Riderman 2022 – Flaches Finale

Mit nur noch drei Fahrern, Heiko wollte die sich anbahnende Erkältung nicht verschleppen, ging es zur letzten Etappe. Das gesamte Rennen war trocken, der Start war wie erwartet etwas hektisch. Besonders das sehr frühe Aufrücken der Startblöcke war für Sven schlecht, er war statt vorne in C hinten in D. Moritz fuhr weit vorne im Feld, vor Daniel gab es bereits einen Gruppensplit. Zusammen mit Micha und Janine konnte die Lücke jedoch geschlossen werden, bis es 50m vor einem Kreisel krachte. Moritz musste links aufs Gras ausweichen und Daniel weiter hinten rechts. Moritz war dank seiner besseren Positionen und dem all-in-Modus in der Lage die Lücke zum Feld zu schließen. Danach waren die Beine aber natürlich leer, sodass er sich meist im mittleren Teil des Feldes aufhielt. Daniel blieb direkt in der zweiten großen Gruppe. Auf der Abfahrt wurde weit vorne gefahren, denn wie man Kurven fährt hat sich wohl nicht überall herumgesprochen. Der junge Belgier vom Vortag, mit dem Daniel zwei Ausreißversuche unternahm war ebenfalls in der Gruppe. Ihm vertraute Daniel auch die Taktik an, am Hauptanstieg Vollgas zu geben. Dank guter Position ging das auch gut, mit 320W auf 15 Minuten zeigte sich der Erfolg der Sauna vom Vortag. Allerdings war der Anstieg zu flach (3,3%), sodass fast alle in der Gruppe mitgehen konnten. Danach wurden immer mehr Fahrer von vorne eingesammelt und es gab keine Möglichkeiten mehr etwas zu versuchen. Eine Schrecksekunde gab es für Daniel beim Abfahren eines recht hohen Bordsteines, als das Ritzel den Stein kurz touchierte. Aufgrund der Topografie und der Gruppengröße wurde sich vom Zielsprint auch ferngehalten, der erste der Gruppe war auf Platz 126. Moritz‘ Gruppe teilte sich auch für ihn ungünstig auf. Er versuchte es mit einem anderen Fahrer 3km vor dem Ziel noch die Lücke zu schließen, classic DGD Style aber ohne Erfolg. Dennoch kam er mit der Gruppe von Platz 49 sehr weit vorne ins Ziel. Sven kam insgesamt in der 8. Gruppe mit 10 Fahrern mit einem 36er Schnitt ins Ziel. Ohne Defekte und Stürze ging damit ein erfolgreicher Riderman zurück – beim nächsten Jahr wird es noch besser :). Gesamtplatzierungen: Moritz 77, Daniel 142, Sven 254.

Riderman 2022 – Belgische Etappe

Schon vorab war klar, dass am Samstag die Sonne nicht das bestimmende Wetterelement sein wird. Dementsprechend gingen die Fahrer mit teilweisen langen Trikots in die Blöcke A bis D. Der Start war sogar fast regenfrei aber die Straße war nass. Daniel orientierte sich an Micha Meyer, dessen Pace als Ziel avisiert wurde. Nach drei Kilometern gab es einen Schlag aufs Vorderrad, und die erste Reaktion war: Vorderrad platt. Nach einem kurzen Druckcheck am Streckenrad ging es aber dann doch weiter. Heiko kam gerade dann in einer größeren Gruppe und es wurde sich einsortiert. Moritz konnte sich weiter vorne positionieren und fuhr auch alle Wechsel mit. Sven ging das Rennen etwas gemütlicher an, und vermied die Hektik am Rennbeginn durch eine etwas passivere Fahrweise. Am ersten kleinen Anstieg wollte Daniel an die große Gruppe weiter vorne aufschließen und gab kurz Vollgas. Der Gegenwind verhinderte jedoch messbaren Erfolg, nichtsdestotrotz wurde bei der räudigen Feldwegrampen nochmal attackiert, auch um den Stau im Feld zu umgehen. Dieses mal wurde die Gruppe um fast 40s distanziert, für 10km waren dann drei Fahrer vor der Gruppe – aber es gab auch wieder eine Zusammenführung. Mit einem jungen Belgier wurde dann nach der Talsohle nochmal attackiert, diesmal wurden ein paar Leute von vorne eingesammelt, aber Heiko’s Gruppe kam dann wieder bei Kilometer 65 und ab da waren beide in der gleichen Gruppe. Ungefähr bei Kilometer 75 war bei Moritz der Ofen aus, bei der Ortsrampe gingen nur 160W, womit man hätte schieben müssen. Nach einem Anruf bei Katie wurde dann nach 3 Minuten weitergefahren, und erstaunlicherweise ging es dann schon sinnvoll weiter – die verlorene Position 30 war natürlich sehr ärgerlich, aber dennoch reichte es für den Teaminternen Platz 1 mit P74 Gesamt. Daniel hatte nach ebendieser Ortrampe einen Kettenabwurf der mit der Hand behoben werden musste. Heiko war zum Glück kurz vor der Gruppe und wartete auf die anderen. Beim nächsten Anstieg verlor er seine Brille, die ohne Absteigen aber mit 20s Zeitverlust wieder geholt werden konnte. Trotz Daniels und der anderen beiden in der Gruppe behäbiger Fahrweise dauert es fast 10km bis Heiko seine sehr gute Tagesform nutzen konnte um wieder aufzuschließen. Bis zum Ziel war er dann das Zugpferd des Quartetts, Daniel fuhr die Führungswechsel nur für die Gruppenmoral mit, es ging gar nichts mehr, die Attacken mussten Tribut zollen lassen. Dank der Bruttozeitmessung holte Heiko P151 und Daniel P154. Sven konnte seine Ridermanpremiere in exakt 4:00h erfolgreich absolvieren. Daniels Reifendruck war im Übrigen im Ziel noch exakt bei den eingestellten 4,5 bar.
Zum Entspannen ging es danach in die benachbarte Therme mit Sauna und dann gab es die wohlverdiente Stärkung.

