von Alcudia nach Playa de Muro, gab es dann Rückenwind.
Katie und der Bergfloh kamen ebenfalls gut über den Puig, der Bergfloh lies es sich erneut nicht nehmen ein paar Attacken gegen andere Rennradler zu fahren – wurde aber von Katie zurückbeordert – denn schließlich sollte er noch als solider Windschattenspender fungieren. Dennoch war der Bergfloh gut 5 Minuten schneller als 2015, sehr starke Leistung. Die beiden schafften die 130km und 2700Hm mit einem 20er Schnitt, die 3100Hm und 140Hm wurden von Daniel und Moritz in einem 26er Schnitt bewältigt, und das trotz widriger Bedingungen.
Zum Thema Widrig: Daniel war mit seinem im Sommer 2016 erworbenen Garmin Edge 520 bis dato eigentlich zufrieden. Nur die Akkulaufzeit war nach zig Firmware-Updates nicht mehr top. Trotz allen Tipps (GLONASS aus, Bluetooth aus, Beleuchtung aus), kam nach 6 Stunden die Akku niedrig Warnung (500m vorm Ziel). Beim Versuch den Track zu speichern gab es einen Freeze und Zack – waren die Daten weg.