Riderman 2022 – Prolog

Zum Saisonabschluss starten Daniel, Heiko, Moritz und Sven beim Rothaus Riderman in Bad Dürrheim. Einige der Teamfahrer waren vorsichtig optimistisch ob der Wettvorhersage für das gesamte Rennwochenende. Eingegeben wurde aber Bad Dürkheim in Rheinhessen. Nachdem das K durch ein R ersetzt wurde, bestand Einigkeit: Zum Zeitfahren am Freitag gibt es einen goldenen Oktobertag, der Rest wird wohl eine Regenschlacht werden.

Da die Startzeiten von Sven, Heiko und Moritz ziemlich knapp beisammen lagen, musste eine handschriftliche Tabelle für die Warmfahrzeit auf der mitgebrachten Rolle angefertigt werden. An Svens Rad musste noch das Lenkerband getauscht werden – die Stilpolizei hatte zurecht interveniert.

Sven ging als erster Racing Team Fahrer um 15:34 auf die 15,9km lange Strecke mit 200 Höhenmetern. Zu seiner Fahrt (26:56/35,4kmh/Platz 365) sagte er im Post-Racing Interview: „Ja…pfff…das war im Rahmen…pfff…der Erwartunge,….pfff….vielleicht etwas unter den Erwartungen aber gut. Ich wollte einen 36er Schnitt fahren und das hab ich nur ganz knapp nicht geschafft.“

Heiko startete 6 Minuten später. Mit leichtem Kratzen im Hals und einer sich ankündigenden Erkältung rechnete er sich nicht viel zu viel aus und beschloss, die fehlende Power durch eine noch konsequentere Einhaltung der Aero-Position zu kompensieren. Das gelang ihm ausgesprochen und sogar die persönliche Bestzeit wurde in 25:07 (38,0kmh/Platz 230) unterboten!

In den Wochen vorm Riderman spitzten sich die internen Diskussionen auch auf die Frage zu, ob Moritz mit seinem Straßenrennrad schneller fahren würde als Daniel auf seiner Zeitfahrmaschine, der alle aerodynamischen Register ziehen sollte, Premierenbeinrasur inklusive. Jeder der beiden sah den jeweils anderen vorne und Moritz musste vorlegen. Die Taktik hart am Berg zu fahren, bis zum Wendepunkt bei knapp 300W Tempo zu machen und auf dem nachfolgenden „Faux Plat“ dann Leistung draufzulegen konnte mustergültig umgesetzt werden. Zwischendurch hingen bis zu drei weitere Fahrer in seinem Windschatten und mit einer Zeit von 23:26 (40,7kmh/Platz 95) wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Daniel hatte eine Stunde mehr Wartezeit und war in erster Reaktion zurück im Hotel sehr unzufrieden mit seiner Fahrt weil ein problembehafteter Schaltvorgang mit dem Umwerfer gefühlt viel Zeit und viel Moral gekostet hat. Nach kurzer Analyse besserte sich die Stimmung: Daniel war mit 24:29 (38,9kmh/Platz 173) fast 2 Minuten schneller als seine persönliche Bestzeit.

Die obligatorische zusammenfassende Statistik entfällt an dieser Stelle weil der Autor des Artikels die Daten geschickt im Text versteckt hat. Hier noch die Ergebnisliste.

Otzberger Bergzeitfahren

Zum goldenen Jubiläum der jährlichen Otzbergwoche organisierte die Besi&Friends Stiftung heuer das erste Otzberger Bergzeitfahren. Von der Startrampe unter dem Torbogen des historischen Rathaus in Lengfeld gilt es auf der mit knapp 2% ansteigenden Bundesstraße zunächst 500m in der Aeroposition Vollgas zu fahren, ehe die Strecke abrupt nach rechts auf einen Feldweg abzweigt und bis zur Burg 144Hm auf 1,7km mit Rampen jenseits der 15% und einer kurzen Zwischenabfahrt überwindet. Eine durchaus technische Strecke, die dank perfekter Organisation seitens Besi und seinen Freunden (inklusive Streckensperrung der Bundesstraße) und viel Publikum richtig Laune machte.

Heiko und Moritz begutachteten die Strecke vorsorglich einige Wochen vorher. Der Teamchef war zu einer Einweihungsfeier nach Hamburg aufgebrochen und um einer Überkonzentration an DGD Racing Team Fahrern im norddeutschen Raum vorzubeugen, kam Sven sicherheitshalber von Hamburg nach Darmstadt und wurde vom Streckensprecher als Starter mit der weitesten Anreise ankündigt. Zu Hause verfolgte der Rest das Event im Livestream. Mit Start- und Zielkamera und zwei Moderatoren wurde seitens der Organisation keine Mühe gescheut, nur leider machte allen für den großen Teil des Nachmittags das gute deutsche Highspeedinternet einen Strich durch die Rechnung.

Nun aber ins Renngeschehen. Heiko ging mit der Nummer 42 an den Start und gab im Interview mit dem Streckensprecher auf der Startrampe neben nichtssagendem Blabla („Spaß haben“) eine Zeit unter 7 Minuten als Ziel aus. Mit 6:47 wurde das Ziel klar erfüllt, was im starken Teilnehmerfeld schlussendlich für Platz 15 reichen sollte. Moritz, der eine Minute später startete war deutlich angriffslustiger, sprach davon, seinem vor ihm fahrenden Teamkollegen „richtig Angst machen zu wollen“ und kündigte an, dass die im „Training gefahrenen sechseinhalb Minuten heute deutlich geschlagen werden“. Gelang auch: 6:09 und damit zwischenzeitlich Platz 2. In der Folgezeit entwickelte sich ein Sekundenkampf, in dem sich 8 Fahrer zwischen 5:55 und 6:18 einsortierten, bis Jan Emmerich vom BikeAid Development Team mit einer brutalen Zeit von 5:32 einen klaren Sieg nach Hause fuhr. Für Moritz sprang dabei Platz 5 heraus! Schließlich ging Sven, befeuert durch seinen vom Streckensprecher nahezu fehlerfrei rezitierten Lebenslauf mit der Nummer 92 ins Rennen. Streckenkenntnis war nur durch die Erzählungen seiner Teamkollegen vorhanden, aber mit den in Hamburg neuhinzugewonnenen Qualitäten im Flachen konnte er bis zum Abzweig die 10. Zeit vorlegen und dann mit einer Gesamtzeit von 7:21 Platz 25 herausfahren.

Die vollständige Ergebnisliste findet sich hier. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass das Event ab jetzt jedes Jahr stattfindet. Das DGD Racing Team würde sich sehr freuen und 2023 in voller Mannschaftsstärke an den Start gehen!

 

 

 

 

Giro delle Dolomiti 2022 – Team Crono Video

Vielen Dank an Lorenz, der die holprige Fahrt des Quintetts auf Platz 2 filmte. Die Lücke ging im schlechtest möglichen Zeitpunkt auf: auf der leichten Abfahrt, bei Rückenwind und bei gleichzeitig zu überholenden Fahrern. Daher kam das Kommando zu warten auch nicht weiter vorne an, und die Entscheidung zu viert weiter zu fahren fiel möglicherweise nicht schnell genug. Aber die Hochrechnung zeigt, für Platz 1 hätte es dennoch knapp nicht gereicht.